Vom Jurastudenten zum Zahnarzt in Sofia: wie mein Medizinstudium im Ausland begann
15.08.2026
Guten Morgen, Herr Doktor
Es ist 8 Uhr, und ich betrete mein helles Behandlerzimmer. Ich bin ausgeschlafen, habe gut gefrühstückt und den Kaffee getrunken, den mir meine Helferin ins Ärztebüro gestellt hat. Auf dem Behandlungsstuhl sitzt ein junger Mann mit starken Schmerzen an der Backe, der die ganze Nacht nicht geschlafen hat. Auch wenn ich mit ihm Mitgefühl hatte: Ich war bestens gelaunt. Ich bin da, wo ich immer sein wollte. In weißer Hose, weißem Polohemd, Sonde und Spiegel in der Hand. Auf meinem Namensschild der Zusatz: Zahnarzt. Mein jüngeres Ich hätte gejubelt.
Denn es gab Zeiten, da hatte ich meine berufliche Orientierung völlig verloren.
Der Umweg: warum ich zuerst Jura studiert habe
Zahnarzt zu werden war immer schon mein Traum. Aber nach dem Abitur hatte ich mich vom hohen Numerus clausus und den Gruselgeschichten über die medizinischen Studiengänge einschüchtern lassen und mich erst einmal für Jura entschieden.
Ich konnte die Juristerei von Anfang an nicht für mich gewinnen: nicht den Lernstoff, nicht die Praktika, nicht die Perspektive. Ich wurde immer unzufriedener, bis irgendwann gar nichts mehr ging. Der Körper hat mitgeredet, bevor ich es selbst verstanden habe. Ständig Infekte, Halsweh, Bauchweh, irgendwann Herzrasen. Sobald ich mich ins Bett legte, raste mein Herz, als würde ich rennen. Ein Herzproblem mit Anfang 20 war wirklich das Letzte, was ich brauchen konnte. Ich ging zum nächsten Kardiologen, der allerdings feststellte, dass mein Herz völlig gesund sei und auf dem Niveau eines Leistungssportlers arbeite.
Und irgendwie war ich nicht so richtig erleichtert. Denn nun war ja nicht mehr mein Herz, sondern ich selbst das Thema. Später würde ich im Studium lernen, dass das, was ich hatte, eine klassische Panikattacke war und die übrigen Beschwerden sogenanntes Somatisieren.
Der Befreiungsschlag
Ich kam vom Arzt nach Hause, setzte mich auf mein Bett und beschloss: Ich muss etwas ändern.
Als Jugendlicher bin ich häufig aus dem Dorf nach Stuttgart gefahren. Ich wusste schon früh, dass ich nicht so werden wollte wie die müde wirkenden Berufspendler in der S-Bahn. Menschen, die sich irgendwann entschieden hatten, lieber anderen zu gefallen, als ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Träume sind Schäume, sagen solche Leute gerne. Oder: Uns geht es doch gut.
Dabei hatte ich bis zum Abitur eine sehr erfüllte Jugend: gute Freunde, Reisen, Hobbys, Spaß in der Schule, viele Partys. Was war passiert?
Mein Vater hatte mir einmal einen wertvollen Satz mitgegeben: Erkenne deine größten Niederlagen rechtzeitig und drehe sie dann in deine größten Erfolge um.
Ich stand elektrisiert auf, setzte mich an den Laptop und recherchierte: Zahnmedizin studieren, auch ohne Spitzenabitur, auch ohne reiche Eltern. Geht das? Und wenn ja, wie und vor allem wo? Damals gab es dazu wenig belastbare Informationen im Netz, und es dauerte zwei Wochen, bis ich brauchbare Ergebnisse hatte. Rückblickend markiert genau dieser Moment den Anfang meiner Geschichte.
Was aus dieser Entscheidung geworden ist
Ich habe in Sofia Zahnmedizin studiert, den Abschluss gemacht und anschließend die Anerkennung in der Schweiz durchlaufen. Heute bin ich eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und begleite mit der Medizinerschmiede von Bern aus Studieninteressierte auf genau diesem Weg. Über 500 vermittelte Studierende an mehr als 25 Universitäten später kann ich sagen: Der Weg funktioniert, und er funktioniert planbar, wenn man ihn strukturiert angeht.
Wir waren die erste Agentur, die auf YouTube in nahezu täglichen Videos und Interviews mit echten Medizinstudierenden im Ausland kostenlos Einblicke gegeben hat. Darauf sind wir stolz, denn genau diese Transparenz hat vielen die Grundlage für ihren eigenen Schritt gegeben.
