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Ratgeber

Chancen-Rechner: Wie hoch ist deine Chance auf einen Studienplatz?

Chancen-Rechner: Wie hoch ist deine Chance auf einen Studienplatz?

18.08.2026

11 Min. Lesezeit

Zwei Drittel aller Bewerber bekommen in Deutschland keinen Medizinstudienplatz. Das liegt selten daran, dass jemand ungeeignet wäre – es liegt daran, dass sich rund 31.500 Menschen auf etwa 10.350 Plätze bewerben. Trotzdem wissen die wenigsten vor der Bewerbung, wo sie eigentlich stehen.

Genau dafür haben wir den Chancen-Rechner gebaut. Er nimmt die Auswahlgrenzen, die hochschulstart nach jedem Verfahren veröffentlicht, dazu deine Landesquote, deine Punktzahl und dein Testergebnis – und zeigt dir Standort für Standort, wie deine Chance in der Abiturbestenquote, in der Zusätzlichen Eignungsquote und im Auswahlverfahren der Hochschulen aussieht. Für Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie.

Dieser Text erklärt, was hinter den Zahlen steckt: wie die Quoten funktionieren, warum das Bundesland deines Abiturs über deinen Grenzwert entscheidet und wie viel ein einzelner TMS-Punkt wirklich wert ist. Zuletzt geprüft: August 2026.

Wie werden Medizinstudienplätze in Deutschland vergeben?

Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie sind die vier Studiengänge, die bundesweit zulassungsbeschränkt sind. Sie laufen alle vier über hochschulstart, und sie laufen nach demselben Modell.

Zuerst gehen bis zu 20 Prozent der Plätze in die Vorabquoten: Härtefall, Zweitstudium, ausländische Bewerber, Sanitätsoffiziere sowie die Landarzt- und ÖGD-Quoten der Länder. Erst was danach übrig bleibt, wird auf die drei großen Quoten verteilt.

QuoteAnteilWer entscheidetWas zählt
Abiturbestenquote30 Prozenthochschulstartausschließlich die Punktzahl der Hochschulzugangsberechtigung
Zusätzliche Eignungsquote10 Prozentdie UniversitätTest, Berufsausbildung, Berufstätigkeit, Dienste, Preise – die Abiturnote ist ausgeschlossen
Auswahlverfahren der Hochschulen60 Prozentdie UniversitätAbiturnote plus mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium, in Humanmedizin zwei

Der entscheidende Punkt: Du stehst automatisch in allen drei Ranglisten. Wer in der Abiturbestenquote chancenlos ist, kann über die Eignungsquote trotzdem einen Platz bekommen – dort spielt die Note nämlich überhaupt keine Rolle. Genau deshalb rechnet der Chancen-Rechner jede Quote einzeln und führt sie erst am Ende zusammen.

Warum entscheidet das Bundesland deines Abiturs über deinen Grenzwert?

In der Abiturbestenquote konkurrierst du nicht bundesweit, sondern nur mit den Bewerbern aus dem Bundesland, in dem du deine Hochschulzugangsberechtigung erworben hast. Die Plätze werden zu einem Drittel nach dem Anteil an den Bewerbern und zu zwei Dritteln nach dem Anteil an den 18- bis unter 21-Jährigen auf die 16 Landesquoten verteilt.

Das Ergebnis ist ein Unterschied, den viele unterschätzen. Am Beispiel Freiburg im Wintersemester 2025/26:

Bundesland der HochschulzugangsberechtigungGrenzwert Freiburgentspricht der Note
Hessen854 Punkte1,0
Saarland853 Punkte1,0
Nordrhein-Westfalen844 Punkte1,0
Baden-Württemberg840 Punkte1,0
Bayern825 Punkte1,1
Schleswig-Holstein823 Punkte1,1

Zwischen Hessen und Schleswig-Holstein liegen 31 Punkte. Dieselbe Leistung reicht in einem Bundesland für den Platz und im anderen nicht. Deshalb ist das Bundesland im Rechner ein eigenes Eingabefeld und nicht eine Randnotiz.

Warum ist die Punktzahl wichtiger als die Abiturnote?

Die Ranglisten arbeiten nicht mit der gerundeten Note, sondern mit der Punktzahl auf der 900er-Skala. Die Umrechnung ist einfach: Punkte = 1020 − 180 × Note. Eine 1,3 sind 786 Punkte, eine 1,8 sind 696 Punkte.

