Kenntnisprüfung Bundesländer 2026: Gebühren und Wartezeiten im Vergleich
04.11.2026
Aktualisiert am 4. November 2026
Das Wichtigste in Kürze+
- Die Kenntnisprüfung kostet 2026 je nach Bundesland zwischen 640 € in Mecklenburg-Vorpommern und 1.350 € in Hessen pro Versuch.
- Die Wartezeit auf den Termin reicht von 8 bis 10 Monaten in Baden-Württemberg bis zu geschätzten 21 Monaten in Bayern.
- Seit dem 1. November 2026 ist die Kenntnisprüfung der Regelweg für Abschlüsse aus Nicht-EU-Staaten; EU-Abschlüsse werden automatisch anerkannt.
- Mit Fachsprachenprüfung und Approbationsgebühr fallen geschätzt rund 1.600 € bis 2.750 € an.
- In Großbritannien kosten PLAB 1 und PLAB 2 zusammen £1.319, also rund 1.580 €.
Wer braucht die Kenntnisprüfung seit November 2026?
Die Kenntnisprüfung brauchen seit dem 1. November 2026 im Regelfall Ärzte mit einem Abschluss aus einem Nicht-EU-Staat, die in Deutschland die Approbation beantragen. Absolventen einer Universität in der EU legen sie nicht ab, weil ihr Abschluss nach der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG automatisch anerkannt wird.
Die Prüfung findet an einem Tag statt und dauert 60 bis 90 Minuten je Kandidat. Sie lässt sich zweimal wiederholen. Der Bund setzt diesen Rahmen, die Länder organisieren die Durchführung. Daher die Unterschiede. Einen Punkt teilen alle Bewerber, auch die aus der EU: Für die Approbation sind die nötigen Deutschkenntnisse nachzuweisen.
Was kostet die Kenntnisprüfung in den Bundesländern 2026?
Die Kenntnisprüfung kostet 2026 in Mecklenburg-Vorpommern 640 €, in Brandenburg 799 €, in Niedersachsen 980 €, in Westfalen-Lippe 1.050 €, in Baden-Württemberg 1.100 € und in Hessen 1.350 €. Der teuerste Wert liegt damit gut doppelt so hoch wie der günstigste. Jeder weitere Versuch kostet in Hessen und Baden-Württemberg erneut die volle Gebühr.
| Bundesland | Gebühr je Versuch | Wartezeit | Stand |
|---|---|---|---|
| Hessen | 1.350 € | k. A. | 07/2026 |
| Baden-Württemberg | 1.100 € | 8 bis 10 Monate | 05/2026 |
| NRW (Westfalen-Lippe) | 1.050 € | k. A. | 11/2025 |
| Niedersachsen | 980 € | mehrere Monate | 01/2026 |
| Brandenburg | 799 € | k. A. | 11/2026 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 640 € | k. A. | 04/2026 |
| Sachsen-Anhalt | k. A. | 10 bis 12 Monate | 08/2026 |
| Bayern | k. A. | rund 21 Monate | 01/2026 |
Die Spanne erklärt sich nicht aus dem Prüfungsinhalt, denn der ist bundesweit gleich geregelt. Sie entsteht, weil jede Kammer oder Behörde ihre eigenen Sätze festlegt. Das fällt ins Gewicht. Zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Hessen liegen 710 € pro Versuch. Bei drei Versuchen wären das 1.920 € gegenüber 4.050 €. Die Gebühr ist in Niedersachsen und Brandenburg vorab zu zahlen.
Wie lang ist die Wartezeit auf die Kenntnisprüfung im Jahr 2026?
Die Wartezeit auf die Kenntnisprüfung beträgt 2026 in Baden-Württemberg etwa 8 bis 10 Monate und in Sachsen-Anhalt 10 bis 12 Monate. In Bayern schätzt die Regierung von Oberbayern für das Jahr 2025 rund 21 Monate von der Anmeldung bis zum Termin.
