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Ratgeber

ZFA-Ausbildung auf Platz drei – was das über Karrierewege in der Zahnmedizin sagt

ZFA-Ausbildung auf Platz drei – was das über Karrierewege in der Zahnmedizin sagt

14.08.2026

15 Min. Lesezeit

Am 6. August 2026 hat das Statistische Bundesamt die Berufsbildungsstatistik für das Jahr 2025 vorgelegt. 461.900 Menschen begannen eine duale Berufsausbildung, 13.100 Verträge oder 2,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bei den jungen Frauen führt dieselbe Reihenfolge wie im Vorjahr: Medizinische Fachangestellte mit 16.100 neuen Verträgen, Kauffrau für Büromanagement mit 14.900 und auf Platz drei die Zahnmedizinische Fachangestellte mit 13.400.

Zwei der drei häufigsten Ausbildungsberufe von Frauen liegen damit in einer Arzt- oder Zahnarztpraxis. Bei Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit steht die ZFA-Ausbildung nach den vom Fachdienst zm-online am 7. August 2026 ausgewerteten Destatis-Daten sogar auf Platz eins; 23 Prozent dieser Gruppe entschieden sich für den Beruf. Bei Männern taucht er unter den 50 häufigsten Ausbildungsberufen nicht auf.

In dieser Zahl steckt mehr als eine Statistiknotiz. Sie zeigt, wie groß der Arbeitsmarkt Zahnarztpraxis wirklich ist. Sie zeigt aber auch eine Gruppe, der selten jemand sagt, dass der eigene Berufsabschluss ein Zugangsweg zum Studium sein kann. Um beides geht es hier: um die Zahlen, die Aufstiegswege im Praxisteam, den internationalen Vergleich und die Wege ins Zahnmedizinstudium.

Zuletzt geprüft: August 2026

Wie viele Ausbildungsverträge zur ZFA gab es 2025?

Das Statistische Bundesamt zählte für das Jahr 2025 in Deutschland 13.400 neue Ausbildungsverträge zur Zahnmedizinischen Fachangestellten. Das sind 8 Prozent aller Neuverträge von Frauen und Platz drei der Rangliste. Insgesamt begannen 2025 in Deutschland 461.900 Menschen eine duale Berufsausbildung, 2,8 Prozent weniger als im Jahr 2024.

RangAusbildungsberuf (Frauen)Neue Verträge 2025
1Medizinische Fachangestellte16.100 (10 Prozent)
2Kauffrau für Büromanagement14.900 (9 Prozent)
3Zahnmedizinische Fachangestellte13.400 (8 Prozent)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 275 vom 6. August 2026.

Zwei der drei häufigsten Ausbildungsberufe von Frauen liegen in einer Arzt- oder Zahnarztpraxis. Bei den Männern sieht die Spitze anders aus: Kraftfahrzeugmechatroniker mit 22.300, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 13.900 und Elektroniker mit 13.800 Verträgen. Die ZFA-Ausbildung erscheint dort unter den 50 häufigsten Berufen nicht.

Ein weiterer Wert aus derselben Erhebung gehört dazu. Die Zahl der Auszubildenden ohne deutsche Staatsangehörigkeit stieg 2025 um 18 Prozent oder 12.400 Verträge. Binnen zehn Jahren hat sie sich von 38.800 im Jahr 2015 auf 82.400 im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. Der dritte Platz der ZFA ist also kein Ausreißer eines einzelnen Jahrgangs, sondern ein stabiles Muster in einem Ausbildungsmarkt, der sich insgesamt verschiebt.

Warum nennen zwei seriöse Statistiken zwei verschiedene ZFA-Zahlen?

Die Bundeszahnärztekammer weist für 2025 insgesamt 17.396 neue ZFA-Ausbildungsverträge aus, das Statistische Bundesamt 13.400. Der Abstand beträgt knapp 30 Prozent und entsteht durch unterschiedliche Erhebungswege, nicht durch einen Fehler. Beide Zahlen sind für sich genommen korrekt.

Die Kammerstatistik stellt auf den Stichtag 30. September ab und speist sich aus den Verzeichnissen der Landes- und Bezirkszahnärztekammern, bei denen jeder Ausbildungsvertrag eingetragen wird. Sie nennt für 2025 genau 15.385 Verträge in den alten und 2.011 in den neuen Bundesländern; gegenüber 16.003 im Jahr 2024 ist das ein Zuwachs von 7,53 Prozent und das fünfte Jahr in Folge oberhalb der Marke von 14.000. Die amtliche Statistik des Bundes folgt dagegen der Erhebung nach dem Berufsbildungsgesetz mit eigenem Abgrenzungs- und Zählkonzept.

