Medizinstudium · Sonderweg

Die Landarztquote

Reservierte Studienplätze in elf Bundesländern für alle, die bereit sind, nach dem Studium zehn Jahre als Landarzt zu arbeiten. Alles, was du wissen musst, inklusive der Punkte, die die Landesseiten nicht deutlich sagen.

11

Bundesländer mit Quote

bis 10 %

reservierte Studienplätze

10 Jahre

Landarztpflicht

250.000 €

Vertragsstrafe bei Ausstieg

Landarztquote oder Medizinstudium im Ausland?

Der direkte Vergleich der beiden Wege ohne Spitzen-Abitur.

Weg 1

Landarztquote in Deutschland

  • 10 Jahre Bindung als Hausarzt in einer Region, die das Land bestimmt

  • Vertragsstrafe bis 250.000 € bei Ausstieg oder Fachwechsel

  • Fachrichtung vorgegeben: Allgemeinmedizin, selten Innere oder Pädiatrie

  • Rund vier Bewerber pro Platz, Auswahlgespräch entscheidet

  • Unterschrift mit 18 oder 19, freie Berufsentscheidung erst mit rund 40

  • Weiterbildung muss im selben Bundesland erfolgen

Weg 2

NC-freies Medizinstudium im Ausland

  • Keine Bindung, keine Vertragsstrafe, kein Fördervertrag

  • Freie Wahl der Fachrichtung und des Arbeitsorts nach der Approbation

  • NC-frei, Auswahl über Aufnahmetest oder Gespräch an der Universität

  • Studienstart zum nächsten Semester an einer von 25+ Partneruniversitäten

  • Studiengebühren ab 250 € pro Monat, EU-anerkannter Abschluss

  • Wir vermitteln den Studienplatz und kümmern uns um die gesamte Bürokratie

Kostenlose Beratung anfragen

Wie alt bist du bei der ersten freien Berufsentscheidung?

Gib dein Alter beim Studienstart ein. Wir rechnen mit 6 Jahren Studium, 5 Jahren Facharztweiterbildung und 10 Jahren Verpflichtung.

Alter beim Studienstart

Jahre
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Landarztquote

Frei mit …

40 Jahren

Nach Studium, Facharztweiterbildung und zehn Jahren Verpflichtung. Erst dann darfst du Fachrichtung und Wohnort frei wählen.

Medizinstudium im Ausland

Approbation mit …

25 Jahren

Nach sechs Jahren Studium bist du approbiert und entscheidest selbst, wo und in welchem Fach du arbeitest.

So funktioniert die Landarztquote: Schritt für Schritt

Vom ersten Antrag bis zur freien Arztwahl dauert die Landarztquote mindestens 21 Jahre. Hier ist jeder Schritt erklärt, transparent und vollständig.

Wichtig: Die Landarztquote ist ein kompetitives Auswahlverfahren

Auf jeden Studienplatz kommen mehrere qualifizierte Bewerber, nur die am besten geeigneten erhalten eine Zusage. Der NC zählt kaum, dafür umso mehr: Ausbildung im Gesundheitswesen, Ehrenamt, TMS-Ergebnis und das persönliche Auswahlgespräch. Allein durch die Verpflichtung als Landarzt hat man keinesfalls einen NC-freien, sicheren Studienplatz, sondern nur bessere Chancen. Und das bei extrem hohen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen, die teils stark in der Kritik stehen.

Schritt 1 · Bewerbung · Januar bis März

Bewerbung einreichen

+

Die Bewerbung läuft über das Landesportal des jeweiligen Bundeslandes, nicht über hochschulstart.de. Gewertet werden TMS-Ergebnis, abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitswesen, ehrenamtliches Engagement und ein Motivationsschreiben. Wer seine Chancen erhöhen möchte, bewirbt sich parallel in mehreren Bundesländern.

