Fakultät für Medizin der Technischen Universität München
Die Fakultät für Medizin der Technischen Universität München besteht seit 1967 und bildet im Regelstudiengang zum Staatsexamen aus; klinischer Lernort ist das Klinikum rechts der Isar mit 1.161 Betten. Den ersten Studienabschnitt organisiert die TUM gemeinsam mit der LMU München, nach dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung werden die Studierenden im Verhältnis 60 zu 40 auf LMU und TUM verteilt.
Die Fakultät für Medizin der TUM wurde 1967 vom Freistaat Bayern eingerichtet, das Klinikum rechts der Isar wurde damit zum Universitätsklinikum. Heute gehört die Fakultät als TUM School of Medicine and Health zu einer technisch geprägten Universität, was sich im Profil zeigt: Translationale Forschung, Medizintechnik und die Verbindung von Grundlagenwissenschaft und Krankenversorgung bestimmen die Schwerpunkte. Ergänzend zum Staatsexamensstudiengang gibt es Masterprogramme in Strahlenbiologie und Biomedical Neuroscience sowie ein Promotionsprogramm in Medical Life Science and Technology. Rund 1.692 Studierende sind in der Humanmedizin eingeschrieben, jährlich schließen etwa 304 ihr Studium ab.
Das Klinikum rechts der Isar liegt innenstadtnah und versorgt mit 1.161 Betten jährlich über 56.000 stationäre Fälle auf dem Niveau der Maximalversorgung. Der Standort passt zu dir, wenn dich der technisch-naturwissenschaftliche Zugang zur Medizin interessiert und du in einem überschaubaren Jahrgang an einem kompakten Campus lernen willst. Wer die Vorklinik von Anfang an fest an einer Universität verbringen möchte, muss wissen, dass die Zuordnung in München erst nach dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung endgültig fällt.
Zulassung und Finanzen
Die Studienplätze werden bundesweit über hochschulstart.de vergeben, verteilt über die Abiturbestenquote, die zusätzliche Eignungsquote und das Auswahlverfahren der Hochschulen. In den beiden Auswahlquoten kombiniert die TUM die Abiturnote mit fachspezifischen Eignungskriterien, in die das Ergebnis im Test für Medizinische Studiengänge eingeht. Da der erste Studienabschnitt gemeinsam mit der LMU organisiert ist, erfolgt die Bewerbung für den Studienort München; die feste Zuordnung zu LMU oder TUM ergibt sich erst bei der Verteilung in den zweiten Studienabschnitt.
Studiengebühren erhebt die staatliche Fakultät nicht. Fällig ist der Semesterbeitrag; hinzu kommen die in München überdurchschnittlich hohen Lebenshaltungskosten.
Studium und Anerkennung
Vorklinik an der LMU, Klinik an der TUM
Die TUM School of Medicine and Health ist ein Sonderfall unter den deutschen Fakultäten: Der vorklinische Abschnitt wird in München universitätsübergreifend von TUM und LMU getragen und findet größtenteils an der LMU statt. Erst nach dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung wechselst du vollständig in den klinischen Abschnitt der TUM, der nach Angaben der Fakultät von über 1.600 Studierenden besucht wird und schwerpunktmäßig am Klinikum rechts der Isar unterrichtet wird.
Forschungsnahes, technikaffines Curriculum
Das seit dem Wintersemester 2011/2012 geltende Curriculum ordnet den klinischen Teil um mehrere Stränge: Klinische Pathophysiologie und Systematische Krankheitslehre verbinden Grundlagenwissen mit den Organsystemen, im dritten klinischen Jahr steht fallbasiertes Klinisches Management entlang von Leitsymptomen. Praktische Fertigkeiten baust du gestuft auf, vom Untersuchungskurs über Unterricht am Krankenbett und Blockpraktika bis zu Simulationstrainings im Medical Training Center. Ein eigenes Kommunikationscurriculum mit Simulationspatienten läuft durch alle klinischen Jahre. Wer Allgemeinmedizin und Versorgung im ländlichen Raum ausprobieren will, kann sich ab dem fünften Semester für das Modellprojekt BeLa bewerben, das mit Kliniken und Praxen in Dillingen an der Donau, Eichstätt/Kösching und Mühldorf am Inn kooperiert.
