Arztgehalt 2026: Was Ärzte verdienen – angestellt, niedergelassen und im internationalen Vergleich
03.09.2026
Wie viel verdient ein Arzt in Deutschland 2026?
Ein angestellter Arzt in Deutschland verdient 2026 je nach Karrierestufe zwischen 5.722 Euro (Assistenzarzt, erstes Jahr) und 11.923 Euro brutto im Monat (leitender Oberarzt) nach dem Tarifvertrag TV-Ärzte/VKA. Chefärzte liegen nach dem Kienbaum-Vergütungsreport bei durchschnittlich 300.000 Euro im Jahr. Niedergelassene Ärzte erzielten 2024 laut Statistischem Bundesamt einen Reinertrag von 232.000 Euro je Praxis (Median).
| Karrierestufe | Monatsbrutto 2026 | Jahresbrutto (× 12) |
|---|---|---|
| Assistenzarzt, 1. Jahr | 5.722 € | ca. 68.700 € |
| Assistenzarzt, 6. Jahr | 7.355 € | ca. 88.300 € |
| Facharzt, Einstieg | 7.552 € | ca. 90.600 € |
| Facharzt, ab 13. Jahr | 9.699 € | ca. 116.400 € |
| Oberarzt, Einstieg | 9.460 € | ca. 113.500 € |
| Leitender Oberarzt, ab 4. Jahr | 11.923 € | ca. 143.100 € |
| Chefarzt (Durchschnitt) | ca. 25.000 € | ca. 300.000 € |
| Eigene Praxis (Reinertrag, Median) | ca. 19.300 € | 232.000 € |
Quellen: TV-Ärzte/VKA, Entgelttabelle gültig ab 1. Juni 2026 (Marburger Bund/VKA); Kienbaum-Vergütungsreport 2019; Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 262 vom 23. Juli 2026 (Kostenstrukturstatistik 2024). Die Tarifwerte sind Grundgehälter ohne Bereitschaftsdienste, Zuschläge und Jahressonderzahlung. Der Reinertrag einer Praxis ist kein Gehalt, dazu weiter unten mehr.
Wer das Medizinstudium noch vor sich hat, liest diese Tabelle meist von unten nach oben. Sinnvoller ist der Weg von oben nach unten, denn die ersten Jahre entscheiden über Fach, Klinik und Weiterbildungsplan. Deshalb zuerst der Assistenzarzt.
Was verdient ein Assistenzarzt nach TV-Ärzte 2026?
Ein Assistenzarzt verdient 2026 an einem kommunalen Krankenhaus (TV-Ärzte/VKA) zwischen 5.722,05 Euro im ersten und 7.355,29 Euro brutto im sechsten Weiterbildungsjahr. An Universitätskliniken (TV-Ärzte/TdL) liegen die Werte seit April 2026 bei 5.792,90 bis 7.436,05 Euro. Dazu kommen Bereitschaftsdienste, die das Monatsbrutto in der Praxis um mehrere hundert bis über tausend Euro erhöhen.
| Weiterbildungsjahr | TV-Ärzte/VKA (kommunal) | TV-Ärzte/TdL (Universitätsklinik) |
|---|---|---|
| 1. Jahr | 5.722,05 € | 5.792,90 € |
| 2. Jahr | 6.046,42 € | 6.121,26 € |
| 3. Jahr | 6.278,07 € | 6.355,79 € |
| 4. Jahr | 6.679,58 € | 6.762,34 € |
| 5. Jahr | 7.158,37 € | 7.247,00 € |
| 6. Jahr | 7.355,29 € | 7.436,05 € |
Quellen: Entgelttabelle TV-Ärzte/VKA, gültig 1. Juni bis 31. Dezember 2026 (Erhöhung um 2,0 Prozent); Entgelttabelle TV-Ärzte/TdL nach dem Abschluss vom 9. Juni 2026, rückwirkend ab April 2026. Beide Tabellen beziehen sich auf eine Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden.
Der Tarif ist die Untergrenze. Private Klinikgruppen zahlen mit eigenen Haustarifen teils mehr: Asklepios startet 2026 bei 5.865 Euro für das erste Jahr. Kirchliche Träger orientieren sich meist eng am VKA-Niveau. Und was in keiner Tabelle steht: Bereitschaftsdienste. Vier bis sechs Dienste im Monat bringen an vielen Häusern 800 bis 1.500 Euro brutto zusätzlich, je nach Dienststufe und Uhrzeit.
Ein Detail, das Berufseinsteiger oft überrascht: Die Stufen zählen ärztliche Berufsjahre, nicht Jahre im selben Haus. Wer im vierten Weiterbildungsjahr die Klinik wechselt, nimmt Stufe 4 mit.
Was verdienen Facharzt, Oberarzt und leitender Oberarzt?
