Andrzej Frycz Modrzewski Krakow University (Krakau)
Die private Andrzej Frycz Modrzewski Krakow University unterrichtet Humanmedizin in Krakau auf Englisch, führt in sechs Jahren zum Abschluss lekarz und wählt über ein Interview statt über eine Abiturnotengrenze aus. Der polnische Abschluss fällt unter die automatische EU-Anerkennung nach Richtlinie 2005/36/EG; das Staatsexamen LEK und das Praxisjahr Staż sind nur für die Berufszulassung in Polen nötig.
Die Andrzej Frycz Modrzewski Krakow University, kurz AFMKU, ist eine private Hochschule in Krakau und nach eigenen Angaben die erste nichtstaatliche Universität Polens mit einem englischsprachigen Medizinstudiengang. Humanmedizin dauert sechs Jahre, umfasst rund 360 ECTS-Punkte und endet mit dem Grad lekarz auf Masterniveau. Einen Numerus clausus gibt es nicht; ausgewählt wird über ein Verfahren mit persönlichem Auswahlgespräch. Der Studienbeginn liegt im Wintersemester, unterrichtet wird durchgehend auf Englisch.
Was die Fakultät ausmacht
Auffällig ist der Aufbau des Curriculums. Es ist integriert und organsystembezogen angelegt, vorklinische und klinische Inhalte werden also thematisch verzahnt statt streng nacheinander unterrichtet. Anatomie, Physiologie und Biochemie stehen damit von Beginn an neben dem klinischen Bezug, was das Verstehen erleichtert und früh an ärztliches Denken heranführt. Ab dem dritten Jahr kommen Innere Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie, Neurologie und Psychiatrie hinzu, begleitet von Praktika an den Krakauer Lehrkrankenhäusern der Universität.
Der zweite Punkt ist der Zugang. Statt einer schriftlichen Aufnahmeprüfung führt die Universität ein Auswahlgespräch, in dem deine Motivation und deine naturwissenschaftlichen Grundlagen aus Biologie und Chemie im Mittelpunkt stehen. Verlangt wird der Stoff der gymnasialen Oberstufe, dazu Englisch auf B2-Niveau, weil der Studiengang vollständig auf Englisch läuft. Das Gespräch lässt sich in der Regel online führen, eine Reise nach Krakau ist dafür nicht nötig. Das sechste Studienjahr ist ein durchgehend praktisches Jahr nach dem Muster des deutschen Praktischen Jahres.
Wo die Grenzen liegen
Die Gebühr von 7.650 EUR pro Semester summiert sich über zwölf Semester auf rund 91.800 EUR, und damit gehört Krakau zu den teureren englischsprachigen Standorten in Polen. Dazu kommen ca. 600 bis 900 EUR im Monat für Miete, Verpflegung, Versicherung und Nahverkehr; Krakau ist die zweitgrösste Stadt des Landes, entsprechend liegen die Mieten über denen kleinerer Studienorte. Auslands-BAföG ist als EU-Standort grundsätzlich möglich, deckt die Gebühr aber nicht.
Inhaltlich verlangt das integrierte Curriculum vom ersten Semester an ein hohes Tempo, weil klinische Bezüge früh dazukommen. Die Polnischkurse im vorklinischen Abschnitt sind verpflichtend und kommen zur ohnehin dichten Stoffmenge hinzu – ohne sie bleibst du im klinischen Teil bei der Anamnese auf Übersetzung angewiesen. Und das Auswahlgespräch ist ein echter Filter: Es ersetzt den Numerus clausus, nicht die Auswahl.
Für wen der Standort passt
Krakau passt, wenn du im Gespräch überzeugen kannst, ein englischsprachiges Studium mit früh klinischem Zuschnitt suchst und die Gebühren über sechs Jahre sicher tragen kannst. Wer auf einen niedrigen Gesamtpreis angewiesen ist oder lieber ein klassisch getrenntes Curriculum hätte, ist anderswo besser aufgehoben. Auch die Anerkennungslage spricht für den Standort: Als polnischer EU-Abschluss wird das Diplom in Deutschland ohne Gleichwertigkeitsprüfung anerkannt. Ob dein Profil zu diesem Auswahlverfahren passt, prüfen wir individuell im kostenlosen Beratungsgespräch der Medizinerschmiede.