Praktisches Jahr und Abschluss
Das Praktische Jahr absolvierst du am Universitätsklinikum sowie an über 20 Lehrkrankenhäusern in München und Südbayern, begleitet von einem Portfolio anvertraubarer Tätigkeiten. Nach dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung beantragst du die Approbation beim Landesprüfungsamt.
Campus und Leben
Klinikcampus mitten in der Stadt
Der klinische Alltag spielt sich am Klinikum rechts der Isar in Haidhausen ab, direkt am Max-Weber-Platz und damit sehr zentral und gut an U-Bahn und S-Bahn angebunden. In den ersten beiden Jahren pendelst du dagegen zu den vorklinischen Standorten der LMU in der Innenstadt und im Südwesten Münchens. Zwei Universitäten, mehrere Campus: Wege gehören hier zum Studium.
Wohnen in der teuersten Stadt Deutschlands
München ist der teuerste Wohnungsmarkt des Landes, und Haidhausen gehört zu den begehrten Vierteln. Die Wohnheime des Studierendenwerks München sind für LMU und TUM zuständig und entsprechend stark nachgefragt, WG-Zimmer gehen schnell weg. Viele Studierende wohnen deshalb weiter außerhalb an S-Bahn-Linien und nehmen Fahrzeiten in Kauf.
Alltag und Umfeld
Dafür bekommst du eine Fakultät mit starkem Forschungsprofil, kurze Wege zu Instituten und Kliniken, Nebenjobs im Klinikumfeld und eine Stadt, in der Isar, Englischer Garten und die Berge zum normalen Wochenende gehören. Wer nüchtern kalkuliert, sollte die Lebenshaltungskosten von Anfang an einplanen.
Häufige Fragen
Warum studiere ich die Vorklinik an der LMU, obwohl ich an der TUM eingeschrieben bin?
Der vorklinische Studienabschnitt ist in München als gemeinsames Angebot von TUM und LMU organisiert und wird größtenteils an der LMU durchgeführt. Das ist historisch gewachsen und betrifft alle Münchner Medizinstudierenden. Ab dem klinischen Abschnitt bist du dann vollständig an deiner eigenen Fakultät.
Was macht das TUM-Curriculum besonders?
Der klinische Abschnitt ist stark auf Verknüpfung von Grundlagen und Klinik ausgelegt, etwa über Klinische Pathophysiologie, Systematische Krankheitslehre und fallbasiertes Klinisches Management. Dazu kommen Simulationstrainings im Medical Training Center und ein durchgehendes Kommunikationscurriculum mit Simulationspatienten. Das Profil der Fakultät ist ausgeprägt forschungs- und technikorientiert.
Was ist das BeLa-Programm?
BeLa steht für Beste Landpartie Allgemeinmedizin, ein Modellprojekt für Studierende mit Interesse an Allgemeinmedizin und ländlicher Versorgung. Der Einstieg ist ab dem fünften Semester möglich, es kooperiert mit Kliniken und Hausarztpraxen in Dillingen an der Donau, Eichstätt/Kösching und Mühldorf am Inn. Neben Praktika und Blockeinsätzen gehören Mentoring und regionale Projekte dazu.
Wo kann ich das Praktische Jahr machen?
Das PJ läuft am Universitätsklinikum rechts der Isar sowie an über 20 akademischen Lehrkrankenhäusern in München und Südbayern. Im PJ arbeitest du strukturiert begleitet im Stationsalltag mit, dokumentiert wird über ein Portfolio anvertraubarer Tätigkeiten. Danach folgt der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.
Wie läuft die Bewerbung?
Humanmedizin an der TUM ist zulassungsbeschränkt und wird zentral über hochschulstart vergeben, mit Abiturbestenquote, Zusatzeignungsquote und dem Auswahlverfahren der Hochschulen. Fachspezifische Studieneignungstests spielen in den hochschuleigenen Quoten eine Rolle. Die Medizinerschmiede vermittelt keine Plätze an deutsche staatliche Fakultäten, sondern berät zu NC-freien Wegen ins Medizinstudium.

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