Schritt 2 · Bewerbung · April

Vorselektion und Punktevergabe

+

Die Landesbehörde prüft alle Unterlagen und vergibt Punkte nach festgelegten Kriterien. Wer die Mindestpunktzahl nicht erreicht, scheidet aus. Besonders gewichtet: medizinische Vorerfahrung und soziales Engagement. Nur die Bewerber mit den höchsten Punktzahlen werden zum Auswahlgespräch eingeladen.

Schritt 3 · Kompetitivste Phase · Mai

Auswahlgespräche

+

Die entscheidende Hürde: Auswahlkommissionen führen strukturierte Interviews, in Bayern als Multiple-Mini-Interviews, anderswo als Einzelgespräche. Geprüft wird, ob die Motivation zur Landarzttätigkeit authentisch und dauerhaft ist. Viele Bewerber scheitern genau hier, trotz starker Unterlagen. Nur die überzeugendsten Bewerber erhalten eine Zusage.

Schritt 4 · Vertrag · Juni bis Juli

Zusage und Vertragsunterzeichnung

+

Wer die Auswahlgespräche besteht, erhält eine Zusage und unterzeichnet einen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Bundesland. Dieser ist bindend: Bei Nichterfüllung drohen Rückforderungen von bis zu 250.000 €. Der Studienort wird vom Land zugeteilt, eigene Wünsche können berücksichtigt werden, müssen es aber nicht.

Schritt 5 · Studium · ca. 6 Jahre

Medizinstudium

+

Das reguläre Medizinstudium an einer deutschen Universität: Vorklinik, Klinik und Praktisches Jahr. Der Studienplatz ist gesichert. Die vertraglichen Verpflichtungen gelten ab dem ersten Semester, ein Wechsel der Fachrichtung nach dem Studium löst die Vertragsstrafe aus.

Schritt 6 · Weiterbildung · ca. 5 Jahre

Facharztausbildung (Allgemeinmedizin)

+

Nach dem Staatsexamen folgt die Weiterbildung zum Facharzt. In den meisten Bundesländern ist Allgemeinmedizin Pflicht, in einigen auch Innere Medizin oder Pädiatrie möglich. Wichtig: Die Facharztausbildung zählt nicht auf die Verpflichtungszeit an, sie kommt noch obendrauf.

Schritt 7 · Verpflichtung · 10 Jahre

Verpflichtungszeit als Landarzt

+

Die eigentliche Verpflichtung: mindestens 10 Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region. Erst danach ist die Verpflichtung erfüllt und die volle Niederlassungsfreiheit tritt ein. Bei vorzeitigem Ausstieg drohen Klagen und Rückforderungen bis zu 250.000 €, die Bundesländer gehen zunehmend konsequent rechtlich vor.

Gesamtdauer von Bewerbung bis freier Arztwahl

Mindestens 21 Jahre

+

6 Jahre Studium, 5 Jahre Facharztweiterbildung und 10 Jahre Verpflichtung. Wer mit 19 unterschreibt, ist bei der ersten freien Berufsentscheidung rund 40 Jahre alt.

Warum gibt es die Landarztquote?

Deutschland hat ein strukturelles Problem: Auf dem Land fehlen Hausärzte, und der Mangel verschärft sich in den nächsten Jahren erheblich.

1.600+

Landarztpraxen ohne Nachfolger (Stand 2025)

54 Jahre

Durchschnittsalter der niedergelassenen Hausärzte

50.000+

zusätzliche Ärzte bis 2035 gebraucht, vor allem auf dem Land

Städte sind für Ärzte attraktiv: bessere Facharztweiterbildung, höhere Einnahmen, mehr Infrastruktur und berufliche Netzwerke. Ländliche Regionen können da nicht mithalten. Wer dort als Hausarzt arbeitet, ist häufig allein, ohne Vertretung, mit langen Wegen und deutlich geringeren Honoraren als Spezialisten in der Stadt.

