Medizin und Zahnmedizin studieren in Spanien: Nota de Corte und Kosten
23.08.2026
Zuletzt geprüft: August 2026.
Das Zulassungssystem für Medizin in Spanien im Überblick
Spanische Abiturienten bewerben sich über die EBAU (früher Selectividad), eine landesweite Prüfung am Ende der Oberstufe. Aus Schulnote und Prüfungsergebnis entsteht die gefürchtete Nota de Corte – die Mindestpunktzahl, die eine Fakultät im jeweiligen Jahr verlangt. Für Bewerber mit ausländischem Schulabschluss wie dem deutschen Abitur übernimmt die UNEDasiss-Akkreditierungsstelle dieselbe Funktion: Sie rechnet die Vorbildung in die spanische Notenskala um.
Die Nota de Corte: eine Skala bis 14 statt bis 10
Was viele deutsche Familien zuerst verwirrt: Die spanische Zulassungsnote reicht nicht bis 10, sondern bis 14. Die Basis bilden bis zu 10 Punkte aus Schulnote und Pflichtprüfung. Wer zusätzlich freiwillige Prüfungen in fachrelevanten Fächern ablegt, kann bis zu 4 Bonuspunkte oben drauf bekommen – daher die ungewöhnliche Obergrenze von 14. Für Medizin bedeutet das: Die begehrtesten Fakultäten verlangen faktisch eine nahezu perfekte Basisnote plus einen Großteil der möglichen Bonuspunkte. An der Universität Sevilla lag die Nota de Corte für Medizin zuletzt bei 13,386 von 14 – eine Marge, die kaum Spielraum für einen schwachen Prüfungstag lässt.
UNEDasiss: der Weg für Bewerber mit deutschem Abitur
Wer sein Abitur in Deutschland gemacht hat, meldet sich bei UNEDasiss an, um eine Akkreditierung zu erhalten: Die Durchschnittsnote wird nach einer festen Formel umgerechnet, Schulnote und Prüfungsleistung fließen jeweils gewichtet ein. Für die meisten Studiengänge reicht diese reine Umrechnung. Für ein derart kompetitives Fach wie Medizin verlangen viele Fakultäten – etwa die Complutense-Universität Madrid – zusätzlich eigene Ergänzungsprüfungen (PCE), um überhaupt an die notwendigen Bonuspunkte heranzukommen. UNEDasiss bietet zwei Prüfungstermine pro Jahr an: eine Mai/Juni-Runde mit Anmeldung im März und April sowie eine September-Runde mit Anmeldung im Juli. Die eigentliche Zulassung an der Wunschuniversität erfolgt danach in einem separaten Bewerbungsverfahren mit eigener Frist.
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Staatliche Universitäten für Medizin und Zahnmedizin
Spanien hat eine der größten Hochschullandschaften Europas mit zahlreichen staatlichen medizinischen Fakultäten. Die folgende Tabelle zeigt zwei der bekanntesten Standorte als Beispiel für die Größenordnung der Studienplätze.
| Universität | Standort | Plätze Humanmedizin | Plätze Zahnmedizin |
|---|---|---|---|
| Universitat de Barcelona (UB) | Barcelona | 330 | 67 |
| Universidad Complutense de Madrid (UCM) | Madrid | 295 | 100 |
Der Unterricht findet an vielen staatlichen Fakultäten inzwischen teilweise auch auf Englisch statt, vollständig Spanisch bleibt aber die Regel – spätestens im Patientenkontakt der klinischen Jahre ist die Sprache ohnehin Pflicht.
Private medizinische Universitäten in Spanien
Spanien hat in den letzten Jahren einen der größten privaten Medizin-Sektoren Europas aufgebaut. Die Kosten gelten jeweils für das erste Studienjahr und können in späteren Jahren leicht steigen.
| Universität | Standort | Kosten 1. Jahr |
|---|---|---|
| Universidad de Navarra | Pamplona | 19.700 Euro |
| Universidad Francisco de Vitoria | Madrid (Pozuelo de Alarcón) | 20.400 Euro |
| CEU San Pablo | Madrid (Alcorcón) | 23.000 Euro |
| Universidad Europea de Madrid | Madrid (Villaviciosa de Odón) | 24.260 Euro |
| Universitat Internacional de Catalunya | Barcelona (Sant Cugat) | 16.020 Euro |
| Universidad Católica de Valencia | Valencia | 14.400 Euro |
Bei sechs Jahren Regelstudienzeit summieren sich diese Jahresgebühren auf Gesamtkosten deutlich über 100.000 Euro – vergleichbar mit den teuersten privaten Universitäten in Deutschland und Österreich.
Bewerbung Schritt für Schritt
- Anmeldung bei UNEDasiss: Akkreditierung des Abiturs beantragen, Anmeldefenster im März/April oder Juli.
- PCE-Ergänzungsprüfungen: für Medizin an den meisten Fakultäten notwendig, um konkurrenzfähige Bonuspunkte zu sammeln.
- Ergebnis der Akkreditierung: die umgerechnete Nota geht in die spätere Bewerbung ein.
- Bewerbung an der Wunschuniversität: separate Anmeldung mit eigener Frist, meist bis Anfang Juli.
- Zuteilung nach Nota de Corte: Plätze gehen an die Bewerber mit der höchsten Nota, bis die Kapazität erreicht ist.
- Immatrikulation: nach Zusage fristgerecht einschreiben.