Nach dem Facharzttitel steigt das Grundgehalt im TV-Ärzte/VKA 2026 auf 7.552,19 Euro und wächst in sechs Stufen bis 9.698,91 Euro nach 13 Jahren fachärztlicher Tätigkeit. Oberärzte verdienen 9.459,56 bis 10.810,95 Euro, leitende Oberärzte (ständige Vertreter des Chefarztes) 11.127,50 bis 11.922,95 Euro brutto im Monat.
| Position | Stufe | TV-Ärzte/VKA 2026 |
|---|---|---|
| Facharzt | 1. Jahr | 7.552,19 € |
| Facharzt | 4. Jahr | 8.185,40 € |
| Facharzt | 7. Jahr | 8.741,40 € |
| Facharzt | 9. Jahr | 9.065,74 € |
| Facharzt | 11. Jahr | 9.382,33 € |
| Facharzt | 13. Jahr | 9.698,91 € |
| Oberarzt | 1. Jahr | 9.459,56 € |
| Oberarzt | 4. Jahr | 10.015,53 € |
| Oberarzt | 7. Jahr | 10.810,95 € |
| Leitender Oberarzt | 1. Jahr | 11.127,50 € |
| Leitender Oberarzt | 4. Jahr | 11.922,95 € |
Quelle: Entgelttabelle TV-Ärzte/VKA, Entgeltgruppen II bis IV, gültig ab 1. Juni 2026. An Universitätskliniken (TV-Ärzte/TdL) liegen die Facharztwerte bei 7.645,72 bis 9.576,69 Euro.
Der große Sprung liegt nicht zwischen Facharzt und Oberarzt, sondern zwischen Assistenzarzt und Facharzt: rund 200 Euro im Monat zwischen Stufe 6 der Assistenzzeit und Stufe 1 als Facharzt, aber ab da eine andere Stufenlogik, die alle drei bis vier Jahre nachlegt. Wer die Oberarztstelle bekommt, verdient laut Kienbaum mit Diensten und Zulagen im Schnitt rund 130.000 Euro im Jahr; das Grundgehalt allein liegt 2026 bei 113.500 bis 129.700 Euro.
Mit dem Facharzttitel öffnet sich außerdem die Tür in den ambulanten Sektor. Dort arbeiten inzwischen viele Fachärzte angestellt in Medizinischen Versorgungszentren, mit frei verhandelten Gehältern, die sich meist am Oberarztniveau orientieren. Die Niederlassung bleibt trotzdem der Weg mit dem höchsten Einkommenspotenzial, dazu gleich.
Was verdient ein Chefarzt in Deutschland?
Ein Chefarzt verdient in Deutschland laut Kienbaum-Vergütungsreport durchschnittlich rund 300.000 Euro brutto im Jahr, also etwa 25.000 Euro im Monat. Die Spanne reicht von rund 82.000 bis 773.000 Euro, abhängig von Fachgebiet, Klinikgröße, Trägerschaft und dem persönlichen Vertrag. Chefarztverträge sind außertariflich und werden frei verhandelt.
| Fachgebiet | Jahresgesamtvergütung (Durchschnitt) |
|---|---|
| Innere Medizin | ca. 350.000 bis 400.000 € |
| Radiologie | ca. 330.000 bis 380.000 € |
| Chirurgie | ca. 300.000 bis 350.000 € |
| Übrige Fachrichtungen | ca. 206.000 bis 282.000 € |
| Alle Chefärzte | ca. 300.000 € |
Quelle: Kienbaum Vergütungsreport „Führungs- und Fachkräfte in Krankenhäusern“ 2019, Daten aus 119 Krankenhäusern. Neuere flächendeckende Erhebungen zu Chefarztgehältern gibt es nicht; die Zahlen sind also mehrere Jahre alt und bilden Tarifsteigerungen seit 2019 nicht ab. Das Jobportal medi-karriere nennt für 2026 aus eigenen Daten ein Mediangehalt von 283.956 Euro, was zu den Kienbaum-Werten passt.
Was die Vergütung so stark spreizt: Früher hatten Chefärzte ein Liquidationsrecht, durften also Privatpatienten selbst abrechnen. Heute vereinbaren die meisten Kliniken stattdessen Boni, die am Abteilungsergebnis hängen. Ein 40-jähriger Chefarzt einer kleinen Abteilung und ein 58-jähriger Chefarzt der Inneren an einem Maximalversorger stehen deshalb in derselben Statistik, verdienen aber Welten auseinander. Kienbaum nannte in einer früheren Auswertung 169.000 Euro für Chefärzte zwischen 35 und 40 gegenüber 260.000 Euro zwischen 55 und 60 Jahren.
Was verdienen niedergelassene Ärzte mit eigener Praxis?
Arztpraxen in Deutschland erzielten 2024 laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 854.000 Euro Einnahmen und 516.000 Euro Aufwendungen je Praxis. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Reinertrag von 338.000 Euro (+9,0 Prozent gegenüber 2023). Der Median liegt deutlich darunter: Die Hälfte aller Praxen erwirtschaftete höchstens 232.000 Euro Reinertrag.
Der Durchschnitt wird von großen Praxen, Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinischen Versorgungszentren nach oben gezogen. Für die typische Einzelpraxis ist der Median die ehrlichere Zahl. Und der Reinertrag ist ausdrücklich nicht das Einkommen: Er ist das Ergebnis der gesamten Praxis vor Steuern und enthält weder die Tilgung eines Praxiskaufs noch die Beiträge zur Alters-, Kranken- und Berufsunfähigkeitsvorsorge, die ein Angestellter zur Hälfte vom Arbeitgeber bezahlt bekommt. Bei einer Gemeinschaftspraxis mit zwei Inhabern teilt sich der Reinertrag außerdem auf zwei Personen.