Die Landarztquote ist die politische Antwort darauf: Bundesländer reservieren einen Teil der Medizinstudienplätze und binden Bewerber vertraglich, bevor sie auch nur einen Hörsaal betreten haben. Das Kalkül: Wer unter diesen Bedingungen einen Studienplatz bekommt, verpflichtet sich, nach dem Studium dort zu arbeiten, wo die Versorgung am dünnsten ist.

Landarztquote nach Bundesland: jede Quote im Detail

Jedes Bundesland hat eigene Regeln für Bindung, Vertragsstrafe, Auswahl und Fristen. Auf den Detailseiten findest du die Konditionen im Klartext, die offiziellen Verträge und Broschüren sowie das, was die Landesseiten nicht deutlich sagen.

Landarztquote

Bayern

Bis zu 8 %, 182 Plätze, 250.000 € pauschal, Abitur zählt nicht, 4 Klagen

Landarztquote

Baden-Württemberg

75 Plätze, bis zu 250.000 € gestaffelt, Teilzeit ab 50 %

Landarztquote

Nordrhein-Westfalen

8,8 %, 227 Plätze, 250.000 € pauschal, Pädiatrie gestrichen, 17 Klagen

Landarztquote

Niedersachsen

60 Plätze, 250.000 € pauschal, kein Rücktrittsrecht, Plätze unbesetzt

Landarztquote

Hessen

74 + 15 Plätze, 250.000 €, Stipendium 1.000 € pro Semester, 5 Klagen

Landarztquote

Rheinland-Pfalz

25 Plätze pro Semester, gestaffelt 100.000 bis 250.000 €, nur Allgemeinmedizin

Landarztquote

Saarland

10,8 %, rund 32 Plätze, bis zu 250.000 €, 2 Klagen

Landarztquote

Sachsen

40 Plätze, 250.000 € pauschal, Vollzeitpflicht, hohe Abbruchquote

Landarztquote

Sachsen-Anhalt

8,8 %, 36 Plätze, Online-Test statt Gespräch, Vertrag nicht kündbar

Landarztquote

Mecklenburg-Vorpommern

10 %, 42 Plätze, auch Zahnmedizin und Pharmazie, Vertrag nicht öffentlich

Landarztquote

Thüringen

17 + 4 Plätze, Start 2026, 177 Bewerbungen, Verordnung nicht online

Brandenburg und die übrigen Bundesländer

Brandenburg plant eine Landarztquote an der Medizinischen Universität Lausitz in Cottbus (voraussichtlich 10 %), das Gesetz ist noch nicht beschlossen, Start frühestens 2027/28. Berlin, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein haben keine Landarztquote. Stand aller Angaben: September 2026, zuletzt geprüft am 06.09.2026 anhand der Landesportale, Gesetze und Musterverträge. Wir prüfen die Zahlen monatlich.

Pro und Contra der Landarztquote

Was die Quote bringt und was sie kostet.

Vorteile

  • Studienplatzzusage trotz schlechtem NC: bis zu 10 % der Plätze werden außerhalb des regulären Verfahrens vergeben

  • Planungssicherheit: Studienplatz und späterer Arbeitsplatz sind gesichert

  • Teilweise Förderung durch das Bundesland, zum Beispiel ein Stipendium in Hessen

  • Beitrag zur Versorgung auf dem Land, gesellschaftlich sinnvoll

  • Auswahl nach Persönlichkeit, Erfahrung und Motivation statt nur nach Abiturnote

Nachteile

  • 10 Jahre Landarzt-Verpflichtung, kaum Flexibilität für die Lebensplanung

  • Vertragsstrafe bei Ausstieg: bis zu 250.000 €

  • Eingeschränkte Facharztwahl: nur Allgemeinmedizin oder wenige Bedarfsfächer

  • Bundesländer klagen bei Nichteinhaltung, die Verfahren nehmen zu

  • Der Einsatzort wird vom Land bestimmt, persönliche Wünsche spielen kaum eine Rolle

Risiken und Chancen

Was steckt wirklich hinter der Landarztquote? Ein klarer Blick auf die Realität.