Zulassung und Finanzen
Aufnahmeprüfung statt Abiturnote
Einen Numerus clausus gibt es an der AFMKU nicht. Vorausgesetzt wird die allgemeine Hochschulreife, entschieden wird über ein Auswahlverfahren mit persönlichem Interview. Geprüft werden dabei deine Motivation für das Medizinstudium und deine naturwissenschaftlichen Grundlagen aus Biologie und Chemie auf dem Niveau der gymnasialen Oberstufe. Einen klassischen schriftlichen Aufnahmetest gibt es nicht. Weil auf Englisch unterrichtet wird, gehört ein Englischnachweis auf B2-Niveau zur Bewerbung. Dein Abiturschnitt allein entscheidet also nicht über die Zulassung. Wer sich früh mit den eigenen Beweggründen auseinandersetzt und Biologie und Chemie auffrischt, geht deutlich ruhiger in das Gespräch.
Fristen
Das Studium beginnt zum Wintersemester, einen Einstieg im Sommersemester gibt es nicht. Bewerbung und Interview liegen entsprechend in den Monaten davor, und die Interviewtermine sind ebenso begrenzt wie die Plätze im englischsprachigen Jahrgang. Mehrere Monate Vorlauf sind hier die Regel, nicht die Ausnahme, weil Interview und Unterlagenprüfung nacheinander laufen. Ein verpasster Jahrgang kostet dich zwölf Monate. Vieles lässt sich bereits anstossen, bevor dein Abschlusszeugnis endgültig vorliegt. Welcher Zeitplan für dich realistisch ist, prüfen wir individuell im kostenlosen Beratungsgespräch.
Studiengebühren und Lebenshaltung
Die Studiengebühr beträgt 7.650 EUR pro Semester und wird semesterweise fällig; über die sechs Jahre ergeben sich daraus rund 91.800 EUR. Hinzu kommen einmalige Nebenkosten rund um Bewerbung und Umzug sowie laufende Ausgaben für Lehrbücher, Kittel und Arbeitsmaterial, die überwiegend im ersten Jahr anfallen. Für Miete, Verpflegung, Versicherung und Nahverkehr rechnest du mit ca. 600 bis 900 EUR im Monat. Ein finanzieller Puffer für das erste Semester nimmt viel Druck aus dem Start. Über die gesamte Regelstudienzeit solltest du Gebühren und Lebenshaltung zusammen rechnen, nicht getrennt.
Studium und Anerkennung
Aufbau und Unterrichtssprache
Das Studium dauert sechs Jahre und umfasst rund 360 ECTS-Punkte. Unterricht und Prüfungen laufen auf Englisch. Das Curriculum ist integriert und organsystembezogen aufgebaut: Anatomie, Physiologie, Biochemie, Histologie und Embryologie werden mit dem klinischen Bezug verzahnt unterrichtet statt streng getrennt. Parallel belegst du im vorklinischen Abschnitt Polnischkurse, die verpflichtend sind und dich auf den späteren Patientenkontakt vorbereiten. Die medizinische Fachsprache im Englischen kommt in diesem Aufbau früh und dicht, was die ersten Monate sprachlich anstrengend macht.
Klinik und Praxis
Ab dem dritten Jahr beginnt der klinische Abschnitt mit Innerer Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie, Neurologie und Psychiatrie, ergänzt durch Praktika an den Krakauer Lehrkrankenhäusern der Universität. Dort sprechen die Patienten Polnisch, weshalb sich der Sprachkurs handfest auszahlt. Das sechste Jahr ist ein durchgehend praktisches Jahr nach dem Muster des deutschen Praktischen Jahres. Famulaturen kannst du in den Ferien auch in Deutschland absolvieren; über die Anrechnung entscheidet die zuständige Stelle nach ihren Regeln. Das Transcript of Records mit Fächern, Noten und ECTS-Punkten lässt du dir regelmässig ausstellen.
Anerkennung in Deutschland
Der Abschluss lekarz liegt auf Masterniveau. Polen gehört zur Europäischen Union, damit greift die automatische Anerkennung nach Richtlinie 2005/36/EG, Anhang V, in der Fassung des Delegierten Beschlusses (EU) 2023/2383. Eine Gleichwertigkeitsprüfung oder Kenntnisprüfung entfällt; den Antrag richtest du an die Approbationsbehörde des Bundeslandes, in dem du arbeiten willst. Das Staatsexamen LEK und das Praxisjahr Staż sind Voraussetzungen für die Berufszulassung in Polen und werden für die deutsche Approbation nicht verlangt.
