Medizinstudienplätze in den Bundesländern 2026 - wer wie viel ausbildet
14.08.2026
Wie viele Medizinstudienplätze gibt es in Deutschland 2026?
Für das Wintersemester 2024/25 wurden nach den Statistiken von hochschulstart.de 10.219 Studienplätze in Humanmedizin an staatlichen Hochschulen angeboten, bei 32.966 Bewerbenden. Hinzu kommen nach Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung knapp 1.500 Studienanfängerplätze pro Jahr an privaten Hochschulen, die ihre Plätze eigenständig vergeben.
Auf 100.000 Einwohner gerechnet ergibt das rund 12,2 staatliche Medizinstudienplätze. Insgesamt studierten im Wintersemester 2023/24 nach CHE-Angaben rund 113.000 Menschen Medizin in Deutschland, was Medizin zum Studienbereich mit den siebtmeisten Studierenden macht. Zwei Drittel der Studienanfänger sind inzwischen weiblich.
Welches Bundesland bildet je Einwohner am meisten Medizinstudierende aus?
Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt nach dem CHE-DatenCHECK 8/2025 das Saarland vorn, bezogen auf die Zahl der Studienanfänger Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Sachsen-Anhalt. Nordrhein-Westfalen bietet absolut die meisten Medizinstudienplätze, je Einwohner jedoch keine überdurchschnittliche Zahl. Bremen und Brandenburg stellten im Studienjahr 2024 staatlich keine Plätze bereit.
Die exakten Platzzahlen je Land veröffentlicht das Centrum für Hochschulentwicklung nur in interaktiven Grafiken. Deshalb haben wir eine zweite, unabhängig nachprüfbare Kennzahl selbst zusammengestellt: die Zahl der staatlichen medizinischen Fakultäten je Bundesland, gemessen an der Bevölkerung. Grundlage sind die Mitgliederliste des Medizinischen Fakultätentags mit 40 deutschen Fakultäten, von denen 39 staatlich sind, und der Bevölkerungsstand der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zum 31. Dezember 2025.
| Bundesland | Staatliche med. Fakultäten | Einwohner (31.12.2025) | Einwohner je Fakultät |
|---|---|---|---|
| Mecklenburg-Vorpommern | 2 (Rostock, Greifswald) | 1.573.685 | rund 0,79 Mio. |
| Saarland | 1 (Homburg) | 1.007.342 | rund 1,01 Mio. |
| Sachsen-Anhalt | 2 (Halle, Magdeburg) | 2.120.252 | rund 1,06 Mio. |
| Schleswig-Holstein | 2 (Kiel, Lübeck) | 2.958.519 | rund 1,48 Mio. |
| Hamburg | 1 (Hamburg) | 1.869.473 | rund 1,87 Mio. |
| Sachsen | 2 (Dresden, Leipzig) | 4.026.599 | rund 2,01 Mio. |
| Thüringen | 1 (Jena) | 2.078.946 | rund 2,08 Mio. |
| Hessen | 3 (Frankfurt, Giessen, Marburg) | 6.278.594 | rund 2,09 Mio. |
| Bayern | 6 (München LMU, München TU, Erlangen, Würzburg, Regensburg, Augsburg) | 13.245.503 | rund 2,21 Mio. |
| Baden-Württemberg | 5 (Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen, Ulm) | 11.238.761 | rund 2,25 Mio. |
| Nordrhein-Westfalen | 8 (Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Duisburg-Essen, Düsseldorf, Köln, Münster) | 17.986.214 | rund 2,25 Mio. |
| Brandenburg | 1 (Cottbus, ab Wintersemester 2026/27) | 2.551.889 | rund 2,55 Mio. |
| Niedersachsen | 3 (Hannover MHH, Göttingen, Oldenburg) | 8.000.826 | rund 2,67 Mio. |
| Berlin | 1 (Charité) | 3.700.577 | rund 3,70 Mio. |
| Rheinland-Pfalz | 1 (Mainz) | 4.123.022 | rund 4,12 Mio. |
| Bremen | 0 | 706.915 | keine eigene Fakultät |
| Deutschland gesamt | 39 | 83.467.117 | rund 2,14 Mio. |
Eigene Aufstellung und Berechnung der Medizinerschmiede, Stand August 2026. Quellen: Mitgliederverzeichnis des Medizinischen Fakultätentags (40 deutsche Fakultäten, davon die Universität Witten/Herdecke privat) und Bevölkerungsstand der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zum 31. Dezember 2025. Die Zahl der Fakultäten sagt nichts über deren Grösse aus. Sie zeigt, wie dicht ein Land mit Standorten ausgestattet ist.
