Fakultätsprofil

Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen

Die Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen besteht seit 1477 und nimmt 357 Studierende der Humanmedizin pro Jahrgang im Regelstudiengang auf. Das Universitätsklinikum Tübingen trägt mit 1.658 Betten die klinische Ausbildung, die Fakultät ist an drei Exzellenzclustern beteiligt.

Tübingen
Deutschland
Staatlich
Staatsexamen
Kostenlose Studienberatung: Medizin ohne NC
Kurzprofil
Die Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen geht auf die Universitätsgründung von 1477 zurück und ist eine der ältesten medizinischen Fakultäten Deutschlands. Ausgebildet wird im Regelstudiengang zum Staatsexamen, pro Jahrgang stehen 357 Studienplätze in der Humanmedizin bereit. Das Universitätsklinikum Tübingen verfügt über 1.658 Betten und ist Haus der Maximalversorgung. Die Fakultät ist an drei Exzellenzclustern und fünf Zentren der Gesundheitsforschung beteiligt, mit Schwerpunkten in Immunologie, Onkologie, Neurowissenschaften und Infektionsforschung. Studiengebühren fallen nicht an, zu zahlen ist der Semesterbeitrag. Der Abschluss ist in der EU nach Richtlinie 2005/36/EG anerkannt.
1477
Gegründet
357
Studienplätze pro Jahrgang
12
Regelstudienzeit in Semestern
Studierende gesamt
1658
Betten im Universitätsklinikum
Studiengebühr pro Jahr in Euro

Die Universität Tübingen wurde 1477 gegründet, die Medizinische Fakultät gehört seit der Gründung dazu und zählt damit zu den ältesten in Deutschland. Ausgebildet wird im Regelstudiengang mit Vorklinik, Klinik und Praktischem Jahr, pro Jahrgang stehen 357 Studienplätze in der Humanmedizin bereit. Rund 3.400 Studierende sind in Human- und Zahnmedizin eingeschrieben. Neben dem Staatsexamensstudiengang gibt es neun weitere Studiengänge in den Lebenswissenschaften und der Gesundheitsforschung, darunter Molekulare Medizin und biomedizinische Technologien.

Forschungsseitig ist Tübingen an drei Exzellenzclustern und fünf Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung beteiligt; Schwerpunkte sind Immunologie und Onkologie, Neurowissenschaften, Infektionsforschung und Gefäßmedizin. Das Universitätsklinikum Tübingen versorgt mit 1.658 Betten und rund 11.600 Beschäftigten ein Einzugsgebiet vom Raum Stuttgart bis zum Bodensee. Der Standort passt zu dir, wenn du forschungsnah studieren willst und dich eine kleine Universitätsstadt mit kurzen Wegen zwischen Kliniken, Instituten und Wohnort anspricht. Wer Großstadtinfrastruktur und ein breites Nebenjobangebot braucht, findet das in Tübingen nur begrenzt.

Zulassung und Finanzen

Die Studienplätze werden bundesweit über hochschulstart.de vergeben, verteilt über die Abiturbestenquote, die zusätzliche Eignungsquote und das Auswahlverfahren der Hochschulen. Im Auswahlverfahren der Hochschule kombiniert Tübingen die Abiturnote mit dem Ergebnis im Test für Medizinische Studiengänge; beide Kriterien wiegen annähernd gleich schwer, dazu kommen weitere Eignungskriterien wie eine einschlägige Berufsausbildung. In der zusätzlichen Eignungsquote zählt die Abiturnote nicht, hier entscheiden schulnotenunabhängige Kriterien, allen voran das TMS-Ergebnis.

Studiengebühren erhebt die staatliche Fakultät nicht. Fällig sind der Semesterbeitrag und die in Baden-Württemberg üblichen Verwaltungsgebühren; für Studierende aus Nicht-EU-Staaten gilt im Land eine gesonderte Gebührenregelung.

Studium und Anerkennung

Sechs Jahrhunderte Lehre am Neckar

Die Eberhard Karls Universität wurde 1477 gegründet und zählt zu den ältesten Hochschulen Europas; ihr Wahlspruch Attempto, also ich wage es, stammt vom Gründer Graf Eberhard im Bart. Das Universitätsklinikum geht auf Johann Heinrich Ferdinand Autenrieth zurück, der 1805 mit 15 Betten in zwölf Zimmern begann. Heute studieren an der Medizinischen Fakultät knapp 5.000 Menschen in mehr als einem Dutzend Studiengängen. Humanmedizin dauert 13 Semester, also sechs Jahre und drei Monate, und beginnt sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester.