Bei 840 Punkten steht im Zeugnis eine 1,0 – und ab da wird die Note nicht mehr besser, die Punktzahl aber schon. Wer 1,0 hat, kann irgendwo zwischen 840 und 900 Punkten liegen. In genau diesen 60 Punkten entscheidet sich die gesamte Abiturbestenquote, denn die Grenzwerte der begehrten Standorte liegen mitten in diesem Bereich: Heidelberg lag im Wintersemester 2025/26 je nach Bundesland zwischen 862 und 878 Punkten, Münster bei 872.

Wenn du deine Punktzahl kennst, stell im Rechner den unteren Regler direkt darauf ein. Das Ergebnis wird damit spürbar genauer als über die Note.

Was zählt in der Zusätzlichen Eignungsquote, wenn die Note nicht zählt?

Die Zusätzliche Eignungsquote ist die einzige Quote, in der das Zeugnis rechtlich gar nicht berücksichtigt werden darf. Weder die Durchschnittsnote noch einzelne Fächer. Zulässig sind nur schulnotenunabhängige Kriterien:

  • ein fachspezifischer Studieneignungstest, also TMS, HAM-Nat oder in Pharmazie der PhaST
  • eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einschlägige Berufstätigkeit
  • Dienste und ehrenamtliches Engagement
  • außerschulische Leistungen, etwa Preise in naturwissenschaftlichen Wettbewerben
  • Ergebnisse aus Auswahlgesprächen

An mehreren Standorten ist diese Quote praktisch eine reine Testrangliste. Bochum, Bonn, Köln, Düsseldorf, Bielefeld, Rostock und Greifswald bewerten in ihrer ersten Eignungsquote zu 100 Prozent den TMS. In Münster reichen 90 Prozent Testgewicht – der Grenzwert lag zuletzt bei 76,5 von 100 Punkten, was ungefähr einem Standardwert von 121 entspricht. Ohne Test ist diese Quote für dich verschlossen, mit einem sehr guten Test ist sie der schnellste Weg an einen Platz.

Wie viel bringt ein Punkt mehr im TMS?

Der TMS liefert keinen Rohwert, sondern einen Standardwert. 100 ist der Durchschnitt aller Teilnehmer, die Streuung beträgt 10. Fast alle Universitäten rechnen ihn nach derselben Formel in Punkte um:

Punkte = Gewicht × (Standardwert − 70) ÷ 60

Unter 70 gibt es null Punkte, ab 130 die volle Zahl. Ein Standardwert von 100 bringt also exakt die Hälfte des Gewichts. Was das konkret bedeutet, wenn eine Universität den Test mit 40 von 100 Punkten gewichtet:

StandardwertProzentrangPunkte bei 40 Prozent Testgewicht
901613,3
1005020,0
1108426,7
1209833,3
13099,940,0

Zehn Standardwertpunkte sind hier 6,7 Verfahrenspunkte wert. Zum Vergleich: Um dieselben 6,7 Punkte über das Zeugnis zu holen, müsstest du bei einem Abiturgewicht von 55 Prozent rund 73 Punkte auf der 900er-Skala besser sein – das sind vier Zehntel Notenstufe. Der Test ist der mit Abstand beweglichste Hebel im ganzen Verfahren.

Zwei Standorte rechnen härter. Heidelberg und Mannheim werten nur, was über dem Durchschnitt liegt: (Standardwert − 100) ÷ 30. Ein Ergebnis von 100 bringt dort null Punkte, erst ab 105 wird es interessant. Und die Gewichtungen selbst gehen weit auseinander: Augsburg entscheidet eine seiner Teilquoten zu 100 Prozent über den TMS, die Charité gewichtet ihn im Auswahlverfahren mit 60 Prozent und die Abiturnote nur mit 20, während Erlangen-Nürnberg bei 35 Prozent Testgewicht bleibt.

Wichtig für deine Planung: Der letzte reguläre TMS läuft im November 2026, der letzte HAM-Nat im September 2026. Ab Frühjahr 2027 gibt es den TMSnat, eine Fusion aus beiden Tests – dafür unbegrenzt wiederholbar.