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Warum dieser Weg heute so gefragt ist
Der Numerus clausus für Humanmedizin liegt in der Abiturbestenquote in den meisten Bundesländern weiterhin bei etwa 1,0 bis 1,1. Auf rund 10.000 Studienplätze in der Humanmedizin kommen pro Wintersemester rund 30.000 Bewerbungen. Vergeben werden die Plätze zu 30 Prozent über die Abiturbestenquote, zu 10 Prozent über die Zusätzliche Eignungsquote und zu 60 Prozent über das Auswahlverfahren der Hochschulen.
Gleichzeitig ist der Weg ins EU-Ausland heute klarer geregelt als zu meiner Studienzeit. Wer an einer staatlichen Universität innerhalb der EU Medizin oder Zahnmedizin studiert, erhält einen Abschluss, der nach der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt wird. Für Bulgarien kommt dazu: Seit dem 1. Januar 2026 ist der Euro dort offizielles Zahlungsmittel, der Lew wurde zum festen Kurs von 1,95583 abgelöst. Studiengebühren, Miete und Alltag laufen seither in Euro.
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Ist ein Studium im Ausland ein Plan B?
Für mich war es kein Plan B, sondern der schnellere Weg zum gleichen Ziel. Ich habe früher angefangen, früher Patienten behandelt und früher verdient als viele, die auf einen Platz in Deutschland gewartet haben. Dazu kam ein internationales Umfeld mit Kommilitonen aus über 40 Ländern, kleine Gruppen und sehr viel Praxis.
Braucht man dafür reiche Eltern?
Nein. Genau das war meine erste Sorge, und sie hat sich nicht bestätigt. Auslands-BAföG fördert ein vollständiges Studium innerhalb der EU. Dazu gibt es einen Zuschuss zu den Studiengebühren von bis zu 5.600 Euro pro Jahr, der als Vollzuschuss gewährt wird und nicht zurückgezahlt werden muss. Bildungsfonds und Studienkredite decken den Rest.
Wie lange dauert der Weg bis zur Approbation?
Humanmedizin dauert sechs Jahre, Zahnmedizin je nach Standort fünf bis fünfeinhalb Jahre. Danach folgt in Deutschland die Approbation, in der Schweiz die Anerkennung über die MEBEKO. Wer direkt startet statt zu warten, ist am Ende oft mehrere Jahre früher im Beruf.
Meinung des Autors
Ich habe zuerst Jura studiert, weil es vernünftig schien. Es war nicht falsch, aber es war nicht meins. Der Moment, in dem ich mich für Zahnmedizin in Sofia entschieden habe, war der wichtigste berufliche Moment meines Lebens – und er fühlte sich damals wie ein Risiko an.
Heute arbeite ich als eidgenössisch anerkannter Zahnarzt in der Schweiz und begleite andere auf diesem Weg. Was ich daraus mitnehme: Ein Umweg ist keine verlorene Zeit, solange man ihn irgendwann verlässt. Die Menschen, die ich in der Beratung erlebe, bereuen selten den Schritt ins Ausland. Sie bereuen die Jahre, die sie vorher gewartet haben.
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- NC-freier Studienplatz im Ausland mit Anerkennung in Deutschland
- Betreuung bei Studienstart, Vorbereitung & Wohnungssuche
- Unterstützung beim Wechsel nach Deutschland
- Begleitung bis zum Berufseinstieg in DE oder CH
Zusammenfassung
Aus einem abgebrochenen Jurastudium wurde ein Zahnmedizinstudium in Sofia und daraus ein Beruf, den ich jeden Morgen gerne ausübe. Der entscheidende Schritt war nicht Talent und nicht Glück, sondern die Entscheidung, den Weg überhaupt zu prüfen. Wer heute startet, findet bessere Informationen, klarere Finanzierungswege und eine eindeutige rechtliche Grundlage vor, als ich sie damals hatte.
Wie andere Studierende ihren Weg mit uns erlebt haben, liest du in den unabhängigen Bewertungen auf Trustpilot. Wenn du wissen willst, welcher Standort zu deiner Ausgangslage passt, buche dir ein kostenloses Erstgespräch über unsere Anmeldeseite.
- Der Autor dieses Erfahrungsberichts begann nach dem Abitur zunächst ein Jurastudium, weil ihn der hohe Numerus clausus und die Erzählungen über die medizinischen Studiengänge abgeschreckt hatten.
