Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Die Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist eine der wenigen deutschen Fakultäten, die im Auswahlverfahren den HAM-Nat einsetzen und nicht den TMS. Sie geht auf die Medizinische Akademie Magdeburg von 1954 zurück und lehrt im Regelstudiengang.
Magdeburg unterscheidet sich vor allem beim Zugang. Statt des TMS setzt die Fakultät den HAM-Nat ein, einen Wissenstest zu Chemie, Physik, Biologie und Mathematik auf Schulniveau. Daraus ergibt sich ein anderes Anforderungsprofil als an den TMS-Standorten, und ein TMS-Ergebnis wird hier nicht gewertet.
Inhaltlich prägen zwei Forschungslinien den Standort: Neurowissenschaften und Immunologie. Beide schlagen sich in Wahlangeboten und Promotionsmöglichkeiten nieder. Campus und Klinikum liegen beieinander, nahezu alle Kliniken und Institute sind an einem Ort — kurze Wege und überschaubare Jahrgänge.
Zulassung und Finanzen
Die Studienplätze werden über hochschulstart.de vergeben. Im Auswahlverfahren der Hochschule kombiniert Magdeburg Abiturnote und HAM-Nat-Ergebnis über mehrere Unterquoten. In der zusätzlichen Eignungsquote zählt der HAM-Nat zur Hälfte, anerkannte Berufsausbildung und Berufserfahrung machen die andere Hälfte aus.
Studiengebühren fallen nicht an, zu zahlen ist nur der Semesterbeitrag.
Studium und Anerkennung
Regelstudiengang an einer jungen Fakultät
Die Medizinische Fakultät gehört zur 1993 gegründeten Otto-von-Guericke-Universität und nimmt rund zweihundert Studierende pro Wintersemester in Humanmedizin auf. Unterrichtet wird ein Regelstudiengang nach der Approbationsordnung: vier vorklinische Semester bis zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, danach der klinische Abschnitt mit Blockpraktika und Unterricht am Krankenbett, abschließend das Praktische Jahr. Der überschaubare Jahrgang sorgt dafür, dass Kleingruppen tatsächlich klein bleiben.
Lehre, Skills Lab und Forschungsprofil
Praktische Fertigkeiten übst du im Skills Lab MAMBA, ergänzt durch Simulationsangebote; Lernmaterialien und die Dokumentation praktischer Ausbildungsteile laufen über Moodle und VIPER. Die Fakultät hat zwei ausgewiesene Forschungsschwerpunkte, Immunologie einschließlich der molekularen Medizin der Entzündung sowie Neurowissenschaften. Vor Ort kooperiert sie dafür mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie, dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und einem Max-Planck-Institut. Für eine experimentelle Doktorarbeit ist das ein starkes Umfeld, gerade weil die Konkurrenz um Laborplätze kleiner ist als an sehr großen Fakultäten.
Praktisches Jahr, Examen und Approbation
Das Praktische Jahr umfasst drei Tertiale in Innerer Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach und findet am Universitätsklinikum Magdeburg sowie an akademischen Lehrkrankenhäusern in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus statt. Geprüft wird staatlich in M1, M2 und dem mündlich-praktischen M3. Mit bestandenem Staatsexamen beantragst du die Approbation beim Landesprüfungsamt; der Abschluss ist bundesweit derselbe wie an jeder anderen deutschen Fakultät.
Campus und Leben
Alles auf einem Campus
Die Fakultät liegt auf einem zusammenhängenden Medizincampus im Süden der Landeshauptstadt, an dem Universitätsklinikum, Institute, Hörsäle und das Studiendekanat gebündelt sind. Die Wege sind kurz, du erledigst Vorlesung, Praktikum und einen Termin im Dekanat ohne Stadtfahrt. Der Hauptcampus der Universität liegt separat im Norden der Stadt, für Medizinstudierende spielt er im Alltag aber kaum eine Rolle.
Günstig wohnen an der Elbe
Magdeburg ist der klare Preisvorteil unter deutschen Fakultätsstandorten. Die Mieten liegen deutlich unter dem Niveau von Heidelberg, Mainz oder Marburg, WG-Zimmer und eigene kleine Wohnungen sind realistisch bezahlbar, und der Markt ist nicht so ausgetrocknet, dass du Monate suchst. Für ein Studium ohne Nebenjobdruck oder mit knappem BAföG ist das ein handfestes Argument.
Alltag und Verbindungen
Die Stadt liegt an der Elbe, ist grün, weitläufig und mit Straßenbahn und Rad gut zu bewältigen. Das Nachtleben konzentriert sich rund um den Hasselbachplatz. Wer mehr Großstadt braucht, ist per Bahn schnell in Berlin, Leipzig oder Hannover, ohne dort wohnen zu müssen.
Häufige Fragen
Wie läuft die Zulassung in Magdeburg?
Die Vergabe erfolgt bundesweit über hochschulstart: dreißig Prozent der Plätze über die Abiturbestenquote, zehn Prozent über die zusätzliche Eignungsquote und sechzig Prozent über das Auswahlverfahren der Hochschule. In das hochschuleigene Verfahren konnten zuletzt neben der Abiturnote unter anderem der HAM-Nat, eine abgeschlossene medizinnahe Berufsausbildung, Berufserfahrung oder Dienste einfließen. Die genauen Kriterien und Gewichtungen legt die Fakultät jährlich neu fest.
Ist ein kleinerer Standort ein Nachteil?
Für die Ausbildung eher nicht. Bei rund zweihundert Studienanfängern pro Jahr sind Kursgruppen klein und Ansprechpartner leichter erreichbar als an sehr großen Fakultäten. Nachteile können sich bei der Fächerbreite einzelner Spezialgebiete und bei der Auswahl an PJ-Häusern in unmittelbarer Nähe ergeben, was aber durch Auswärtstertiale auffangbar ist.
Wie teuer ist das Leben in Magdeburg?
Deutlich günstiger als in westdeutschen Universitätsstädten, insbesondere bei den Mieten. Das entspannt die Finanzierung erheblich, weil ein großer Teil des Budgets sonst in die Wohnung fließt. Verlässliche Pauschalen nennt niemand seriös; orientiere dich an aktuellen Angeboten des Studentenwerks und an realen Inseraten.
Kann ich hier gut promovieren?
Ja, vor allem in den beiden Forschungsschwerpunkten Immunologie und Neurowissenschaften. Die Fakultät arbeitet dafür eng mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie, dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung zusammen. Eine Promotion ist keine Voraussetzung für die Approbation, aber am Standort mit vergleichsweise wenig Konkurrenz um Betreuungsplätze gut machbar.
Was ist, wenn ich keinen Platz bekomme?
Eine Wartezeitquote existiert nicht mehr, gefragt sind also Testergebnisse, Ausbildung oder Berufserfahrung im Folgejahr. Alternativ gibt es NC-freie Studienplätze im europäischen Ausland, deren Abschlüsse in der EU automatisch anerkannt werden. Genau dazu berät die Medizinerschmiede; an deutsche staatliche Fakultäten wie Magdeburg vermittelt sie nicht, dieser Weg führt ausschließlich über hochschulstart.

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