Medizin-Glossar: Fachbegriffe aus Medizin und Medizinstudium von A bis Z
15.08.2026
Wie dieses Glossar aufgebaut ist
Jeder Eintrag folgt derselben Struktur: eine kurze, in sich verständliche Definition, die Wortherkunft aus dem Lateinischen oder Griechischen, gebräuchliche Synonyme, der englische Fachbegriff und eine Einordnung, warum der Begriff im Studium oder im Klinikalltag eine Rolle spielt.
Die Begriffe sind in sieben Bereiche gegliedert: medizinische Fachsprache, Anatomie, Klinik und Praxis, Medizinstudium in Deutschland, Prüfungen und Abschlüsse, Medizinstudium im Ausland sowie Anerkennung und Berufszugang. Das Glossar wächst laufend weiter.
Medizinische Fachsprache: die Bausteine verstehen
Die medizinische Terminologie ist ein Baukastensystem. Wer die Vorsilben und Endungen kennt, kann unbekannte Begriffe selbst herleiten – das spart im Studium unzählige Stunden Auswendiglernen.
- Terminologia Anatomica – das internationale Verzeichnis der anatomischen Fachbegriffe
- -itis – die Endung für Entzündungen
- -ektomie – die operative Entfernung, abgegrenzt von -tomie und -stomie
- -skopie – die Spiegelung, abgegrenzt von -graphie und -metrie
- -algie – die Endung für Schmerz
- hyper- – zu viel, gesteigert
- hypo- – zu wenig, vermindert
Anatomische Lage- und Richtungsbezeichnungen
Ohne diese Begriffe lässt sich kein Befund präzise beschreiben. Sie beziehen sich immer auf die anatomische Normalstellung und gelten deshalb auch beim liegenden Patienten.
- proximal und distal – rumpfnah und rumpffern
- medial und lateral – zur Mitte hin und seitlich
- ventral und dorsal – bauchwärts und rückenwärts
- kranial und kaudal – kopfwärts und steisswärts
- Sagittalebene, Frontalebene und Transversalebene – die drei Hauptebenen
Klinik und Praxis
Begriffe, die vom ersten Krankenbett an gebraucht werden.
- Anamnese – das strukturierte Erheben der Krankengeschichte
Dieser Bereich wird laufend erweitert. Wenn du wissen möchtest, wie dein Weg ins Medizinstudium konkret aussehen kann, lass dich kostenlos beraten.
{{cta}}Medizinstudium in Deutschland: die wichtigsten Begriffe
- Numerus clausus – Zulassungsbeschränkung und aktuelle Werte
- Hochschulstart – die zentrale Vergabestelle
- TMS – Test für Medizinische Studiengänge und der neue TMSnat
- Landarztquote – Studienplatz gegen zehn Jahre Verpflichtung
- Immatrikulation – die Einschreibung
- Vorklinik – der erste Studienabschnitt
- Regelstudienzeit – sechs Jahre und drei Monate
- Semesterwochenstunde – der Präsenzaufwand
- Praktisches Jahr – das letzte Studienjahr
- Famulatur – vier Monate klinisches Pflichtpraktikum
Prüfungen und Abschlüsse
- Physikum – der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
- Staatsexamen – die drei Abschnitte im Überblick
- Testat – die studienbegleitende Leistungskontrolle
- Kolloquium – die mündliche Prüfung im Gesprächsformat
- Zwangsexmatrikulation – endgültiges Nichtbestehen und seine bundesweite Wirkung
Medizinstudium im Ausland
- ECTS – 360 Punkte für das gesamte Medizinstudium
- Transcript of Records – die Grundlage jeder Anrechnung
- Studientransfer – der Wechsel innerhalb Europas
- Apostille – die Echtheitsbestätigung für Urkunden
- Auslands-BAföG – Zuschuss bis 5.600 Euro pro Jahr
Anerkennung, Approbation und Berufszugang
- Approbation – die staatliche Zulassung zum Arztberuf
- Richtlinie 2005/36/EG – die Grundlage der automatischen Anerkennung
- Anhang V – die Liste der automatisch anerkannten Abschlüsse
- EU-Konformitätsbescheinigung – das Kerndokument im Verfahren
- Gleichwertigkeitsprüfung – der Weg für Abschlüsse aus Drittstaaten
- Kenntnisprüfung – wann sie nötig ist und wann nicht
- Fachsprachprüfung – medizinisches Deutsch auf Niveau C1
- MEBEKO – die Anerkennung in der Schweiz
Warum ein eigenes Glossar
Die Medizinerschmiede war die erste Agentur, die auf YouTube in nahezu täglichen Videos und Interviews mit echten Medizinstudierenden im Ausland kostenlos Einblicke gegeben hat. Dieses Glossar setzt denselben Gedanken fort: Wissen frei zugänglich machen, damit jeder eine informierte Entscheidung treffen kann. Wir sind stolz darauf, über 500 Studienplätze an mehr als 25 Universitäten vermittelt zu haben – und darauf, dass viele dieser Wege mit einer einzigen Frage begonnen haben.
Meinung des Autors
Als ich in Sofia angefangen habe, war der grösste Stolperstein nicht der Stoff, sondern die Sprache um den Stoff herum. Niemand erklärt dir am ersten Tag, was ein Kolloquium ist, warum ein Transcript of Records Stundenzahlen enthalten muss oder was Anhang V mit deinem späteren Berufsleben zu tun hat. Man lernt es – aber meist zu spät und auf die unbequeme Art.