Bewegung gibt es trotzdem. Bayern hat die Zahl der Kenntnisprüfungen von 2024 auf 2025 um etwa 30 Prozent erhöht, und künftig sollen sich die Universität Augsburg und die Bayerische Landesärztekammer beteiligen. Niedersachsen steigerte die Zahl von 839 Prüfungen im Jahr 2024 auf 975 im Jahr 2025. Dort bestanden 2025 gut 72 Prozent. Die Anträge wachsen allerdings mit: In Bayern lagen sie 2025 bei rund 1.700.
Wer die Wahl hat, sollte Gebühr und Wartezeit zusammen ansehen. Baden-Württemberg ist hier ein gutes Beispiel: hohe Gebühr, vergleichsweise kurzer Vorlauf.
{{cta}}Welche Gesamtkosten fallen bis zur Approbation an?
Die Gesamtkosten bis zur Approbation liegen 2026 für Ärzte mit Abschluss aus einem Nicht-EU-Staat nach unserer Schätzung bei rund 1.600 € bis 2.750 €, je nach Bundesland. Enthalten sind ein Versuch der Kenntnisprüfung, die Fachsprachenprüfung und die Approbationsgebühr. Übersetzungen, Beglaubigungen und Vorbereitungskurse kommen hinzu.
| Bundesland | Kenntnis- und Fachsprachenprüfung | Approbation | Summe (Schätzung) |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 1.520 € | 450 € | 1.970 € |
| Hessen | 1.850 bis 2.150 € | 200 bis 600 € | 2.050 bis 2.750 € |
| NRW (Westfalen-Lippe) | 1.450 € | 150 bis 700 € | 1.600 bis 2.150 € |
Die Fachsprachenprüfung schwankt ebenfalls stark: 400 € in Westfalen-Lippe, 420 € in Baden-Württemberg, 595 € in Niedersachsen, 700 € in Mecklenburg-Vorpommern. Auffällig ist Mecklenburg-Vorpommern. Dort kostet die Sprachprüfung mehr als die Kenntnisprüfung. Für die Approbation selbst nennt die Regierung von Unterfranken derzeit 200 € plus Auslagen.
Internationaler Blick: Was kostet die Lizenzprüfung für Auslandsabsolventen in anderen Ländern?
Die Lizenzprüfung für Auslandsabsolventen kostet 2026 in Großbritannien umgerechnet rund 1.580 €. Die USA verlangen zwei Stufen der USMLE. Österreich verlangt für die Nostrifizierung 150 €. Die Schweiz berechnet für den Erwerb des eidgenössischen Diploms mit Drittstaaten-Abschluss CHF 800 bis 1.000 plus Prüfungsgebühren.
Großbritannien arbeitet mit zwei Stufen. Der General Medical Council verlangt seit dem 1. April 2026 für PLAB 1 £283 (rund 340 €) und für PLAB 2 £1.036 (rund 1.240 €). Dazu kommen £481 (rund 575 €) für die Registrierung mit Lizenz. In Summe sind das rund 2.160 €. Schon die beiden Prüfungen allein liegen über der höchsten deutschen Gebühr im Vergleich.
In den USA sind Step 1 und Step 2 CK die Pflicht für die ECFMG-Zertifizierung. Die Summe hängt vom Prüfungsort ab, außerhalb der USA und Kanadas fällt ein Zuschlag an.
Die Schweiz geht einen anderen Weg. EU- und EFTA-Diplome werden für Staatsangehörige dieser Länder direkt anerkannt. Wer ein Diplom aus einem Drittstaat mitbringt, wird zur eidgenössischen Prüfung erst nach mindestens 36 Monaten klinischer Tätigkeit in der Schweiz direkt zugelassen; nach 60 Monaten genügt der theoretische Teil. Das ist deutlich langfristiger gedacht als in Deutschland.
Österreich prüft stärker am Einzelfall. Die Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck setzen einen gemeinsamen schriftlichen Test in zehn Fachbereichen ein, die Bestehensgrenze liegt bei 60 Prozent. Daraus ergeben sich Auflagen, die vor dem Abschlussbescheid zu erfüllen sind.
Was bedeutet der Vergleich für das Medizinstudium im Ausland?
