Die Kariologie ist die Lehre von Entstehung, Diagnostik, Vorbeugung und Behandlung der Karies. Sie gehört zur Zahnerhaltung und beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Zahnhartsubstanz, Biofilm, Ernährung und Speichel. In Deutschland ist sie kein eigenes Fachzahnarztgebiet, sondern ein Lehr- und Forschungsbereich innerhalb des Zahnmedizinstudiums.
lateinisch caries „Fäulnis, Morschheit“ und griechisch lógos „Lehre“
Karieslehre, Zahnhartsubstanzlehre
cariology
Im Zentrum steht ein Prozess: Bakterien im Biofilm verstoffwechseln Zucker zu Säuren, die Mineral aus Schmelz und Dentin lösen. Bleibt der Säureangriff häufig genug, überwiegt die Demineralisation und es entsteht eine Läsion. Die Kariologie beschreibt diesen Ablauf, entwickelt Diagnosesysteme wie ICDAS und Indizes wie den DMFT-Wert und ordnet Therapieoptionen von der Fluoridierung über die Infiltration bis zur Füllung. Der Trend geht klar zur minimalinvasiven Behandlung: Eine beginnende Läsion im Schmelz lässt sich remineralisieren, erst der Einbruch der Oberfläche macht ein Bohren nötig. Dazu kommen Speicheldiagnostik, Ernährungsberatung und die Frage, wie sich Mundhygiene über Jahre stabil halten lässt.
Nach der ZApprO taucht sie als Zahnhartsubstanzlehre innerhalb der Fächergruppe Zahnerhaltung auf, geprüft im Zweiten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung und erneut im Dritten Abschnitt, gemeinsam mit Endodontie, Parodontologie und Kinderzahnheilkunde. Praktisch beginnt die Ausbildung am Phantomkopf und setzt sich in den klinischen Behandlungskursen fort. Einen Fachzahnarzt für Kariologie gibt es in Deutschland nicht, die Vertiefung läuft über Curricula und Fortbildungen der Fachgesellschaften.
Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte, erhoben von Oktober 2022 bis September 2023 und 2025 veröffentlicht, zeigt bei Zwölfjährigen eine mittlere Karieserfahrung von 0,5 Zähnen, 77,6 Prozent sind kariesfrei. Bei den 35- bis 44-Jährigen sank der DMFT-Wert von 11,2 auf 8,3. Die Unterschiede nach Bildungshintergrund bleiben allerdings deutlich, und bei jüngeren Senioren stagniert der Wert bei 17,6. Auch der Anteil kariesfreier Gebisse sinkt im Jugendalter wieder spürbar. Karies ist damit kein gelöstes Problem, sondern eines, das sich auf Risikogruppen verlagert hat.
An Universitäten in Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder Kroatien heißt das Fach meist „Cariology“ oder „Conservative Dentistry“. Für eine spätere Anerkennung oder einen Wechsel zählt weniger der Name als der im Transcript of Records ausgewiesene Umfang. Sammle Kursbescheinigungen und Behandlungsnachweise von Anfang an.
Kostenlos und unverbindlich.