NC-freie Medizinstudienplätze im In- und Ausland

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Nostrifikation kurz erklärt: Deine im Ausland erworbene Vorbildung wird geprüft und einem inländischen Abschluss gleichgestellt. Entscheidend ist, welchem — denn manche Abschlüsse beinhalten dort die Hochschulreife. Genau dadurch kann aus einer deutschen Berufsausbildung eine Hochschulzugangsberechtigung werden. Wichtig: Das Verfahren läuft teilweise parallel zum ersten Studienjahr und verlangt notariell beglaubigte Kopien, Apostille und amtliche Übersetzung. Lass vorab prüfen, ob deine Ausbildung dafür in Frage kommt.

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Ratgeber

Medizinstudium ohne Abitur: Von der Pflegekraft zum Medizinstudienplatz – Podcast Ep. 2

Medizinstudium ohne Abitur: Von der Pflegekraft zum Medizinstudienplatz – Podcast Ep. 2

14.08.2026

11 Min. Lesezeit

„Du kannst kein Medizin studieren, du wirst das nicht schaffen." Diesen Satz hat Francesco jahrelang gehört — vom Onkel, von der Klassenlehrerin, von Kollegen. Heute ist er im zweiten Studienjahr Humanmedizin. Ohne Abitur. Ohne NC. Ohne 1,0.

In Folge 2 des Medizinerschmiede Podcasts spricht Sophie mit ihm über einen Weg, von dem die meisten in Deutschland gar nicht wissen, dass es ihn gibt: Francesco ist 25, kommt aus dem Saarland, hat eine Ausbildung zur Pflegefachkraft gemacht, mehrere Jahre im Krankenhaus gearbeitet — und studiert heute an der Medizinischen Fakultät Foča der Universität Ost-Sarajevo in Bosnien und Herzegowina Humanmedizin, weil dort seine deutsche Berufsausbildung als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wurde.

Dieser Artikel ist die Langfassung des Gesprächs: sein kompletter Werdegang, das Anerkennungsverfahren im Detail, der Aufnahmetest mit konkreten Zahlen, die Prüfungsformate im ersten Studienjahr — und am Ende unsere ehrliche Einordnung dazu, für wen dieser Weg passt und für wen nicht.

Die ganze Folge auf YouTube: Medizinstudium ohne Abitur — Medizinerschmiede Podcast Ep. 2

Ein Berufswunsch mit 16 — und eine Tür, die schon zu war, bevor sie sich geöffnet hat

Dass er Arzt werden wollte, stand für Francesco schon mit 16, 17 Jahren fest. Nur: Er war nie der beste Schüler. Und so traf er eine Entscheidung, die in Deutschland Zehntausende junger Menschen jedes Jahr treffen — er hat es gar nicht erst versucht.

„Ich war nie der beste Schüler und habe das Abitur von vornherein abgeschrieben. Ich habe es gar nicht erst probiert."

Stattdessen begann er eine Pflegeausbildung, in dem Gedanken: Das ist ja auch medizinischer Bereich. Schon nach kurzer Zeit merkte er, dass ihm das nicht reicht. Er kaufte sich zuhause medizinische Fachbücher und las sich selbst ein.

Medizinstudium ohne Abitur: Francescos Weg von der Pflegekraft zum Medizinstudienplatz in Foča
Francescos Weg im Überblick — von der Pflegeausbildung über die Nostrifikation bis ins zweite Studienjahr.

Jahre in der Klinik — und das Gefühl, immer an derselben Grenze stehenzubleiben

Francesco zog die Ausbildung durch und arbeitete anschließend mehrere Jahre als Pflegefachkraft: im Krankenhaus auf der Orthopädie und Unfallchirurgie, auf einer Wahlleistungsstation und später in der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege. Dazu kamen zwei Weiterbildungen — Pflegefachkraft für außerklinische Intensivpflege und Wundexperte.

Genau diese Jahre waren es, die den Wunsch nicht kleiner, sondern größer machten:

„Die führende Therapie gibt immer der Arzt vor. Man hat als Pflegekraft vielleicht die Möglichkeit, mal mitzureden — aber die Entscheidung trifft der Arzt. Und manchmal habe ich einen Bericht gelesen und den Inhalt nicht zu hundert Prozent verstanden. Da habe ich gemerkt: Ich will tiefer in die Materie rein."

