Fakultätsprofil

Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg

Der Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg lehrt im Regelstudiengang, wobei 90 Studierende jedes Jahrgangs das zweite und dritte klinische Jahr am Campus Fulda absolvieren. Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg gehört seit 2006 mehrheitlich der Rhön-Klinikum AG und ist damit privat getragen.

Marburg
Deutschland
Staatlich
Staatsexamen
Kostenlose Studienberatung: Medizin ohne NC
Kurzprofil
Der Fachbereich Medizin der 1527 gegründeten Philipps-Universität Marburg lehrt im Regelstudiengang. Eine Besonderheit ist die Verteilung auf zwei Standorte: Die ersten sechs Semester finden in Marburg statt, danach absolvieren 90 Studierende eines Jahrgangs die Semester sieben bis zehn am Campus Fulda. Die Zuordnung erfolgt nach dem Physikum, also mit rund einem Jahr Vorlauf. Rund 302 Studienplätze werden pro Jahr vergeben, Studienbeginn ist ausschließlich das Wintersemester. Praktische Fertigkeiten werden im Marburger Interdisziplinären Skills Lab trainiert. Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg wurde 2006 privatisiert und gehört zu 95 Prozent der Rhön-Klinikum AG, 5 Prozent hält das Land Hessen.
1527
Gegründet
302
Studienplätze pro Jahrgang
12
Regelstudienzeit in Semestern
Studierende gesamt
Betten im Universitätsklinikum
Studiengebühr pro Jahr in Euro

Marburg ist eine klassische Universitätsstadt, in der etwa jeder dritte Einwohner studiert. Der Fachbereich Medizin gehört zur ältesten protestantisch gegründeten Universität, die bis heute besteht, und lehrt im Regelstudiengang mit klarer Trennung von Vorklinik und klinischem Abschnitt.

Wer sich für Marburg entscheidet, sollte den Standortwechsel einkalkulieren: 90 Studierende pro Jahrgang wechseln nach dem Physikum für zwei Jahre an den Campus Fulda. Das bringt kleinere Gruppen und ein anderes Versorgungsprofil mit sich, bedeutet aber auch einen Umzug mitten im Studium. Das Universitätsklinikum ist zudem das einzige privatisierte Universitätsklinikum Deutschlands.

Zulassung und Finanzen

Die Studienplätze werden über hochschulstart.de vergeben. Im Auswahlverfahren der Hochschule zählt die Abiturnote mit 50 Prozent, der TMS mit 40 Prozent und eine anerkannte Berufsausbildung mit 10 Prozent. In der zusätzlichen Eignungsquote dominiert der TMS mit 80 Prozent, Berufsausbildung und Berufserfahrung fallen dort deutlich geringer ins Gewicht.

Studiengebühren fallen nicht an, zu zahlen ist nur der Semesterbeitrag.

Studium und Anerkennung

Vorklinik auf den Lahnbergen

Der Fachbereich Medizin unterrichtet Humanmedizin als Regelstudiengang nach der Approbationsordnung. Die ersten vier Semester in Marburg legen die naturwissenschaftlichen und vorklinischen Grundlagen und enden mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Praktische Fertigkeiten übst du unabhängig von den Pflichtkursen im interdisziplinären Skills Lab MARIS, das seit dem Wintersemester 2008/09 besteht und heute zum Dr. Reinfried Pohl-Zentrum für medizinische Lehre gehört, inklusive Simulatoren und Kommunikationstraining.

Klinik in Marburg oder in Fulda

Eine Marburger Besonderheit ist die Verteilung der klinischen Jahre. Nach bestandenem Physikum wirst du zu Beginn des klinischen Abschnitts einem Studienort zugeteilt: Ein Teil jedes Jahrgangs absolviert das siebte bis zehnte Fachsemester am Campus Fulda, der Rest bleibt in Marburg. Die Zuteilung erfolgt rund ein Jahr vor dem möglichen Wechsel. Inhaltlich kannst du dich über Schwerpunktcurricula profilieren, etwa in Onkologie, Immunologie und Infektiologie, klinischer Neurobiologie, operativer Medizin oder digitaler und ambulanter Neurologie.

