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Ratgeber

Arztgehalt Luxemburg 2026: Was Assistenzarzt, Facharzt und Oberarzt verdienen

Arztgehalt Luxemburg 2026: Was Assistenzarzt, Facharzt und Oberarzt verdienen

06.09.2026

11 Min. Lesezeit

Ein Assistenzarzt in der Weiterbildung, im luxemburgischen System „médecin en voie de spécialisation“ (MEVS) genannt, kommt je nach Ausbildungsjahr auf rund 3.900 bis 4.900 € brutto im Monat, ein angestellter Facharzt im Krankenhaus im Schnitt auf rund 9.500 € brutto im Monat und ein Chefarzt beziehungsweise Chef de service auf etwa 13.500 € brutto im Monat – Modellwerte auf Basis der CCT-FHL-Gehaltslogik der Fédération des Hôpitaux Luxembourgeois und der Honorarordnung der AMMD, Stand 2025. Niedergelassene Fachärzte lagen laut der letzten belastbaren IGSS-Aufschlüsselung bei einem Durchschnittseinkommen von 343.000 € im Jahr, niedergelassene Hausärzte bei 164.247 € im Jahr.

Dieser Text ordnet die Gehälter für Berufseinstieg, Facharztstatus und Niederlassung ein, rechnet Steuern und Sozialabgaben nach dem luxemburgischen System 2025 durch und zeigt, was von den Zahlen nach Abzug der hohen Lebenshaltungskosten in Luxemburg-Stadt tatsächlich bleibt. Jede Zahl trägt Jahr und Quelle direkt im Satz. Zuletzt geprüft: September 2026. Wer die Netto-Werte für die eigene Situation durchrechnen will, findet das im Gehaltsrechner für 16 Länder, der Nettogehälter nach Position, Erfahrung, Diensten und kaufkraftbereinigt gegenüberstellt.

Wie viel verdient ein Arzt in Luxemburg 2026 im Überblick?

Ein Assistenzarzt (MEVS) verdient in Luxemburg 2025 im ersten Ausbildungsjahr rund 3.900 € brutto im Monat, ein angestellter Facharzt im Krankenhaus im Schnitt rund 9.500 € brutto im Monat und ein Chefarzt beziehungsweise Chef de service rund 13.500 € brutto im Monat. Da Luxemburg den Euro als Währung nutzt, entfällt jede Umrechnung – alle Zahlen stehen bereits in Euro.

PositionMonatsbruttoJahresbruttoin Euro
Assistenzarzt / MEVS, 1. Jahrrund 3.900 €rund 46.800 €46.800 €
Assistenzarzt / MEVS, 4.–5. Jahrrund 4.900 €rund 58.800 €58.800 €
Facharzt, angestellt (Krankenhaus)rund 9.500 €rund 114.000 €114.000 €
Chefarzt / Chef de servicerund 13.500 €rund 162.000 €162.000 €
Niedergelassener Hausarzt (Ø, liberal)rund 13.700 €164.247 €164.247 €
Niedergelassener Facharzt (Ø, liberal)rund 28.600 €343.000 €343.000 €

Quellen: Convention collective FHL / CHL-Gehaltslogik für MEVS und Salariés 2025, Gutachten der Chambre des Salariés (CSL) vom 3. Oktober 2022 zur Ausbildungsbeihilfe für MEVS, AMMD-Honorarordnung (CNS-Nomenklatur, Stand 1. Februar 2025), IGSS-Einkommensdaten niedergelassener Ärzte, veröffentlicht 2014 und seither ohne neuere offizielle Gesamtaufschlüsselung (bestätigt durch die Marktanalyse von MEDS-LINK, 2026). Zum Vergleich liegen die Sozialversicherungsparameter 2026 laut den offiziellen Beitragssätzen bei 5,60 % für die Krankenversicherung, 0,50 % für das Krankengeld, 1,40 % für die Pflegeversicherung und 17 % für die Rentenversicherung, aufgeteilt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer; für Angestellte bleibt daraus ein Arbeitnehmeranteil von rund 12,2 % auf jedes Bruttogehalt, bevor die Einkommensteuer überhaupt greift.