Diese eigene Rechnung bestätigt das CHE-Bild und ergänzt es an einer Stelle. Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Sachsen-Anhalt liegen weit vorn. Rheinland-Pfalz bündelt seine gesamte Humanmedizin an einem Standort in Mainz und kommt damit auf den höchsten Wert unter den Ländern mit eigener Fakultät. Bremen setzt auf die Nähe zu Oldenburg und Hamburg, und Brandenburg beginnt mit Cottbus im Wintersemester 2026/27.
Diese Tabelle habe ich aus einem sehr praktischen Grund gebaut. In Beratungsgesprächen höre ich oft den Satz, man wolle unbedingt im eigenen Bundesland bleiben. Ein Blick auf die Verteilung macht dann schnell klar, dass Nähe und Wahrscheinlichkeit zwei verschiedene Dinge sind. Wer in Bremen wohnt, hat keine Fakultät vor der Haustür und trotzdem dieselben Chancen wie alle anderen, weil die Vergabe bundesweit läuft.
Warum bilden die Bundesländer so unterschiedlich viel aus?
Für Studienplätze an staatlichen Hochschulen sind die Bundesländer als Träger zuständig, und der wichtigste Grund für die Unterschiede ist der Preis. Allein die laufenden Grundmittel der Hochschulen im Bereich Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften betrugen nach den vom CHE zitierten Zahlen 25.430 Euro pro Studierendem und Jahr. Mieten sowie Bau- und sonstige Investitionen kommen hinzu.
Ein zweiter Grund ist baulich. Medizinische Ausbildung braucht ein Universitätsklinikum. Wo keines steht, lässt sich kein Studiengang kurzfristig eröffnen; wo eines steht, lassen sich Kapazitäten leichter aufstocken. Deshalb folgt das Angebot der historisch gewachsenen Hochschullandschaft und nicht der heutigen Bevölkerungsverteilung.
Das CHE weist auf einen dritten Punkt hin, der für die Länder besonders interessant ist. In Raumordnungsregionen mit einem Medizinstudienangebot liegt die Ärztedichte in der vertragsärztlichen Versorgung nach Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung tendenziell höher. Dieser Klebeeffekt ist ein starkes Argument dafür, Studienplätze dort zu schaffen, wo bisher keine sind.
Was kostet ein Medizinstudienplatz wirklich?
Zu dieser Frage kursieren Zahlen, die sich zu widersprechen scheinen. Das CHE nennt 25.430 Euro pro Studierendem und Jahr. Der Medizinische Fakultätentag beziffert einen Studienplatz in der Humanmedizin nach Berechnungen von 2019 mit rund 240.000 Euro. Beide Angaben stammen aus seriösen Quellen und liegen scheinbar um den Faktor zehn auseinander.
Eigene Berechnung der Medizinerschmiede: Der Widerspruch löst sich über Bezugsgrösse und Zeitraum auf. Die 240.000 Euro sind die Kosten für ein komplettes Studium. Verteilt auf die Regelstudienzeit von sechs Jahren sind das rund 40.000 Euro pro Studienplatz und Jahr. Die 25.430 Euro des CHE erfassen dagegen nur die laufenden Grundmittel der Hochschulen, also weder Bauinvestitionen noch den Anteil der Universitätskliniken an der Lehre. Die Differenz von rund 15.000 Euro pro Jahr steckt genau in diesen Posten. Wer Zahlen zu Studienplatzkosten vergleicht, sollte deshalb prüfen, ob von Jahreskosten oder Gesamtkosten die Rede ist.
Wie werden die Medizinstudienplätze in Deutschland vergeben?
Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie werden über das Zentrale Verfahren bei hochschulstart.de vergeben. Vor den Hauptquoten gehen bis zu 20 Prozent der Plätze in Vorabquoten, etwa für Härtefälle, Zweitstudium, ausländische Bewerbende und die Landarztquote. Der Rest verteilt sich auf drei Hauptquoten im Verhältnis 30 zu 10 zu 60.
