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Ratgeber

TMSNat 2027: Der neue Medizinertest und was das für deine Bewerbung bedeutet

TMSNat 2027: Der neue Medizinertest und was das für deine Bewerbung bedeutet

04.09.2026

10 Minuten Lesezeit

Der TMSNat kommt. Ab 2027 ersetzt er schrittweise den TMS – und wer sich jetzt für ein Medizinstudium in Deutschland bewirbt, muss verstehen, was dieser Wechsel bedeutet. Nicht für übermorgen, sondern für die eigene Bewerbungsstrategie der nächsten ein bis zwei Jahre. Laut dem Hochschulrahmengesetz liegt die Ausgestaltung von Eignungsfeststellungsverfahren bei den Ländern selbst – der TMSNat muss also durch Landesrecht verankert werden, bevor er bundesweit verbindlich ist. Die offiziellen Informationen sind noch dünn. Was feststeht: Der TMSNat wird naturwissenschaftliche Kompetenzen stärker gewichten als der heutige TMS. Ich beobachte die Entwicklung seit dem ersten Diskussionspapier. Viele Bewerber warten ab. Das ist der falsche Ansatz.

Warum der TMS reformiert wird

Der TMS läuft seit 1991. Das ist eine Laufzeit, die in der Hochschulpolitik fast schon als Ewigkeit gilt. Nicht weil er schlecht funktioniert – sondern weil die medizinische Ausbildung sich verändert hat. Naturwissenschaftliche Grundkompetenzen gelten heute als stärker prädiktiv für den Studienerfolg als rein kognitive Schnelligkeitstests. Die KMK hat entsprechende Empfehlungen für die Weiterentwicklung von Hochschulzulassungsverfahren in Medizin formuliert, zuletzt in ihren Beschlüssen zu Hochschulzugang und Studienerfolg (2023).

Der TMSNat soll diesen Anforderungen Rechnung tragen. Konkret heißt das: mehr Naturwissenschaften, weniger reine Kognitionsmessung. Ob das am Ende klug ist, lässt sich erst bewerten, wenn die genauen Testspezifikationen vorliegen. Was feststeht: Der Wechsel kommt.

Ein Punkt wird selten klar gesagt. Der TMS bleibt vorerst gültig. Er und der TMSNat werden parallel existieren, vermutlich bis mindestens 2028 oder 2029. Wer jetzt testet, verfällt nicht – sondern sichert sich einen Score, der im Übergang zwischen beiden Systemen noch zählt.

Was wir über den TMSNat wissen – und was noch offen ist

MerkmalTMS (aktuell)TMSNat 2027 (angekündigt)
EntwicklerITB Consulting, BonnITB Consulting, in Zusammenarbeit mit Universität Hamburg
Inhalt9 kognitive Untertests (z. B. Quantitativer Vergleich, Figuren lernen, Muster erkennen)Kognitive Tests + naturwissenschaftlicher Wissensteil (Biologie, Chemie, Physik)
SchwerpunktKognitive Schnelligkeit und ProblemlösungNaturwissenschaftliche Grundkompetenzen + Kognition
TestdauerRund 4 StundenNoch nicht final kommuniziert
Erstmals gültig1991, jährlich im MaiGeplant ab 2027, Termin noch offen
VorbereitungTrainierbar ohne FachvorwissenFachvorwissen in Naturwissenschaften wird relevanter

Die Tabelle zeigt, wo der entscheidende Unterschied liegt. Der TMSNat ist kein redesignter Kognitionstest. Er wird ein Test sein, der Schulwissen in Naturwissenschaften direkt abfragt. Das ändert die Vorbereitung grundlegend: Wer Biologie und Chemie aus dem Gedächtnis abgeschüttelt hat, kann das nicht mehr mit reinem Kognitionstraining kompensieren.

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Wie du dich jetzt vorbereiten kannst – auch wenn der TMSNat noch nicht da ist

Die wichtigste Erkenntnis zuerst. Wer den TMS 2026 ablegen kann, sollte das tun. Ein gültiger TMS-Score sichert die Bewerbungsmöglichkeiten im Übergangszeitraum und vermeidet das Risiko, am neuen Test ohne genügend Vorlaufzeit zu starten.

Gleichzeitig macht es Sinn, jetzt mit der naturwissenschaftlichen Auffrischung zu beginnen. Das bedeutet konkret: Abiturwissen in Biologie, Chemie und Physik reaktivieren. Wer das in den letzten zwei Jahren vernachlässigt hat, braucht mehr Zeit als gedacht. Abituraufgaben aus den letzten fünf Jahren sind ein guter Einstieg – nicht wegen der Übungsaufgaben selbst, sondern weil sie zeigen, welches Niveau erwartet wird.