Risiko

Vertragsbruch: Was passiert wirklich?

+

Mehrere Bundesländer haben bereits Klagen eingereicht. Die Vertragsstrafe beträgt in den meisten Ländern 250.000 €, teils zuzüglich Zinsen. Ein unterschriebener Vertrag ist de facto verbindlich.

Risiko

Eingeschränkte Facharztentscheidung

+

Die Quote richtet sich an künftige Hausärzte. Wer Kardiologe oder Chirurg werden will, hat nach dem Studium ein Problem. Die Verpflichtung gilt für Allgemeinmedizin in Mangelregionen.

Risiko

Geographische Bindung für 10 Jahre

+

10 Jahre in einer vom Bundesland definierten Mangelregion, nicht in München, Berlin oder Hamburg. Wer Grossstadt möchte, kann die Verpflichtung nicht erfüllen.

Chance

Bessere Chancen ohne Spitzen-NC

+

Der grösste Vorteil: Zugang zum Medizinstudium ohne Spitzen-NC. Bundesländer nutzen Auswahlgespräche, Tests und Praxiserfahrung. Ein sicherer Platz ist das nicht, aber eine echte Chance für Bewerber mit NC 2,0 und schlechter.

Chance

Hohe Nachfrage und Jobsicherheit

+

Deutschland hat einen massiven Mangel an Landärzten. Wer die Verpflichtung erfüllt, findet garantiert Arbeit. Die Nachfrage steigt laut Prognosen bis 2035 weiter.

Aktuelles zur Landarztquote

Was sich 2025 und 2026 geändert hat: neue Bundesländer, Klagen, Bilanzen.

Neu 2026

Thüringen führt die Landarztquote ein

Ab dem Wintersemester 2026/27 reserviert auch Thüringen Studienplätze für angehende Landärzte: 17 Plätze an der Universität Jena, 177 Bewerbungen. Mit kritischer Einordnung von Marcel Kloos.

Recht 2026

Klagen gegen Studierende nehmen zu

28 Medizinstudierende klagen gegen die Landarztquote, während Bundesländer gleichzeitig Vertragsbrecher verklagen. Hintergründe und Kommentar von Marcel Kloos.

5-Jahres-Bilanz

NRW zieht positive Zwischenbilanz

Minister Laumann bewertet die Landarztquote NRW nach 5 Jahren als Erfolg. Was die Bilanz verschweigt: 79 Abbrüche, 17 Klagen, gestrichene Pädiatrie. Kommentar von Marcel Kloos.

Ratgeber zur Landarztquote

Die Fragen, die Bewerber wirklich stellen, mit Antworten aus Gesetz, Vertrag und Praxis.

Ratgeber

Landarztquote Erfahrungen: Was Quotenstudierende nach fünf Jahren berichten

Abbruchquote, Klagen, gestrichene Fachrichtungen und sinkende Bewerberzahlen: die dokumentierten Erfahrungen seit 2019.

Ratgeber

Landarztquote kündigen: Wie du aus dem Vertrag kommst und was es kostet

Rücktrittsfristen, Härtefall, Studienabbruch und die Vertragsstrafe, Land für Land erklärt.

Ratgeber

Landarztquote Vertragsstrafe umgehen: Was wirklich geht und was nicht

Welche Wege legal sind, warum Umzug und Doppelverträge nicht funktionieren und was die Klagen bedeuten.

Ratgeber

Landarztquote oder Ausland: Der direkte Vergleich

Bindung, Chancen, Fachwahl, Kosten und Zeitplan der beiden Wege ohne Einser-Abitur nebeneinander.

Presse und Quellen

Ausgewählte Artikel und offizielle Quellen zur Landarztquote für die eigene Recherche.