- Abiturbestenquote, 30 Prozent: Massgeblich ist die Abiturpunktzahl. Zunächst werden 16 Landesquoten gebildet, die anschliessend rechnerisch zu einer Bundesliste zusammengeführt werden. Nachrangige Kriterien sind Dienst und Los.
- Zusätzliche Eignungsquote, 10 Prozent: Die Abiturnote zählt hier nicht. Berücksichtigt werden Studieneignungstests wie der Test für Medizinische Studiengänge, der HAM-Nat oder der PhaST, Auswahlgespräche, abgeschlossene Berufsausbildungen und ausserschulische Leistungen, bewertet in einem Punktemodell mit maximal 100 Punkten.
- Auswahlverfahren der Hochschulen, 60 Prozent: Die grösste Quote. Die Hochschulen legen ihre Kriterien selbst fest, müssen aber mindestens ein schulnotenunabhängiges Eignungskriterium gewichten; in der Humanmedizin sind zwei solche Kriterien vorgeschrieben.
Ein Punkt daraus überrascht in der Beratung fast jeden. Weil die Abiturbestenquote über 16 Landesquoten läuft, hängt die faktische Auswahlgrenze davon ab, wie viele Abiturienten ein Land stellt und wie die Notenverteilung dort aussieht. Sie hängt nicht davon ab, wie viele Studienplätze dieses Land finanziert. Wer in einem Land mit vielen Spitzenzeugnissen wohnt, konkurriert in einer anderen Landesquote als jemand mit demselben Schnitt anderswo. Die konkreten Auswahlgrenzen veröffentlicht die Stiftung für Hochschulzulassung nach Abschluss der Koordinierung.
Warum bleibt der Bewerberüberhang auch nach einem Ausbau bestehen?
Der Kapazitätsausbau in Deutschland wirkt, aber langsam. Von 9.068 Plätzen im Wintersemester 2015/16 auf 10.219 im Wintersemester 2024/25 sind rund 1.000 Plätze in neun Jahren hinzugekommen. Solange die Nachfrage bei rund 33.000 Bewerbungen liegt, verändert das die Relation von etwa drei Bewerbungen je Platz kaum.
Eigene Berechnung der Medizinerschmiede: 32.966 Bewerbungen auf 10.219 Plätze sind 3,23 Bewerbungen je Platz. Kommen weitere 1.000 Plätze hinzu, sinkt der Wert auf 2,94. Der Überhang bliebe fünfstellig. Gemessen an der im Januar 2023 vom damaligen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach genannten Zielmarke von 5.000 zusätzlichen Plätzen ist der bisherige Zuwachs klein geblieben.
Dazu kommt der Zeitfaktor. Ein neuer Studienort braucht Planung, Bau, Berufungen und ein Klinikum als Partner. Danach vergehen sechs Jahre bis zur Approbation und weitere fünf bis sechs Jahre bis zur Facharztanerkennung. Die Medizinische Universität Lausitz in Cottbus zeigt das exemplarisch: Der politische Beschluss liegt Jahre zurück, der Studienbetrieb startet zum Wintersemester 2026/27, die ersten Fachärztinnen und Fachärzte aus diesem Jahrgang arbeiten in den 2040er-Jahren.
Auch der Masterplan Medizinstudium 2020, den Bund und Länder 2017 beschlossen haben, zeigt die Trägheit des Systems. Nach Darstellung des Medizinischen Fakultätentags verzögerte sich die vollständige Umsetzung, weil sich Bund und Länder über die Finanzierungsverantwortung nicht einigen konnten. Viele der geplanten Änderungen sind bis heute nicht einheitlich an allen Universitäten umgesetzt.
Diese Zahlen bespreche ich fast täglich, und ich sage dazu immer denselben Satz: Eine Statistik beschreibt eine Gesamtheit, nie einen einzelnen Menschen. Die 3,23 Bewerbungen je Platz helfen niemandem bei der Frage, was er im September macht. Hilfreich ist nur eine Liste konkreter Optionen mit Terminen, Kosten und Zulassungsvoraussetzungen. Genau daran arbeiten wir in jedem Erstgespräch.