Wie stark das Fachgebiet den Reinertrag bestimmt, zeigt die Aufschlüsselung nach Facharztbezeichnungen. Die aktuellsten fachbezogenen Medianwerte stammen aus der Kostenstrukturstatistik 2023.
| Fachgebiet | Einnahmen je Praxis (Median) | Reinertrag je Praxis (Median) |
|---|---|---|
| Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie | 2.333.000 € | 830.000 € |
| Augenheilkunde | 567.000 € | 302.000 € |
| Urologie | 528.000 € | 270.000 € |
| Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde | 474.000 € | 253.000 € |
| Kinder- und Jugendmedizin | 506.000 € | 249.000 € |
| Haut- und Geschlechtskrankheiten | 525.000 € | 235.000 € |
| Innere Medizin | 494.000 € | 224.000 € |
| Orthopädie und Unfallchirurgie | 570.000 € | 219.000 € |
| Allgemeinmedizin | 490.000 € | 216.000 € |
| Chirurgie, MKG, Neurochirurgie | 508.000 € | 197.000 € |
| Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie | 315.000 € | 178.000 € |
| Frauenheilkunde und Geburtshilfe | 392.000 € | 176.000 € |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich 2023 (veröffentlicht 24. Juli 2025), Medianwerte je Praxis ohne fachübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften und MVZ. Die Radiologie fällt aus dem Rahmen, weil Großgeräte hohe Einnahmen und hohe Kosten zugleich erzeugen.
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung rechnet im Zi-Praxis-Panel anders, nämlich je Praxisinhaber statt je Praxis. Für das Berichtsjahr 2022 nennt es einen Jahresüberschuss von 236.100 Euro je Inhaber in der Allgemeinmedizin, 298.500 Euro in der Augenheilkunde, 282.900 Euro in der Kardiologie und 179.900 Euro in der Gynäkologie. Beide Statistiken zeigen dieselbe Reihenfolge: Fächer mit Technik und Eingriffen oben, sprechende Medizin unten.
Wer die Niederlassung als Ziel hat, sollte die Praxiskosten von Anfang an mitdenken. Wie sich Studium und Berufsstart finanziell rechnen, haben wir im Artikel Medizinstudium mit 30 für Späteinsteiger durchgerechnet.
Angestellt oder selbständig: Was bleibt am Ende übrig?
Ein angestellter Oberarzt in Stufe 3 des TV-Ärzte/VKA verdient 2026 rund 129.700 Euro Grundgehalt im Jahr, mit Diensten und Jahressonderzahlung nach unserer Schätzung 140.000 bis 150.000 Euro brutto. Ein niedergelassener Hausarzt mit dem Median-Reinertrag von 216.000 Euro muss daraus zusätzlich Altersvorsorge, Krankenversicherung und meist die Tilgung der Praxisübernahme bestreiten, nach unserer Schätzung zusammen 40.000 bis 60.000 Euro im Jahr.
Diese Rechnung ist eine eigene Schätzung der Medizinerschmiede, keine amtliche Zahl. Sie zeigt aber, wie nahe die beiden Wege beieinanderliegen, wenn man sie fair vergleicht: Der Praxisinhaber hat am Ende in der Größenordnung von 160.000 bis 175.000 Euro zur Verfügung, der Oberarzt rund 145.000 Euro, wobei der Arbeitgeber des Oberarztes noch einmal knapp 20 Prozent Sozialabgaben obendrauf zahlt, die in seiner Bruttozahl gar nicht auftauchen.
Der Unterschied liegt weniger im Betrag als in der Struktur. Der Angestellte hat einen festen Stufenplan, Kündigungsschutz und 30 Tage Urlaub, dafür Dienste und wenig Einfluss auf die Organisation. Der Praxisinhaber trägt das unternehmerische Risiko, verhandelt mit Kassenärztlicher Vereinigung und Vermietern und arbeitet nach den Zi-Erhebungen im Schnitt deutlich mehr als 40 Stunden, hat dafür aber Gestaltungsfreiheit und einen Praxiswert, den er am Ende verkauft. Beides ist ein guter Weg. Die Frage ist nur, welcher zu dir passt.