Campus und Leben
Leben in Krakau
Krakau ist die historische Königsstadt Polens, liegt an der Weichsel in Kleinpolen und zählt rund 800.000 Einwohner. Mit mehreren Hochschulen gehört die Stadt zu den wichtigsten akademischen Zentren des Landes, entsprechend international ist das Umfeld. Die gut erhaltene Altstadt und ein dichtes Kulturangebot prägen den Alltag, gleichzeitig liegen die Mieten über denen kleinerer polnischer Studienorte. Im Vergleich zu deutschen Grossstädten bleibt der Alltag aber bezahlbar.
Wohnen und Alltag
Üblich sind Wohnheimplätze, Zimmer in Wohngemeinschaften und kleine Mietwohnungen. Weil viele Hochschulen gleichzeitig ins Semester starten, ist der Markt im September stark umkämpft und die Preise ziehen an – wer erst kurz vor Semesterbeginn sucht, zahlt drauf. Die Miete steckt in den ca. 600 bis 900 EUR monatlich mit drin. Für die Anreise gibt es den Flughafen Krakau-Balice mit Verbindungen nach Deutschland, dazu Bahn und Fernbus. Ein Wochenende bei der Familie bleibt damit planbar. Der Anteil internationaler Studierender ist hoch, deutschsprachige Kontakte findest du im Jahrgang meist schnell. Zwischen Campus, Lehrkrankenhäusern und Innenstadt bewegst du dich im Alltag mit dem Nahverkehr.
Häufige Fragen
Gibt es an der AFMKU einen Numerus clausus?
Nein. Statt einer Abiturnotengrenze entscheidet ein Auswahlverfahren mit persönlichem Interview. Vorausgesetzt werden die allgemeine Hochschulreife und Englisch auf B2-Niveau, weil der Studiengang vollständig auf Englisch läuft. Im Gespräch geht es um deine Motivation und um Grundlagen aus Biologie und Chemie auf Oberstufenniveau. Dein Schnitt allein entscheidet also nicht über deine Zulassung.
Wie läuft das Auswahlgespräch ab?
Das Interview verbindet fachliche Fragen aus Biologie und Chemie mit Fragen zu deiner Motivation für den Arztberuf. Einen klassischen schriftlichen Aufnahmetest gibt es nicht. Das Gespräch lässt sich in der Regel online führen, eine Reise nach Krakau ist dafür nicht nötig. Wie du dich sinnvoll vorbereitest, besprechen wir vorab persönlich mit dir.
Was bedeutet das integrierte Curriculum?
Vorklinische und klinische Inhalte werden organsystembezogen verzahnt unterrichtet statt streng nacheinander. Du lernst Anatomie, Physiologie und Biochemie also mit dem klinischen Bezug daneben. Das erleichtert das Verstehen, verlangt aber vom ersten Semester an ein hohes Tempo. Insgesamt dauert das Studium sechs Jahre und umfasst rund 360 ECTS-Punkte.
Was kostet das Studium in Krakau?
Die Gebühr beträgt 7.650 EUR pro Semester, semesterweise fällig, über sechs Jahre also rund 91.800 EUR. Dazu kommen ca. 600 bis 900 EUR im Monat für Lebenshaltung. Damit gehört Krakau zu den teureren englischsprachigen Standorten in Polen. Auslands-BAföG ist grundsätzlich möglich, deckt die Gebühr aber bei Weitem nicht ab.
Wird der Abschluss in Deutschland anerkannt?
Ja. Als EU-Abschluss fällt der Grad lekarz unter die automatische Anerkennung nach Richtlinie 2005/36/EG, Anhang V. Eine Gleichwertigkeits- oder Kenntnisprüfung entfällt, der Antrag läuft über die Approbationsbehörde deines Bundeslandes. Das Staatsexamen LEK und das Praxisjahr Staż betreffen allein die Berufszulassung in Polen und sind für die Approbation in Deutschland nicht nötig.

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