Für einen jungen Menschen, der 2026 sein Abitur macht, ist deshalb nicht entscheidend, wie viele Plätze es 2035 gibt. Entscheidend ist, welcher Weg jetzt planbar ist. Das Medizinstudium im europäischen Ausland ist für viele die schnellere und besser kalkulierbare Option: Es ist unabhängig von der Abiturnote zugänglich, es startet zu einem festen Termin, und der Abschluss wird über die Richtlinie 2005/36/EG in Deutschland anerkannt.
Das CHE hat dazu im Juni 2026 eine eigene Auswertung vorgelegt. Mindestens 8.821 deutsche Studierende der Humanmedizin waren im Wintersemester 2023/24 im Ausland eingeschrieben, während an deutschen Hochschulen 103.176 deutsche Studierende der Humanmedizin zählten. Gut jeder elfte deutsche Medizinstudierende studiert damit im Ausland. Die grössten Gruppen entfielen auf Österreich mit 2.563, Ungarn mit 1.930, Bulgarien mit 1.131 und die Schweiz mit 802 Studierenden.
Als Medizinerschmiede begleiten wir Studieninteressierte genau an diesem Punkt: Standortwahl, Vorbereitung, Bewerbung und die spätere Anerkennung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Wer wissen möchte, welcher Weg zum eigenen Zeugnis, Zeitplan und Budget passt, kann sich bei uns kostenlos beraten lassen.
Was leisten private Hochschulen, Landarztquote und neue Standorte?
Private Hochschulen nehmen in Deutschland zusammen knapp 1.500 Studienanfängerinnen und Studienanfänger in Humanmedizin pro Jahr auf. Das entlastet die Länderhaushalte und verlagert die Finanzierung auf die Studierenden oder ihre Stipendiengeber. In der hochschulstart-Statistik tauchen diese Plätze nicht auf, weil die Hochschulen sie selbst vergeben.
Ein zweites Instrument ist die Landarztquote. Mehrere Länder vergeben einen Teil ihrer Plätze vorab an Bewerbende, die sich verpflichten, später mehrere Jahre in einer unterversorgten Region hausärztlich tätig zu sein. Wird der Vertrag nicht erfüllt, werden die Studienkosten in Rechnung gestellt. Das CHE ordnet dieses Modell kritisch ein, weil es faktisch eine langfristige Ortsbindung schafft. Wer diesen Weg erwägt, sollte Vertragsdauer und Rückzahlungsklausel sehr genau lesen.
Drittens entstehen neue Standorte und Trägerschaftsmodelle. Neben Bielefeld und Cottbus wird in Osnabrück ein kommunal getragener Medizinstudiengang diskutiert. Jede dieser Gründungen verbessert die Versorgung vor Ort und zeigt zugleich, wie aufwendig der Weg von der Idee bis zum ersten Studienjahrgang ist.
Wie viel bilden andere europäische Länder je Einwohner aus?
Österreich stellt 1.950 Studienplätze in Human- und Zahnmedizin bereit, was bei 9.215.956 Einwohnern rund 21,2 Plätzen je 100.000 Einwohner entspricht. Die Schweiz weist für 2026/27 2.200 Bachelor-Plätze in Humanmedizin aus, bei 9.124.288 Einwohnern rund 24,1 je 100.000. Deutschland liegt mit rund 12,2 Plätzen je 100.000 Einwohner darunter.
Zu den österreichischen Zahlen gehört der Aufnahmetest: Zum MedAT 2026 meldeten sich 16.880 Personen an, 13.248 traten tatsächlich an. In der Schweiz standen den 2.200 Plätzen 6.179 Anmeldungen in Humanmedizin gegenüber, verteilt auf 1.150 Plätze an Universitäten mit Numerus clausus und 1.050 ohne. Der Grundlagenbericht der swissuniversities vom 30. Juni 2026 zeigt, dass die Zahl der Masterabschlüsse in Humanmedizin von 882 im Jahr 2016 auf 1.381 im Jahr 2024 gestiegen ist und damit den Zielwert von 1.300 Abschlüssen überschreitet. Die Universitäten empfehlen trotzdem eine weitere Steigerung.
