Die Implantologie ist das Teilgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit künstlichen Zahnwurzeln im Kieferknochen und deren prothetischer Versorgung befasst. Sie verbindet chirurgische und prothetische Arbeitsschritte. In Deutschland gibt es dafür keinen staatlichen Fachzahnarzttitel, sondern Zertifikate und Tätigkeitsschwerpunkte, die von Fachgesellschaften und Kammern vergeben werden.
lateinisch implantare „einpflanzen“ und griechisch lógos „Lehre“
Zahnärztliche Implantologie, Orale Implantologie
dental implantology
Ein Implantat ersetzt die Zahnwurzel, die Suprakonstruktion darauf ersetzt die Krone. Dazwischen liegen Planung, dreidimensionale Bildgebung, Knochen- und Weichgewebsmanagement, der chirurgische Eingriff, die Einheilphase und die prothetische Versorgung. Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie geht von rund 1,3 Millionen gesetzten Implantaten pro Jahr in Deutschland aus. Damit ist das Gebiet ein wirtschaftlicher Schwerpunkt vieler Praxen und der Berührungspunkt zwischen Oralchirurgie und Prothetik. Entscheidend ist die Osseointegration, also das feste Einwachsen des Titan- oder Keramikkörpers in den Knochen. Rauchen, schlecht eingestellter Diabetes und eine unbehandelte Parodontitis gelten als Risikofaktoren.
Nein. Die Weiterbildungsordnungen der Länder kennen kein Gebiet Implantologie. Stattdessen bieten Fachgesellschaften Curricula und gestufte Zertifikate an, etwa vom zertifizierten Implantologen bis zum Spezialisten, jeweils mit Nachweis über Fallzahlen und Fortbildungsstunden und mit Rezertifizierung meist alle fünf Jahre. Daneben können Kammern einen Tätigkeitsschwerpunkt anerkennen. Welche Bezeichnung auf Praxisschild und Website geführt werden darf, richtet sich nach der Berufsordnung der jeweiligen Zahnärztekammer und ist von Land zu Land unterschiedlich.
Implantate sind grundsätzlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Nur in seltenen Ausnahmefällen nach § 28 Absatz 2 SGB V übernimmt die Kasse Implantat und Suprakonstruktion, etwa bei größeren Kiefer- oder Gesichtsdefekten nach Tumor oder Unfall, bei dauerhaft extrem trockenem Mund, bei generalisierter genetischer Nichtanlage von Zähnen oder bei nicht steuerbaren muskulären Fehlfunktionen. Kieferatrophie allein reicht nicht, und die Kasse prüft im Gutachterverfahren. Alles Übrige rechnet die Praxis über die GOZ ab.
Implantologische Zertifikate ausländischer Gesellschaften sind in Deutschland nicht automatisch ankündigungsfähig. Vor dem Eintrag auf der Website klärt man das besser mit der Kammer. Die Curricula selbst stehen jedem approbierten Zahnarzt offen, unabhängig vom Studienort, kosten aber je nach Anbieter mehrere tausend Euro und laufen berufsbegleitend über ein bis zwei Jahre.
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