Fakultätsprofil

Lettische Universität für Biowissenschaften und Technologien, Veterinärmedizinische Fakultät

Die Lettische Universität für Biowissenschaften und Technologien in Jelgava bietet ein sechsjähriges englischsprachiges Veterinärmedizinstudium für 9.600 Euro im Jahr, mit eigener Tierklinik und eigener Lehrfarm. Der tierärztliche Ausbildungsnachweis fällt unter die automatische Anerkennung nach Anhang V Nummer 5.4.2 der Richtlinie 2005/36/EG in der Fassung des Delegierten Beschlusses (EU) 2023/2383 und führt in Deutschland ohne Kenntnisprüfung zur Approbation.

Jelgava
Lettland
Staatlich
Tierarzt
Kostenlose Studienberatung: Medizin ohne NC
Kurzprofil
Die Lettische Universität für Biowissenschaften und Technologien in Jelgava ist der einzige Ort Lettlands, an dem die Qualifikation als Tierarzt erworben werden kann. Das englischsprachige Studium der Veterinärmedizin dauert zwölf Semester und umfasst 360 ECTS. Die Jahresgebühr beträgt 9.600 Euro. Einen Numerus clausus gibt es nicht; ausgewählt wird über einen Online-Test in Biologie und Chemie. Weil Lettland zur Europäischen Union gehört, wird der Abschluss in Deutschland automatisch anerkannt.
Gegründet
30
Studienplätze pro Jahrgang
12
Regelstudienzeit in Semestern
4000
Studierende gesamt
Betten im Universitätsklinikum
9600
Studiengebühr pro Jahr in Euro

Die Lettische Universität für Biowissenschaften und Technologien in Jelgava, kurz LBTU, ist eine Volluniversität für Bio- und Agrarwissenschaften mit rund 4.000 Studierenden. Ihre Veterinärmedizinische Fakultät ist die einzige Einrichtung des Landes, an der die tierärztliche Qualifikation erworben werden kann. Das englischsprachige Studium dauert sechs Jahre, umfasst 360 ECTS und kostet 9.600 Euro im Studienjahr. Aufgenommen wird einmal jährlich, zum Studienbeginn in der ersten Septemberwoche.

Was die Fakultät ausmacht

In Jelgava werden seit über 80 Jahren Tierärztinnen und Tierärzte ausgebildet. Die Fakultät gliedert sich in drei Institute und betreibt ein eigenes veterinärmedizinisches Ausbildungszentrum. Das praktische Herzstück ist die 2012 eröffnete Tierklinik, dazu kommt eine eigene Lehrfarm mit Rindern und Pferden, auf der die Großtiermedizin unterrichtet wird. Klein- und Nutztier stehen damit im selben Studium und an derselben Fakultät auf dem Programm.

Die Fakultät trägt den Status Approval der European Association of Establishments for Veterinary Education, der europäischen Bewertungsstelle für tiermedizinische Ausbildung. Für die Anerkennung innerhalb der Union ist dieser Status nicht erforderlich, er ist ein zusätzliches Qualitätssiegel und wird vor allem dort wichtig, wo die europäische Automatik nicht greift. Forschungsseitig arbeitet die Fakultät unter anderem zu Organsystemen in der postnatalen Entwicklung, zu Implantatmaterialien und zu Zoonosen. Diese Schwerpunkte sagen dir, welche Themen in Wahlfächern und Abschlussarbeiten realistisch verfügbar sind.

Wo die Grenzen liegen

Das Angebot ist schmal. Veterinärmedizin ist der einzige englischsprachige Heilberufsstudiengang in Jelgava; Human- und Zahnmedizin gibt es hier nicht, und ein Fachwechsel bedeutet ein komplett neues Studium mit eigener Bewerbung. Der Jahrgang umfasst rund 30 Plätze, die Auswahl läuft über einen Test in Biologie und Chemie, der ohne Vorbereitung nicht selbstverständlich zu bestehen ist.

Lettisch ist für die Zulassung nicht nötig, im klinischen Alltag aber spürbar wichtig: Tierhalter beschreiben die Symptome ihres Tieres in ihrer eigenen Sprache, und in der Tierklinik wie auf der Lehrfarm arbeitest du mit lettischsprachigen Kunden. Dazu kommt der Zuschnitt der Stadt. Jelgava hat rund 55.000 Einwohner, das kulturelle Angebot ist überschaubar, und ein späterer Wechsel an eine deutsche Fakultät ist wegen der knappen Plätze in der Tiermedizin nicht zugesichert; über die Anrechnung entscheidet die aufnehmende Fakultät allein, einen Anspruch darauf gibt es nicht.