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Welche Kriterien bringen neben Note und Test noch Punkte?

Vier Dinge tauchen in fast jeder Zulassungssatzung auf, und sie sind mehr wert, als die meisten annehmen:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitswesen. Der stärkste Zusatzhebel. In der Eignungsquote der Charité, der LMU München und in Erlangen-Nürnberg sind das 40 Prozent der Gesamtpunkte, in Freiburg 24 von 100. Anerkannt werden unter anderem Pflege, Notfallsanitäter, MTA, MFA, Hebamme, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und OTA.
  • Berufstätigkeit von mindestens einem Jahr im gelernten Beruf, meist zusätzlich zur Ausbildung anrechenbar.
  • Dienste ab elf abgeschlossenen Monaten: FSJ, FÖJ, Bundesfreiwilligendienst oder freiwilliger Wehrdienst. Heidelberg lässt schon mehr als sechs Monate gelten. Ehrenamt bei Feuerwehr, DLRG, Malteser, ASB oder THW zählt an vielen Standorten ab zwei Jahren.
  • Preise bei Jugend forscht auf Bundesebene oder im Auswahlwettbewerb zu einer Internationalen Olympiade in Biologie, Chemie, Physik, Informatik oder Mathematik.

Im Rechner setzt du diese vier Punkte als Häkchen. Wer eine Ausbildung mitbringt, sieht sofort, wie stark sich vor allem die Eignungsquote verschiebt.

Wie unterscheiden sich Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie?

Das Quotenmodell ist in allen vier Studiengängen identisch. Die Unterschiede liegen woanders.

Zahnmedizin ist der härteste der vier Studiengänge, weil auf jeden Platz rund sieben Bewerber kommen. Hamburg setzt zusätzlich den HAM-Man ein, einen manuellen Geschicklichkeitstest, der dort mit 30 Prozent in die Wertung geht.

Tiermedizin gibt es an fünf Standorten – Berlin, Gießen, Hannover, Leipzig und München – und ausschließlich zum Wintersemester. Alle fünf nutzen den TMS. Einzelne Länder haben zusätzlich eine Landtierarztquote für die Nutztiermedizin eingerichtet.

Pharmazie hat einen bundesweiten NC, aber deutlich entspanntere Grenzwerte. Statt des TMS kommt an rund 20 Standorten der PhaST zum Einsatz, der Pharmazeutische Studierfähigkeitstest, gewichtet mit 20 bis 40 Prozent im Auswahlverfahren und 30 bis 100 Prozent in der Eignungsquote. Während Heidelberg auch in Pharmazie eine 1,0 verlangt, lagen Saarland, Tübingen und Regensburg zuletzt jenseits der 2,4.

Wie viele Bewerber kommen auf einen Studienplatz?

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Wintersemester 2025/26 zeigen, worum es eigentlich geht:

StudiengangBewerberStudienanfängerBewerber je Platz
Humanmedizin31.54310.3523,0
Zahnmedizin10.8811.5427,1
Tiermedizin5.2161.1594,5
Pharmazie5.6401.8533,0

In Humanmedizin bekommt rechnerisch jeder Dritte einen Platz, in Zahnmedizin jeder Siebte. Zwei Drittel beziehungsweise sechs Siebtel der Bewerber gehen leer aus – Jahr für Jahr, unabhängig davon, wie geeignet sie wären.

Was rechnet der Chancen-Rechner konkret aus?

Du gibst Studiengang, Bundesland, Abiturnote oder Punktzahl, Testergebnis und deine Zusatzkriterien ein. Daraus entsteht dreierlei:

  • eine Gesamtchance in Prozent mit einer klaren Einordnung von „sehr gute Chance“ bis „sehr geringe Chance“
  • die Aufteilung auf die drei Quoten, inklusive deiner Verfahrensnote und deiner Eignungspunktzahl auf der 100er-Skala
  • eine Tabelle mit jedem einzelnen Standort – 42 in Humanmedizin, 29 in Zahnmedizin, fünf in Tiermedizin, 22 in Pharmazie – jeweils mit dem Grenzwert für dein Bundesland und drei getrennten Chancenwerten

Dazu rechnet der Rechner rückwärts: Er sagt dir, welchen Standardwert du im TMS bräuchtest, um bei 50 oder 80 Prozent zu landen. Wer in einem der elf Bundesländer mit Landarztquote sein Abitur gemacht hat, bekommt zusätzlich den Hinweis auf diese Vorabquote – dort zählt die Note wenig, dafür Test, Berufserfahrung und ein Interview, im Gegenzug bindest du dich für zehn Jahre hausärztliche Tätigkeit auf dem Land. Was das über die gesamte Laufzeit bedeutet, steht im Artikel zur Bindungsdauer der Landarztquote.

