Medizinische Fakultät der Universität Münster
Die Medizinische Fakultät der Universität Münster bildet im Regelstudiengang zum Staatsexamen aus und nimmt 292 Studierende der Humanmedizin pro Jahrgang auf. Zur Ausbildung gehören das Universitätsklinikum Münster mit 1.513 Betten und das Studienhospital, in dem seit 2007 mit geschulten Simulationspatienten trainiert wird.
Die medizinische Ausbildung in Münster reicht bis 1780 zurück. Gelehrt wird im klassischen Regelstudiengang mit Vorklinik, Klinik und Praktischem Jahr. Ein Markenzeichen des Standorts ist das Studienhospital, das 2007 eröffnet wurde und als kleinstes Krankenhaus Deutschlands gilt: Patientenzimmer, Intensivbereich und Beobachtungsräume sind nachgebaut, geschulte Simulationspatienten stellen bis zu sechs Krankheitsbilder dar. So lassen sich Anamnese, Untersuchung, Aufklärungsgespräche und Notfallabläufe in einem geschützten Rahmen mit strukturierter Rückmeldung üben. Parallel zum Staatsexamensstudium lässt sich der Begleitstudiengang Experimentelle Medizin belegen, der früh an wissenschaftliches Arbeiten heranführt.
Das Universitätsklinikum Münster deckt mit 1.513 Betten, über 40 Kliniken und Polikliniken und rund 11.800 Beschäftigten die Maximalversorgung für das Münsterland ab. Der Standort passt zu dir, wenn du strukturiertes Kommunikations- und Fertigkeitentraining schon vor dem ersten Patientenkontakt willst und eine Option auf eine wissenschaftliche Zusatzqualifikation suchst. Wer ein durchgängig integriertes Modellcurriculum ohne Physikum sucht, ist an anderen Fakultäten besser aufgehoben.
Zulassung und Finanzen
Die Studienplätze werden bundesweit über hochschulstart.de vergeben. Verteilt wird über die Abiturbestenquote, die zusätzliche Eignungsquote und das Auswahlverfahren der Hochschulen. In beiden Auswahlquoten kombiniert Münster die Abiturnote mit fachspezifischen Eignungskriterien; das Ergebnis im Test für Medizinische Studiengänge geht dabei ein, in der zusätzlichen Eignungsquote werden schulnotenunabhängige Kriterien stärker gewichtet. Auch eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitswesen und einschlägige Dienste können Punkte bringen.
Studiengebühren erhebt die staatliche Fakultät nicht. Fällig ist allein der Semesterbeitrag, der den Beitrag zum Studierendenwerk, den Studierendenschaftsbeitrag und das Semesterticket umfasst.
Studium und Anerkennung
Aufbau des Studiums
Die Medizinische Fakultät Münster bildet Humanmedizin nach der Approbationsordnung aus: erst der vorklinische Abschnitt mit den naturwissenschaftlichen und morphologischen Grundlagen und dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, dann der klinische Abschnitt mit Vorlesungen, Seminaren, Blockpraktika und Unterricht am Krankenbett. Zuständig für Organisation und Weiterentwicklung der Lehre ist das Institut für Ausbildung und Studienangelegenheiten am Albert-Schweitzer-Campus, direkt am Universitätsklinikum.
Simulation als Markenzeichen
Münsters Besonderheit ist das Studienhospital, nach Angaben der Fakultät das erste seiner Art in Europa: eine komplette Übungsklinik, in der du Anamnese, Untersuchung, Aufklärung und Notfallsituationen mit geschulten Simulationspatienten trainierst. Die Fakultät betreibt dazu nach eigener Aussage das größte Simulationspatientenprogramm Deutschlands, ergänzt um das Lernzentrum LIMETTE, ein neu gebautes Studienlabor, Virtual-Reality-Training und interprofessionelle Lehrformate mit anderen Gesundheitsberufen. Wer wissenschaftlich arbeiten will, kann den Begleitstudiengang Experimentelle Medizin oder das Promotionskolleg MedK nutzen.