Rheinisches Ärzteblatt · März 2026

Landarztquote: Mehr Bewerber als Studienplätze

Deutsches Ärzteblatt · August 2026

28 Medizinstudierende klagen gegen Landarztquoten

Tagesspiegel · 2024

Bundesländer verklagen Medizinstudenten wegen Vertragsbruchs

Ministerium NRW · 2024

Positive Zwischenbilanz: 5 Jahre Landarztquote NRW

Tagesspiegel · 2023

Brandenburg führt Quote für Unimedizin ein

Medical Scope · 2026

Ärztemangel Deutschland 2026: Analyse

Warum ist die Landarztquote so stark in der Kritik?

Die Landarztquote klingt nach einer fairen Chance für alle, die ohne 1,0-Abitur Medizin studieren wollen. Doch seit ihrer Einführung steht sie massiv in der Kritik: von Studierendenvertretungen, Ärzteverbänden, Juristen und zunehmend auch von Betroffenen selbst.

Kritikpunkt

Bindung vor der Berufsentscheidung

+

Wer sich mit 18 oder 19 Jahren für die Landarztquote bewirbt, legt sich auf ein Fachgebiet und einen Arbeitsort fest, lange bevor er eine einzige Vorlesung gehört hat. Viele entdecken erst im Studium, dass ihr Herz für Chirurgie, Pädiatrie oder Forschung schlägt. Der Vertrag lässt diese Entwicklung nicht zu.

Kritikpunkt

Klagen und Rückforderungen

+

Wer aus dem Vertrag aussteigt, muss mit Vertragsstrafen von bis zu 250.000 € rechnen. Mehrere Bundesländer haben bereits Rückforderungen gegen ehemalige Quotenstudierende eingeleitet. Zugleich laufen Klagen gegen die Rechtmässigkeit einzelner Vertragsklauseln. Die juristische Lage ist keineswegs abschliessend geklärt.

Kritikpunkt

Ausbeuterische Züge

+

Kritiker sprechen offen von einem ausbeuterischen System: Der Staat nutzt den Wunsch junger Menschen, Medizin zu studieren, um sie in unterversorgte Regionen zu lenken, die er über Jahrzehnte selbst vernachlässigt hat. Die Studierenden tragen das volle Risiko, der Staat kaum eines.

Kritikpunkt

Feudale Züge

+

In der wissenschaftlichen und politischen Debatte fällt sogar der Begriff „feudal“: Ein Landesamt bestimmt, wo ein Mensch für zehn Jahre zu leben und zu arbeiten hat. Die freie Wahl von Wohnort, Arbeitgeber und Fachrichtung, in anderen Berufen selbstverständlich, wird faktisch ausgesetzt.

Kritikpunkt

Vergleiche mit der DDR

+

Manche Beobachter fühlen sich an die staatliche Absolventenlenkung der DDR erinnert, bei der Hochschulabsolventen ihren Arbeitsplatz zugewiesen bekamen. Dass ein solches Instrument im wiedervereinigten Deutschland wieder eingeführt wird, empfinden viele als Rückschritt.

Kritikpunkt

Gehalt und berufliche Perspektive

+

Die Quote setzt Menschen gezielt dort ein, wo Gehälter und Perspektiven eher prekär sind. Hausärzte gehören zu den am schlechtesten bezahlten Fachärzten, arbeiten oft allein, sind überlastet und haben kaum Spielraum für Karriereentwicklung, Forschung oder Spezialisierung. Genau deshalb fehlen sie. Die Quote löst das Problem nicht, sie verschiebt es auf die nächste Generation.

Was viele erst zu spät erkennen

Seit der letzten Tarifanpassung verdienen sogar Tierärzte im Schnitt besser als Hausärzte. Mit 18 oder 20 Jahren wirkt dieser Faktor abstrakt. Mit 35 oder 40 Jahren, wenn eine Familie zu ernähren ist, Kinder Zeit brauchen und ein Privatleben neben 60-Stunden-Wochen kaum möglich ist, wird er zur zentralen Frage. Wer sich für die Landarztquote entscheidet, sollte diesen Punkt sehr bewusst abwägen.

Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd)

„unwirksam, ungerecht und rechtlich problematisch“

So bewertet die bvmd die Landarztquote laut Deutschem Ärzteblatt vom 10. August 2026. Gute Arbeitsbedingungen würden mehr bewirken als Bindungen.

Rechtsanwalt Joachim Rau, vertritt mehrere Kläger

250.000 € sind unverhältnismässig

Rau verweist auf ein Gutachten aus dem Umfeld des Bundesgesundheitsministeriums von 2015, das höchstens 150.000 € nannte. Er hält die nachträgliche Streichung der Pädiatrie in NRW für „eindeutig rechtswidrig“.

Niedersächsisches Sozialministerium

„kein Zauberstab“

So nennt das Ministerium die eigene Quote, nachdem im ersten Jahr nur 46 von 60 Plätzen besetzt werden konnten und die Bewerberzahlen seither weiter sinken.

Ärztemangel weltweit: Wie lösen andere Länder das Problem?

Hausarztmangel ist kein deutsches Phänomen. Fast überall auf der Welt fehlen Allgemeinmediziner in ländlichen Regionen. Der Blick ins Ausland zeigt jedoch: Die meisten Länder setzen auf Anreize, nicht auf Verpflichtung.

Anreiz-Modell

USA

Das National Health Service Corps übernimmt Studienschulden für Ärzte, die freiwillig in unterversorgten Gebieten arbeiten. Wer geht, zahlt zurück, wird aber nicht verklagt.

Anreiz-Modell

Australien

Über das Distribution-Priority-Area-System erhalten Landärzte deutlich höhere Vergütungen, Boni und erleichterte Visa-Bedingungen. Die Wahl bleibt frei.

Anreiz-Modell

Grossbritannien

Der NHS zahlt „Golden Hello“-Prämien von bis zu 20.000 £ für Hausärzte, die sich in schwer besetzbaren Regionen niederlassen. Keine Vertragsstrafen, keine Bindung über Jahrzehnte.

Anreiz-Modell

Kanada

Provinzen bieten Schuldenerlass, Einkommenszuschläge und Umzugsprämien für Landärzte. Die Programme sind freiwillig und jederzeit kündbar.

Pflicht-Modell

Japan

Regionale Universitätsquoten mit Rückkehrverpflichtung in die Heimatpräfektur, ähnlich der deutschen Landarztquote. Auch hier werden Abbrüche und rechtliche Konflikte beobachtet.

Pflicht-Modell

Deutschland

Landarztquote mit zehnjähriger Verpflichtung und Vertragsstrafen von bis zu 250.000 €. Eines der strengsten Modelle im internationalen Vergleich.

Fazit

Die grosse Mehrheit der Industrieländer setzt auf finanzielle Anreize und bessere Arbeitsbedingungen, um Ärzte aufs Land zu holen. Verpflichtungsmodelle wie in Deutschland oder Japan gelten international als Ausnahme, ihre Nachhaltigkeit wird von Experten bezweifelt. Wer Medizin studieren möchte, ohne sich zehn Jahre zu binden, hat mit einem Studium an einer unserer 25+ Partneruniversitäten einen erprobten Weg ohne Bindung.

Alternativen zur Landarztquote

Wer sich nicht 10 Jahre binden möchte, hat Optionen. Hier die wichtigsten.

Option 1

Losverfahren

Seit 2020 werden rund 10 % der Medizinstudienplätze per Los vergeben. Wer die Mindestvoraussetzung erfüllt und Glück hat, bekommt einen Platz, ohne jahrelanges Warten und ohne Landarztpflicht. Kein sicherer Weg, aber eine echte Chance.

