Fakultätsprofil

Medizinische Hochschule Hannover

Die Medizinische Hochschule Hannover ist eine eigenständige Hochschule ohne angeschlossene Volluniversität, unterrichtet im Modellstudiengang HannibaL und vergibt 320 Studienplätze pro Jahrgang. In ihrer Zusätzlichen Eignungsquote wiegt eine abgeschlossene Berufsausbildung so stark wie an keiner anderen deutschen Fakultät.

Hannover
Deutschland
Staatlich
Staatsexamen
Kostenlose Studienberatung: Medizin ohne NC
Kurzprofil
Die Medizinische Hochschule Hannover ist eine eigenständige Hochschule und keine Fakultät innerhalb einer Volluniversität; der Lehrbetrieb läuft seit 1965. Unterrichtet wird im Modellstudiengang HannibaL, der vorklinische und klinische Inhalte verzahnt und früh berufsorientiert ausgerichtet ist. Pro Jahrgang stehen 320 Studienplätze bereit, das Klinikum zählt 1.520 Betten. Die MHH ist das größte Transplantationszentrum Deutschlands. Beim Zugang fällt auf, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Zusätzlichen Eignungsquote stärker gewichtet wird als an jeder anderen deutschen Fakultät. Unterrichtssprache ist Deutsch, Abschluss ist das Staatsexamen. Studiengebühren fallen nicht an.
1965
Gegründet
320
Studienplätze pro Jahrgang
12
Regelstudienzeit in Semestern
Studierende gesamt
1520
Betten im Universitätsklinikum
0
Studiengebühr pro Jahr in Euro

Die Medizinische Hochschule Hannover ist keine Fakultät innerhalb einer Volluniversität, sondern eine eigenständige Hochschule: Lehre, Forschung und Krankenversorgung sind unter einem Dach organisiert, der Lehrbetrieb läuft seit 1965. Unterrichtet wird im Modellstudiengang HannibaL, der vorklinische und klinische Inhalte verzahnt und früh auf Berufsorientierung setzt. Das Klinikum zählt 1.520 Betten und ist das größte Transplantationszentrum Deutschlands – Herz, Lunge, Leber und Niere werden hier in einer Menge verpflanzt, die kein anderes Haus im Land erreicht.

Der Standort passt zu dir, wenn du eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf mitbringst: In der Zusätzlichen Eignungsquote gewichtet Hannover diese Vorerfahrung stärker als jede andere deutsche Fakultät, was einen zweiten Weg neben der Abiturnote eröffnet. Ebenso passt er, wenn dich Transplantationsmedizin, Immunologie oder Infektionsforschung interessieren. Wer den breiten Fachhorizont einer Volluniversität mit Nebenfächern außerhalb der Medizin sucht, findet den hier nicht.

Zulassung und Finanzen

Die Studienplätze werden bundesweit über hochschulstart.de vergeben: 30 Prozent über die Abiturbestenquote, 10 Prozent über die Zusätzliche Eignungsquote, in der die Abiturnote nicht gewertet wird, und 60 Prozent über das Auswahlverfahren der Hochschule. Hannover sticht in der Zusätzlichen Eignungsquote heraus: Eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf wiegt dort stärker als an jeder anderen deutschen Fakultät. Im Auswahlverfahren der Hochschule kommen die Abiturnote und ein fachspezifischer Studierfähigkeitstest hinzu; die Gewichte legt die MHH in ihrer Zulassungsordnung fest.

Studiengebühren fallen nicht an. Zu zahlen ist allein der Semesterbeitrag der Medizinischen Hochschule Hannover, der jedes Semester neu festgesetzt wird.

Studium und Anerkennung

HannibaL: Modellstudiengang im Tertialtakt

Die MHH bildet seit dem Wintersemester 2005/2006 im Modellstudiengang HannibaL aus, kurz für Hannoversche integrierte, berufsorientierte und adaptive Lehre. Das Studienjahr ist nicht in zwei Semester, sondern in drei Tertiale zu je rund zehn Wochen geteilt. Der Jahrgang wird dafür in drei Gruppen aufgeteilt, sodass du den Unterricht meist in Blöcken mit etwa 90 Leuten erlebst. Die Trennung in Vorklinik und Klinik entfällt, Patientenkontakt gibt es von Anfang an.

Prüfungen ohne klassisches Physikum

Statt eines großen ersten Staatsexamens schließt jedes Modul unmittelbar nach dem Unterrichtsblock mit einer eigenen Prüfung ab. Nach zwei Jahren erhältst du eine Bescheinigung über die Gleichwertigkeit zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, die dir einen Wechsel an eine andere Fakultät offenhält. Geübt wird im Skills Lab auf rund 700 Quadratmetern, dazu kommen OSCE-Prüfungen und Unterricht am Krankenbett. Ein ganzes Tertial ist für wissenschaftliches Arbeiten vorgesehen; die MHH ist forschungsstark und bietet strukturierte Promotionsprogramme. Das Land hat den Modellstatus Ende 2025 um weitere sechs Jahre verlängert.