Wie viel verdient ein Assistenzarzt in Luxemburg 2026?

Ein Assistenzarzt in der Weiterbildung zum Facharzt verdient in Luxemburg 2025 zwischen rund 3.900 € brutto im Monat im ersten Jahr und rund 4.900 € brutto im Monat gegen Ende der Ausbildung, je nach Anstellung und Ausbildungsjahr – ein Modellwert auf Basis der Gehaltslogik der Convention collective FHL und der Angaben der Assoziation ALMEVS.

Der Weg zum Facharzt heißt in Luxemburg „spécialisation“, die Ärzte in dieser Phase werden als médecin en voie de spécialisation (MEVS) bezeichnet. Die Gesundheitsministerin und die Fédération des Hôpitaux Luxembourgeois haben laut Mitteilung von Healthcareers Luxembourg 2026 erstmals einen einheitlichen Rahmenvertrag für die klinischen Ausbildungsstationen der MEVS vereinbart, der Stagebedingungen, Betreuung und Vergütung strukturieren soll. Wer die Weiterbildung nicht über eine reguläre Krankenhausanstellung, sondern über eine staatliche Ausbildungsbeihilfe finanziert, erhielt laut Gutachten der Chambre des Salariés vom 3. Oktober 2022 bis dahin 2.700 € im Monat für maximal zwei Jahre; ein Gesetzentwurf sah eine Anhebung auf 4.000 € im Monat über bis zu vier Jahre vor, die Chambre des Salariés empfahl sogar sechs Jahre, um die tatsächliche Dauer vieler Facharztausbildungen von fünf bis sechs Jahren abzudecken. Ein Beispiel aus der Praxis: Wer sich für Innere Medizin oder Chirurgie entscheidet, plant realistisch mit einer Weiterbildungszeit von fünf bis sieben Jahren, je nach Fachrichtung und Rotationsplan der Klinik. Angestellte MEVS an Häusern wie dem Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) fallen dagegen unter die Convention collective de travail FHL (CCT-FHL) und rücken mit jedem Ausbildungsjahr in der Gehaltstabelle nach oben, inklusive Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste, die im Krankenhausbetrieb branchenüblich sind. Wer während der Weiterbildung viele Nachtdienste übernimmt, kommt dadurch spürbar über die genannten Grundwerte hinaus, ähnlich wie bei deutschen Assistenzärzten im Schichtdienst.

Was verdienen Facharzt, Oberarzt und Chefarzt in Luxemburg?

Ein angestellter Facharzt in einem luxemburgischen Krankenhaus verdient 2025 im Schnitt rund 9.500 € brutto im Monat, ein Chefarzt beziehungsweise Chef de service rund 13.500 € brutto im Monat – Modellwerte auf Basis der CCT-FHL-Logik. Niedergelassene Fachärzte lagen laut IGSS-Daten bei einem Jahresdurchschnitt von 343.000 €, mehr als doppelt so viel wie niedergelassene Hausärzte mit 164.247 € im Jahr.

Die Spanne zwischen angestellter und selbständiger Tätigkeit ist in Luxemburg groß. Wer sich niederlässt, rechnet direkt über die Nomenklatur der Caisse Nationale de Santé (CNS) ab, verhandelt von der AMMD, der Association des Médecins et Médecins-Dentistes. Die Grundkonsultation beim Hausarzt (Code C1) war laut der am 1. Februar 2025 in Kraft getretenen Tarifversion 59,50 € wert, berechnet aus einem Koeffizienten von 11,95 und einer Lettre-clé von 4,9823 €. Spezialistenkonsultationen liegen je nach Fachrichtung zwischen rund 45 € und 66 € pro Termin. Aus diesen Einzelleistungen ergibt sich bei niedergelassenen Fachärzten im Schnitt ein deutlich höheres Jahreseinkommen als im Angestelltenverhältnis, allerdings mit Investitionskosten für die eigene Praxis, Personal und Patientenaufbau, die im Krankenhaus entfallen. Chefärzte und leitende Oberärzte in den großen Häusern des Landes, allen voran CHL, Centre Hospitalier Emile Mayrisch (CHEM) und Hôpitaux Robert Schuman, führen medizinische Abteilungen mit entsprechender Zusatzverantwortung, die sich in der Gehaltsstufe niederschlägt.