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Wann verdient ein Arzt wie viel? Die Zeitachse vom Studium bis zur Praxis
Wer mit 19 das Medizinstudium beginnt, hat mit etwa 25 bis 26 die Approbation, ab dann das erste Gehalt von 5.722 Euro, mit 31 bis 32 den Facharzttitel und 7.552 Euro Grundgehalt, und ab Mitte 30 die Wahl zwischen Oberarztstelle (9.460 Euro), Anstellung im MVZ oder Niederlassung. Chefarztpositionen werden in der Regel ab 40 vergeben, Niederlassungen erfolgen meist zwischen 35 und 45.
| Lebensphase (typisches Alter) | Status | Einkommen 2026 |
|---|---|---|
| 19 bis 25 | Medizinstudium | kein Gehalt, im Praktischen Jahr eine Aufwandsentschädigung |
| 26 | Assistenzarzt, 1. Jahr | 5.722 € brutto/Monat |
| 29 | Assistenzarzt, 4. Jahr | 6.680 € brutto/Monat |
| 31 bis 32 | Facharzt, Einstieg | 7.552 € brutto/Monat |
| 35 | Oberarzt oder Facharzt, 4. Jahr | 9.460 € bzw. 8.185 € brutto/Monat |
| 36 bis 45 | Niederlassung | Reinertrag im Median 232.000 €/Jahr je Praxis |
| ab 40 | Leitender Oberarzt / Chefarzt | 11.128 € brutto/Monat bzw. ca. 300.000 €/Jahr |
Die Altersangaben sind Richtwerte für den geradlinigen Weg. Wer später startet, verschiebt die Achse, verkürzt sie aber nicht wesentlich: Auch ein Studienbeginn mit 30 lässt rund 25 Berufsjahre als Facharzt übrig. Genau diese Phase, vom ersten Assistenzarztgehalt bis zur Entscheidung Klinik oder Praxis, ist im Ausland teils sehr anders bezahlt. Deshalb jetzt der Blick über die Grenze.
Wie viel verdienen Ärzte in der Schweiz?
Ein Assistenzarzt verdient in der Schweiz laut Lohnbuch Schweiz 2026 (Zürcher Lohnsystem) 7.910 Franken brutto im Monat beim Einstieg und 8.120 Franken ab dem zweiten Dienstjahr, bei 13 Monatslöhnen also 102.830 bis 105.560 Franken im Jahr. Oberärzte liegen bei 9.290 Franken, leitende Ärzte bei 12.200 Franken und Chefärzte bei 14.000 Franken monatlich. Der Verband VSAO empfiehlt für das erste Weiterbildungsjahr rund 95.000 Franken Grundlohn, mit Diensten sind es real meist 108.000 bis 115.000 Franken.
| Position | Monatslohn CHF (Zürich, 2026) | Jahreslohn (× 13), gerundet in Euro |
|---|---|---|
| Assistenzarzt, Einstieg | 7.910 CHF | ca. 111.000 € |
| Assistenzarzt, ab 2. Jahr | 8.120 CHF | ca. 114.000 € |
| Oberarzt | 9.290 CHF | ca. 130.000 € |
| Leitender Arzt | 12.200 CHF | ca. 171.000 € |
| Chefarzt | 14.000 CHF | ca. 197.000 € |
Quelle: Lohnbuch Schweiz 2026, zitiert nach praktischarzt.ch; Umrechnung gerundet mit 1 CHF = 1,08 Euro (Sommer 2026). Die tatsächlichen Gesamteinkommen liegen höher: Die FMH nennt in ihrer Einkommensanalyse für Assistenzärzte ein Gesamteinkommen von rund 101.000 Franken, für Oberärzte 163.000 Franken, für leitende Ärzte 293.000 Franken und für Chefärzte 419.000 Franken im Jahr.
Bei den selbständigen Ärzten in eigener Praxis liefert das Bundesamt für Statistik die belastbarste Zahl. Nach der Erhebung MAS für das Jahr 2019 (veröffentlicht am 5. November 2021) lag das Nettojahreseinkommen selbständiger Ärzte im Median bei 162.455 Franken, im Durchschnitt bei 204.985 Franken. Am höchsten war es bei chirurgisch tätigen Ärzten (Durchschnitt 318.656 Franken), am niedrigsten in der Psychiatrie (126.633 Franken); Grundversorger lagen bei 199.975 Franken. Das entspricht einem durchschnittlichen Stundenlohn von 115 Franken. Anders als der deutsche Reinertrag ist diese Zahl bereits das persönliche Einkommen des Inhabers, nicht das Praxisergebnis.
Ich lebe seit Ende 2023 in der Schweiz und führe die Medizinerschmiede von Bern aus. Was ich jedem sage, der nur auf den Bruttolohn schaut: Krankenkassenprämien, Mieten und die kantonal sehr unterschiedlichen Steuern fressen einen Teil des Vorteils wieder auf. Wie groß dieser Teil ist, rechnen wir weiter unten im kaufkraftbereinigten Vergleich nach.
Wie viel verdienen Ärzte in Österreich?