Praktisches Jahr und Approbation
Vor dem PJ steht der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Das Praktische Jahr besteht aus drei Tertialen zu je 16 Wochen: Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach aus einem Katalog von mehr als 30 Fächern. Start ist jeweils am dritten Montag im Mai beziehungsweise November, die Bewerbung läuft über das PJ-Portal. Tertiale im Ausland sind möglich, sofern mindestens 16 Wochen im Inland absolviert werden. Nach dem Dritten Abschnitt folgt die Approbation über die zuständige Landesbehörde.
Campus und Leben
Eine Stadt, die vom Studium lebt
Münster ist eine klassische Universitätsstadt: Zum Wintersemester 2025/2026 waren an der Universität 41.217 Studierende eingeschrieben, dazu kommen weitere Hochschulen. Das prägt den Alltag, von den Kneipen im Kreuzviertel und am Hafen bis zu Fachschaftspartys und einem sehr großen Hochschulsportangebot. Alles ist eng beieinander, und die Stadt ist überschaubar genug, dass du deinen Jahrgang ständig triffst.
Campus, Rad und Wohnen
Die medizinischen Einrichtungen liegen gebündelt am Albert-Schweitzer-Campus im Westen der Stadt, gemeinsam mit dem Universitätsklinikum. Fortbewegungsmittel Nummer eins ist das Fahrrad, Münster ist flach und dicht mit Radwegen überzogen; die Promenade um die Altstadt ist der schnellste Weg quer durch die Stadt. Der Wohnungsmarkt ist wegen des hohen Studierendenanteils angespannt, günstiger als in München, aber für eine Mittelstadt keineswegs billig, und WG-Zimmer sind zum Semesterstart schnell vergriffen.
Anbindung
Mit dem Zug bist du zügig im Ruhrgebiet, in Osnabrück oder Richtung Niederlande unterwegs, der Flughafen Münster/Osnabrück liegt nördlich der Stadt. Für Wochenendheimfahrten ist das eine bequeme Lage.
Häufige Fragen
Was ist das Studienhospital?
Das Studienhospital ist eine Übungsklinik der Fakultät, in der Lehrveranstaltungen unter realitätsnahen Bedingungen stattfinden. Du übst dort Gesprächsführung, körperliche Untersuchung, Aufklärung und Notfallabläufe mit geschulten Simulationspatienten und bekommst strukturiertes Feedback. Nach Angaben der Fakultät war es die erste Einrichtung dieser Art in Europa.
Wie praxisnah ist das Studium in Münster?
Die Fakultät setzt stark auf praktische Formate: Simulationspatienten, das Lernzentrum LIMETTE, ein Studienlabor, Virtual-Reality-Training und interprofessionelle Lehre mit anderen Gesundheitsberufen. Ergänzt wird das durch Unterricht am Krankenbett und Blockpraktika am Universitätsklinikum. Trotzdem bleibt es ein Studium mit hohem Prüfungsdruck und viel Stoff.
Wie ist das Praktische Jahr organisiert?
Das PJ umfasst drei Tertiale zu je 16 Wochen: Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach aus einem Katalog von über 30 Fächern. Beginn ist am dritten Montag im Mai oder November, beworben wird sich über das bundesweite PJ-Portal. Auslandstertiale sind möglich, wenn mindestens 16 Wochen im Inland absolviert werden.
Kann ich in Münster auch forschen oder promovieren?
Ja. Die Fakultät bietet den Begleitstudiengang Experimentelle Medizin und das Promotionskolleg MedK für Studierende an, die früh wissenschaftlich arbeiten wollen. Vergeben werden unter anderem die Grade Dr. med., Dr. med. dent. und Dr. rer. medic. Wer eine akademische Laufbahn anstrebt, findet hier eine ausgebaute Struktur.
Wie bekomme ich einen Studienplatz?
Humanmedizin in Münster ist zulassungsbeschränkt, die Vergabe läuft zentral über hochschulstart mit Abiturbestenquote, Zusatzeignungsquote und dem Auswahlverfahren der Hochschulen. Belastbare Grenzwerte stehen immer erst nach Abschluss eines Verfahrens fest. Die Medizinerschmiede berät zu NC-freien Studienplätzen im In- und Ausland und übernimmt keine Bewerbung über hochschulstart.

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