Das Umfeld sah das anders. Ein Onkel sagte ihm im Garten, dafür brauche man ein Abitur von 1,0, das werde er nie schaffen. Seine Klassenlehrerin an der Pflegeschule schaute ebenfalls sehr kritisch auf die Idee.

Der Umweg, der nicht funktioniert hat: Abitur per Fernschule neben dem Schichtdienst

Francescos erster Plan war der naheliegende: Abitur nachholen, über eine Fernschule, parallel zum Job. Vom deutschen Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte hatte er gehört — aber auch, dass dieser Weg alles andere als einfach ist.

Die Fernschule scheiterte an der Realität des Klinikalltags:

„Mit dem Vollzeitjob im Krankenhaus im Drei-Schicht-System war das sehr, sehr schwierig unter einen Hut zu bekommen. Ich konnte für die Fernschule gar nicht so viel Zeit aufbringen, wie ich gebraucht hätte."

Wer im Wechseldienst arbeitet, kennt das Problem: Ein Fernstudium verlangt Selbstorganisation und feste Lernzeiten — genau das, was ein rotierender Schichtplan systematisch zerstört. Dass Francesco daran gescheitert ist, sagt nichts über seine Leistungsfähigkeit aus. Es sagt etwas über die Kombination aus beidem.

Die Wende kam auf der Rückfahrt von genau dieser Fernschule:

„Ich bin von Darmstadt zurück ins Saarland gefahren und habe mir Gedanken gemacht wegen dem Medizinstudium. Auf einmal kam mir in den Kopf: Ich habe doch ein Video von Marcel gesehen, wo er gesagt hat, man kann ohne Abitur Medizin studieren. Dann habe ich mir auf der Autobahnraststätte einen Termin für das Beratungsgespräch gebucht."

Dass ein Studium ohne Abitur überhaupt im Ausland möglich sein könnte, war ihm bis dahin nicht in den Sinn gekommen — er hielt das für „ein deutsches Ding".

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Der Schlüssel: Nostrifikation — wie aus einer Pflegeausbildung eine Hochschulzugangsberechtigung wird

Das ist der fachliche Kern der Folge, und er ist der Grund, warum dieser Weg funktioniert.

In Deutschland ist die Pflegeausbildung ein Berufsabschluss — keine Hochschulzugangsberechtigung. In Bosnien und Herzegowina existiert dagegen die Schulform der medizinischen Mittelschule, im ehemaligen Jugoslawien eine traditionsreiche Institution. Deren Abschluss trägt die Bezeichnung „medizinischer Techniker" und entspricht inhaltlich in etwa einer Pflegefachkraft — beinhaltet aber zusätzlich die Matura, also die Hochschulreife.

Im Nostrifikationsverfahren wurde Francescos deutscher Abschluss genau diesem inländischen Abschluss gleichgestellt. Damit erhielt er die Hochschulzugangsberechtigung gleich mit — und konnte regulär Medizin studieren.

„Mein Abschluss wurde dem einer medizinischen Mittelschule gleichgestellt, Fachrichtung medizinischer Techniker, mit bestandener Matura. Und deswegen konnte ich auf Grundlage der Nostrifikation ganz regulär Medizin studieren."

So lief das Verfahren praktisch ab:

  • Die Bewerbung selbst war wenig Papierkram — ein großer Teil wurde vom Team der Medizinerschmiede übernommen.
  • Für die Nostrifikation mussten alle Dokumente als notariell beglaubigte Kopie, mit Apostille und amtlicher Übersetzung ins Serbische eingereicht werden.
  • Das Verfahren lief parallel zum ersten Studienjahr — der Bescheid kam während des laufenden Studiums.

Ehrlich bleibt: Diese Parallelität kostet Nerven. Francesco beschreibt, dass er bis zuletzt Zweifel hatte, ob die Nostrifikation durchgeht — und es erst wirklich glauben konnte, als er die Kopie des Bescheids in der Hand hielt.