Praktisches Jahr und Abschluss

Das Praktische Jahr absolvierst du an der MHH selbst oder an einem ihrer Lehrkrankenhäuser, in Hannover etwa am Annastift, am Friederikenstift, an der Henriettenstiftung oder am Kinderkrankenhaus auf der Bult, dazu kommen Häuser in ganz Niedersachsen. Abgeschlossen wird mit dem Zweiten und dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, danach folgt die Approbation.

Campus und Leben

Ein Campus nur für Medizin

Die MHH ist eine eigenständige Hochschule und keine Fakultät einer Volluniversität. Auf dem rund 400.000 Quadratmeter großen Gelände im Osten Hannovers, im Bereich Roderbruch und Groß-Buchholz, findest du Humanmedizin, Zahnmedizin, Biochemie und Biomedizin, sonst nichts. Das macht das Umfeld sehr medizinisch: kurze Wege zwischen Hörsaal, Instituten und Klinik, dafür kein Campusleben mit anderen Fachrichtungen. Die große Leibniz Universität liegt an anderer Stelle in der Stadt.

Wohnen und Wege

Die MHH hat eine eigene Stadtbahnhaltestelle, die Innenstadt erreichst du in etwa einer Viertelstunde. Beliebt sind die angrenzenden Stadtteile im Osten wie Kleefeld sowie die List; direkt nebenan liegt die Eilenriede, der große Stadtwald. Hannover ist als Landeshauptstadt kein billiges Pflaster, gemessen an Hamburg oder München bleibt das Mietniveau aber moderat. Wohnheimplätze bietet das Studentenwerk, viele Studierende teilen sich Altbauwohnungen in den östlichen Stadtteilen.

Alltag und Anbindung

Weil auf dem Gelände fast ausschließlich Medizin studiert wird, spielt sich das studentische Leben stark über Fachschaft, Lerngruppen und Hochschulsport ab. Kinderbetreuung und Sportanlagen gibt es auf dem Campus selbst. Der Hauptbahnhof ist ein zentraler ICE-Knoten, entsprechend kurz fallen die Fahrten nach Hause aus.

Häufige Fragen

Wofür steht HannibaL?

Für Hannoversche integrierte, berufsorientierte und adaptive Lehre. Gemeint ist der Modellstudiengang der MHH, der seit Mitte der 2000er Jahre den Regelstudiengang ersetzt. Kennzeichen sind Tertiale statt Semester, Module mit unmittelbar anschließenden Prüfungen und Patientenkontakt von Beginn an.

Kann ich ohne Physikum an eine andere Uni wechseln?

Ja. Die MHH stellt nach den ersten beiden Jahren eine Bescheinigung über die Gleichwertigkeit zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung aus, für den klinischen Teil gibt es entsprechende Nachweise. Damit ist ein Wechsel in einen Regelstudiengang grundsätzlich möglich. Ob es im Einzelfall klappt, hängt von der aufnehmenden Fakultät und den freien Plätzen ab.

Was bedeutet das Tertialsystem für den Jahresablauf?

Das Studienjahr besteht aus drei Blöcken von je etwa zehn Wochen statt aus zwei Semestern. Der Jahrgang wird dafür in drei Gruppen geteilt, was kleinere Lerngruppen ermöglicht. Die unterrichtsfreien Zeiten liegen dadurch anders als an anderen Fakultäten, was du bei Famulaturen und Nebenjobs einplanen solltest.

Wie ist es, an einer reinen Medizinhochschule zu studieren?

Alles liegt auf einem Campus, von der Anatomie bis zur Transplantationsmedizin, und die MHH betreibt eines der größten Transplantationszentren Deutschlands. Der Nachteil ist die Einseitigkeit des Umfelds: Kommilitonen aus anderen Fächern triffst du auf dem Gelände nicht. Wer breites Universitätsleben sucht, muss es sich in der Stadt organisieren.

Wie bewirbt man sich an der MHH?

Über hochschulstart, mit Abiturbestenquote, Zusätzlicher Eignungsquote und dem Auswahlverfahren der Hochschule, in dem die MHH eigene Kriterien gewichtet. Die konkreten Regeln veröffentlicht die Hochschule vor jedem Bewerbungszeitraum. Wir begleiten Wege in NC-freie Medizinstudiengänge im In- und Ausland und treten in diesem Verfahren nicht auf.

Partnerstandort der Medizinerschmiede
An diese Universität vermitteln wir Studienplätze. Alle Details zu Bewerbung, Kosten und Betreuung stehen auf der Standortseite.
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Studienplätze und Betten: Deutsche Hochschulmedizin, Standortprofil Hannover, abgerufen 08/2026. Betten voll- und teilstationär. Vergabequoten nach der Studienplatzvergabeverordnung.
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