Wie viel Netto bleibt vom Arztgehalt in Luxemburg?

Von einem Bruttojahresgehalt von 114.000 € als angestellter Facharzt bleiben in Luxemburg nach Sozialabgaben und Einkommensteuer der Steuerklasse 1 rund 70.000 € im Jahr beziehungsweise etwa 5.800 € im Monat – eine eigene Schätzung der Medizinerschmiede auf Basis der Steuertabelle 2025.

Luxemburg zieht bei Angestellten zunächst Sozialabgaben von rund 12,2 % ab, zusammengesetzt aus 8 % Rentenversicherung, 3,05 % Krankenversicherung und 1,4 % Pflegeversicherung. Bei 114.000 € brutto sind das rund 13.900 €, sodass rund 100.100 € steuerpflichtig bleiben. Die Einkommensteuer der Steuerklasse 1 steigt 2025 progressiv bis auf 42 % für Einkommensteile oberhalb von rund 220.788 €, zusätzlich kommt ein Solidaritätszuschlag von 7 % auf die berechnete Steuer hinzu. Für ein zu versteuerndes Einkommen von rund 100.000 € ergibt sich daraus eine effektive Steuerlast von grob 30.000 €, sodass unterm Strich rund 70.000 € im Jahr beziehungsweise 5.800 € im Monat netto ankommen. Bei einem MEVS-Einstiegsgehalt von 3.900 € brutto im Monat (46.800 € im Jahr) liegt die Steuerlast dagegen deutlich niedriger, sodass real rund 3.100 € netto im Monat übrig bleiben. Zum Vergleich: Ein MEVS im letzten Ausbildungsjahr mit 4.900 € brutto im Monat (58.800 € im Jahr) zahlt nach denselben Sätzen rund 7.900 € Steuern und Abgaben und behält damit etwa 4.070 € netto im Monat. Wer die eigene Position, Erfahrungsstufe und Dienste konkret durchrechnen will, nutzt dafür am besten den Gehaltsrechner für 16 Länder.

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Was ist das Gehalt in Luxemburg wirklich wert?

Luxemburg hat laut dem Eurostat-Vergleichspreisniveau für 2024 ein Preisniveau von rund 130, wenn Deutschland mit 100 angesetzt wird – ein Facharztgehalt von 114.000 € im Jahr entspricht damit kaufkraftbereinigt nur noch rund 87.700 €.

PositionJahresbrutto nominalKaufkraftbereinigt (DE = 100)
MEVS, 1. Jahr46.800 €rund 36.000 €
MEVS, 4.–5. Jahr58.800 €rund 45.200 €
Facharzt, angestellt114.000 €rund 87.700 €
Chefarzt / Chef de service162.000 €rund 124.600 €

Neben der Miete schlagen auch die Lebenshaltungskosten für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Mobilität in Luxemburg über dem deutschen Durchschnitt zu Buche, was das Preisniveau von rund 130 gegenüber Deutschland zusätzlich erklärt. Der Hauptgrund für das hohe Preisniveau bleibt aber der Wohnungsmarkt. In Luxemburg-Stadt lag der durchschnittliche Angebotsmietpreis für Wohnungen 2024 laut Auswertung des Immobilienmarkts bei 1.890 € im Monat beziehungsweise 43,37 € pro Quadratmeter, mit Spannen von unter 1.500 € in Randlagen bis über 2.000 € in zentralen Vierteln wie Belair oder Kirchberg. Ich lebe seit Ende 2023 in der Schweiz, einem ähnlich teuren Land, und sehe in Beratungsgesprächen der Medizinerschmiede immer wieder, dass angehende Ärzte das nominale Auslandsgehalt zuerst sehen und die Mietrealität erst danach – bei Luxemburg lohnt sich der zweite Blick besonders, weil ein Teil des höheren Bruttogehalts direkt in die Miete fließt.