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Der Aufnahmetest: Biologie und Chemie statt Abiturnote

Statt einer Note entscheidet an der Universität eine Aufnahmeprüfung. Die konkreten Zahlen aus Francescos Prüfung:

  • Zwei Fächer: Biologie und Chemie
  • Je 20 Fragen pro Fach, ungefähr 20 bis 30 Minuten Bearbeitungszeit
  • Mindestens 11 richtige Antworten pro Fach zum Bestehen
  • Zusätzlich ein Motivationsschreiben an die Universität

Das ist der eigentliche Unterschied zum deutschen System: Der NC misst, wie du vor Jahren in der Schule abgeschnitten hast. Ein Aufnahmetest misst, was du heute weißt — und darauf kann man sich gezielt vorbereiten. Francesco sagt, das Lernen auf den Test habe „eigentlich sehr gut geklappt".

Der Studienort: Medizinische Fakultät Foča, Universität Ost-Sarajevo

Francesco studiert an der Medizinischen Fakultät Foča, einer Fakultät der Universität Ost-Sarajevo in Bosnien und Herzegowina. Weil dieser Standort in Deutschland kaum bekannt ist, hier die wichtigsten Eckdaten im Überblick.

Studiengänge und Sprache. Angeboten werden Humanmedizin und Zahnmedizin, jeweils vollständig in englischer Sprache. Serbisch wird in den ersten beiden Studienjahren als Pflichtfach unterrichtet, damit die Studierenden im klinischen Abschnitt mit Patientinnen und Patienten sprechen können.

Studiengebühren: 1.750 EUR pro Semester. Das entspricht 3.500 EUR im Jahr — nach unserer laufenden Marktübersicht das günstigste NC-freie Medizinstudium in Europa. Zum Vergleich: An westeuropäischen Standorten liegen die Gebühren regelmäßig beim Drei- bis Sechsfachen. Das gesetzliche Kindergeld deckt die Studiengebühren damit nahezu vollständig ab.

Kosten Medizinstudium ohne Abitur in Foča: 1.750 Euro Studiengebühren pro Semester, 450 Euro Lebenshaltung im Monat
Studiengebühren, Lebenshaltung und was sich über Kindergeld und Ferienjob gegenrechnen lässt.

Akkreditierung und Anerkennung. Die Fakultät ist im ANABIN-Portal der Kultusministerkonferenz mit dem Status H+ gelistet. Zusätzlich verfügt sie über eine internationale Akkreditierung nach WFME-Standard, erteilt durch die ungarische Akkreditierungsagentur MAB und gültig bis zum 10. Juli 2033. Dekan der Fakultät ist Prof. Dr. Dejan Bokonjić, Facharzt für Kinderheilkunde.

Praktisches Jahr wahlweise in Deutschland. Das sechste Studienjahr kann auf Wunsch vollständig an einem deutschen Lehrkrankenhaus absolviert werden — ein erheblicher Vorteil für alle, die ihre spätere berufliche Zukunft in Deutschland sehen und frühzeitig Kontakte aufbauen möchten.

Offizieller Vertragspartner. Die Medizinerschmiede ist offizieller Vertragspartner der Fakultät und wird auf deren englischsprachiger Website unter den offiziellen Vertretungen für internationale Studierende geführt — nachzulesen auf studiesinenglish.mef.ues.rs.ba.

Die Stadt Foča. Foča liegt im Osten des Landes an der Drina, in unmittelbarer Nähe zur Bergwelt Ostbosniens. Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Sarajevo. Es handelt sich um eine überschaubare Stadt, keine Metropole — was für viele Studierende ein Vorteil ist: kurze Wege, niedrige Lebenshaltungskosten und ein Umfeld, in dem der internationale Jahrgang schnell zusammenwächst.

Allein nach Bosnien — und das Studium komplett auf Englisch

Im Oktober stieg Francesco zum ersten Mal in seinem Leben allein in ein Flugzeug in ein Land, in dem er noch nie gewesen war und dessen Sprache er nicht sprach.