Die praktische Konsequenz ist einfach. Verrechnen lässt sich beides nicht. Wer eine der Zahlen zitiert, nennt die Quelle mit dazu.

Wie läuft die Ausbildung zur ZFA ab?

Die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten dauert in Deutschland regulär drei Jahre im dualen System aus Praxis und Berufsschule. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten vom 25. März 2022 samt Ausbildungsrahmenplan. Abgeschlossen wird mit einer gestreckten Abschlussprüfung, deren erster Teil im vierten Ausbildungshalbjahr stattfindet und gewichtet ins Gesamtergebnis eingeht.

Mit mittlerer Reife ist eine Verkürzung um bis zu sechs Monate möglich, mit Fachhochschulreife oder Abitur um bis zu zwölf Monate. 18 Monate sind die Untergrenze. Inhaltlich reicht das Berufsbild von der Betreuung der Patientinnen und Patienten vor, während und nach der Behandlung über die Assistenz am Stuhl, Röntgenaufnahmen und Praxishygiene bis zu Abrechnung, Praxisverwaltung und Prophylaxe. Zuständig für Vertrag, Prüfung und Schlichtung ist die jeweilige Landeszahnärztekammer.

Auch die Vergütung ist tariflich geregelt. Der Tarifvertrag zwischen der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen für Zahnmedizinische Fachangestellte und dem Verband medizinischer Fachberufe sieht seit dem 1. Juli 2025 monatlich 1.000 Euro im ersten, 1.100 Euro im zweiten und 1.200 Euro im dritten Ausbildungsjahr vor. Über die gesamte Ausbildung summiert sich das auf 39.600 Euro brutto (eigene Berechnung). Der Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2026.

An dieser Stelle gehört ein wichtiger Hinweis dazu. Dieser Tarifvertrag gilt nur in Hamburg, Niedersachsen, im Saarland und im Landesteil Westfalen-Lippe. In den übrigen Kammerbereichen gelten eigene Tarifwerke oder einzelvertragliche Regelungen, und die Vergütung fällt entsprechend unterschiedlich aus. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte die Werte des eigenen Kammerbereichs prüfen statt die bundesweit meistzitierte Zahl zu übernehmen.

Wie groß ist das zahnmedizinische Praxisteam in Deutschland?

In deutschen Zahnarztpraxen arbeiten nach Angaben der Bundeszahnärztekammer rund 224.000 Zahnmedizinische Fachangestellte und mehr als 30.000 Auszubildende. Demgegenüber waren Ende 2024 nach dem Statistischen Jahrbuch 2025 der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung 62.874 Vertragszahnärztinnen, Vertragszahnärzte und angestellte Zahnärzte in der vertragszahnärztlichen Versorgung tätig.

Auf eine Zahnärztin oder einen Zahnarzt kommen damit rechnerisch rund 3,6 Fachangestellte (eigene Berechnung aus beiden Quellen). Der größte Teil der Menschen, die in Deutschland zahnmedizinisch arbeiten, hat keine Approbation, sondern eine duale Ausbildung.

  • 94,1 Prozent der ZFA-Auszubildenden waren zuletzt weiblich.
  • 16.870 Zahnarztpraxen bildeten 2024 aus, das entspricht 43 Prozent aller Praxen; daraus ergeben sich rechnerisch rund 39.000 Praxen insgesamt.
  • Die Erfolgsquote in der Abschlussprüfung lag bei 84,2 Prozent.
  • Die KZBV verweist im Jahrbuch 2025 auf deutlich gestiegene Personalausgaben der Praxen und auf einen wachsenden Fachkräftebedarf.

Ich arbeite als Zahnarzt in Bern, und dort heißt dieselbe Rolle Dentalassistentin EFZ. Der Alltag unterscheidet sich kaum. Ohne ein eingespieltes Team steht eine Praxis still, egal in welchem Land. Wer einmal gesehen hat, wie eine erfahrene Assistenz eine unruhige Behandlung wieder in ruhige Bahnen bringt, liest diese 224.000 nicht mehr als Randnotiz einer Statistik.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten haben Zahnmedizinische Fachangestellte?