Ein Arzt in Ausbildung verdient beim Wiener Gesundheitsverbund seit 1. Juli 2026 ein Grundgehalt von 5.018 Euro brutto im Monat, Fachärzte steigen in Wien mit 7.166,46 Euro ein und erreichen in Gehaltsstufe 18 bis zu 10.731,40 Euro. Österreich zahlt 14 Monatsgehälter, das Jahresbrutto liegt also um rund 17 Prozent über dem Zwölffachen des Monatswerts. Nachtdienste bringen bei Vollzeit und vier Diensten im Monat rund 1.800 Euro zusätzlich.
| Position | Monatsbrutto | Jahresbrutto (× 14) |
|---|---|---|
| Arzt in Ausbildung, Wien (ab 07/2026) | 5.018 € | ca. 70.300 € |
| Facharzt, Wien, Stufe 1 | 7.166 € | ca. 100.300 € |
| Facharzt, Wien, Stufe 18 | 10.731 € | ca. 150.200 € |
| Facharzt, Privatkrankenanstalten (KV), Stufe 1 bis 13 | 6.593 bis 9.475 € | ca. 92.300 bis 132.600 € |
Quellen: medmedia.at/nextdoc, „Wo verdienen junge Ärzt:innen wieviel?“, Stand 2. Juli 2026; Gehaltstabelle Wiener Gesundheitsverbund Schema II; Kollektivvertrag Privatkrankenanstalten 2026. Die Grundgehälter für Ärzte in Ausbildung schwanken zwischen den Bundesländern erheblich, von rund 3.744 Euro in Oberösterreich ohne Zulagen bis 5.368 Euro in der Steiermark.
Auf den ersten Blick liegt Österreich beim Monatswert unter Deutschland. Rechnet man die 14 Gehälter ein, schließt sich die Lücke beim Facharzt fast vollständig, und in der Spitze der Wiener Tabelle liegt der Facharzt sogar über dem deutschen Oberarzt. Mit 2.234 Ärzten, die 2025 aus Deutschland abwanderten, davon 341 nach Österreich und 653 in die Schweiz, ist das kein rein akademischer Vergleich.
Wie viel verdienen Ärzte in Großbritannien und den USA?
Ein Berufsanfänger im britischen NHS (Foundation Year 1) verdient 2025/26 ein Grundgehalt von 38.831 Pfund, Ärzte in der Facharztweiterbildung 52.656 bis 73.992 Pfund und Consultants 109.725 bis 145.478 Pfund, ab April 2026 113.565 bis 150.569 Pfund. In den USA lag die durchschnittliche Gesamtvergütung 2025 laut Medscape Physician Compensation Report 2026 bei 386.000 Dollar, in der Grundversorgung bei 298.000 Dollar und bei Spezialisten bei 417.000 Dollar.
| Position | Großbritannien (NHS England 2025/26) | USA (Medscape 2026) |
|---|---|---|
| Berufseinstieg | 38.831 £ (ca. 44.700 €) | Residents, meist 60.000 bis 80.000 $ |
| Weiterbildung, obere Stufe | 73.992 £ (ca. 85.100 €) | – |
| Facharzt / Consultant, Einstieg | 109.725 £ (ca. 126.000 €) | Grundversorgung Ø 298.000 $ (ca. 256.000 €) |
| Facharzt / Consultant, Spitze | 145.478 £ (ca. 167.000 €) | Spezialisten Ø 417.000 $ (ca. 359.000 €) |
| Hausarzt angestellt | 76.038 bis 114.743 £ | Familienmedizin Ø 288.000 $ |
| Bestbezahltes Fach | – | Orthopädie Ø 611.000 $ (ca. 525.000 €) |
Quellen: NHS Employers/BMA, Pay scales for resident doctors in England 2025/26; NHS Health Careers, Pay for doctors (Consultant-Skala ab 1. April 2026); Medscape Physician Compensation Report 2026, Befragung von knapp 6.000 Ärzten zwischen 5. September und 17. Dezember 2025; Umrechnung gerundet mit 1 £ = 1,15 Euro und 1 $ = 0,86 Euro. Die US-Zahl für Residents ist ein Erfahrungswert ohne einheitliche Quelle, weil die Programme ihre Stipendien selbst festlegen.
Die britischen Werte sind Grundgehälter. Der Nuffield Trust schätzt die Gesamteinnahmen eines Foundation-Year-1-Arztes im NHS mit Nacht- und Wochenendzuschlägen auf rund 45.900 Pfund, Consultants kommen im Durchschnitt auf etwa 161.600 Pfund. In den USA enthält die Medscape-Zahl bereits Boni und Gewinnbeteiligungen; sie ist eine Gesamtvergütung nach Abschluss der Weiterbildung. Acht Fachgebiete liegen dort inzwischen im Schnitt über 500.000 Dollar.
Arztgehälter im internationalen Vergleich: Wo verdient man nominal am meisten?
Im internationalen Vergleich der Grundgehälter liegt die Schweiz beim Berufseinstieg vorn (rund 111.000 Euro im Jahr), gefolgt von Österreich (rund 70.300 Euro mit 14 Gehältern), Deutschland (rund 68.700 Euro) und Großbritannien (rund 44.700 Euro). Bei den Fachärzten führen die USA mit Gesamtvergütungen von durchschnittlich 359.000 Euro. Die OECD bestätigt das Muster: Angestellte Fachärzte verdienen in den meisten Ländern das 2- bis 5-Fache des Durchschnittslohns, selbständige Hausärzte das 2- bis 4-Fache.