Für die übrigen Länder ist die Zahl der Medizinabsolventen je 100.000 Einwohner der belastbarste vergleichbare Massstab. Eurostat weist sie für Medizinerinnen und Mediziner nach ISCO 221 aus. Die Spannweite ist gross.
| Land | Studienplätze Humanmedizin pro Jahr | Plätze je 100.000 Einw. | Absolventen je 100.000 Einw. (Eurostat) |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 10.219 (WS 2024/25, hochschulstart.de) | 12,2 | rund 12 (2019/2020) |
| Österreich | 1.950 Human- und Zahnmedizin (2026) | 21,2 | 14,4 (2020) |
| Schweiz | 2.200 Bachelor Humanmedizin (2026/27) | 24,1 | – |
| Niederlande | 2.724 Bachelor Geneeskunde (2026/27) | 15,2 | 14,3 (2020) |
| Polen | 10.705 (2026/27, Gesundheitsministerium) | 29,0 | 10,6 (2018) |
| Ungarn | – | – | 15,7 (2020) |
| Bulgarien | – | – | 20,4 (2020) |
| Rumänien | – | – | 26,3 (2020) |
Die Werte für die Niederlande und Polen in der dritten Spalte sind eigene Berechnungen der Medizinerschmiede auf Basis von 17,9 Millionen beziehungsweise 37 Millionen Einwohnern. Ein Strich bedeutet, dass keine zentral veröffentlichte Jahreskapazität in vergleichbarer Form vorlag; die Absolventenquote bildet die Ausbildungsleistung dann zuverlässig ab. Die Eurostat-Reihe endet je nach Land 2018 oder 2020, die Werte sind als Grössenordnung zu lesen.
Zwei Befunde stechen heraus. Polen bildet je Einwohner mehr als doppelt so viele Studienanfänger aus wie Deutschland. Und Rumänien wie Bulgarien bringen je Einwohner rund doppelt so viele Medizinabsolventen hervor.
Warum bilden Mittel- und Osteuropa so viele Medizinerinnen und Mediziner aus?
Ein grosser Teil dieser Ausbildungsleistung erklärt sich durch die englisch- und deutschsprachigen Medizinprogramme in Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Polen. Diese Programme bestehen seit Jahrzehnten, richten sich ausdrücklich an internationale Studierende, sind in Aufbau, Prüfungsordnung und Umfang an der Richtlinie 2005/36/EG ausgerichtet und finanzieren sich über Studiengebühren. Für die Gastländer sind sie eine Einnahmequelle, für die Studierenden ein planbarer Zugang zum Arztberuf.
Wie stark sie genutzt werden, zeigen die deutschen Zahlen. Nach der CHE-Auswertung vom Juni 2026 waren im Wintersemester 2023/24 in Ungarn 1.930 und in Bulgarien 1.131 deutsche Humanmedizin-Studierende eingeschrieben, in Österreich 2.563. Der Anteil internationaler Studierender in den fremdsprachigen Jahrgängen liegt an vielen mittel- und osteuropäischen Fakultäten sehr hoch, unterscheidet sich aber deutlich von Universität zu Universität.
Bemerkenswert ist ein Hinweis des CHE: Die Kosten dieser Studienplätze tragen entweder die Studierenden selbst oder der aufnehmende Staat. Für Deutschland heisst das, dass ein relevanter Teil der künftigen Ärztinnen und Ärzte ausserhalb der deutschen Länderhaushalte ausgebildet wird und anschliessend mit einem EU-weit anerkannten Abschluss zurückkehrt.
Was Studieninteressierte aus den Zahlen mitnehmen können
Aus der Datenlage folgen drei nüchterne Schlüsse:
- Die Zahl der Plätze wächst, aber langsam. Wer 2026 oder 2027 starten möchte, plant mit dem heutigen Angebot, nicht mit dem von 2035.
- Das Bundesland des Wohnsitzes beeinflusst über die Landesquoten der Abiturbestenquote die eigenen Chancen, unabhängig davon, wo man später studieren möchte.
- Der europäische Studienweg ist eine eigenständige, seit Jahrzehnten etablierte Route mit klar geregelter Anerkennung. Fast 9.000 deutsche Medizinstudierende gehen ihn.