Für wen der Standort passt

Jelgava passt zu dir, wenn Tiermedizin dein klares Ziel ist, wenn du die Ausbildung nicht von einer Abiturnote abhängig machen willst und wenn dich die Nutztiermedizin ernsthaft interessiert. Wer eine Großstadt mit dichtem Kulturangebot vor der Tür braucht oder sich Human- beziehungsweise Zahnmedizin offenhalten möchte, ist an anderen Standorten besser aufgehoben. Ob dieser Standort zu deinem Profil, deinem Zeitplan und deiner Finanzierung passt, ordnet die Medizinerschmiede im kostenlosen Beratungsgespräch sachlich ein.

Zulassung und Finanzen

Aufnahmeprüfung statt Abiturnote

Einen Numerus clausus gibt es nicht. Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Sekundarschulbildung mit Hochschulzugang und mindestens die Note befriedigend in Biologie oder Chemie, dazu Englisch auf B2-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. Entschieden wird über einen Aufnahmetest in Biologie und Chemie, den die Universität online abnimmt. Geprüft wird Schulstoff der gymnasialen Oberstufe, tiermedizinisches Vorwissen wird nicht erwartet. Für das Verfahren musst du nicht nach Lettland reisen.

Fristen

Das Studium beginnt in der ersten Septemberwoche, einen Einstieg im Sommersemester gibt es nicht. Weil pro Jahr nur ein Jahrgang startet und rund 30 Plätze zur Verfügung stehen, kostet ein verpasster Termin volle zwölf Monate. Wer bereits im Herbst des Vorjahres beginnt, hat genug Luft, um Biologie und Chemie in Ruhe zu wiederholen. Anmeldung, Bewerbung und Testorganisation übernimmt die Medizinerschmiede; welche Termine in deinem Fall gelten, prüfen wir individuell im kostenlosen Beratungsgespräch.

Studiengebühren und Lebenshaltung

Die Studiengebühr beträgt 9.600 Euro pro Studienjahr und wird jährlich fällig, nicht semesterweise. Über sechs Jahre ergibt das 57.600 Euro. Enthalten sind Lehre und Prüfungen, nicht dagegen Lehrbücher, Arbeitskleidung, Stiefel und Ausrüstung für die Großtiermedizin sowie die Versicherung. Für das Leben in Jelgava rechnest du mit 400 bis 700 Euro im Monat; ein Wohnheimplatz im Doppelzimmer beginnt bei etwa 138 Euro, ein Essen in der Mensa kostet 2,50 bis 3,50 Euro. Über sechs Jahre summieren sich Gebühren und Lebenshaltung auf rund 97.000 Euro. Lettland ist EU-Mitglied, ein Antrag auf Auslands-BAföG ist damit grundsätzlich möglich; über Bewilligung und Höhe entscheidet das zuständige Landesamt für Ausbildungsförderung und nicht die Universität. Ergänzend nutzen Studierende Bildungskredite, Stipendien und Unterstützung aus der Familie. Weil die Lebenshaltung in Jelgava niedrig ist, fällt der monatliche Bedarf geringer aus als an vielen anderen Standorten.

Studium und Anerkennung

Aufbau und Unterrichtssprache

Sechs Jahre, 360 ECTS, angelegt als integriertes Studium des ersten und zweiten Zyklus. Am Anfang stehen Anatomie, Histologie, Physiologie und Biochemie der verschiedenen Tierarten, im dritten Jahr folgen Pathologie, Mikrobiologie, Parasitologie, Pharmakologie und Hygiene. Die Jahre vier und fünf sind klinisch, das sechste Jahr ist überwiegend praktisch. Unterrichtet und geprüft wird vollständig auf Englisch, von der Anatomie bis zur Arbeit in der Tierklinik. Welche Fächergruppen enthalten sein müssen, gibt die Richtlinie 2005/36/EG europaweit vor; die Fakultät füllt diesen Rahmen mit ihrem eigenen Studienplan aus.

Klinik und Praxis

Die praktische Ausbildung findet in der 2012 eröffneten Tierklinik der Fakultät und auf der eigenen Lehrfarm mit Rindern und Pferden statt. Der Unterschied zur Humanmedizin liegt in der Breite: Du lernst nicht eine Spezies, sondern Hund, Katze, Rind, Pferd, Schwein und Geflügel. Die 360 ECTS machen deine Leistungen europaweit vergleichbar; lass dir das Transcript of Records nach jedem Studienjahr ausstellen, dann liegt der Nachweis vor, wenn du ihn brauchst.