Sein Englisch war zu diesem Zeitpunkt nach eigener Einschätzung eher schlecht als recht — Schulenglisch, jahrelang nicht benutzt. Diese Sorge löste sich schneller auf als gedacht:

„Nach zwei, drei Monaten habe ich sehr viel verstanden. Ich war nicht der Einzige, der nicht so gut in Englisch war — und wir haben mittlerweile alle die wichtigsten Prüfungen bestanden. Es ist niemand am Englisch gescheitert."

Der Grund ist simpel: Lehrveranstaltungen auf Englisch, internationale Kommilitonen, Alltag auf Englisch. Man ist gezwungen zu sprechen — und genau das beschleunigt den Spracherwerb massiv.

Der Jahrgang umfasst gut 100 Studierende, davon etwa 10 bis 11 Deutsche. Der Rest kommt aus Italien, Griechenland, England, den USA, Marokko, Serbien, Nordmazedonien, Nigeria und dem Sudan. Francesco beschreibt genau das als eine der wertvollsten Erfahrungen — Freundschaften ab dem ersten Unitag, weil alle in derselben neuen Situation waren. Heute fühlt sich der Studienort für ihn wie eine zweite Heimat an.

Das erste Studienjahr: Fächer und Prüfungsformate

Die Fächer im ersten Jahr:

  • Anatomie
  • Histologie und Embryologie
  • Zellbiologie und Humangenetik
  • Medizinische Terminologie und Latein
  • Serbisch
  • Klinische Fertigkeiten (Erste Hilfe, Wundversorgung, erste Stationseinsätze, Röntgenbilder)
  • Medicine and Society (Sozialmedizin, Soziologie, medizinische Ethik)
  • Medizinische Informatik
  • Einführung in die medizinische Forschung

Bemerkenswert: Sophie, die selbst im dritten Studienjahr in Deutschland studiert, stellt fest, dass sie einige dieser Fächer erst im klinischen Abschnitt hat.

Die Prüfungen sind je nach Fach unterschiedlich aufgebaut. In Anatomie gab es über das Jahr verteilt drei Kolloquien — Knochen, Muskeln, Schädelknochen — als Multiple-Choice-Tests am Computer, je 20 Fragen mit mindestens 11 richtigen Antworten. Diese Kolloquien mussten bestanden sein, um überhaupt zum Examen zugelassen zu werden. Das Examen selbst besteht aus einem praktischen Teil (projizierte anatomische Bilder mit verdeckten Strukturen, abgefragt werden zwei Strukturen je Bild) und einem schriftlichen Teil mit 50 Fragen, davon mindestens 26 richtig.

Ein ehrliches Detail, das Francesco von sich aus erzählt: In Histologie ist er im praktischen Teil beim ersten Versuch durchgefallen — wie viele andere in seinem Jahrgang auch. Im Zweitversuch hat er bestanden. Solche Sätze fehlen in den meisten Erfolgsgeschichten, und genau deshalb stehen sie hier.

Am Standort wird nicht am Körperspender seziert — dafür stehen zu wenige zur Verfügung. Ein plastiniertes Ganzkörperpräparat wird im praktischen Anatomieunterricht eingesetzt, die praktische Prüfung läuft über anatomische Bilder.

Lernen lernen: Francescos Methode

Der größte Bruch war nicht das Land und nicht die Sprache — es war das Lernen selbst. Jahre aus der Schule raus, ein Vollzeitjob im Rücken, und plötzlich Stoffmengen, die es in der Schule nie gab.

„Ich musste erst mal lernen, wie man richtig lernt. In der Schule habe ich ehrlich gesagt nie gelernt — ich bin hingegangen, nach Hause gekommen, und das war's."

Was ihm konkret geholfen hat:

  • Getaktete Einheiten: 50 Minuten lernen, 10 Minuten Pause — viermal hintereinander. Danach eine große Pause von ein bis zwei Stunden, bewusst ohne Handy, mit Bewegung und Spaziergang. In der Prüfungsphase zwei bis drei solcher Blöcke am Tag.
  • Anki-Karten: in der letzten Prüfungsphase neu für sich entdeckt und als der größte Hebel beschrieben.
  • Altfragen: um schnell einen groben Überblick über ein Thema zu bekommen.
  • Was nicht funktioniert hat: stundenlanges Zusammenschreiben von Inhalten. Viel Papier, wenig Behaltensleistung.