Welche Kombination aus deutschem Verfahren und europäischem Studienweg zur eigenen Situation passt, lässt sich in einer halben Stunde klären. Ein kostenloses Beratungsgespräch bei der Medizinerschmiede kostet nichts ausser Zeit.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand vom 14. August 2026 wieder und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine rechtliche Beratung; massgeblich sind die jeweils geltenden Landeshochschulgesetze, die Vergabeverordnungen der Länder und die Angaben der Stiftung für Hochschulzulassung.
Meinung des Autors
Ich lese diese Zahlen jedes Jahr mit einer gewissen Ruhe, weil sie meine eigene Geschichte erklären, ohne sie zu dramatisieren. Als ich mich 2015 für ein Studium in Sofia entschieden habe, war die Rechnung dieselbe wie heute: rund drei Bewerbungen je Platz, ein fünfstelliger Überhang, ein Ausbau, der stattfindet, aber in Jahrzehnten denkt. Wer in dieser Lage einen europäischen Weg wählt, trifft keine Notentscheidung. Er trifft eine Planungsentscheidung.
An der CHE-Auswertung überzeugt mich vor allem der Hinweis auf den Klebeeffekt. Ärztinnen und Ärzte bleiben häufig dort, wo sie ausgebildet wurden. Das spricht für neue Standorte wie Cottbus oder Bielefeld, und es spricht zugleich dafür, den Blick nicht auf Deutschland zu verengen. Ich habe in Bulgarien studiert und arbeite heute als Zahnarzt in Bern. Mein Abschluss wurde über die europäische Anerkennungsrichtlinie ohne inhaltliche Nachprüfung akzeptiert.
Bei der Tabelle in diesem Beitrag will ich eine Grenze offen benennen. Die Zahl der Fakultäten sagt nichts über deren Grösse. Eine grosse Fakultät mit 300 Plätzen zählt in meiner Aufstellung genauso wie eine kleine mit 60. Ich habe sie trotzdem gerechnet, weil das CHE die exakten Platzzahlen je Land nur in Grafiken veröffentlicht und weil die Standortdichte für Bewerber eine eigene, praktische Bedeutung hat. Wer die Zahlen anders gewichtet, kommt zu einer anderen Reihenfolge. Das gehört dazu.
Ich finde es richtig, dass die Länder über mehr Kapazität streiten, und ebenso richtig, dass niemand darauf warten muss. Rund 40.000 Euro pro Studienplatz und Jahr sind kein Betrag, den ein Bundesland beliebig hochfahren kann. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern Haushaltsrealität. Für den Einzelnen bleibt die Konsequenz dieselbe: Wer Arzt oder Ärztin werden will, sollte sich nicht allein an einer Zahl orientieren, die er nicht beeinflussen kann.
Mit der Medizinerschmiede haben wir früh begonnen, in fast täglichen Videos und Interviews mit Studierenden im Ausland zu zeigen, wie dieser Weg wirklich aussieht: Vorlesungen, Prüfungen, Wohnen, Alltag, Rückkehr. Das war damals ungewöhnlich und ist bis heute der ehrlichste Beleg dafür, dass der Weg trägt. Mein Rat lautet deshalb: Betrachten Sie die Bundesländer-Statistik als Landkarte, nicht als Urteil. Sie zeigt, wo Plätze entstehen. Ihre eigene Entscheidung dürfen Sie unabhängig davon treffen.
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Zusammenfassung
- Im Wintersemester 2024/25 standen in Deutschland nach den Statistiken von hochschulstart.de 10.219 Medizinstudienplätzen 32.966 Bewerbende gegenüber, also 3,23 Bewerbungen je Platz.
- Auf 100.000 Einwohner kommen in Deutschland rund 12,2 staatliche Medizinstudienplätze. Je Einwohner liegt das Saarland vorn, je Studienanfänger Mecklenburg-Vorpommern.
- Nach eigener Aufstellung der Medizinerschmiede gibt es 39 staatliche medizinische Fakultäten, also im Bundesschnitt eine je 2,14 Millionen Einwohner. Mecklenburg-Vorpommern kommt auf eine je 0,79 Millionen, Rheinland-Pfalz auf eine je 4,12 Millionen.