Anerkennung in Deutschland

Lettland ist Mitgliedstaat der Europäischen Union, und die tierärztliche Ausbildung gehört zu den harmonisierten Berufen. Maßgebend ist Anhang V Nummer 5.4.2 der Richtlinie 2005/36/EG in der Fassung des Delegierten Beschlusses (EU) 2023/2383. Der Abschluss wird damit automatisch anerkannt, ohne Gleichwertigkeitsprüfung und ohne Kenntnisprüfung. Die tierärztliche Approbation erteilt die zuständige Behörde des Bundeslandes, in dem du arbeiten willst. In Österreich folgt die Eintragung in die Tierärzteliste, in der Schweiz entscheidet die zuständige eidgenössische Stelle. Mit der Approbation stehen dir die Kleintier- und die Nutztierpraxis, Tierkliniken, das amtliche Veterinärwesen und die Forschung offen.

Campus und Leben

Leben in Jelgava

Jelgava liegt in Mittellettland an der Lielupe, zählt rund 55.000 Einwohner und ist die viertgrößte Stadt des Landes. Nach Riga sind es etwa 40 Kilometer, auch die Küste und die litauische Grenze liegen in kurzer Distanz. Die Wege innerhalb der Stadt sind kurz, ein Fahrrad reicht meistens. Wer Großstadtleben sucht, fährt am Wochenende in die Hauptstadt; vor Ort spielt sich das Studentenleben in kleinerem Rahmen ab.

Wohnen und Alltag

Die günstigste Variante ist ein Wohnheimplatz im Doppelzimmer ab etwa 138 Euro im Monat. Wer mehr Ruhe möchte, mietet ein Zimmer oder eine kleine Wohnung in der Stadt; ein Doppelzimmer bedeutet, dass du den Raum tatsächlich teilst. Jelgava ist kompakt, lange Wege zur Fakultät gibt es kaum, und das Preisniveau liegt deutlich unter dem deutscher Universitätsstädte. Weil der Jahrgang mit rund 30 Plätzen klein ist, kennt man sich untereinander – das trägt durch die ersten beiden Jahre, in denen die Stoffmenge am größten ist. Die Anreise aus dem deutschsprachigen Raum läuft über Riga, von dort sind es rund 40 Kilometer.

Häufige Fragen

Wird der tierärztliche Abschluss aus Jelgava in Deutschland anerkannt?

Ja. Lettland ist EU-Mitgliedstaat, und die tierärztliche Ausbildung gehört zu den harmonisierten Berufen nach Anhang V Nummer 5.4.2 der Richtlinie 2005/36/EG. Die Anerkennung erfolgt automatisch, eine Gleichwertigkeits- oder Kenntnisprüfung ist nicht vorgesehen. Die Approbation erteilt die zuständige Landesbehörde. Dieselbe Regel gilt in Österreich und, über das Freizügigkeitsabkommen, in der Schweiz.

Was bedeutet der EAEVE-Status der Fakultät?

Die European Association of Establishments for Veterinary Education bewertet tiermedizinische Fakultäten in einem eigenen europäischen Verfahren. Jelgava führt darin den Status Approval. Für die Anerkennung in der Europäischen Union ist er nicht erforderlich, dafür genügt der Eintrag in Anhang V Nummer 5.4.2. Er ist ein zusätzliches Qualitätssiegel und hilft dort, wo die EU-Automatik nicht greift.

Brauche ich einen bestimmten Abiturschnitt?

Nein. Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Sekundarschulbildung mit Hochschulzugang, mindestens die Note befriedigend in Biologie oder Chemie und Englisch auf B2-Niveau. Entschieden wird über einen Online-Aufnahmetest in Biologie und Chemie, nicht über deine Zeugnisnote. Tiermedizinisches Vorwissen wird dabei nicht erwartet, eine systematische Wiederholung der Grundlagen genügt in der Regel.

Was kostet das Studium insgesamt?

Die Gebühr beträgt 9.600 Euro pro Studienjahr, über sechs Jahre also 57.600 Euro. Rechnest du 400 bis 700 Euro Lebenshaltung im Monat dazu, landest du bei rund 97.000 Euro. Lehrbücher, Arbeitskleidung, Ausrüstung für die Großtiermedizin und Heimreisen kommen obendrauf. Diese Summe gehört vor der Bewerbung durchgerechnet und finanziert.

Brauche ich Lettisch für das Studium?

Für die Zulassung nicht, im klinischen Alltag schon. Tierhalter beschreiben dir die Symptome ihres Tieres in ihrer eigenen Sprache, und in der Tierklinik der Fakultät wie auf der Lehrfarm arbeitest du mit lettischsprachigen Kunden. Wer früh ein Alltagsvokabular aufbaut, tut sich in den klinischen Jahren deutlich leichter. Unterricht und Prüfungen laufen unabhängig davon auf Englisch.

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