Okklusal bezeichnet in der Zahnmedizin die Richtung zur Kaufläche eines Seitenzahns, also zu der Fläche, die beim Zusammenbeißen auf den Gegenzahn trifft. Der Begriff gehört zu den Flächen- und Richtungsbezeichnungen am Zahn. Bei Frontzähnen spricht man stattdessen von inzisal, weil diese Zähne eine Schneidekante und keine Kaufläche haben.
lateinisch occludere „verschließen“, Partizip occlusus
kauflächenseitig
occlusal
Okklusal meint die Kaufläche der Prämolaren und Molaren mit ihren Höckern, Fissuren und Grübchen. Die Gegenrichtung ist zervikal, also zum Zahnhals hin, und weiter apikal zur Wurzelspitze. Von okklusal abgeleitet ist die Okklusion, der Kontakt der Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer. Bei Frontzähnen tritt inzisal an die Stelle von okklusal. Die Okklusion ist zugleich der Ausgangspunkt für alles, was mit Bisslage, Kaufunktion und Knirschen zu tun hat. Ohne stabile Kontakte passt keine Füllung und keine Krone, und ein Patient bemerkt schon eine Erhöhung von wenigen hundertstel Millimetern.
Erst die Zahnnummer nach dem FDI-Zahnschema, dann die Fläche. „Okklusale Karies an 36“ bedeutet also eine Läsion auf der Kaufläche des ersten Molaren unten links. Häufig werden mehrere Flächen kombiniert. Eine mod-Füllung reicht von mesial über okklusal bis distal, also über die zum Bogenmittelpunkt gerichtete Fläche, die Kaufläche und die davon abgewandte Fläche. Zusammen mit bukkal und lingual ergibt sich daraus ein eindeutiger Ort am Zahn.
In englischsprachigen Studiengängen in Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder Kroatien heißt es „occlusal“, die Systematik ist identisch. In deutschen Befunden, Heil- und Kostenplänen und in der Abrechnung wird jedoch die deutsche Schreibweise erwartet. Wer Vorbefunde übersetzt, sollte Flächen- und Zahnangaben lieber einmal zu viel prüfen. Eine falsch notierte Fläche kann eine Behandlung am falschen Ort auslösen. Auch für die Abrechnung zählt die Angabe, weil sich die Bewertung einer Füllung nach der Zahl der betroffenen Flächen richtet.
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