Wie sehen Arbeitszeit, Dienste und Urlaub in Luxemburg im Vergleich zu Deutschland aus?

Die gesetzliche Wochenarbeitszeit in Luxemburg liegt 2026 bei 40 Stunden, der gesetzliche Mindesturlaub bei 26 Arbeitstagen im Jahr – beides über dem deutschen Mindeststandard von 24 Werktagen, aber vergleichbar mit tariflichen Regelungen für Assistenzärzte in Deutschland.

Im Krankenhausbetrieb kommen wie in Deutschland Bereitschafts- und Nachtdienste hinzu, die über die Convention collective FHL zusätzlich vergütet werden. In Beratungsgesprächen der Medizinerschmiede fragen Studierende und junge Ärzte regelmäßig, ob die Dienstbelastung in kleineren Ländern wie Luxemburg geringer ausfällt als in großen deutschen Unikliniken – die ehrliche Antwort liegt in der Personaldecke der einzelnen Abteilung, nicht in der Landesgröße. Die tarifliche Grundstruktur mit klaren Wochenstunden und geregeltem Urlaubsanspruch unterscheidet sich zwischen Luxemburg und Deutschland kaum, die tatsächliche Belastung hängt wie überall am jeweiligen Haus und der Fachrichtung. Wer als Grenzgänger aus Trier, dem Saarland oder Lothringen nach Luxemburg pendelt, rechnet zusätzlich die tägliche Fahrzeit ein, die je nach Wohnort zwischen 30 und 90 Minuten pro Strecke liegen kann und bei der Wahl zwischen mehreren Kliniken oft den Ausschlag gibt.

Internationaler Blick: Arztgehalt in Luxemburg im Vergleich zu Deutschland, der Schweiz und den USA

Ein deutscher Assistenzarzt verdient nach dem TV-Ärzte/VKA ab dem 1. Juni 2026 zwischen 5.722 € und 7.355 € brutto im Monat, ein Facharzt zwischen 7.552 € und 9.699 €, ein Oberarzt zwischen 9.460 € und 10.811 € und ein leitender Oberarzt bis zu 11.923 € – bei einem Preisniveau von 100 (OECD 2024, EU-27-Skala 111,7). Luxemburger MEVS starten mit rund 3.900 € brutto im Monat spürbar niedriger als deutsche Assistenzärzte, angestellte Fachärzte liegen mit rund 9.500 € dagegen im deutschen Facharztkorridor, niedergelassene Fachärzte mit durchschnittlich 343.000 € im Jahr deutlich darüber. In der Schweiz starten Assistenzärzte laut Lohnbuch Schweiz 2026 bei rund 7.910 CHF im Monat, bei einem Preisniveau von 142 die höchste Einstiegsvergütung der drei Vergleichsländer, allerdings auch mit den höchsten Lebenshaltungskosten. In den USA verdienen Fachärzte laut Medscape-Report 2026 im Durchschnitt 417.000 $ im Jahr, während Residents in der Weiterbildung nur 60.000 bis 80.000 $ erhalten – ein Einstiegsniveau, das nominal unter dem luxemburgischen MEVS-Gehalt liegen kann, sobald man die US-Wochenarbeitszeiten und die im Preis enthaltenen Studienschulden gegenrechnet. Alle drei Länder zeigen damit ein ähnliches Muster: Ein niedrigeres Einstiegsgehalt während der Weiterbildung steht am Ende einer langen Facharztkarriere einem deutlich höheren Einkommen gegenüber, ob angestellt oder niedergelassen.