Auf der ZFA-Ausbildung bauen in Deutschland vier klassische Aufstiegsfortbildungen auf: ZMP, ZMF, ZMV und DH. Grundlage sind die Musterfortbildungsordnungen der Bundeszahnärztekammer und die Fortbildungsordnungen der Landeszahnärztekammern. Hinzu kommt der Bachelor Professional in Dentalhygiene mit mindestens 1.200 Unterrichtsstunden.

  • ZMP, Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin: führt die professionelle Zahnreinigung unter Aufsicht der Zahnärztin oder des Zahnarztes selbstständig durch, Schwerpunkt Prävention und Gesundheitserziehung.
  • ZMF, Zahnmedizinische Fachassistentin: Aufklärung zur Mundhygiene, begleitende therapeutische Maßnahmen und Aufgaben der Praxisverwaltung.
  • ZMV, Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin: Abrechnung, Terminplanung, Schriftverkehr, Betriebswirtschaft und Qualitätsmanagement.
  • DH, Dentalhygienikerin: die höchste Stufe der zahnmedizinischen Fortbildung, ausgerichtet auf die orale Prophylaxe rund um die Behandlung parodontaler Erkrankungen.

Der Bachelor Professional in Dentalhygiene ist im Deutschen Qualifikationsrahmen der Stufe 6 zugeordnet, formal also derselben Niveaustufe wie ein Bachelorstudium.

Genutzt werden diese Wege selten. 2024 wurden 833 ZMP-, 590 ZMV-, 246 DH- und 72 ZMF-Abschlüsse gezählt, zusammen 1.741. Bei rund 224.000 Fachangestellten schließt damit rechnerisch etwa eine von 130 pro Jahr eine formale Aufstiegsqualifikation ab (eigene Berechnung). Das Angebot existiert, es wird nur wenig genutzt. Warum, lässt sich aus den Zahlen nicht beantworten. Naheliegend sind Kosten, Zeitaufwand neben einer Vollzeitstelle und die offene Frage, ob sich die Qualifikation im Gehalt abbildet.

Wie ist das zahnmedizinische Team international organisiert?

Andere Länder haben oberhalb der Assistenz eigene Qualifikationsstufen geschaffen. In der Schweiz führt die Dentalhygienikerin HF nach drei Jahren Höherer Fachschule eine eigene Praxis, in Großbritannien sind alle dental care professionals beim General Dental Council registriert, und in den Niederlanden ist der mondhygiënist ein vierjähriger Bachelorstudiengang.

Schweiz

Die Dentalassistentin EFZ absolviert eine dreijährige berufliche Grundbildung an drei Lernorten: Zahnarztpraxis, Berufsfachschule an einem Tag pro Woche und überbetriebliche Kurse im Umfang von zehn Tagen zu je acht Stunden. Wer mindestens ein Jahr Berufspraxis bei einem Anstellungsgrad von 80 Prozent vorweist, kann sich zur Prophylaxeassistentin SSO weiterbilden; dazu gehören theoretischer Unterricht und ein sechsmonatiges Praktikum in der eigenen Praxis mit mindestens 150 Patientinnen und Patienten. Die Dentalhygienikerin HF ist ein Abschluss an einer Höheren Fachschule; am Bildungszentrum medi in Bern dauert der Bildungsgang drei Jahre Vollzeit mit 5.400 Lernstunden und führt zu einem eidgenössisch anerkannten Diplom. Eine eigene DH-Praxis in beruflicher Selbstständigkeit ist damit möglich.

Großbritannien

Im Vereinigten Königreich sind auch die dental care professionals registrierungspflichtig, darunter dental nurses, dental hygienists, dental therapists, dental technicians, clinical dental technicians und orthodontic therapists. Der Registrierungsbericht des General Dental Council für Juli 2026 weist 48.279 dentists aus, dazu 72.168 dental nurses, 11.416 dental hygienists, 8.834 dental therapists, 5.022 dental technicians, 1.342 orthodontic therapists und 460 clinical dental technicians. Es sind dort also mehr dental nurses registriert als Zahnärztinnen und Zahnärzte. Seit 2013 gilt zudem direct access: Hygienists und therapists dürfen ihr gesamtes Leistungsspektrum ohne vorherige zahnärztliche Überweisung erbringen, ausgenommen die Zahnaufhellung, und müssen bei Befunden außerhalb ihres Kompetenzbereichs weiterleiten.