Aufbau und Lehrprofil

Die Semester eins bis vier bilden die Vorklinik mit Physik, Chemie, Biologie, Anatomie und Biochemie, flankiert von medizinischer Psychologie und einer frühen Einführung in klinisches Denken. Die Semester fünf bis zehn decken 21 klinische Fächer und 14 Querschnittsbereiche in Vorlesungen, Seminaren und Unterricht am Krankenbett ab. Tübingen fasst sein Lehrkonzept unter dem Kürzel SPIRIT zusammen: studierendenorientiert, praxisnah, international, forschungsbezogen und interprofessionell. Charakteristisch ist ein longitudinal angelegtes Curriculum, das vorklinische und klinische Inhalte über die Jahre hinweg verbindet, dazu strukturiertes Fertigkeitentraining im Simulationszentrum DocLab. Die Fakultät unterhält Kooperationen mit mehr als 50 Universitäten weltweit, ein Auslandssemester ist entsprechend gut organisierbar.

Die Semester elf und zwölf sind das Praktische Jahr mit Tertialen in Innerer Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach, absolviert am Universitätsklinikum, an akademischen Lehrkrankenhäusern oder in Lehrpraxen. Geprüft wird dreistufig: erster Abschnitt nach der Vorklinik, zweiter Abschnitt vor dem Praktischen Jahr, dritter Abschnitt danach mündlich-praktisch. Am Ende stehen Staatsexamen und Approbation.

Campus und Leben

Eine Stadt, die vom Studium lebt

Tübingen liegt rund 30 Kilometer südlich von Stuttgart, hat eine der besterhaltenen Altstädte Südwestdeutschlands und ein Verhältnis, das man selten findet: Etwa ein Drittel der Einwohner sind Studierende. Das prägt alles, von den Kneipen an der Neckargasse bis zum Stocherkahnrennen auf dem Fluss. Die Universität hat keinen geschlossenen Campus. Geisteswissenschaften sitzen in der Altstadt, die Naturwissenschaften auf der Morgenstelle, und die Medizin verteilt sich auf die klassizistischen Talkliniken nördlich der Innenstadt und den seit den 1960er Jahren gewachsenen Berg auf dem Schnarrenberg.

Praktisch heißt das: Du wirst viel bergauf unterwegs sein. Das Fahrrad ist in Tübingen eher Sportgerät als Verkehrsmittel, die Buslinien zwischen Tal und Berg sind entsprechend voll. Der Wohnungsmarkt ist der wunde Punkt. Für eine Stadt dieser Größe sind die Mieten hoch, WG-Zimmer sind knapp und im Spätsommer heiß umkämpft; die Wohnheime des Studierendenwerks decken nur einen Teil des Bedarfs, und eine frühe Suche zahlt sich aus. Regionalzüge bringen dich in gut einer Stunde nach Stuttgart, der Flughafen ist ohne Umweg erreichbar.

Häufige Fragen

Wie ist das Medizinstudium in Tübingen aufgebaut?

Auf vier Semester Vorklinik folgen sechs klinische Semester mit 21 Fächern und 14 Querschnittsbereichen, danach das Praktische Jahr in den Semestern elf und zwölf. Die Regelstudienzeit liegt bei 13 Semestern. Ein Studienstart ist zum Winter- und zum Sommersemester möglich.

Was steckt hinter dem Kürzel SPIRIT?

SPIRIT ist die Kurzform, mit der die Fakultät ihr Lehrverständnis beschreibt: studierendenorientiert, praxisnah, international, forschungsbezogen und interprofessionell. Konkret zeigt sich das an einem longitudinalen Curriculum, das Vorklinik und Klinik miteinander verzahnt, sowie am Fertigkeitentraining im Simulationszentrum DocLab.

Wie stark ist der Forschungsbezug?

Tübingen ist Exzellenzuniversität, und das Klinikum forscht schwerpunktmäßig in Neurowissenschaften, Onkologie, Immunologie und Gefäßmedizin. Rund 1.800 Wissenschaftler arbeiten in etwa 980 Laboren. Wer promovieren oder früh in ein Labor will, findet hier viele Andockpunkte.

Wo finde ich das Klinikum, und muss ich pendeln?

Das Universitätsklinikum ist zweigeteilt: Die historischen Talkliniken liegen nördlich der Innenstadt, die moderneren Abteilungen auf dem Berg am Schnarrenberg. Zwischen beiden Bereichen wirst du im klinischen Abschnitt regelmäßig wechseln, meist per Bus. Insgesamt versorgt das Klinikum jährlich mehrere hunderttausend Patienten und bietet entsprechend Fallbreite.

Wie bekomme ich einen Studienplatz?

Für das erste Fachsemester läuft die Vergabe ausschließlich über die Stiftung für Hochschulzulassung, also hochschulstart; höhere Fachsemester bewirbst du direkt an der Universität. Die Auswahlgrenzen ändern sich jedes Jahr, weshalb wir hier keine Zahl nennen. Die Medizinerschmiede vermittelt nicht an deutsche staatliche Fakultäten, sondern berät zu NC-freien Wegen ins Medizinstudium.

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