Das FDI-Zahnschema ist die international übliche Kurzschrift für die Bezeichnung einzelner Zähne. Jeder Zahn erhält eine zweistellige Zahl: Die erste Ziffer steht für den Quadranten, die zweite für die Position vom Mittelpunkt des Zahnbogens aus. Die Fédération Dentaire Internationale beschloss das Schema 1970, genormt ist es als ISO 3950.
Abkürzung der französischen Fédération Dentaire Internationale; „Schema“ von griechisch schéma „Gestalt, Form“
Zweistellenschema, ISO 3950, WHO-Zahnschema, internationales Zahnschema
FDI two-digit notation
Das Gebiss wird in vier Quadranten geteilt. Beim bleibenden Gebiss trägt der Quadrant oben rechts die 1, oben links die 2, unten links die 3 und unten rechts die 4, jeweils aus Sicht des Patienten. Beim Milchgebiss laufen die Quadranten von 5 bis 8. Die zweite Ziffer zählt von der Mittellinie nach hinten von 1 bis 8. Der Zahn 11 ist damit der obere rechte mittlere Schneidezahn, 36 der erste Molar unten links, 48 der Weisheitszahn unten rechts, 55 der zweite Milchmolar oben rechts. Gesprochen wird die Zahl ziffernweise, also „eins eins“ und nicht „elf“. Die Positionen 1 und 2 sind Schneidezähne, 3 der Eckzahn, 4 und 5 die Prämolaren, 6 bis 8 die Molaren; im Milchgebiss endet die Zählung bei 5.
Die Fédération Dentaire Internationale beschloss das von dem Berliner Hochschullehrer Joachim Viohl entwickelte Zweistellenschema 1970 auf ihrer Jahrestagung in Bukarest. Heute ist es als ISO 3950 genormt und wird auch WHO-Schema genannt. In Deutschland setzen Befundbögen, Heil- und Kostenpläne sowie die Abrechnung nach BEMA und GOZ darauf auf. Ältere Schreibweisen wie das Zsigmondy-Kreuz oder das amerikanische Universal Numbering System mit den Nummern 1 bis 32 begegnen einem noch in Lehrbüchern und in Befunden aus dem Ausland.
In Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Kroatien und im Baltikum wird ebenfalls nach FDI dokumentiert, die Umstellung fällt also leicht. Anders sieht es bei Unterlagen aus den USA aus. Wer Befunde übersetzt oder Vorbehandlungen dokumentiert, sollte das Schema immer angeben, sonst entstehen Verwechslungen. Kombiniert wird die Zahnzahl mit Flächenangaben wie mesial oder approximal, woraus sich die knappen Notationen in Befund und Heil- und Kostenplan ergeben. Praxisverwaltungssoftware in Deutschland arbeitet durchgehend mit FDI, umrechnen muss man nur bei importierten Fremdbefunden.
Rechts und links beziehen sich auf den Patienten, nicht auf den Betrachter. Wer das verwechselt, dokumentiert am falschen Zahn.
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