Niederlande

Der mondhygiënist wird in einem vierjährigen Bachelorstudiengang Mondzorgkunde an einer Hogeschool ausgebildet. An der Hogeschool Utrecht ist der Studiengang zulassungsbeschränkt, ab dem zweiten Jahr behandeln die Studierenden im hochschuleigenen Behandlungszentrum, und Absolventinnen arbeiten anschließend in Zahnarztpraxen, Gruppenpraxen, Kliniken oder in einer eigenen Praxis. Im System des Wet BIG steht der Beruf nicht in der Registrierungsliste des Artikels 3, die unter anderem arts, tandarts und apotheker umfasst, sondern im Abschnitt zum Schutz der Ausbildungsbezeichnung nach Artikel 34.

LandBasisberuf im TeamAusbildungErweiterte Rolle
DeutschlandZahnmedizinische Fachangestellte3 Jahre dual, Ausbildungsverordnung vom 25.03.2022ZMP, ZMF, ZMV, DH, Bachelor Professional in Dentalhygiene (mind. 1.200 Stunden, DQR 6)
SchweizDentalassistentin EFZ3 Jahre berufliche Grundbildung an drei LernortenProphylaxeassistentin SSO; Dentalhygienikerin HF (3 Jahre Vollzeit, 5.400 Lernstunden), eigene DH-Praxis möglich
GroßbritannienDental nurse (GDC-registriert)Registrierungspflicht für alle dental care professionalsDental therapists und hygienists mit direct access seit 2013, ohne Überweisung außer bei Zahnaufhellung
NiederlandeTandartsassistent im PraxisteamMondhygiënist: vierjähriger Hogeschool-Bachelor MondzorgkundeTätigkeit in Praxis, Klinik oder eigener Praxis; Ausbildungstitelschutz nach Artikel 34 Wet BIG

Aus dem Vergleich folgen zwei Beobachtungen. Die deutsche ZFA-Ausbildung ist mit drei Jahren, bundeseinheitlicher Verordnung und Kammeraufsicht solide aufgestellt. Und mehrere Länder haben oberhalb der Assistenz eine eigenständige, tertiar verankerte Stufe geschaffen, die Patientinnen und Patienten teilweise direkt aufsuchen können. Der Abstand zwischen Assistenz und eigenverantwortlicher Tätigkeit ist damit keine Naturkonstante, sondern eine Frage der Bildungsarchitektur.

Kann man mit einer ZFA-Ausbildung Zahnmedizin studieren?

Ja. Beruflich Qualifizierte können in Deutschland Zahnmedizin studieren, auch ohne Abitur. Eine abgeschlossene berufliche Aufstiegsfortbildung führt zur allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung. Eine mindestens zweijährige einschlägige Ausbildung mit in der Regel drei Jahren Berufserfahrung führt zur fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung, meist verbunden mit einer Eignungsprüfung.

Im zentralen Vergabeverfahren gelten für Zahnmedizin dieselben Quoten wie für Humanmedizin: bis zu 20 Prozent der Plätze in Vorabquoten, 30 Prozent in der Abiturbestenquote, 10 Prozent in der zusätzlichen Eignungsquote und 60 Prozent im Auswahlverfahren der Hochschulen. Die zusätzliche Eignungsquote ist für diese Gruppe besonders interessant, weil sie ausdrücklich schulnotenunabhängige Kriterien verwendet, darunter abgeschlossene Berufsausbildungen. Auch im Auswahlverfahren der Hochschulen muss mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium maßgeblich gewichtet werden.

Wie viele diesen Weg gehen, zeigt die Auswertung des Portals studieren-ohne-abitur.de. 2024 waren in Human- und Zahnmedizin 1.077 Studierende ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung eingeschrieben, ein Anteil von 0,8 Prozent. 151 von ihnen schlossen ihr Studium in jenem Jahr ab, ein Höchstwert seit 2016. Bundesweit studieren rund 215.000 Menschen ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife, etwa achtmal so viele wie vor 25 Jahren.

0,8 Prozent sind wenig. Das soll hier nicht schöngerechnet werden. Die Zahl belegt zugleich, dass der Weg begehbar ist und zu Abschlüssen führt.

In der Beratung höre ich diese Frage fast jede Woche in derselben Form: kein Abitur, aber jahrelange Praxiserfahrung, geht das überhaupt? Häufig folgt der Zusatz, man wolle niemandem die Zeit stehlen. Dabei bringen genau diese Menschen mit, was die schulnotenunabhängigen Kriterien belohnen sollen. Sie kennen Abläufe, Materialien und Patienten seit Jahren.

