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Klinische Pharmazie

Die Klinische Pharmazie ist das patientenbezogene Fach des Pharmaziestudiums. Sie behandelt Arzneimitteltherapie, Dosierung, Wechselwirkungen und Arzneimitteltherapiesicherheit am konkreten Fall. Als eigenständiges Prüfungsfach wurde sie mit der Reform der Approbationsordnung für Apotheker eingeführt, die zum 1. Oktober 2001 in Kraft trat, und wird im Zweiten Abschnitt mündlich geprüft.

Aus griechisch klinikos (das Krankenbett betreffend) und pharmakon (Arzneimittel); als Fachbezeichnung Übersetzung des englischen clinical pharmacy.

Klinische Pharmazeutik

Clinical pharmacy

Was macht das Fach aus?

Klinische Pharmazie betrachtet den Arzneistoff nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit einem Patienten und seiner Erkrankung. Inhalte sind Pharmakotherapie einzelner Krankheitsbilder, Dosisanpassung bei Nieren- und Leberfunktionsstörungen, Wechselwirkungen, Nebenwirkungsmanagement und Medikationsanalyse. Dazu kommen pharmakokinetische Grundlagen, evidenzbasierte Bewertung von Studien und die Kommunikation mit Ärzten und Pflegekräften. In der Praxis mündet das Fach in die Pharmazeutische Betreuung am Patienten. Typische Prüfungsfragen gehen von einem Fallbeispiel aus: eine Medikationsliste, eine Nebenwirkung, eine Laborkonstellation. Gefragt ist dann eine begründete Empfehlung.

Seit wann ist es Prüfungsfach?

Der Bundesrat stimmte im Juli 2000 der Änderungsverordnung zur Approbationsordnung für Apotheker zu; sie trat zum 1. Oktober 2001 in Kraft und schuf die Klinische Pharmazie als fünftes Fach des Zweiten Abschnitts der Pharmazeutischen Prüfung. Bis 2010 galten Übergangsregeln für die Prüferqualifikation, weil zunächst nicht an jeder Fakultät eine entsprechende Professur bestand. Die personelle Ausstattung fällt zwischen den Standorten bis heute unterschiedlich aus, was sich im Umfang der Fallseminare bemerkbar macht. Wer sich vertiefen möchte, kann später den Fachapotheker für Klinische Pharmazie anschließen; die Weiterbildung dauert drei Jahre.

Was heißt das für Absolventen aus dem EU-Ausland?

Die EU-Kommission arbeitet an einer Aktualisierung des Ausbildungsprogramms in Anhang V Nummer 5.6.1 der Richtlinie 2005/36/EG. Vorgesehen sind unter anderem angemessene Kenntnisse in Klinischer Pharmazie und pharmazeutischer Betreuung, in Public Health, in interprofessioneller Zusammenarbeit und im Umgang mit digitalen Technologien. Für Studenten in Bulgarien, Rumänien, Ungarn oder Kroatien heißt das, dass die dortigen Curricula ebenfalls angepasst werden. Bis die neuen Vorgaben in nationales Recht umgesetzt sind, bleibt für die Anerkennung der bisherige Rechtsstand maßgeblich; über den Einzelfall entscheidet die zuständige Landesbehörde. Auch die deutsche Approbationsordnung wartet seit Jahren auf eine grundlegende Novelle.

Häufige Missverständnisse

Klinische Pharmazie ist kein reines Krankenhausfach. Der größte Teil der Medikationsanalysen findet in öffentlichen Apotheken statt. Und sie ersetzt keine ärztliche Verordnung: Der Apotheker berät, die Therapieentscheidung trifft der Arzt.

Persönlich begleitet von Zahnarzt Marcel Kloos, vom ersten Gespräch bis zum Berufseinstieg.

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