Praktisches Jahr und Abschluss

Das Praktische Jahr besteht aus drei Tertialen und findet am Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie an einem breiten Netz akademischer Lehrkrankenhäuser statt, darunter Häuser in Fulda, Kassel, Siegen, Schwalmstadt, Frankenberg und Dillenburg, dazu Gesundheitsämter für das Wahlfach Öffentliches Gesundheitswesen. Beachte dabei: Das Universitätsklinikum ist seit 2006 mehrheitlich privatisiert und gehört zur Rhön-Klinikum AG, die inzwischen zum Asklepios-Konzern zählt; das Land Hessen hält nur einen kleinen Anteil. Der Fachbereich selbst bleibt staatlich. Nach M2, PJ und mündlich-praktischem M3 folgt die Approbation über das Landesprüfungsamt.

Campus und Leben

Oberstadt unten, Klinik oben

Marburg ist eine klassische Universitätsstadt: klein, hügelig, mit Fachwerk, Schloss und einem sehr hohen Studierendenanteil an der Einwohnerschaft. Der Medizinbetrieb liegt allerdings nicht in der Oberstadt, sondern oben auf den Lahnbergen, wo Universitätsklinikum, naturwissenschaftliche Fachbereiche und Hörsäle zusammenliegen. Zwischen Wohnviertel und Campus pendelst du in der Regel mit dem Bus; mit dem Rad ist die Steigung eine ernsthafte sportliche Ansage.

Wohnen und Alltag

Der Wohnungsmarkt ist angespannt, weil viele Studierende auf wenig Fläche kommen, besonders zum Wintersemester. Preislich liegt Marburg klar unter Frankfurt und den großen Rhein-Main-Städten, günstig ist es trotzdem nicht. Wer früh sucht oder sich auf ein Wohnheim beziehungsweise eine WG in Stadtteilen wie Wehrda oder Cappel einlässt, kommt gut unter. Das studentische Leben konzentriert sich auf die Oberstadt und ist für die Stadtgröße auffällig dicht.

Erreichbarkeit

Über die Main-Weser-Bahn erreichst du Gießen in kurzer Zeit und Frankfurt in etwa einer Stunde, von dort geht es weiter in alle Richtungen. Wer nach Fulda zugeteilt wird, sollte einen Umzug einplanen statt zu pendeln.

Häufige Fragen

Muss ich für den klinischen Abschnitt nach Fulda?

Nicht zwingend, aber es kann dich treffen. Nach dem Physikum werden die Studierenden auf die Studienorte Marburg und Fulda verteilt, ein Teil jedes Jahrgangs absolviert das siebte bis zehnte Fachsemester am Campus Fulda. Die Zuteilung erfolgt etwa ein Jahr vor dem Wechsel, du hast also Vorlauf für Wohnungssuche und Planung.

Was bedeutet es, dass die Uniklinik privatisiert ist?

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg wurde 2005 zusammengelegt und ein Jahr später mehrheitlich an die Rhön-Klinikum AG verkauft, die heute zum Asklepios-Konzern gehört. Das Land Hessen hält nur noch einen kleinen Anteil. Für dich als Studierender ändert das den Abschluss nicht, prägt aber Arbeitsabläufe, Investitionen und die Diskussionskultur am Klinikum spürbar.

Was sind Schwerpunktcurricula?

Das sind zusätzliche, mehrsemestrige Vertiefungsangebote im klinischen Abschnitt, etwa in Onkologie, Immunologie und Infektiologie, klinischer Neurobiologie, operativer Medizin oder digitaler und ambulanter Neurologie. Du belegst sie neben dem Pflichtcurriculum und kannst damit früh ein fachliches Profil aufbauen, ohne die Regelstudienzeit zu verlassen.

Wo kann ich das PJ machen?

Neben dem Universitätsklinikum steht ein großes Netz akademischer Lehrkrankenhäuser offen, überwiegend in Hessen, dazu Häuser in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bayern. Für das Wahlfach Öffentliches Gesundheitswesen bieten außerdem Gesundheitsämter Plätze an. Die Plätze werden zentral vergeben, informiere dich rechtzeitig über die Fristen.

Wie stehen die Chancen auf einen Studienplatz?

Marburg ist bundesweit zulassungsbeschränkt, die Vergabe läuft über hochschulstart mit Abiturbestenquote, zusätzlicher Eignungsquote und dem Auswahlverfahren der Hochschule. Welche Kriterien dort wie gewichtet werden, legt die Hochschule jährlich fest, deshalb lohnt der Blick in die aktuelle Satzung statt in alte NC-Tabellen. Zur Medizinerschmiede gehört die Beratung zu NC-freien Studienplätzen im Ausland, eine Vermittlung nach Marburg gibt es nicht.

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