Meine Einschätzung: Der Anteil beruflich Qualifizierter in der Zahnmedizin wird steigen, aber langsam. Solange die Eignungsprüfungen Ländersache bleiben und die zusätzliche Eignungsquote nur 10 Prozent der Plätze umfasst, bleibt der Zugang eng. Das ist eine Einschätzung aus der Beratungspraxis und keine Prognose mit eigener Datengrundlage.

Ist ein Zahnmedizinstudium im europäischen Ausland eine Alternative?

Für beruflich Qualifizierte ist ein Studium an einer Universität im europäischen Ausland häufig die zweite realistische Tür. Dort zählt in der Regel die fachliche Eignung in den naturwissenschaftlichen Grundlagen und nicht die Abiturdurchschnittsnote. Ein Zahnmedizinabschluss aus der Europäischen Union ist innerhalb der EU anerkennungsfähig.

Ich habe von 2015 bis 2021 in Sofia Zahnmedizin studiert und danach in Bern die MEBEKO-Anerkennung durchlaufen. Mein Eindruck aus dieser Zeit: Wer den Beruf vorher aus der Praxis kannte, tat sich in den klinischen Semestern leichter. Anstrengend bleibt es trotzdem. Sechs Jahre in einer fremden Stadt, oft in einer zweiten Fremdsprache, und niemand fragt unterwegs, ob es gerade passt.

Welche der beiden Türen im Einzelfall passt, hängt von Vorbildung, Sprachkenntnissen, Budget und Lebenssituation ab. Das klärt sich am schnellsten im Gespräch: kostenloses Beratungsgespräch vereinbaren.

Dieser Beitrag gibt den Rechts- und Datenstand vom August 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Zuständig für die Anerkennung von Vorbildung und Hochschulzugangsberechtigung sind die Hochschulen und die Behörden der Länder.

Meinung des Autors

Wenn ich diese Statistik lese, sehe ich keinen Rangplatz. Ich sehe rund 13.400 junge Frauen, die sich 2025 für die Zahnmedizin entschieden haben, ohne den Umweg über ein Studium zu nehmen. Ich habe von 2015 bis 2021 in Sofia Zahnmedizin studiert, arbeite heute als Zahnarzt in Bern und habe die Medizinerschmiede aufgebaut. Am Stuhl wie in der Beratung begegnen mir ständig Menschen aus dem Praxisteam, die fachlich längst mitdenken und die Behandlungsabläufe im Schlaf beherrschen. Gefragt, ob sie eigentlich studieren wollen, hat sie selten jemand.

Das bewegt mich an dieser Zahl. Eine Fachangestellte hat nach drei Jahren Ausbildung und ein paar Berufsjahren mehr Patientenkontakt gesehen als viele Studierende im ersten klinischen Semester. Sie weiß, wie ein Abdruck sitzt, wie eine Anamnese läuft, wie man mit einem ängstlichen Kind spricht. Dieses Wissen verschwindet nicht, wenn jemand später studiert. Es wird zum Vorsprung.

Unbequem finde ich eine andere Zahl aus demselben Datensatz. Von rund 224.000 Fachangestellten schliesst pro Jahr rechnerisch etwa eine von 130 eine Aufstiegsfortbildung ab. Ob das an den Kosten liegt, an der Zeit neben einer vollen Stelle oder daran, dass sich die Qualifikation zu wenig im Gehalt niederschlägt, sagen die Zahlen nicht. Ich halte diese Lücke für die eigentliche offene Frage des Berufsbilds.

Bemerkenswert ist auch, wie unterschiedlich unsere Nachbarn das Praxisteam denken. In der Schweiz führt eine Dentalhygienikerin HF nach drei Jahren Höherer Fachschule eine eigene Praxis, in Großbritannien sind mehr dental nurses registriert als Zahnärztinnen und Zahnärzte, in den Niederlanden ist der Weg zum mondhygiënist ein vierjähriges Bachelorstudium. Der Abstand zwischen Assistenz und eigenverantwortlicher Tätigkeit ist also keine Naturkonstante. Er ist eine Entscheidung des jeweiligen Bildungssystems.

