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Pharmazeutische Betreuung

Pharmazeutische Betreuung bezeichnet die verantwortliche Begleitung einer Arzneimitteltherapie durch den Apotheker mit dem Ziel, den Therapieerfolg zu verbessern und arzneimittelbezogene Probleme zu vermeiden. Der Begriff übersetzt das englische pharmaceutical care, das Charles Hepler und Linda Strand 1990 geprägt haben. In Deutschland ist er über Medikationsmanagement und pharmazeutische Dienstleistungen verankert.

Lehnübersetzung des englischen pharmaceutical care; „Pharmazie“ aus griechisch pharmakon (Arzneimittel).

Pharmaceutical Care, Medikationsmanagement

Pharmaceutical care

Was gehört zur pharmazeutischen Betreuung?

Im Kern geht es um vier Schritte: die Medikation eines Patienten erfassen, arzneimittelbezogene Probleme erkennen, gemeinsam mit Arzt und Patient Lösungen abstimmen und das Ergebnis nachverfolgen. Dazu zählen Wechselwirkungsprüfung, Adhärenzberatung, Anwendungsschulungen und eine nachvollziehbare Dokumentation. Der Ansatz zielt auf messbare Ergebnisse, nicht nur auf die korrekte Abgabe. Fachlich stützt er sich auf die Klinische Pharmazie, die seit 2001 eigenes Prüfungsfach im Pharmaziestudium ist.

Wie ist das rechtlich geregelt?

Der Begriff „pharmazeutische Betreuung“ steht so nicht im Gesetz. § 1a Absatz 3 der Apothekenbetriebsordnung spricht von Information und Beratung über Arzneimittel und definiert das Medikationsmanagement als wiederholte Analyse der gesamten Medikation einschließlich der Selbstmedikation, mit dem Ziel, Arzneimitteltherapiesicherheit und Therapietreue zu verbessern. Seit Juni 2022 werden auf Grundlage von § 129 Absatz 5e des Fünften Sozialgesetzbuchs fünf pharmazeutische Dienstleistungen vergütet: standardisierte Risikoerfassung bei Bluthochdruck, erweiterte Einweisung in die Inhalationstechnik, Medikationsberatung bei Polymedikation sowie die Betreuung von Organtransplantierten und von Patienten unter oraler Antitumortherapie. Der Aufwand pro Fall ist hoch, und die Abrechnung setzt Schulungen und Dokumentation voraus.

Was bedeutet das für Absolventen aus dem EU-Ausland?

Die EU-Kommission bereitet eine Aktualisierung des Ausbildungsprogramms in Anhang V Nummer 5.6.1 der Richtlinie 2005/36/EG vor, die ausdrücklich angemessene Kenntnisse in Klinischer Pharmazie und pharmazeutischer Betreuung verlangt. Studiengänge in Bulgarien, Rumänien, Ungarn oder Kroatien werden daran ebenfalls ausgerichtet. Für die Arbeit in einer deutschen Apotheke kommt es zusätzlich auf die Beratungssprache an, weshalb die Behörden in der Regel Fachsprachkenntnisse auf dem Niveau C1 verlangen. Wer die Dienstleistungen anbieten will, braucht außerdem die entsprechenden Fortbildungsnachweise der Kammer; ein Ausbau über den Fachapotheker ist möglich.

Häufige Missverständnisse

Pharmazeutische Betreuung ist mehr als ein freundliches Beratungsgespräch am Handverkaufstisch. Sie ist ein strukturierter, dokumentierter Prozess über einen längeren Zeitraum. Ohne Zugriff auf die vollständige Medikation bleibt sie Stückwerk, weshalb der elektronische Medikationsplan eine wichtige Rolle spielt.

Persönlich begleitet von Zahnarzt Marcel Kloos, vom ersten Gespräch bis zum Berufseinstieg.

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