Wichtig für alle, die Angst vor dem Vergleich haben: Überfordert waren im ersten Semester auch die Kommilitonen mit Abitur und Fachabitur. Die Stoffmenge trifft alle gleich.

Was die Pflegeausbildung im Studium wirklich bringt

Francescos Vorerfahrung zahlt sich messbar aus — nicht als Abkürzung, aber als Vorsprung:

  • Anatomische Begriffe wie Humerus oder Radius waren aus dem Stationsalltag vertraut
  • Röntgenbilder konnte er in den klinischen Fertigkeiten bereits einordnen
  • Erste Hilfe und Wundversorgung waren keine neuen Inhalte, sondern tägliche Praxis
  • Krankheitsbilder aus Orthopädie und Unfallchirurgie waren bekannt

Dazu kommt eine Perspektive, die man sich nicht anlesen kann: Francesco arbeitet in der vorlesungsfreien Zeit weiterhin in der Pflege — und beschreibt, dass er heute ärztliche Entscheidungen anders versteht als früher, während er umgekehrt weiß, wie sich dieselbe Anordnung auf Station anfühlt. Beide Seiten zu kennen, ist im späteren Berufsalltag kein Nachteil.

Ein struktureller Unterschied noch: Ein separates Pflegepraktikum wie in Deutschland gibt es dort nicht. Stattdessen ist im klinischen Studienabschnitt ein großer Praxisanteil in den einzelnen Fächern fest verankert.

Francescos Tipps für beruflich Qualifizierte

Auf die Frage, was er anderen mit Pflegeausbildung raten würde:

  1. Am Englisch arbeiten. Wer über die berufliche Qualifikation oder das Fachabitur kommt, hat oft länger kein Englisch mehr gesprochen. Das ist die eine Baustelle, die man vorher angehen kann.
  2. Den eigenen Lerntyp herausfinden. Bei ihm hat es ein Semester gedauert. Wer sich vorher damit beschäftigt, spart genau diese Zeit.
  3. Nicht schon vor Studienbeginn losbüffeln. Sondern die Zeit zwischen Zusage und Studienstart bewusst genießen — Urlaub inklusive.
„Ich habe bisher keine Sekunde bereut und bin endlich da angelangt, wo ich schon immer hinwollte. Ich würde es jederzeit wieder so machen."

Medizinstudium ohne Abitur: die Einschätzung von Marcel Kloos

Der teuerste Filter im deutschen Medizinstudium ist nicht der Numerus clausus — es ist der Glaubenssatz, den er erzeugt. Francesco hat das Abitur nicht versucht, weil ihm sein Umfeld versichert hat, es sei ohnehin zwecklos. Ein Onkel und eine Klassenlehrerin haben damit beinahe eine Arztkarriere beendet, bevor sie begonnen hat. Dieser Mechanismus begegnet mir in Beratungsgesprächen beinahe wöchentlich.

Was mich an seiner Geschichte am meisten überzeugt, ist nicht der glückliche Ausgang, sondern die Qualifikation, die dabei fast übersehen worden wäre: mehrere Jahre Stationserfahrung, Intensivpflege, Wundexpertise. Ein Auswahlverfahren, das solche Bewerber aussortiert und stattdessen jemanden mit Bestnote und ohne jeden Patientenkontakt bevorzugt, wählt nicht die besseren Ärzte aus. Es wählt die besseren Schüler aus. Das ist nicht dasselbe.

Nach mittlerweile über 500 vermittelten Studienplätzen kann ich eines mit einiger Sicherheit sagen: Beruflich Qualifizierte ohne Abitur bringen andere Herausforderungen mit als Abiturienten — sie bestehen das Studium jedoch mit demselben Erfolg.