Studiengebühren in Spanien
An staatlichen Universitäten liegen die Studiengebühren je nach Region zwischen rund 5.000 und 10.000 Euro pro Jahr, dazu kommen rund 30 Euro pro ECTS-Punkt und etwa 100 Euro je Prüfungsphase. In einigen Regionen wird für Bewerber mit ausländischem Schulabschluss zusätzlich eine Verwaltungsgebühr von rund 600 Euro pro Jahr fällig. An den privaten Universitäten bewegen sich die Jahresgebühren zwischen rund 14.000 und 24.000 Euro.
Meinung des Autors
Die 14-Punkte-Skala sorgt in Beratungsgesprächen regelmäßig für Verwirrung: Eltern sehen eine Nota de Corte von 13 und denken zuerst an einen Tippfehler, weil sie automatisch die deutsche Notenlogik anwenden. Dabei steckt dahinter ein nachvollziehbares System – man muss es nur einmal erklärt bekommen.
Was ich dagegen ehrlich riskant finde: Sich allein auf die Umrechnung des Abiturs zu verlassen und die PCE-Zusatzprüfungen zu unterschätzen. Wer für Medizin nach Spanien will, sollte diese Prüfungen von Anfang an einplanen – nicht als Kann-Option, sondern als das, was sie für ein derart kompetitives Fach faktisch sind: eine zweite Prüfungsrunde on top des Abiturs.
Zusammenfassung
Spanien kombiniert ein ungewöhnliches Notensystem bis 14 Punkte mit einem eigenen Akkreditierungsweg für ausländische Abschlüsse über UNEDasiss. Für Medizin reicht die reine Abiturumrechnung an den meisten Fakultäten nicht, zusätzliche PCE-Prüfungen sind faktisch Pflicht. Private Universitäten bieten einen teureren, planbareren Weg ohne Nota de Corte. Wer weder das eine noch das andere möchte, findet im europäischen Ausland staatliche Alternativen mit einfacherem Auswahlverfahren.
- Die Nota de Corte reicht bis 14 statt bis 10 Punkte, durch bis zu 4 Bonuspunkte aus freiwilligen Zusatzprüfungen.
- Deutsche Abiturienten akkreditieren ihren Abschluss über UNEDasiss, bevor sie sich an einer Universität bewerben.
- Für Medizin sind zusätzliche PCE-Prüfungen an den meisten Fakultäten praktisch notwendig.
- Staatliche Studiengebühren liegen bei rund 5.000 bis 10.000 Euro pro Jahr je nach Region.
- Private Universitäten verlangen zwischen rund 14.000 und 24.000 Euro pro Jahr.
- Die Medizinerschmiede vermittelt keine Bewerbungen in Spanien, sondern zeigt den NC-freien Weg im europäischen Ausland.
Weiterlesen
- Medizin studieren in Deutschland: das Zulassungssystem im direkten Vergleich.
- Medizin studieren in Frankreich: PASS und L.AS statt Nota de Corte.
- Medizin studieren in Italien: Semestre filtro und IMAT im Vergleich.
- Uni-Lexikon: ausführliche Profile einzelner Fakultäten mit Zulassungszahlen und Kennzahlen.
- Medizin studieren in Ungarn: der planbare NC-freie Nachbarstandort ohne Nota de Corte.
Häufige Fragen zum Medizinstudium in Spanien
Warum reicht die spanische Zulassungsnote bis 14 statt bis 10?
Die Basis bilden bis zu 10 Punkte aus Schulnote und Pflichtprüfung. Zusätzliche freiwillige Prüfungen in fachrelevanten Fächern bringen bis zu 4 Bonuspunkte, daher die Obergrenze von 14.
Was ist UNEDasiss?
Die Stelle, die für Bewerber mit ausländischem Schulabschluss wie dem deutschen Abitur die Vorbildung in die spanische Notenskala umrechnet und damit die Grundlage für die spätere Universitätsbewerbung schafft.
Brauche ich als deutscher Abiturient zusätzliche Prüfungen für Medizin?
An den meisten Fakultäten ja: Die reine Umrechnung des Abiturs reicht selten für die hohen Nota-de-Corte-Werte der Medizin. Ergänzende PCE-Prüfungen helfen, die notwendigen Bonuspunkte zu sammeln.
Wie hoch ist die Nota de Corte für Medizin in Spanien?
Das schwankt je nach Universität und Jahr stark, liegt an gefragten Standorten wie Sevilla aber nahe am Maximum – zuletzt bei 13,386 von 14 Punkten.
Was kostet ein Medizinstudium an einer staatlichen Uni in Spanien?
Zwischen rund 5.000 und 10.000 Euro pro Jahr je nach Region, zuzüglich kleinerer ECTS- und Prüfungsgebühren.
Was kostet ein Medizinstudium an einer privaten Uni in Spanien?
Zwischen rund 14.000 und 24.000 Euro im ersten Jahr, je nach Universität auch mehr in späteren Studienjahren.
Muss ich Spanisch sprechen?
Ja, mindestens auf B2-Niveau (DELE, TELC oder DIE), auch wenn einzelne Kurse an manchen Fakultäten auf Englisch angeboten werden. Spätestens im Patientenkontakt ist Spanisch Pflicht.
Vermittelt die Medizinerschmiede Studienplätze in Spanien?
Nein. Die Bewerbung über UNEDasiss und die Universitäten läuft ausschließlich direkt zwischen Bewerber und den zuständigen Stellen. Die Medizinerschmiede unterstützt beim planbaren, NC-freien Weg an staatlichen Universitäten im europäischen Ausland.
Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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