Ein Probelauf mit dem HAM-Nat lohnt sich ebenfalls. Der Hamburger Naturwissenschaftstest ist strukturell dem voraussichtlichen TMSNat-Naturwissenschaftsteil ähnlich. Wer ihn einmal absolviert hat, versteht, wie naturwissenschaftliches Prüfungswissen unter Zeitdruck gefragt wird – und das ist eine andere Erfahrung als stilles Nacharbeiten zuhause.

Internationaler Blick: Wie andere Länder ihre Zulassungstests reformieren

Deutschland ist nicht das erste Land, das seinen Medizinzulassungstest überarbeitet. Ein Blick ins Ausland zeigt, welche Richtungen möglich sind – und welche Lehren andere bereits gezogen haben.

Großbritannien hat den UKCAT 2019 zum UCAT reformiert und dabei den Abschnitt zur Entscheidungsfindung ausgebaut. Der Grund: Forschungsergebnisse zeigten, dass dieser Teil stärker mit späterem klinischem Urteilsvermögen korreliert als reine Kognitionsschnelligkeit. Die Umstellung lief über zwei Testzyklen parallel – Bewerber in der Übergangszeit hatten Planungssicherheit, weil beide Versionen für eine Saison anerkannt wurden.

Österreich hat den MedAT seit seiner Einführung 2014 mehrfach angepasst, zuletzt 2022 mit einer stärkeren Gewichtung des Basiswissensteils Naturwissenschaften. Laut Medizinische Universität Wien (Jahresbericht 2023) führte die Änderung zu einem messbaren Anstieg der Durchfallquote im ersten Testjahr nach der Reform – Bewerber, die sich nur auf kognitive Tests vorbereitet hatten, schnitten schlechter ab. Das ist die Parallele zum TMSNat, die in Deutschland bisher kaum diskutiert wird.

Australien nutzt den UCAT ANZ (Australia/New Zealand), eine lokal angepasste Version des britischen UCAT. Die australischen Medizinfakultäten – darunter die University of Melbourne und die University of Sydney – kombinieren UCAT ANZ-Ergebnisse mit dem ATAR (Abituräquivalent) und persönlichen Auswahlgesprächen. Was Australien zeigt: Kein Test entscheidet allein. Auch nach einer Reform bleibt ein mehrstufiges Auswahlverfahren das Ziel – und genau das plant der KMK-Rahmen für Deutschland ebenfalls.

Schweden hat seinen Högskoleprovet zuletzt 2018 verändert und den Mathematikteil aufgewertet. Bemerkenswert: Die Änderung war von kurzer politischer Diskussion begleitet, aber kaum von Panik in der Bewerberschaft. Das liegt daran, dass der schwedische Weg grundsätzlich auf Freiwilligkeit setzt – der Test ist eine Option, keine Pflicht. Der TMSNat wird dagegen deutlich mehr Gewicht haben. Wer ihn braucht, muss ihn ernst nehmen.

Wenn der TMSNat zum Problem wird – deine Alternativen

Ein neuer Test mit neuen Anforderungen bedeutet auch: neue Unbekannte. Wer weiß, dass Naturwissenschaften nicht seine Stärke sind, sollte jetzt planen – nicht 2027.

Eine Option ist der TMS, solange er noch gilt. Wer sich 2026 gut vorbereitet und einen starken Score erzielt, hat einen Puffer. Manche Universitäten werden den TMS voraussichtlich auch nach 2027 noch akzeptieren, solange der TMSNat nicht vollständig eingeführt ist.

Eine andere Option ist das Auslandsstudium. Ein Medizinstudium in Bulgarien, Serbien oder Kroatien – auf Englisch, ohne Aufnahmeprüfung, ohne NC – ist kein Plan B für Gescheiterte. Es ist ein vollwertiger Weg, den heute Tausende deutschsprachige Medizinstudierende gehen. Die Medizinerschmiede prüft in einem kostenlosen Beratungsgespräch, ob und wo ein Studienstart planbar ist – unabhängig und neutral.

Meine Meinung als Zahnarzt und Gründer

Den TMSNat beobachte ich mit gemischten Gefühlen. Nicht weil er falsch ist – sondern weil Reformen dieser Art immer eine Übergangskohorte produzieren, die die Kosten trägt, ohne vom Ergebnis zu profitieren. Wer 2026 oder 2027 in die Medizinzulassung geht, sitzt in genau dieser Kohorte.

Ich habe selbst 2015 entschieden, nicht auf den deutschen Zulassungsweg zu warten. Sofia war für mich die richtige Entscheidung. Sechs Jahre Studium, eidgenössische Anerkennung, heute Inhaber der Medizinerschmiede. Die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, war damals keine Niederlage – sie war Strategie.

Was ich Bewerbern heute sage: Ein unsicherer Reformprozess ist kein Grund, die eigene Planung auf Eis zu legen. Es ist ein Grund, die Optionen zu kennen. Den TMS noch ablegen, den HAM-Nat als Benchmark nutzen, und parallel prüfen, ob ein Auslandsstandort zur persönlichen Situation passt. Planbarkeit ist wertvoller als das Warten auf Sicherheit, die vielleicht nie kommt.