Woran es dieser Gruppe nie mangelt, ist Motivation. Wer eine Ausbildung abgeschlossen, Jahre auf Station gearbeitet und sich anschließend bewusst für einen Neuanfang im Ausland entschieden hat, weiß sehr genau, wofür er das tut. Diese Klarheit über das eigene Warum ist im Medizinstudium kein weiches Beiwerk, sondern der entscheidende Faktor — sie trägt durch jene Prüfungsphasen, in denen andere ins Zweifeln geraten.

Aufzuholen sind dafür in aller Regel schulische Defizite: naturwissenschaftliche Grundlagen, Englisch, vor allem aber die Lerntechnik selbst. Dieser Punkt relativiert sich jedoch schneller, als viele annehmen. Das Lernpensum im Medizinstudium übersteigt das gymnasiale Niveau ohnehin so deutlich, dass praktisch alle Studienanfänger ihre bisherigen Methoden verwerfen und neu ansetzen müssen — Abiturienten eingeschlossen. Wer bei null beginnt, verliert damit weniger, als es zunächst scheint.

Genau an dieser Stelle setzt unsere Lernbegleitung an: Wir bauen mit unseren Studierenden das Lernen von Grund auf neu auf — Struktur, Methodik, Prüfungsvorbereitung. Der vermeintliche Startnachteil relativiert sich dadurch innerhalb des ersten Studienjahres.

Wir glauben an jeden, der den Willen mitbringt, diesen Weg zu gehen und den Schritt ins Ausland zu wagen. Unsere Daten und die Erfolge unserer Studierenden — Francesco ist einer von vielen — bestätigen diese Haltung Jahr für Jahr.

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Meinung des Autors

Was mich an Francescos Geschichte am meisten beschäftigt, ist nicht der Studienplatz – sondern der Satz, den er jahrelang gehört hat: Du schaffst das nicht. Er hat das Abitur nie versucht, weil ihm sein Umfeld versichert hatte, es sei ohnehin zwecklos. Genau dieser Mechanismus begegnet mir in Beratungsgesprächen fast wöchentlich, und er kostet aus meiner Sicht mehr Arztkarrieren als jede Zulassungsgrenze.

Ehrlich sein will ich auch bei dem, was dieser Weg verlangt. Francesco ist mit eingerostetem Schulenglisch allein in ein Land geflogen, das er nicht kannte, und musste während des ersten Studienjahres abwarten, ob die Nostrifikation durchgeht. In Histologie ist er im ersten Versuch durchgefallen. Das gehört zur Geschichte dazu, und ich finde es gut, dass er es von sich aus erzählt.

Als jemand, der selbst im Ausland studiert hat, sage ich: Der schwierigste Teil ist selten die Fachlichkeit, sondern die Entscheidung, wirklich loszugehen. Wer Jahre auf Station gearbeitet hat, bringt genau die Klarheit über das eigene Warum mit, die durch die harten Prüfungsphasen trägt.

Ob deine Ausbildung für diesen Weg in Frage kommt, lässt sich pauschal nicht beantworten – das schauen wir uns in Ruhe im kostenlosen Beratungsgespräch gemeinsam an.

NC-freie Medizinstudienplätze im In- und Ausland

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Zusammenfassung

Francescos Weg in fünf Schritten:

  1. Pflegeausbildung plus mehrere Jahre Berufserfahrung im Krankenhaus, dazu zwei Weiterbildungen.
  2. Der Versuch, das Abitur nebenbei nachzuholen, scheiterte am Drei-Schicht-System — nicht an ihm.
  3. Beratungsgespräch statt Aufgeben: Der entscheidende Hinweis war, dass ein Studium ohne Abitur im Ausland überhaupt möglich ist.
  4. Aufnahmetest in Biologie und Chemie bestanden, je 20 Fragen, mindestens 11 richtig, plus Motivationsschreiben.
  5. Nostrifikation: Die deutsche Pflegeausbildung wurde einem inländischen Abschluss gleichgestellt, der die Matura einschließt — damit war der reguläre Studienzugang da.

Heute: erstes Studienjahr abgeschlossen, die wichtigsten Prüfungen mit guten Ergebnissen bestanden, zweites Jahr läuft.