Mein Rat an jede Fachangestellte, die darüber nachdenkt: Rechne den Gedanken nicht klein, nur weil das Abitur fehlt. 1.077 Studierende in Human- und Zahnmedizin ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung sind keine Einzelfälle. Ehrlich dazu gehört: Es ist ein langer Weg, und ein Studium mit Mitte zwanzig oder Anfang dreißig verlangt eine Menge von Familie und Finanzen. Wer das abwägen will, sollte es nicht allein im Internet zusammensuchen, sondern mit jemandem sprechen, der beide Systeme kennt.

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Zusammenfassung

  • Die Zahnmedizinische Fachangestellte lag 2025 mit 13.400 neuen Ausbildungsverträgen auf Platz drei der häufigsten dualen Ausbildungsberufe von Frauen (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 6. August 2026).
  • Die Bundeszahnärztekammer zählte für 2025 dagegen 17.396 neue ZFA-Verträge, weil ihre Kammerstatistik auf den Stichtag 30. September und ein eigenes Erhebungskonzept abstellt.
  • Die ZFA-Ausbildung dauert nach der Ausbildungsverordnung vom 25. März 2022 regulär drei Jahre; die tarifliche Vergütung summiert sich in den vier tarifgebundenen Kammerbereichen auf 39.600 Euro brutto.
  • In deutschen Zahnarztpraxen arbeiten rund 224.000 Zahnmedizinische Fachangestellte, denen Ende 2024 in der vertragszahnärztlichen Versorgung 62.874 Zahnärztinnen und Zahnärzte gegenüberstanden, rechnerisch 3,6 Fachangestellte je Zahnarztstelle.
  • Eine formale Aufstiegsfortbildung schliesst pro Jahr rechnerisch nur etwa eine von 130 Fachangestellten ab; 2024 waren es zusammen 1.741 Abschlüsse.
  • Beruflich Qualifizierte können Zahnmedizin ohne Abitur studieren: 2024 waren 1.077 Studierende in Human- und Zahnmedizin ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung eingeschrieben.

Platz drei der ZFA-Ausbildung in der Berufsbildungsstatistik 2025 ist mehr als eine Momentaufnahme. 13.400 neue Verträge nach amtlicher Zählung, 17.396 nach der Erhebung der Zahnärztekammern, rund 224.000 Fachangestellte in den Praxen und 62.874 Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte in der Versorgung: Diese Verhältnisse zeigen, wie sehr die Zahnmedizin ein Teamberuf ist. Der Vergleich mit der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden macht sichtbar, dass oberhalb der Assistenz überall eigenständige Qualifikationsstufen entstanden sind, teils mit direktem Patientenzugang.

Für Menschen im Praxisteam folgt daraus zweierlei. Innerhalb des Berufs führen ZMP, ZMF, ZMV, DH und der Bachelor Professional in Dentalhygiene weiter, auch wenn diese Wege bislang wenige gehen. Und wer ins Zahnmedizinstudium möchte, hat als beruflich Qualifizierte zwei reale Türen: den Hochschulzugang mit den schulnotenunabhängigen Quoten in Deutschland und das Studium an einer Universität im europäischen Ausland. Welche Tür im Einzelfall passt, klärt sich am schnellsten im Gespräch: kostenloses Beratungsgespräch vereinbaren.

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Häufige Fragen zur ZFA-Ausbildung und zum Weg ins Zahnmedizinstudium

Auf welchem Platz liegt die ZFA-Ausbildung in der Statistik 2025?

Bei Frauen auf Platz drei. Das Statistische Bundesamt zählte 2025 13.400 neue Ausbildungsverträge zur Zahnmedizinischen Fachangestellten, das entspricht 8 Prozent aller Neuverträge von Frauen. Davor liegen Medizinische Fachangestellte (16.100) und Kauffrau für Büromanagement (14.900).

Warum nennt die Bundeszahnärztekammer eine höhere Zahl?

Die Bundeszahnärztekammer weist für 2025 17.396 neue ZFA-Ausbildungsverträge aus. Diese Erhebung beruht auf den Meldungen der Landes- und Bezirkszahnärztekammern zum Stichtag 30. September, während die amtliche Berufsbildungsstatistik ein eigenes Erhebungs- und Zählkonzept nach dem Berufsbildungsgesetz verwendet. Der Abstand beträgt knapp 30 Prozent.

Wie lange dauert die Ausbildung zur ZFA?