Die Datengrundlage sind die Auswahlgrenzen von hochschulstart, die publizierten Gewichtungen der einzelnen Universitäten und die Bewerberzahlen des Statistischen Bundesamtes. Wo eine Universität ihre Gewichtung nicht veröffentlicht, rechnet ein Standardprofil; wo hochschulstart für ein Bundesland keinen Einzelwert ausweist, ist der Grenzwert aus der veröffentlichten Spanne abgeleitet und in der Tabelle markiert.

Welche Fristen gelten und wie viele Studienorte darfst du angeben?

Fürs Wintersemester ist der 15. Juli Schluss, fürs Sommersemester der 15. Januar. Wer sein Abitur vor dem 16. Januar erworben hat, gilt als Altabiturient und muss fürs Wintersemester schon zum 31. Mai bewerben. Die Unterlagen gehen zusätzlich postalisch raus.

Ein häufiger Irrtum betrifft die Ortswünsche: Die Begrenzung auf sechs Studienorte stammt aus dem ZVS-System vor 2020 und gilt nicht mehr. Für die vier bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge kannst du dich auf beliebig viele Standorte bewerben. Die Reihenfolge, die du festlegst, steuert nur, welches Angebot du am Stichtag annimmst – sie verbessert deine Chance nicht. Einzelne Hochschulen verlangen für bestimmte Teilquoten allerdings eine hohe Ortspräferenz.

Bleiben am Ende Plätze frei, folgt das Koordinierte Nachrücken mit einer eigenen, nur dreitägigen Anmeldephase, für die du dich aktiv melden musst. Alle Fristen und Verfahrensschritte im Detail stehen in unserem Artikel zur Studienplatzvergabe in Medizin.

Was tun, wenn der Rechner eine niedrige Chance zeigt?

Eine niedrige Zahl ist keine Aussage über deine Eignung. Sie ist eine Aussage über ein Verfahren, in dem 21.000 Bewerber pro Jahr an einer Kapazitätsgrenze scheitern.

Es gibt drei Wege daraus. Der erste ist ein Testergebnis – der Rechner zeigt dir, welcher Standardwert nötig wäre. Der zweite ist eine Berufsausbildung im Gesundheitswesen, die in der Eignungsquote bis zu 40 Prozent der Punkte trägt, aber zwei bis drei Jahre kostet. Der dritte ist das Studium im europäischen Ausland: Universitäten ohne Numerus clausus, mit einem Abschluss, der in Deutschland und der Schweiz automatisch anerkannt wird, ohne Wartesemester und ohne TMS. Welche Standorte das sind und was sie kosten, steht in unserem Überblick zum Medizinstudium ohne NC im Ausland.

Wer Geld in Nachhilfe, Testvorbereitung, ein Auslandsjahr oder eine Privatschule steckt, um die Note noch um ein Zehntel zu drücken, sollte einmal gegenrechnen: Sechs Jahre Studiengebühren an einem NC-freien Standort beginnen bei rund 21.000 Euro. Das ist weniger als ein einziges Jahr an vielen deutschen Internaten – und es führt sicher zum Abschluss, statt die Chance auf einen Platz um ein paar Prozentpunkte zu verschieben.

Meinung des Autors

Ich habe 2015 selbst vor dieser Rechnung gestanden. Mein Zeugnis hätte in keiner Landesquote gereicht, und ich bin dann nach Sofia gegangen, habe dort von 2015 bis 2021 Zahnmedizin studiert und bin heute eidgenössisch anerkannter Zahnarzt. Was mir damals gefehlt hat, war genau das, was dieser Rechner jetzt macht: eine ehrliche Zahl, bevor man ein Jahr verliert.