Sophies Schlusssatz aus der Folge bringt es auf den Punkt: Das Bild vom 1,0-Abiturienten mit fotografischem Gedächtnis ist überholt. Die größte Voraussetzung, ein Medizinstudium zu schaffen, ist, es wirklich zu wollen — der Weg dorthin ist individuell.

Wenn du eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitsbereich hast, ein Fachabitur, oder schlicht keine Abiturnote, mit der du in Deutschland eine Chance hättest: Buche eine kostenlose, unverbindliche Beratung auf Medizinerschmiede.de. Wir schauen uns deine Unterlagen an und sagen dir ehrlich, welcher Standort für dich funktioniert — und was am Ende auf dich zukommt.

Die ganze Folge gibt es auf YouTube, Spotify und Apple Podcasts.

Weiterlesen

Wenn dich Francescos Weg interessiert, sind diese Beiträge der nächste Schritt:

Rechtlicher Hinweis: Die hier dargestellten Informationen geben ein persönliches Gespräch wieder und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Zulassungs-, Nostrifikations- und Anerkennungsregelungen unterscheiden sich je nach Universität und Land und können sich ändern. Angaben zu Studiengebühren und Prüfungsformaten beziehen sich auf den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bzw. auf den Jahrgang des Gesprächspartners. Redaktionelle Irrtümer vorbehalten. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar.

Häufige Fragen zum Medizinstudium ohne Abitur

Kann ich ohne Abitur Medizin studieren?

Ja. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitswesen und Berufserfahrung mitbringt, kann diese als Hochschulzugangsberechtigung anerkennen lassen und sich an Universitäten im Ausland bewerben. Entscheidend ist danach die Aufnahmeprüfung, nicht ein Notenschnitt.

Was bedeutet Nostrifikation?

Die Anerkennung einer im Ausland oder in einem anderen Bildungssystem erworbenen Qualifikation. In diesem Fall wird geprüft, ob Pflegeausbildung und Weiterbildungen zusammen einer Hochschulzugangsberechtigung entsprechen. Die Prüfung erfolgt durch die zuständige Stelle im Zielland.

Welche Berufe kommen dafür in Frage?

Typischerweise Pflegefachkräfte, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten, operationstechnische und anästhesietechnische Assistenz sowie verwandte Gesundheitsfachberufe – oft in Verbindung mit mehreren Jahren Berufserfahrung und Weiterbildungen.

Wie läuft die Aufnahmeprüfung ab?

Über Fragen aus Biologie und Chemie auf Abiturniveau. Der Test lässt sich gezielt vorbereiten, mehrere Universitäten nehmen ihn online ab. Die Abiturnote spielt keine Rolle, weil es sie in diesem Weg gar nicht gibt.

Schaffe ich das Studium ohne Abitur fachlich?

Der Start ist für alle anspruchsvoll – auch für Kommilitonen mit sehr gutem Abitur. Beruflich Qualifizierte bringen dafür einen großen Vorteil mit: klinische Erfahrung, Umgang mit Patienten und Belastbarkeit im Schichtbetrieb. Nach ein bis zwei Semestern hat sich die Lernroutine meist eingespielt.

Was kostet das Studium in Foča?

Rund 1.750 Euro pro Semester, also etwa 3.500 Euro im Jahr – nach unserer laufenden Marktübersicht das günstigste NC-freie Medizinstudium in Europa. Dazu kommen Lebenshaltungskosten von rund 500 Euro monatlich.

In welcher Sprache wird unterrichtet?

Auf Englisch, vom ersten Semester an. Schulenglisch reicht als Grundlage, Fachbegriffe lernt man ohnehin neu – das gilt für alle im Kurs gleichermaßen.

Wird der Abschluss in Deutschland anerkannt?

Die Medizinische Fakultät Foča ist in der ANABIN-Datenbank mit dem Status H+ gelistet. Da Bosnien und Herzegowina nicht zur EU gehört, läuft die Anerkennung über die Gleichwertigkeitsprüfung des zuständigen Landesprüfungsamts. Das Praktische Jahr kann wahlweise in Deutschland absolviert werden.

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Über den Autor

Marcel Kloos

Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede

Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.

Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.

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