| Land | Berufseinstieg (Jahr, brutto) | Facharzt / Consultant (Jahr, brutto) |
|---|---|---|
| Deutschland | ca. 68.700 € (TV-Ärzte/VKA) | 90.600 bis 116.400 € (Grundgehalt) |
| Österreich | ca. 70.300 € (Wien, 14 Gehälter) | 100.300 bis 150.200 € (Wien) |
| Schweiz | ca. 111.000 € (Zürich, 13 Löhne) | Oberarzt ca. 130.000 €, FMH-Gesamteinkommen ca. 176.000 € |
| Großbritannien | ca. 44.700 € (NHS England) | 126.000 bis 167.000 € (Consultant) |
| USA | Residency, meist 52.000 bis 69.000 € | Ø 256.000 € (Grundversorgung) bis Ø 359.000 € (Spezialisten) |
Quellen: siehe die Länderkapitel oben; alle Umrechnungen gerundet mit den Kursen vom Sommer 2026. Die Zahlen vergleichen unterschiedliche Systeme: Deutschland und Österreich nennen Tarif-Grundgehälter, die Schweiz kantonale Lohntabellen, Großbritannien nationale Skalen, die USA Gesamtvergütungen aus einer Befragung. Und sie sagen noch nichts darüber, was man sich von dem Geld im jeweiligen Land kaufen kann. Genau das kommt jetzt.
Was ist das Arztgehalt im jeweiligen Land wirklich wert? Der kaufkraftbereinigte Vergleich
Kaufkraftbereinigt schrumpft der Vorsprung der Schweiz deutlich: Die rund 111.000 Euro eines Schweizer Assistenzarztes im ersten Jahr entsprechen etwa 78.000 Euro deutscher Kaufkraft, weil das Preisniveau in der Schweiz 2024 laut Bundesamt für Statistik bei 158,8 Punkten lag (EU-Durchschnitt 100, Deutschland 111,7). Österreich liegt beim Preisniveau nahezu gleichauf mit Deutschland, Großbritannien rund 13 Prozent und die USA rund 30 Prozent darüber. In deutscher Kaufkraft gerechnet verdient ein US-Spezialist damit etwa 276.000 Euro, ein britischer Berufsanfänger etwa 39.600 Euro.
| Land | Preisniveau 2024 (EU-27 = 100) | Preisniveau (Deutschland = 100) |
|---|---|---|
| Deutschland | 111,7 | 100 |
| Österreich | 113,3 | 101 |
| Schweiz | 158,8 | 142 |
| Großbritannien | ca. 127 | 113 |
| USA | ca. 145 | 130 |
Quellen: Bundesamt für Statistik (Schweiz), Kaufkraftparitäten 2024, Preisniveau auf Stufe Bruttoinlandprodukt, EU-27 = 100 (Schweiz 158,8; Österreich 113,3; Deutschland 111,7); OECD, „PPPs for GDP and related indicators“, Stand Juli 2025, vergleichende Preisniveaus 2024 mit OECD = 100 (USA 126, Großbritannien 110, Deutschland 97), von uns über den Deutschland-Wert auf die EU-Skala umgerechnet. Die Umrechnung auf Deutschland = 100 ist eine eigene Rechnung der Medizinerschmiede.
| Position | Nominal in Euro | In deutscher Kaufkraft |
|---|---|---|
| Deutschland: Assistenzarzt, 1. Jahr | 68.700 € | 68.700 € |
| Schweiz: Assistenzarzt, Einstieg | 111.000 € | ca. 78.000 € |
| Österreich: Arzt in Ausbildung, Wien | 70.300 € | ca. 69.600 € |
| Großbritannien: Foundation Year 1 | 44.700 € | ca. 39.600 € |
| USA: Residency | 52.000 bis 69.000 € | ca. 40.000 bis 53.000 € |
| Deutschland: Facharzt, Grundgehalt | 90.600 bis 116.400 € | 90.600 bis 116.400 € |
| Schweiz: Oberarzt (Lohnbuch) | 130.000 € | ca. 91.500 € |
| Schweiz: Oberarzt (FMH-Gesamteinkommen) | 176.000 € | ca. 124.000 € |
| Österreich: Facharzt, Wien | 100.300 bis 150.200 € | ca. 99.300 bis 148.700 € |
| Großbritannien: Consultant | 126.000 bis 167.000 € | ca. 111.500 bis 147.800 € |
| USA: Grundversorgung (Durchschnitt) | 256.000 € | ca. 197.000 € |
| USA: Spezialisten (Durchschnitt) | 359.000 € | ca. 276.000 € |
Eigene Rechnung der Medizinerschmiede: Nominalwert geteilt durch das Preisniveau des Landes (Deutschland = 100). Die Preisniveaus sind Landesdurchschnitte; in Zürich, London oder San Francisco liegt das Preisniveau höher als im jeweiligen Landesschnitt, in ländlichen Regionen niedriger. Steuern und Sozialabgaben sind hier nicht eingerechnet.