Regulär drei Jahre im dualen System. Mit mittlerer Reife ist eine Verkürzung um bis zu sechs Monate möglich, mit Fachhochschulreife oder Abitur um bis zu zwölf Monate; die Mindestdauer beträgt 18 Monate. Grundlage ist die Ausbildungsverordnung vom 25. März 2022.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?

Der Tarifvertrag zwischen AAZ und dem Verband medizinischer Fachberufe sieht seit dem 1. Juli 2025 monatlich 1.000 Euro im ersten, 1.100 Euro im zweiten und 1.200 Euro im dritten Ausbildungsjahr vor, zusammen 39.600 Euro brutto. Er gilt in Hamburg, Niedersachsen, im Saarland und in Westfalen-Lippe; andere Kammerbereiche haben eigene Regelungen.

Welche Aufstiegsfortbildungen gibt es für ZFA?

Klassisch sind ZMP, ZMF, ZMV und DH auf Basis der Fortbildungsordnungen der Zahnärztekammern. Hinzu kommt der Bachelor Professional in Dentalhygiene mit mindestens 1.200 Unterrichtsstunden, der dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet ist.

Wie viele ZFA machen tatsächlich eine Aufstiegsfortbildung?

Wenige. 2024 wurden 833 ZMP-, 590 ZMV-, 246 DH- und 72 ZMF-Abschlüsse gezählt, zusammen 1.741. Bei rund 224.000 Zahnmedizinischen Fachangestellten in Deutschland schliesst damit rechnerisch etwa eine von 130 pro Jahr eine formale Aufstiegsqualifikation ab.

Kann ich mit einer ZFA-Ausbildung Zahnmedizin studieren?

Ja, über den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte. Eine abgeschlossene berufliche Aufstiegsfortbildung führt zur allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung; eine mindestens zweijährige einschlägige Ausbildung mit in der Regel dreijähriger Berufserfahrung führt zur fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung, meist verbunden mit einer Eignungsprüfung.

Hilft die Berufsausbildung bei der Studienplatzvergabe?

Sie kann helfen. In der zusätzlichen Eignungsquote, die 10 Prozent der Studienplätze umfasst, zählen ausdrücklich schulnotenunabhängige Kriterien wie abgeschlossene Berufsausbildungen, Studieneignungstests und Auswahlgespräche. Auch im Auswahlverfahren der Hochschulen mit 60 Prozent der Plätze muss mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium maßgeblich gewichtet werden.

Wie viele Menschen studieren Medizin oder Zahnmedizin ohne Abitur?

2024 waren es nach der Auswertung des Portals studieren-ohne-abitur.de 1.077 Studierende in Human- und Zahnmedizin ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, ein Anteil von 0,8 Prozent. 151 von ihnen haben in jenem Jahr ihr Studium abgeschlossen.

Wie viele ZFA arbeiten in Deutschland?

Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer rund 224.000 Zahnmedizinische Fachangestellte, dazu mehr als 30.000 Auszubildende. Zum Vergleich: In der vertragszahnärztlichen Versorgung waren Ende 2024 laut KZBV 62.874 Vertragszahnärzte und angestellte Zahnärzte tätig.

Was ist der Unterschied zwischen einer DH in Deutschland und in der Schweiz?

In Deutschland ist die Dentalhygienikerin eine Aufstiegsfortbildung auf Basis der Kammer-Fortbildungsordnungen. In der Schweiz ist die Dentalhygienikerin HF ein Bildungsgang an einer Höheren Fachschule, am Bildungszentrum medi in Bern etwa drei Jahre Vollzeit mit 5.400 Lernstunden; sie kann dort eine eigene DH-Praxis führen.

Was bedeutet direct access in Großbritannien?

Seit 2013 können Patientinnen und Patienten dort dental hygienists und dental therapists ohne vorherige zahnärztliche Überweisung aufsuchen. Diese dürfen ihr volles Leistungsspektrum erbringen, ausgenommen die Zahnaufhellung, und müssen bei Befunden außerhalb ihres Kompetenzbereichs an einen Zahnarzt überweisen.

Ist ein Zahnmedizinstudium im europäischen Ausland eine Option?

Für viele beruflich Qualifizierte ja, weil dort die fachliche Eignung im Vordergrund steht und ein Zahnmedizinabschluss aus der Europäischen Union innerhalb der EU anerkennungsfähig ist. Ob und wo das im Einzelfall passt, prüfen wir gemeinsam im kostenlosen Beratungsgespräch.

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Über den Autor

Marcel Kloos

Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede

Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.

Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.

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