Genau deshalb steht dieses Glossar hier. Der lateinische Kern der Medizin ist international identisch: Musculus biceps brachii heisst in Sofia, Foca, Osijek und Münster genau dasselbe. Was sich unterscheidet, ist das Drumherum – Prüfungsformate, Verwaltungsbegriffe, Anerkennungswege. Wer diese Begriffe früh versteht, trifft bessere Entscheidungen und verliert kein Semester an Missverständnissen.
Mein Rat: Lies dich nicht in Panik, sondern in Klarheit. Und wenn du bei einem Begriff merkst, dass er deinen konkreten Fall betrifft – etwa Anrechnung, Transfer oder Anerkennung – dann klären wir das im Gespräch, statt dass du raten musst.
NC-freie Medizinstudienplätze im In- und Ausland
- Passende Uni-Auswahl & sichere Vermittlung
- NC-freier Studienplatz im Ausland mit Anerkennung in Deutschland
- Betreuung bei Studienstart, Vorbereitung & Wohnungssuche
- Unterstützung beim Wechsel nach Deutschland
- Begleitung bis zum Berufseinstieg in DE oder CH
Zusammenfassung
- Die medizinische Fachsprache ist ein Baukastensystem aus Vorsilben, Wortstämmen und Endungen – wer die Bausteine kennt, versteht auch unbekannte Begriffe.
- Anatomische Lagebezeichnungen wie proximal, distal, medial und lateral beziehen sich immer auf die anatomische Normalstellung und gelten auch beim liegenden Patienten.
- Die zentralen Studienbegriffe in Deutschland sind Numerus clausus, Physikum, Testat, Famulatur und Praktisches Jahr.
- Beim Studium im Ausland entscheiden ECTS, Transcript of Records und die Richtlinie 2005/36/EG darüber, was angerechnet und was anerkannt wird.
- Ein in der EU erworbener Medizinabschluss, der in Anhang V gelistet ist, wird in Deutschland automatisch anerkannt – ohne Gleichwertigkeits- oder Kenntnisprüfung.
- Das Glossar wächst laufend: Jeder Begriff hat eine eigene Seite mit Definition, Wortherkunft und englischer Entsprechung.
Weiterlesen
- Medizin studieren ohne NC: Standortvergleich – welche Standorte was kosten und wie sie sich unterscheiden.
- Approbation und Anerkennung eines Medizinabschlusses aus dem EU-Ausland – der rechtliche Rahmen ausführlich erklärt.
- Wechsel zurück nach Deutschland: Anrechnung von Semestern – was ECTS und Transcript konkret wert sind.
- Der Aufbau des Medizinstudiums in Bulgarien – Jahr für Jahr, mit allen Prüfungsformaten.
- Studientransfer innerhalb Europas – wenn du an deiner jetzigen Uni unzufrieden bist.
Häufige Fragen zum Medizin-Glossar
Warum ist die medizinische Fachsprache lateinisch und griechisch?
Weil sie dadurch international eindeutig ist. Ein lateinischer Begriff wie Musculus biceps brachii bezeichnet weltweit exakt dieselbe Struktur, unabhängig von der Landessprache. Festgehalten ist das in der Terminologia Anatomica.
Was bedeutet die Endung -itis?
Die Endung -itis kennzeichnet eine Entzündung des vorangestellten Organs. Gastritis ist die Magenschleimhautentzündung, Appendizitis die Entzündung des Wurmfortsatzes.
Was ist der Unterschied zwischen proximal und distal?
Proximal bedeutet zur Körpermitte hin, distal von ihr weg. Der Oberarm liegt proximal, die Finger liegen distal.
Was ist eine Famulatur?
Die Famulatur ist das klinische Pflichtpraktikum im Medizinstudium. In Deutschland umfasst sie vier Monate, davon mindestens einen Monat in einer ambulanten Einrichtung. Sie kann auch im Ausland abgeleistet werden.
Was ist das Physikum?
Das Physikum ist der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach dem vierten Semester. Viele europäische Universitäten kennen keine solche Bündelprüfung und prüfen stattdessen Fach für Fach.
Was ist Anhang V der Richtlinie 2005/36/EG?
Anhang V listet für jeden EU-Mitgliedstaat die Ausbildungsnachweise, die automatisch anerkannt werden. Ist der Abschluss dort gelistet, entfällt jede inhaltliche Gleichwertigkeitsprüfung.
Wie viele ECTS-Punkte hat ein Medizinstudium?
Das sechsjährige Medizinstudium umfasst 360 ECTS-Punkte, also 60 pro Studienjahr. Ein Punkt entspricht 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand.
Was ist der Unterschied zwischen Gleichwertigkeitsprüfung und Kenntnisprüfung?
Die Gleichwertigkeitsprüfung ist der behördliche Vergleich der Ausbildung mit dem deutschen Studium. Werden wesentliche Unterschiede festgestellt, können diese über die Kenntnisprüfung ausgeglichen werden. Bei einem EU-Abschluss entfallen beide.
Was bedeutet MEBEKO?
MEBEKO steht für die Medizinalberufekommission des Schweizer Bundesamts für Gesundheit. Sie erkennt ausländische Arzt- und Zahnarztdiplome in der Schweiz an.
Wird das Glossar erweitert?
Ja. Es wächst laufend um weitere Begriffe aus Fachsprache, Anatomie, Klinik, Zahnmedizin und Studienorganisation. Jeder Begriff erhält eine eigene Seite.
Wo finde ich Hilfe, wenn ein Begriff meinen eigenen Fall betrifft?
Fragen zu Anrechnung, Transfer, Zulassung oder Anerkennung prüfen wir individuell im kostenlosen Beratungsgespräch.
Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
Über 500 vermittelte Studienplätze an mehr als 25 Partneruniversitäten in über 10 Ländern. Die Erfahrungen unserer Studierenden kannst du unabhängig auf Trustpilot nachlesen.
Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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