- Anhaltende Infekte und nächtliches Herzrasen erwiesen sich als Panikattacke und Somatisieren, nachdem ein Kardiologe ein völlig gesundes Herz festgestellt hatte.
- Nach zwei Wochen Recherche entschied sich der Autor für ein Zahnmedizinstudium in Sofia und arbeitet heute als eidgenössisch anerkannter Zahnarzt in der Schweiz.
- Die Medizinerschmiede hat inzwischen über 500 Studierende an mehr als 25 Universitäten begleitet und war die erste Agentur, die auf YouTube kostenlos Interviews mit Medizinstudierenden im Ausland veröffentlicht hat.
- Auf rund 10.000 Studienplätze in der Humanmedizin kommen in Deutschland pro Wintersemester rund 30.000 Bewerbungen; in der Abiturbestenquote liegt der Numerus clausus in den meisten Bundesländern bei etwa 1,0 bis 1,1.
- Ein Abschluss an einer staatlichen Universität innerhalb der EU wird nach der Richtlinie 2005/36/EG in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt; in Bulgarien ist der Euro seit dem 1. Januar 2026 offizielles Zahlungsmittel.
Weiterlesen
- Medizinstudium in Sofia: der Leitartikel – alle Hochschulen, Kosten und Anerkennungsfragen zu dem Standort, an dem mein eigener Weg begann.
- Medizin studieren ohne NC im Ausland: alle Standorte, Kosten und Finanzierungswege im Überblick.
- Mehr als nur Plan B: warum das Auslandsstudium für viele die bessere Entscheidung ist.
- Medizin und Zahnmedizin in Varna: der zweite große bulgarische Standort im Porträt.
- Meine Professoren in Sofia: ein Archivbeitrag aus meiner Studienzeit.
- Wechsel zurück nach Deutschland: wie viele Semester angerechnet werden.
Häufige Fragen zum Quereinstieg ins Medizinstudium
Ist ein Studium im Ausland ein Plan B?
Es ist ein anderer Weg zum selben Ziel. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt, die Ausbildung findet in kleinen Gruppen statt, und der Start erfolgt sofort statt nach Jahren Wartezeit. Viele Absolventen würden diesen Weg heute wieder wählen.
Kann ich nach einem anderen Studium noch Medizin studieren?
Ja. Ein abgebrochenes oder abgeschlossenes Studium in einem anderen Fach ist kein Hindernis. Im Ausland zählt die Hochschulzugangsberechtigung und das Bestehen der Aufnahmeprüfung, nicht der bisherige Studienverlauf.
Bin ich mit Mitte zwanzig zu alt für den Studienstart?
Nein. In den internationalen Jahrgängen sind Studierende Anfang bis Mitte zwanzig völlig normal, viele haben vorher eine Ausbildung oder ein anderes Studium gemacht. Lebenserfahrung ist im klinischen Teil eher ein Vorteil.
Braucht man dafür wohlhabende Eltern?
Nein. Auslands-BAföG fördert bis zu 992 Euro monatlich und übernimmt Studiengebühren bis 5.600 Euro pro Jahr als Vollzuschuss. Dazu kommen Bildungsfonds mit einkommensabhängiger Rückzahlung. Die Finanzierung ist für die meisten Familien darstellbar.
Wie lange dauert der Weg bis zur Approbation?
Humanmedizin dauert sechs Jahre, Zahnmedizin je nach Standort fünf bis fünfeinhalb Jahre. Danach folgt die Anerkennung beim Landesprüfungsamt. Wer direkt startet statt zu warten, ist am Ende oft mehrere Jahre früher im Beruf.
Muss ich für Bulgarien Bulgarisch können?
Nein, das Studium läuft auf Englisch. Bulgarisch ist Pflichtfach in den ersten Studienjahren und wird von der Universität unterrichtet, damit du im klinischen Teil mit Patienten sprechen kannst.
Wie fange ich konkret an?
Mit drei Schritten: Zeugnisse zusammenstellen, Standort auswählen und die Aufnahmeprüfung in Biologie und Chemie vorbereiten. Parallel dazu die Finanzierung klären. Vom ersten Gespräch bis zum Studienstart vergehen häufig nur wenige Monate.
Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
Über 500 vermittelte Studienplätze an mehr als 25 Partneruniversitäten in über 10 Ländern. Die Erfahrungen unserer Studierenden kannst du unabhängig auf Trustpilot nachlesen.
Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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