- Die kursierenden Kostenangaben widersprechen sich nur scheinbar: 240.000 Euro sind Gesamtkosten für sechs Studienjahre, also rund 40.000 Euro pro Jahr; die 25.430 Euro des CHE erfassen allein die laufenden Grundmittel.
- Bremen und Brandenburg stellten im Studienjahr 2024 staatlich keine Medizinstudienplätze bereit. In Cottbus startet die Medizinische Universität Lausitz zum Wintersemester 2026/27.
- Österreich bietet rund 21,2 und die Schweiz rund 24,1 Studienplätze je 100.000 Einwohner und bildet damit je Einwohner deutlich mehr aus als Deutschland.
Die Bundesländer tragen sehr unterschiedlich zum Medizinstudienangebot bei. Das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern liegen je Einwohner beziehungsweise je Studienanfänger vorn, Nordrhein-Westfalen bietet absolut die meisten Plätze, Bremen und Brandenburg stellten 2024 staatlich keine bereit. Bundesweit standen im Wintersemester 2024/25 10.219 Plätzen 32.966 Bewerbungen gegenüber.
Seit 2015 sind rund 1.000 Plätze hinzugekommen. Das ist ein realer Fortschritt, der die Relation von Bewerbern zu Plätzen nur langsam bewegt. Im europäischen Vergleich bilden andere Länder je Einwohner deutlich mehr aus: Österreich rund 21, die Schweiz rund 24 Plätze je 100.000 Einwohner, Rumänien und Bulgarien mit Absolventenquoten weit über dem deutschen Wert. Für Studieninteressierte ist genau das die gute Nachricht.
Der europäische Bildungsraum bietet planbare, anerkannte Wege in denselben Beruf. Als Medizinerschmiede zeigen wir, welcher davon zu einem konkreten Zeugnis und Zeitplan passt. Ein kostenloses Beratungsgespräch ist der einfachste erste Schritt.
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- Studienplatzvergabe Medizin: Quoten, Fristen, TMS – die Vergabemechanik hinter den 30/10/60 Prozent im Detail.
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- Jeder elfte deutsche Medizinstudierende ist im Ausland eingeschrieben – die CHE-Auswertung mit allen Länderzahlen.
- Medizin studieren ohne NC: der Standortvergleich – welche europäischen Standorte ohne Abiturnote zugänglich sind.
Häufige Fragen zu Medizinstudienplätzen in den Bundesländern
Wie viele Medizinstudienplätze gibt es in Deutschland?
Für das Wintersemester 2024/25 wurden nach den Statistiken von hochschulstart.de 10.219 Studienplätze in Humanmedizin an staatlichen Hochschulen angeboten. Hinzu kommen nach Angaben des Centrums für Hochschulentwicklung knapp 1.500 Studienanfängerplätze pro Jahr an privaten Hochschulen.
Wie viele Bewerbungen kommen auf einen Medizinstudienplatz?
Im Wintersemester 2024/25 standen 10.219 Plätzen 32.966 Bewerbende gegenüber, nach eigener Berechnung der Medizinerschmiede also 3,23 Bewerbungen je Platz. Das entspricht einem Bewerberüberhang von über 20.000 Personen pro Vergabeverfahren.
Welches Bundesland bietet die meisten Medizinstudienplätze?
In absoluten Zahlen Nordrhein-Westfalen. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt nach dem CHE-DatenCHECK 8/2025 vom 20. August 2025 das Saarland vorn, bezogen auf die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger Mecklenburg-Vorpommern.
Wie viele medizinische Fakultäten hat Deutschland?
Der Medizinische Fakultätentag führt 40 deutsche medizinische Fakultäten als stimmberechtigte Mitglieder, von denen die Universität Witten/Herdecke privat ist. Es bleiben 39 staatliche Fakultäten, nach eigener Berechnung der Medizinerschmiede eine je 2,14 Millionen Einwohner.
Welches Bundesland hat die meisten Fakultäten je Einwohner?
Mecklenburg-Vorpommern mit zwei Fakultäten in Rostock und Greifswald bei 1.573.685 Einwohnern, also eine je rund 0,79 Millionen Einwohner. Es folgen das Saarland mit einer je 1,01 Millionen und Sachsen-Anhalt mit einer je 1,06 Millionen Einwohner, Stand 31. Dezember 2025.