Was ich in den Beratungsgesprächen immer wieder sehe: Die meisten überschätzen die Abiturbestenquote und unterschätzen den Test. Wer eine 1,4 hat und keinen TMS schreibt, bewirbt sich faktisch nur um 30 Prozent der Plätze – und dort ist er chancenlos. Derselbe Mensch mit einem Standardwert von 115 spielt plötzlich um 100 Prozent der Plätze mit und hat an mehreren Standorten reelle Aussichten. Das ist der größte Hebel, den es gibt, und er kostet 100 Euro Anmeldegebühr.

Der zweite Punkt, bei dem ich oft widerspreche: das Warten. Wartesemester bringen seit 2020 nichts mehr. Wer ein Jahr sitzen lässt, ohne in dieser Zeit einen Test zu schreiben oder eine Ausbildung zu machen, hat danach exakt dieselbe Chance wie vorher – nur ein Jahr später. Ich habe Bewerber gesehen, die auf diese Weise vier Jahre verloren haben.

Und drittens: Eine niedrige Prozentzahl in diesem Rechner sagt nichts über deine Eignung als Arzt oder Zahnärztin. Sie sagt etwas über die Zahl der Studienplätze in Deutschland. Wer wirklich Medizin will, sollte sich parallel ansehen, was ein Studienplatz in Europa bedeutet – gleicher Abschluss, automatische Anerkennung, Start im selben Jahr. Ich habe diesen Weg selbst genommen und würde ihn wieder nehmen.

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Zusammenfassung

  • Vier Studiengänge laufen über hochschulstart: Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie – alle nach demselben Quotenmodell.
  • Nach den Vorabquoten gehen 30 Prozent in die Abiturbestenquote, 10 Prozent in die Zusätzliche Eignungsquote und 60 Prozent in das Auswahlverfahren der Hochschulen. Du stehst automatisch in allen drei Ranglisten.
  • In der Abiturbestenquote zählt die Punktzahl auf der 900er-Skala, nicht die gerundete Note. Maßgeblich ist das Bundesland, in dem du dein Abitur gemacht hast – zwischen Hessen und Schleswig-Holstein liegen bis zu 31 Punkte.
  • In der Zusätzlichen Eignungsquote ist die Abiturnote gesetzlich ausgeschlossen. An sieben Standorten entscheidet dort allein der TMS.
  • Zehn Standardwertpunkte im TMS sind etwa so viel wert wie vier Zehntel Notenstufe. Der letzte reguläre TMS läuft im November 2026, ab Frühjahr 2027 folgt der TMSnat.
  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitswesen trägt in der Eignungsquote mehrerer Universitäten bis zu 40 Prozent der Punkte.
  • Wartesemester bringen seit 2020 nichts. Ortswünsche sind nicht mehr auf sechs begrenzt – bewirb dich auf alle Standorte.
  • In Humanmedizin bekommt rechnerisch jeder Dritte einen Platz, in Zahnmedizin jeder Siebte. Wer keinen bekommt, hat mit einer NC-freien Universität in Europa einen zweiten Weg, der im selben Jahr beginnt und in Deutschland und der Schweiz anerkannt wird.

Der Chancen-Rechner ersetzt keine Bewerbung und keine Beratung. Er nimmt dir nur die Unsicherheit darüber, wo du stehst – und zeigt dir, an welcher Stellschraube sich überhaupt noch etwas bewegen lässt. Wenn am Ende eine niedrige Zahl steht, ist das kein Urteil über dich, sondern über ein Vergabesystem mit zu wenigen Plätzen.

Wenn du wissen willst, wie dein Weg konkret aussehen könnte – mit oder ohne deutschen Studienplatz – buch dir eine kostenlose Studienberatung. Wir gehen deine Zahlen gemeinsam durch, ohne Verpflichtung.

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Häufige Fragen zum Chancen-Rechner und zur Studienplatzvergabe

Ist der Chancen-Rechner kostenlos?

Ja. Der Chancen-Rechner ist frei zugänglich, ohne Anmeldung und ohne Registrierung. Es werden keine Daten gespeichert, die Berechnung läuft vollständig in deinem Browser.

Wie genau ist das Ergebnis?

Der Rechner arbeitet mit den Auswahlgrenzen, die hochschulstart nach jedem Verfahren veröffentlicht. Diese Grenzwerte schwanken von Semester zu Semester, weil sich das Bewerberfeld jedes Jahr ändert. Das Ergebnis ist damit eine belastbare Orientierung, keine Zusage. Wer knapp an einer Schwelle liegt, sollte sich in jedem Fall bewerben.