Was die Gehaltstabellen zum Arztgehalt in Luxemburg nicht zeigen

Die zuletzt öffentlich verfügbare Gesamtaufschlüsselung der Einkommen niedergelassener Ärzte durch die IGSS stammt aus dem Jahr 2014, aktuellere Marktanalysen wie die von MEDS-LINK für 2026 verweisen ausdrücklich darauf, dass keine neuere homogene Zahl für alle Fachrichtungen vorliegt. Angestellte Gehälter für MEVS und Fachärzte an einzelnen Häusern hängen zudem von der jeweiligen Einstufung in der CCT-FHL-Tabelle, dem Diensteanteil und individuellen Verhandlungen beim Berufseinstieg ab, sodass die hier genannten Werte Modellrechnungen bleiben. Regional macht es einen Unterschied, ob eine Stelle in Luxemburg-Stadt oder in einem der kleineren Häuser im Süden des Landes liegt, allein schon wegen der Pendeldistanz für die vielen Grenzgänger aus Trier, dem Saarland oder Lothringen, die täglich zur Arbeit nach Luxemburg fahren. Für Berufseinsteiger aus Deutschland kommt hinzu, dass die konkrete Einstufung in die CCT-FHL-Tabelle beim Vorstellungsgespräch verhandelt wird und nicht automatisch aus vorherigen Ausbildungsjahren im Ausland folgt, was die tatsächliche Anfangsvergütung im Einzelfall nach oben oder unten von den hier genannten Modellwerten abweichen lässt. Arbeitssprache im Klinikalltag sind meist Französisch und Luxemburgisch, mit Deutsch als drittem Standbein in vielen Häusern. Zwischen den einzelnen Klinikgruppen unterscheidet sich außerdem, wie stark Zulagen für Dienste in die Gesamtvergütung einfließen, sodass zwei Fachärzte mit gleicher Erfahrung am Ende unterschiedlich hohe Jahresgehälter erreichen können.

Wer die genannten Zahlen für die eigene Karriereplanung nutzen will, findet weiterführende Einordnung im Leitartikel zum Arztgehalt international und im Kaufkraft-Vergleich der Arztgehälter, dazu passend den Gehaltsrechner für 16 Länder für die individuelle Nettoberechnung.

Meinung des Autors

Ich habe selbst nicht in Luxemburg gearbeitet, aber die Struktur des Landes kommt mir aus der Beratung bekannt vor: kleiner Arbeitsmarkt, hohe Lebenshaltungskosten, viele Grenzgänger aus Deutschland und Frankreich, die den Vergleich mit dem Heimatgehalt jeden Tag im Kopf haben. Ich habe 2015 mit 24 Jahren mein Zahnmedizinstudium in Sofia begonnen, 2021 abgeschlossen und bin heute eidgenössisch anerkannter Zahnarzt. Seit Ende 2023 lebe ich in der Schweiz und leite von Bern aus die Medizinerschmiede hauptberuflich.

Was mir bei Luxemburg auffällt: Die nominal hohen Zahlen für niedergelassene Fachärzte stammen aus einer 2014 veröffentlichten IGSS-Erhebung, neuere vollständige Daten gibt es öffentlich nicht. Wer nur die Schlagzeile „343.000 € pro Jahr“ liest, übersieht leicht, dass angestellte Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus deutlich niedriger einsteigen und dass die Mieten in Luxemburg-Stadt einen spürbaren Teil davon wieder auffressen.

Für junge Ärztinnen und Ärzte bleibt Luxemburg trotzdem ein Land, das man sich anschauen sollte, gerade wegen der Nähe zu Trier, Saarbrücken und Lothringen. Wer als Grenzgänger arbeitet, kann Berufserfahrung im Ausland sammeln, ohne den Wohnort komplett zu wechseln. Der Weg dorthin beginnt aus meiner Sicht nicht bei der Frage nach dem Gehalt, sondern beim Studienplatz – und der ist planbar, wenn man früh genug anfängt zu suchen.