Empfehlung der Medizinerschmiede

Medizinstudium in Foča ab 250 € pro Monat

Medizinstudium an der Universität Foča (Bosnien und Herzegowina): auf Deutsch, NC-frei, mit EU-anerkanntem Abschluss. Keine zehnjährige Landarzt-Bindung, volle Freiheit nach dem Studium.

  • NC-frei

  • Auf Deutsch

  • EU-anerkannter Abschluss

  • Studiengebühren ab 250 € pro Monat

  • Keine 10-Jahres-Bindung

Mehr zu Foča

Anlaufstellen und Bewerbungsportale

Auf unseren Detailseiten findest du zu jedem Bundesland die Fristen, die Zuständigkeit und die Links zu den offiziellen Portalen und Verträgen.

Häufige Fragen

Was ist die Landarztquote genau?

+

Die Landarztquote ist ein Programm, bei dem Bundesländer einen Teil ihrer Medizinstudienplätze reservieren, für Bewerber, die sich verpflichten, nach dem Studium als Landarzt in einer unterversorgten Region zu praktizieren. Die Zulassung erfolgt unabhängig vom allgemeinen NC.

In welchen Bundesländern gibt es die Quote?

+

Aktuell (Stand 2026) gibt es die Landarztquote in elf Bundesländern: Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen und ab dem Wintersemester 2026/27 auch Thüringen. Brandenburg plant eine Quote, das Gesetz ist aber noch nicht beschlossen. Zu jedem Bundesland gibt es oben eine eigene Detailseite mit Konditionen, Bindung und offiziellen Dokumenten.

Wie hoch ist die Verpflichtungsdauer?

+

In allen elf Bundesländern beträgt die Verpflichtung 10 Jahre hausärztliche Tätigkeit in einer Region mit besonderem Bedarf. Sie beginnt erst nach der Facharztweiterbildung. Die genauen Bedingungen stehen im öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem jeweiligen Bundesland.

Was passiert bei Vertragsbruch?

+

Bei Ausstieg droht eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 €, in den meisten Ländern pauschal. Mehrere Bundesländer haben bereits Klagen eingereicht, umgekehrt klagen 28 Studierende gegen ihre Verträge. Ein Vertragsbruch sollte nicht unterschätzt werden.

Kann ich mich parallel regulär bewerben?

+

In den meisten Fällen ist eine parallele Bewerbung über das reguläre Hochschulzulassungsverfahren möglich. Bei Erhalt eines regulären Platzes solltest du den Landarztvertrag sorgfältig prüfen, bevor du dich bindest.

Welche Alternativen gibt es bei zu hohem NC?

+

Neben der Landarztquote gibt es das Studium in Österreich (MedAT), Ungarn oder anderen EU-Ländern, oder das Sanitätsoffizier-Studium über die Bundeswehr, das ebenfalls eine lange Verpflichtung bedeutet. Eine attraktive Option ist das deutschsprachige Medizinstudium an der Universität Foča in Bosnien und Herzegowina: NC-frei, mit EU-anerkanntem Abschluss und ohne jede Verpflichtung nach dem Studium.

Ist die Landarztquote die richtige Wahl für mich?

+

Die Quote passt, wenn du wirklich Landarzt werden möchtest und bereit bist, dich langfristig ländlich zu engagieren. Wer sich über seine Spezialisierung noch unsicher ist oder Flexibilität wünscht, sollte die zehnjährige Bindung sehr sorgfältig abwägen.

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Die Alternative ohne Bindung: NC-freies Medizinstudium im Ausland

Die Medizinerschmiede vermittelt ausschliesslich NC-freie Medizinstudienplätze an unseren 25+ Partneruniversitäten im Ausland: keine zehn Jahre Bindung, keine Vertragsstrafe, freie Wahl der Fachrichtung, Studiengebühren ab 250 € pro Monat, EU-anerkannter Abschluss. Wir vermitteln dir den Medizinstudienplatz und kümmern uns um die gesamte Bürokratie.

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