Was ist der Unterschied zwischen Abiturnote und Punktzahl?

Die Note ist der gerundete Wert im Zeugnis, die Punktzahl der genaue Wert auf der 900er-Skala. Die Ranglisten der Abiturbestenquote arbeiten mit der Punktzahl. 840 Punkte entsprechen einer 1,0 – wer 1,0 hat, kann also zwischen 840 und 900 Punkten liegen, und genau dort entscheidet sich die Quote.

Zählen Wartesemester noch?

Nein. Die Wartezeitquote ist mit der Reform 2020 abgeschafft worden. Wer heute wartet, verbessert seine Chance dadurch nicht. Sinnvoll ist die Zeit nur, wenn du sie für einen Studieneignungstest, eine Berufsausbildung oder einen Dienst nutzt – diese drei zählen in der Eignungsquote und im Auswahlverfahren der Hochschulen.

Brauche ich den TMS unbedingt?

Für die Abiturbestenquote nicht, dort zählt nur das Zeugnis. Für die anderen 70 Prozent der Plätze praktisch schon: In der Zusätzlichen Eignungsquote ist die Abiturnote ausgeschlossen, und im Auswahlverfahren der Hochschulen muss laut Staatsvertrag ein fachspezifischer Studieneignungstest berücksichtigt werden. Wer unter 1,2 liegt, kommt ohne Testergebnis kaum weiter.

Wie oft darf ich den TMS schreiben?

Seit 2022 ist eine Wiederholung möglich, also maximal zwei Teilnahmen. Die Anmeldung zur Wiederholung muss innerhalb eines Jahres nach der Erstteilnahme erfolgen. Beide Ergebnisse bleiben gültig, du darfst dich für das bessere entscheiden. Der Nachfolger TMSnat ab Frühjahr 2027 ist unbegrenzt wiederholbar.

Kann ich meine Chance verbessern, indem ich das Bundesland wechsle?

Maßgeblich ist das Bundesland, in dem du die Hochschulzugangsberechtigung erworben hast, nicht dein Wohnort. Ein Umzug nach dem Abitur ändert daran nichts. Wer die Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben hat, wird per Los einer Landesquote zugeordnet.

Hat Pharmazie wirklich einen bundesweiten NC?

Ja. Pharmazie wird wie Humanmedizin, Zahnmedizin und Tiermedizin über hochschulstart vergeben und nach demselben Quotenmodell verteilt. Die Grenzwerte liegen allerdings deutlich niedriger und reichen je nach Standort von 1,0 bis über 2,4.

Wird Tiermedizin auch zum Sommersemester angeboten?

Nein, Tiermedizin startet ausschließlich zum Wintersemester. Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie gibt es an einzelnen Standorten auch zum Sommersemester.

Wie viele Studienorte soll ich angeben?

So viele wie möglich. Die Zahl der Ortswünsche ist für die vier bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge nicht begrenzt, und zusätzliche Ortswünsche kosten dich nichts. Die Reihenfolge steuert nur, welches Angebot du am Stichtag annimmst.

Was bringt die Landarztquote?

Sie ist eine Vorabquote in elf Bundesländern, in der die Abiturnote wenig bis gar nicht zählt – Baden-Württemberg gewichtet den TMS mit 60 Prozent, Bayern mit 50. Dafür verpflichtest du dich zu zehn Jahren hausärztlicher Tätigkeit in einer unterversorgten Region nach der Facharztweiterbildung, abgesichert durch eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro. Die Bewerbung läuft nicht über hochschulstart, sondern über eine Landesbehörde mit eigener Frist im Frühjahr.

Wann lohnt sich der Blick ins Ausland?

Sobald der Rechner über mehrere Semester hinweg keine realistische Chance zeigt und du weder Testergebnis noch Berufsausbildung nachlegen willst. Ein Studienplatz an einer NC-freien Universität in Europa ist im selben Jahr verfügbar, der Abschluss wird in Deutschland und der Schweiz automatisch anerkannt. In einer kostenlosen Studienberatung gehen wir deine Zahlen gemeinsam durch.

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Über den Autor

Marcel Kloos

Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede

Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.

Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.

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