Für Studienbewerber bedeutet der Vergleich von 2026 vor allem Planbarkeit: Mit einem EU-Abschluss entfällt die Kenntnisprüfung vollständig, mit einem Abschluss aus einem Nicht-EU-Staat sind rund 1.600 € bis 2.750 € und ein Vorlauf von 8 bis 21 Monaten realistisch. Beides lässt sich vor Studienbeginn einplanen.
Setzt man die Prüfung ins Verhältnis, wird sie klein. Selbst die 1.350 € in Hessen entsprechen rund 14 Prozent einer Jahresgebühr von 10.000 €. Zeit wiegt schwerer. Wer die Prüfung braucht, meldet sich am besten früh an. Vieles Weitere steht in unserem Überblick zu den neuen Regeln für die Kenntnisprüfung und zur Approbation mit einem Abschluss aus dem EU-Ausland. Wie sich deutsche Prüfungen zur Welt verhalten, zeigt der Vergleich von Staatsexamen, USMLE und AMC.
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Meinung des Autors
Als ich 2015 mit 24 Jahren mein Zahnmedizinstudium an der Medizinischen Universität Sofia begann, habe ich über Gebührenordnungen deutscher Länder keine Sekunde nachgedacht. Prüfungen hatten wir genug. Kinderzahnheilkunde war mein schwerstes Fach, bis ins Staatsexamen hinein, und in Sofia hatte man in den zahnmedizinischen Fächern drei Versuche. Danach war das Studienjahr weg, bei rund 10.000 € Gebühren.
Deshalb lese ich diese Tabelle gelassen. 1.350 € sind Geld, aber überschaubar im Vergleich zu einem verlorenen Jahr. Was mich stört, sind 21 Monate Wartezeit in Bayern für Ärzte, die dringend gebraucht werden. Dass Bayern die Zahl der Prüfungen erhöht, ist der richtige Schritt.
Im Beratungsalltag rate ich jedem Studienbewerber, die Approbation von Anfang an mitzudenken. Das nimmt die Sorge. Die Zeit in Bulgarien war die beste meines Lebens, und mit einem klaren Plan für danach wird sie das auch für andere.
Fazit
Die Kenntnisprüfung kostet zwischen 640 € und 1.350 € pro Versuch, die Wartezeit reicht von 8 bis 10 Monaten bis zu rund 21 Monaten. Das sind echte Unterschiede, aber gut planbare. Der Bund regelt die Prüfung einheitlich, die Länder bauen Kapazitäten aus. Wer in der EU studiert, ist davon nicht betroffen, weil EU-Abschlüsse automatisch anerkannt werden.
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Häufige Fragen zur Kenntnisprüfung in den Bundesländern
Wo ist die Kenntnisprüfung am günstigsten?
Unter den Ländern mit veröffentlichter Gebühr liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 640 € vorn. Brandenburg folgt mit 799 €. Hessen ist mit 1.350 € am teuersten.
Wie lange wartet man auf einen Termin?
Baden-Württemberg nennt etwa 8 bis 10 Monate, Sachsen-Anhalt 10 bis 12 Monate. In Bayern waren es 2025 geschätzt rund 21 Monate.
Wie oft kann man die Kenntnisprüfung wiederholen?
Zweimal. Insgesamt sind also drei Versuche möglich, und in Hessen und Baden-Württemberg kostet jeder Versuch die volle Gebühr.
Brauchen EU-Absolventen die Kenntnisprüfung?
Nein. EU-Abschlüsse werden automatisch anerkannt. Die Kenntnisprüfung betrifft Abschlüsse aus Nicht-EU-Staaten. Die nötigen Deutschkenntnisse sind für die Approbation aber in jedem Fall nachzuweisen.
Was kommt zur Prüfungsgebühr hinzu?
Die Fachsprachenprüfung und die Approbationsgebühr. Baden-Württemberg verlangt 420 € und 450 €, zusammen mit der Prüfung also 1.970 €.
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze an 25+ Partneruniversitäten vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Mit 24 Jahren begann er selbst als Späteinsteiger sein Studium – NC-frei, im englischsprachigen Programm der Medizinischen Universität Sofia. Diese Erfahrung prägt bis heute die Beratung: realistische Einschätzung der Chancen, klare Wege und Begleitung durch die gesamte Bürokratie.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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