Approximal bezeichnet in der Zahnmedizin die Flächen eines Zahns, die dem Nachbarzahn zugewandt sind. Jeder Zahn hat zwei solcher Flächen: die zur Mitte des Zahnbogens zeigende mesiale und die davon abgewandte distale. Der Raum zwischen zwei benachbarten Zähnen heißt Approximalraum oder Interdentalraum.
lateinisch ad „zu, hin“ und proximus „der Nächste“
interdental, interproximal, Kontaktfläche
approximal, interproximal
Sie ist die Kontaktfläche zum Nachbarzahn. Approximal ist damit ein Sammelbegriff, der sich in zwei Richtungen aufteilt: mesial zeigt zur Mitte des Zahnbogens, distal davon weg. Der Zahn 36 hat also eine mesiale Fläche zum Zahn 35 und eine distale zum Zahn 37. In der Anatomie begegnet daneben proximal, das aber allgemein „körpernah“ meint und nicht mit approximal gleichzusetzen ist.
Zahnbürsten erreichen die Approximalflächen nicht. Deshalb entsteht dort besonders häufig Karies, und sie bleibt lange unsichtbar, weil der Nachbarzahn den Blick versperrt. Erkannt wird sie meist auf der Bissflügelaufnahme. In der Systematik der Kavitätenklassen nach Black fallen approximale Läsionen an Seitenzähnen unter Klasse II, an Frontzähnen unter Klasse III. Zahnseide und Interdentalbürsten sind hier die Standardempfehlung. Bei der Füllung ist die Wiederherstellung eines festen Kontaktpunkts zum Nachbarzahn entscheidend: Bleibt er zu schwach, sammeln sich Speisereste, und der Defekt kehrt zurück.
Zusammen mit der Zahnnummer nach dem FDI-Zahnschema und weiteren Flächen ergibt sich die übliche Kurzschrift. „mo an 16“ steht für eine mesial-okklusale Füllung am ersten Molaren oben rechts. Im englischsprachigen Unterricht in Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder Kroatien heißt es „approximal“ oder „interproximal“, die Bedeutung ist dieselbe. Wer Vorbefunde aus dem Ausland übernimmt, sollte allerdings prüfen, welches Zahnschema zugrunde liegt, sonst verschiebt sich die Angabe um einen ganzen Quadranten. Im Zweifel hilft ein Blick auf die zugehörige Röntgenaufnahme.
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