Drei Dinge fallen auf. Erstens rückt die Schweiz beim Berufseinstieg von einem nominalen Vorsprung von 62 Prozent auf einen kaufkraftbereinigten Vorsprung von rund 14 Prozent gegenüber Deutschland. Der bleibt, und er wird größer, sobald man die niedrigeren Steuern und Sozialabgaben in der Schweiz dazurechnet. Zweitens fällt Großbritannien beim Einstieg auf rund 58 Prozent des deutschen Niveaus zurück; ein Foundation-Year-Arzt in London verdient in Kaufkraft weniger als ein Assistenzarzt in Chemnitz. Drittens bleiben die USA auch kaufkraftbereinigt in einer eigenen Liga: Ein amerikanischer Spezialist hat mit rund 276.000 Euro deutscher Kaufkraft das Zwei- bis Dreifache eines deutschen Facharztes im Tarif, allerdings erst nach einer Residency, die kaufkraftbereinigt schlechter bezahlt ist als das deutsche erste Assistenzarztjahr.
Österreich ist der Sonderfall. Nominal und kaufkraftbereinigt liegt es beim Einstieg auf Augenhöhe mit Deutschland und beim Facharzt darüber. Wer die Wahl zwischen Wien und München hat, entscheidet also nicht über das Geld, sondern über den Arbeitsplatz.
Was die Gehaltstabellen nicht zeigen
Vier Dinge stehen in keiner Entgelttabelle und verschieben das Bild trotzdem. Erstens die Arbeitszeit: Das deutsche Tarifgehalt gilt für 40 Wochenstunden, die Realität liegt mit Diensten und Überstunden nach den Erhebungen des Marburger Bundes regelmäßig darüber. Zweitens der Unterschied zwischen Brutto und Netto, der in Deutschland und Österreich mit Steuern und Sozialabgaben bei Fachärzten etwa 40 bis 45 Prozent ausmacht, in der Schweiz deutlich weniger. Drittens das Alter der Daten: Die Chefarztzahlen von Kienbaum stammen aus 2019, die Schweizer Praxiseinkommen aus 2019, die deutschen Praxiszahlen aus 2024. Und viertens die Region: Ein Reinertrag in Ostwestfalen ist nicht derselbe wie in München, obwohl beide in derselben Bundesstatistik stehen.
Was alle Zahlen gemeinsam haben: Sie zeigen einen Beruf, der überall gesucht wird und überall überdurchschnittlich bezahlt wird. Die Welt braucht mehr Ärzte, in Deutschland fehlen allein rund 5.000 Hausärzte, und die Nachfrage aus der Schweiz, aus Österreich und aus Großbritannien wächst weiter. Wer heute ein Medizinstudium beginnt, sei es in Deutschland oder an einer der 25+ Partneruniversitäten der Medizinerschmiede, trifft eine Entscheidung mit sehr guten wirtschaftlichen Aussichten. Wie hoch die Studiengebühren an den einzelnen Standorten sind, steht in unserer Übersicht der Studiengebühren in Europa; was das Leben vor Ort kostet, im Artikel zum Monatsbudget im Auslandsstudium. Welcher Standort zu deinem Profil, deinem Budget und deinen Zielen passt, prüfen wir persönlich in der kostenlosen Beratung.
Meinung des Autors
Als ich 2015 in Sofia mit dem Studium angefangen habe, mit 24, kannte ich vom Arztgehalt nur die Zahl, die in Deutschland an Stammtischen kursiert: „Ärzte verdienen doch alle 10.000 im Monat.“ Die Tabellen oben zeigen, wie viele Jahre zwischen dem ersten Assistenzarztgehalt und dieser Zahl liegen. Sie zeigen aber auch, dass der Weg dorthin keine Glückssache ist, sondern ein Stufenplan, den man vor dem Studium kennen kann.
Ich bin eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und führe heute von Bern aus die Medizinerschmiede. Was mir in Beratungsgesprächen auffällt: Die meisten Studieninteressenten fragen nach dem Chefarztgehalt und nie nach dem Reinertrag einer Hausarztpraxis. Dabei ist die Praxis für die große Mehrheit der spätere Alltag, und die Zahlen dort sind besser, als ihr Ruf vermuten lässt.
Was ich nicht verschweige: Zwischen Approbation und dem Einkommen, das die Tabellen für Oberärzte oder Praxisinhaber nennen, liegen zehn Jahre mit Diensten, Prüfungen und Wochenendarbeit. Wer diese Jahre einplant, statt sie zu übersehen, geht den Weg meist zufriedener.
Und wer noch vor dem Studium steht, sollte eines mitnehmen: Kein Tarifvertrag fragt, wo du studiert hast. Er fragt, ob du Arzt bist.
Fazit
- Assistenzärzte verdienen 2026 nach TV-Ärzte/VKA 5.722 bis 7.355 Euro brutto im Monat, Fachärzte 7.552 bis 9.699 Euro, Oberärzte 9.460 bis 10.811 Euro, leitende Oberärzte bis 11.923 Euro.
- Chefärzte liegen laut Kienbaum bei durchschnittlich 300.000 Euro im Jahr, mit einer Spanne von rund 82.000 bis 773.000 Euro.
- Eine eigene Praxis erwirtschaftete 2024 laut Destatis im Median 232.000 Euro Reinertrag, im Durchschnitt 338.000 Euro; Radiologie, Augenheilkunde und Urologie führen, Frauenheilkunde und Psychiatrie liegen am Ende.
