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Pharmazeutische Chemie

Die Pharmazeutische Chemie befasst sich mit Struktur, Synthese, Analytik und Wirkmechanismen von Arzneistoffen. Sie ist das umfangreichste Fachgebiet des Pharmaziestudiums und wird nach § 18 der Approbationsordnung für Apotheker als Pharmazeutische und Medizinische Chemie im Zweiten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung mündlich geprüft.

Aus griechisch pharmakon (Arzneimittel) und chemeia, dem Vorläuferbegriff der Chemie.

Medizinische Chemie, Arzneimittelchemie

Pharmaceutical chemistry, medicinal chemistry

Was gehört zum Fach?

Die Pharmazeutische Chemie verbindet organische und anorganische Chemie mit der Frage, warum ein Molekül wirkt. Themen sind Arzneistoffsynthese, Struktur-Wirkungs-Beziehungen, Stabilität und Metabolismus sowie die instrumentelle Analytik von Chromatographie bis Spektroskopie. Der Teilbereich Medizinische Chemie beschreibt das gezielte Design neuer Wirkstoffe, etwa über Leitstruktursuche und Optimierung. Die Prüfmethoden für Identität, Reinheit und Gehalt stehen in den Monographien des Arzneibuchs und werden in den Praktika eingeübt. Wer quantitativ arbeitet, lernt dort auch Fehlerrechnung und Validierung kennen. Ohne saubere Analytik gibt es keine Aussage zur Qualität.

Wie viel Gewicht hat das Fach im Studium?

Im Grundstudium füllen allgemeine, anorganische und organische Chemie sowie die pharmazeutische Analytik zwei der vier Klausuren im Ersten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung. Im Hauptstudium wird das Fach als Pharmazeutische und Medizinische Chemie mündlich geprüft. Mit der Reform der Approbationsordnung für Apotheker, die zum 1. Oktober 2001 in Kraft trat, sank der Anteil der pharmazeutischen Chemie an der Gesamtstundenzahl von rund 45 auf etwa 40 Prozent zugunsten medizinischer und pharmakologischer Inhalte. Sie bleibt damit trotzdem das stundenstärkste Gebiet. Die Laborpraktika gelten als zeitintensivster Teil des Grundstudiums und lassen sich schlecht neben einem Nebenjob bewältigen.

Was bedeutet das für Studenten aus dem EU-Ausland?

Anhang V Nummer 5.6.1 der Richtlinie 2005/36/EG schreibt allgemeine und anorganische Chemie, organische Chemie und analytische Chemie für jedes Apothekerstudium in der EU vor. Der Umfang der Praktika unterscheidet sich zwischen Universitäten in Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Deutschland dennoch spürbar. Beim Wechsel an eine deutsche Universität entscheidet das Landesprüfungsamt nach § 22 AAppO über die Anrechnung; erfahrungsgemäß werden Vorlesungen eher anerkannt als quantitative Laborpraktika. Ein Anspruch auf vollständige Anrechnung besteht nicht, und wer Scheine nachholen muss, verliert häufig ein Semester.

Häufige Missverständnisse

Pharmazeutische Chemie ist kein reines Syntheselabor. Ein großer Teil der Prüfungsinhalte betrifft Analytik und Qualitätskontrolle, also genau die Aufgaben, die später im Apothekenlabor und in der Arzneimittelherstellung wieder auftauchen.

Persönlich begleitet von Zahnarzt Marcel Kloos, vom ersten Gespräch bis zum Berufseinstieg.

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