Zusammenfassung

Ein Assistenzarzt (MEVS) verdient in Luxemburg 2025 rund 3.900 bis 4.900 € brutto im Monat, ein angestellter Facharzt im Schnitt rund 9.500 € und ein Chefarzt rund 13.500 € – bei einem Preisniveau von rund 130 gegenüber Deutschland (Eurostat 2024) entspricht das Facharztgehalt kaufkraftbereinigt nur noch rund 87.700 € im Jahr statt nominal 114.000 €. Niedergelassene Fachärzte kamen laut den letzten verfügbaren IGSS-Daten im Schnitt auf 343.000 € im Jahr, niedergelassene Hausärzte auf 164.247 €, deutlich über den Werten angestellter Kolleginnen und Kollegen.

Netto bleiben von einem Facharztgehalt von 114.000 € brutto nach Sozialabgaben von rund 12,2 % und der Einkommensteuer der Klasse 1 mit bis zu 42 % plus 7 % Solidaritätszuschlag rund 70.000 € im Jahr, eine eigene Schätzung der Medizinerschmiede. Wer die eigene Situation mit Erfahrungsstufe, Diensten und Kaufkraft durchrechnen will, nutzt dafür den Gehaltsrechner für 16 Länder.

Häufige Fragen zum Arztgehalt in Luxemburg

Wie viel verdient ein Assistenzarzt in Luxemburg 2026?

Ein Assistenzarzt in der Facharztausbildung (MEVS) verdient in Luxemburg 2025 je nach Ausbildungsjahr und Anstellungsform zwischen rund 3.900 € und 4.900 € brutto im Monat, ein Modellwert auf Basis der Gehaltslogik der Convention collective FHL. Wer die Ausbildung über eine staatliche Beihilfe statt über eine Krankenhausanstellung finanziert, erhielt laut CSL-Gutachten 2022 zuvor 2.700 € im Monat.

Wie viel verdient ein Facharzt in Luxemburg?

Ein angestellter Facharzt in einem luxemburgischen Krankenhaus verdient 2025 im Schnitt rund 9.500 € brutto im Monat beziehungsweise 114.000 € im Jahr, ein Modellwert auf CCT-FHL-Basis. Niedergelassene Fachärzte kamen laut den letzten verfügbaren IGSS-Daten im Schnitt auf 343.000 € im Jahr.

Wie viel verdient ein Chefarzt in Luxemburg?

Ein Chefarzt beziehungsweise Chef de service verdient in Luxemburg 2025 im Schnitt rund 13.500 € brutto im Monat beziehungsweise 162.000 € im Jahr, ein Modellwert auf Basis der Krankenhaustarife der Fédération des Hôpitaux Luxembourgeois.

Wie hoch sind Steuern und Sozialabgaben für Ärzte in Luxemburg?

Angestellte zahlen in Luxemburg Sozialabgaben von rund 12,2 % (8 % Rente, 3,05 % Kranken-, 1,4 % Pflegeversicherung), die Einkommensteuer der Klasse 1 steigt 2025 progressiv bis 42 % zuzüglich 7 % Solidaritätszuschlag. Bei 114.000 € brutto im Jahr bleiben nach eigener Schätzung der Medizinerschmiede rund 70.000 € netto.

Wie viel ist das Luxemburger Arztgehalt in deutscher Kaufkraft wert?

Luxemburg hat laut Eurostat-Vergleichspreisniveau 2024 einen Index von rund 130, wenn Deutschland mit 100 angesetzt wird. Ein nominales Facharztgehalt von 114.000 € im Jahr entspricht damit kaufkraftbereinigt nur noch rund 87.700 €.

Lohnt sich Luxemburg im Vergleich zu Deutschland, der Schweiz und den USA?

Deutsche Assistenzärzte starten laut TV-Ärzte/VKA ab Juni 2026 bei 5.722 € bis 7.355 € brutto im Monat und damit höher als Luxemburger MEVS mit rund 3.900 €, während Schweizer Assistenzärzte laut Lohnbuch Schweiz 2026 bei rund 7.910 CHF im Monat und damit über beiden liegen. US-Residents verdienen laut Medscape 2026 nur 60.000 bis 80.000 $ im Jahr, US-Fachärzte im Schnitt dagegen 417.000 $.

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Marcel Kloos

Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede

Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.

Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.

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