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One Health

One Health ist ein integrierter Ansatz, der die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Ökosystemen als voneinander abhängig begreift und gemeinsam bearbeitet. Die vier Organisationen FAO, WOAH, UNEP und WHO haben die heute maßgebliche Definition des One Health High-Level Expert Panel am 1. Dezember 2021 übernommen.

Englischer Fachbegriff der internationalen Gesundheitspolitik, seit den 2000er Jahren gebräuchlich, im Deutschen meist unübersetzt.

One-Health-Ansatz, Eine Gesundheit

One Health

Woher stammt der Begriff?

Die Idee ist alt, der Begriff jung. Schon Rudolf Virchow argumentierte im 19. Jahrhundert, zwischen Human- und Tiermedizin verlaufe keine trennscharfe Linie, und prägte das Wort Zoonose. Die heute maßgebliche Definition stammt vom One Health High-Level Expert Panel und wurde am 1. Dezember 2021 von den vier Organisationen der sogenannten Quadripartite übernommen: der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, der Weltorganisation für Tiergesundheit WOAH, dem Umweltprogramm UNEP und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Danach ist One Health ein integrierter, vereinigender Ansatz, der die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen nachhaltig ins Gleichgewicht bringen und optimieren soll. 2022 folgte der One Health Joint Plan of Action für die Jahre 2022 bis 2026.

Warum betrifft das die Tiermedizin so unmittelbar?

Ein erheblicher Teil der Infektionskrankheiten des Menschen hat einen tierischen Ursprung. Tierärzte stehen deshalb an der Schnittstelle: bei Zoonosen wie Tollwut, Brucellose oder Salmonellose, bei der Überwachung von Antibiotikaresistenzen, entlang der Lebensmittelkette und im Tierseuchenrecht. Auch die Schlachttier- und Fleischuntersuchung ist im Kern angewandtes One Health, nur in Verwaltungsform.

Was heißt das für Studenten und Absolventen aus dem EU-Ausland?

One Health ist kein Rechtsbegriff und kein eigenes Prüfungsfach der Tierärztlichen Prüfung; die Inhalte verteilen sich auf Tierseuchenbekämpfung, Lebensmittelkunde, Parasitologie und Fleischhygiene. Wer in Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Kroatien oder im Baltikum studiert, findet den Begriff dagegen häufig in Modulbeschreibungen und Wahlfächern, weil er in der europäischen Forschungsförderung fest verankert ist. Für die Anerkennung des Abschlusses in Deutschland zählt er nicht: Dort entscheidet allein, ob der Ausbildungsnachweis den Anforderungen des § 4 der Bundes-Tierärzteordnung und des Artikels 38 der Richtlinie 2005/36/EG entspricht. Als Profilthema für Promotion, Bewerbungen oder den Weg ins öffentliche Veterinärwesen bleibt er trotzdem nützlich.

Häufige Missverständnisse

One Health ist kein Programm, das eine einzelne Behörde verantwortet, und keine Zusatzqualifikation, die man erwerben könnte. Es beschreibt eine Arbeitsweise über Fach- und Ressortgrenzen hinweg, die in Deutschland auf viele Zuständigkeiten verteilt ist: Gesundheitsämter, Veterinärämter, Umweltbehörden, das Robert Koch-Institut und das Friedrich-Loeffler-Institut. Genau daran hakt es in der Praxis oft, weil Daten und Meldewege getrennt geführt werden.

Persönlich begleitet von Zahnarzt Marcel Kloos, vom ersten Gespräch bis zum Berufseinstieg.

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