Welche Bundesländer bieten keine staatlichen Medizinstudienplätze an?
Im Studienjahr 2024 waren das Bremen und Brandenburg. In Brandenburg beginnt die Ausbildung an der Medizinischen Universität Lausitz in Cottbus zum Wintersemester 2026/27. Bremen hat weiterhin keine eigene medizinische Fakultät und liegt nahe an den Standorten Oldenburg und Hamburg.
Was kostet ein Medizinstudienplatz?
Die laufenden Grundmittel der Hochschulen im Bereich Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften betrugen nach den vom CHE zitierten Zahlen 25.430 Euro pro Studierendem und Jahr. Der Medizinische Fakultätentag beziffert einen kompletten Studienplatz mit rund 240.000 Euro, was auf sechs Jahre gerechnet etwa 40.000 Euro pro Jahr sind.
Warum widersprechen sich die Kostenangaben zum Medizinstudienplatz?
Sie messen Verschiedenes. Die 240.000 Euro des Medizinischen Fakultätentags sind Gesamtkosten für sechs Studienjahre. Die 25.430 Euro des CHE erfassen nur laufende Grundmittel, ohne Bauinvestitionen und ohne den Lehranteil der Universitätskliniken. Auf ein Jahr umgerechnet liegen beide Werte rund 15.000 Euro auseinander.
Wie ist die Studienplatzvergabe in Deutschland aufgeteilt?
Nach Vorabquoten von bis zu 20 Prozent gehen 30 Prozent der Plätze in die Abiturbestenquote, 10 Prozent in die Zusätzliche Eignungsquote und 60 Prozent in das Auswahlverfahren der Hochschulen. Vergeben wird zentral über hochschulstart.de.
Warum ist das Bundesland bei der Abiturbestenquote wichtig?
In der Abiturbestenquote werden zunächst 16 Landesquoten gebildet und anschliessend rechnerisch zu einer Bundesliste zusammengeführt. Die Auswahlgrenze hängt damit von der Zahl der Bewerbenden und der Notenverteilung im jeweiligen Land ab, nicht davon, wie viele Studienplätze dieses Land finanziert.
Wie stark ist die Zahl der Studienplätze seit 2015 gewachsen?
Im Wintersemester 2015/16 wurden 9.068 Medizinstudienplätze über hochschulstart.de vergeben, im Wintersemester 2024/25 waren es 10.219. Die im Januar 2023 genannte Zielmarke von 5.000 zusätzlichen Plätzen wurde damit nicht erreicht.
Wie viele Studienplätze bieten Österreich und die Schweiz je Einwohner?
Österreich stellt 1.950 Plätze in Human- und Zahnmedizin bereit, bei 9,22 Millionen Einwohnern rund 21,2 je 100.000. Die Schweiz weist für 2026/27 2.200 Bachelor-Plätze in Humanmedizin aus, bei 9,12 Millionen Einwohnern rund 24,1 je 100.000.
Welche Länder bilden je Einwohner besonders viele Ärztinnen und Ärzte aus?
Nach Eurostat-Daten lag Rumänien zuletzt bei 26,3 und Bulgarien bei 20,4 Medizinabsolventen je 100.000 Einwohner, Ungarn bei 15,7 und die Niederlande bei 14,3. Deutschland lag bei rund 12 Absolventen je 100.000 Einwohner.
Wie viele Deutsche studieren Medizin im Ausland?
Nach der CHE-Auswertung vom Juni 2026 waren im Wintersemester 2023/24 mindestens 8.821 deutsche Humanmedizin-Studierende im Ausland eingeschrieben, gut jeder elfte deutsche Medizinstudierende. Die grössten Gruppen entfielen auf Österreich, Ungarn, Bulgarien und die Schweiz.
Wird ein Medizinabschluss aus dem EU-Ausland in Deutschland anerkannt?
Ärztliche Abschlüsse aus EU-Mitgliedstaaten sind über die Richtlinie 2005/36/EG in einem geregelten Verfahren anerkennungsfähig. Zuständig sind die Approbationsbehörden der Bundesländer. Die Einzelheiten prüfen wir individuell im kostenlosen Beratungsgespräch.
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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