- Nominal zahlt die Schweiz beim Einstieg rund 111.000 Euro im Jahr, Österreich mit 14 Gehältern rund 70.300 Euro, Großbritannien rund 44.700 Euro; US-Fachärzte kommen im Schnitt auf 359.000 Euro Gesamtvergütung.
- Kaufkraftbereinigt (Deutschland = 100) bleiben davon in der Schweiz rund 78.000 Euro, in Österreich rund 69.600 Euro, in Großbritannien rund 39.600 Euro; US-Spezialisten liegen bei rund 276.000 Euro.
- Fair gerechnet liegen angestellte Oberärzte und niedergelassene Hausärzte in Deutschland näher beieinander, als der Reinertrag vermuten lässt.
- Selbständige Hausärzte im deutschsprachigen Raum gehören laut OECD kaufkraftbereinigt zu den bestbezahlten weltweit.
Ärzte verdienen in jedem Land, das wir hier verglichen haben, ein Mehrfaches des Durchschnittslohns. Der Weg dorthin dauert sechs Jahre Studium und fünf bis sechs Jahre Weiterbildung, aber er ist planbar, und die Nachfrage wächst überall. Wer die Karrierestufen kennt, kann früh entscheiden, welches Fach, welches Land und welcher Weg zwischen Klinik und Praxis am besten passt.
Wenn du dein Medizinstudium noch vor dir hast: Wir vermitteln dir den Medizinstudienplatz und kümmern uns um die gesamte Bürokratie. Deinen Fall prüfen wir individuell in der kostenlosen Beratung und sagen dir, an welcher unserer Partneruniversitäten du planbar starten kannst.
Häufige Fragen zum Arztgehalt
Wie viel verdient ein Assistenzarzt netto?
Ein lediger Assistenzarzt in Steuerklasse I mit 5.722 Euro brutto (TV-Ärzte/VKA 2026, Stufe 1) behält nach Lohnsteuer und Sozialabgaben grob 3.500 Euro netto im Monat, je nach Bundesland, Kirchensteuer und Krankenkasse etwas mehr oder weniger. Bereitschaftsdienste erhöhen das Netto zusätzlich.
Wie viel verdient ein Facharzt in Deutschland 2026?
Nach TV-Ärzte/VKA zwischen 7.552,19 Euro (Einstieg) und 9.698,91 Euro brutto im Monat (ab dem 13. Jahr fachärztlicher Tätigkeit). An Universitätskliniken gelten 7.645,72 bis 9.576,69 Euro. Mit Diensten und Zulagen liegen Fachärzte im Jahr meist zwischen 95.000 und 130.000 Euro brutto.
Was verdient ein Arzt mit eigener Praxis wirklich?
Der Reinertrag lag 2024 laut Statistischem Bundesamt im Median bei 232.000 Euro je Praxis. Davon gehen Altersvorsorge, Krankenversicherung, Praxiskredit und Steuern ab, und bei Gemeinschaftspraxen teilt sich der Betrag auf mehrere Inhaber. Das persönliche Einkommen liegt deshalb deutlich unter dem Reinertrag, aber meist über dem Gehalt eines angestellten Oberarztes.
In welchem Land verdienen Ärzte am meisten?
Nominal in den USA, wo Spezialisten laut Medscape 2026 im Schnitt 417.000 Dollar Gesamtvergütung erhalten, in Europa in der Schweiz mit rund 111.000 Euro schon im ersten Berufsjahr. Kaufkraftbereinigt bleiben die USA vorn, der Schweizer Vorsprung gegenüber Deutschland schrumpft beim Einstieg aber von 62 auf rund 14 Prozent. Laut OECD gehören deutsche, österreichische und schweizerische Hausärzte in eigener Praxis kaufkraftbereinigt zur Weltspitze.
Wie lange dauert es, bis ein Arzt gut verdient?
Das erste Gehalt gibt es mit der Approbation, in Deutschland nach sechs Jahren und drei Monaten Studium. Von da an steigt das Grundgehalt jedes Jahr. Der Facharzttitel nach fünf bis sechs weiteren Jahren bringt den nächsten Sprung, die Oberarztstelle oder Niederlassung den übernächsten, meist zwischen 33 und 40 Jahren.
Verdienen Ärzte in Österreich weniger als in Deutschland?
Beim Monatsgehalt ja, beim Jahresgehalt kaum. Österreich zahlt 14 Monatsgehälter. Ein Facharzt in Wien kommt damit auf rund 100.300 bis 150.200 Euro im Jahr, in Deutschland liegt das Facharzt-Grundgehalt bei 90.600 bis 116.400 Euro. Da das Preisniveau in beiden Ländern fast gleich ist, gilt das auch kaufkraftbereinigt. Dienste und Zulagen kommen in beiden Ländern hinzu.
Spielt es für das Gehalt eine Rolle, wo ich studiert habe?
Nein. Die Tarifverträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz gruppieren nach Position und Berufsjahren ein, nicht nach Studienort. Ein Facharzt, der an einer europäischen Partneruniversität studiert hat, steht in derselben Entgeltstufe wie sein Kollege aus Heidelberg oder Wien.
Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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