Zusammenfassung

  • Der TMSNat soll ab 2027 den TMS ablosen – mit einem stärkeren naturwissenschaftlichen Fokus auf Biologie, Chemie und Physik.
  • Der TMS bleibt vorerst gültig und sollte 2026 noch abgelegt werden, um Bewerbungsoptionen im Übergangszeitraum zu sichern.
  • Die Vorbereitung ändert sich: Abiturwissen in Naturwissenschaften wird relevanter, reines Kognitionstraining reicht künftig nicht mehr aus.
  • Andere Länder zeigen: Testreformen führen im ersten Jahr oft zu schlechteren Ergebnissen bei Bewerbern, die sich nicht angepasst haben.
  • Wer Naturwissenschaften als Schwäche kennt, sollte jetzt mit der Auffrischung beginnen – nicht erst 2026 oder 2027.
  • Das Auslandsstudium bleibt eine vollwertige Alternative für alle, die den deutschen Zulassungsweg als zu unsicher einschätzen.

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Häufige Fragen zum TMSNat 2027

Was ist der TMSNat?

Der TMSNat ist der geplante Nachfolger des TMS für die Medizinzulassung in Deutschland. Er soll ab 2027 eingeführt werden und naturwissenschaftliche Inhalte – Biologie, Chemie, Physik – stärker gewichten als der heutige TMS. Die genaue Ausgestaltung ist noch nicht final kommuniziert.

Wann genau kommt der TMSNat?

Die angegebene Einführung ist 2027, aber ein genauer Termin ist noch nicht offiziell bestätigt. Aus der Hochschulpolitik ist bekannt, dass Reformen dieser Art häufig später stattfinden als ursprünglich geplant. Wer 2026 bereit ist, sollte den TMS nicht verschieben.

Gilt mein TMS-Ergebnis noch, wenn der TMSNat eingeführt wird?

Voraussichtlich ja, zumindest über eine Übergangszeit. Die meisten Hochschulen werden TMS-Ergebnisse innerhalb ihrer Gültigkeitsfrist weiter akzeptieren. Die genauen Übergangsregelungen legen die Bundesländer und einzelnen Universitäten fest.

Was testet der TMSNat genau?

Die vollständige Testspezifikation ist noch nicht veröffentlicht. Bekannt ist, dass er kognitive Aufgaben (ähnlich dem TMS) mit einem naturwissenschaftlichen Wissensteil kombinieren soll. Der HAM-Nat gibt einen Hinweis auf die Richtung des Naturwissenschaftsteils.

Wie bereite ich mich auf den TMSNat vor?

Abiturwissen in Biologie, Chemie und Physik reaktivieren und kognitive Schnelligkeitstests weiter trainieren. Der HAM-Nat eignet sich als strukturell verwandter Trainingstest. Wer den TMS 2026 noch ablegen kann, sollte das tun – als Absicherung im Übergangszeitraum.

Kann ich den TMS noch 2026 ablegen?

Ja. Der TMS findet 2026 planmäßig im Mai statt. Ein guter TMS-Score bleibt wertvoll, solange er im Rahmen der Hochschulzulassung anerkannt wird. Wer sich jetzt vorbereitet, hat noch genügend Vorlaufzeit.

Unterscheidet sich der TMSNat vom HAM-Nat?

Der HAM-Nat ist ein bestehender naturwissenschaftlicher Eingangstest der Universität Hamburg. Der TMSNat wird vermutlich ähnliche inhaltliche Schwerpunkte setzen, ist aber als bundesweiter Test konzipiert. Er ist nicht identisch mit dem HAM-Nat.

Was passiert, wenn ich weder TMS noch TMSNat bestehe?

Es gibt andere Zulassungswege in Deutschland: eigene Eignungsgespräche, Wartezeitquote, Losverfahren und weitere universitäre Auswahlverfahren. Und das Auslandsstudium bleibt für viele die planbarste Option – ohne Aufnahmeprüfung, auf Englisch, mit vollwertigem Abschluss.

Gilt der TMSNat für alle medizinischen Studienrichtungen?

Die Einführung betrifft primär Humanmedizin. Ob Zahn-, Tier- und andere Heilberufsfächer einbezogen werden, ist noch offen. Einzelne Universitäten können eigene Regelungen treffen, sobald der rechtliche Rahmen steht.

Ist das Auslandsstudium eine Alternative zum TMSNat?

Ja. Ein Medizinstudium in Europa – in Bulgarien, Serbien, Kroatien oder anderen Ländern – läuft unabhängig vom deutschen Zulassungstest. Es gibt keinen NC und keine Aufnahmeprüfung. Die Medizinerschmiede prüft kostenlos, welche Optionen zur persönlichen Situation passen.

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Über den Autor

Marcel Kloos

Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede

Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.

Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.

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