Medizinische Fakultät der Universität Halle-Wittenberg
Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg lehrt seit Oktober 2003 in einem reformierten Regelstudiengang, der vorklinische und klinische Inhalte stärker verzahnt als der klassische Aufbau. Das Universitätsklinikum Halle (Saale) ist mit rund 1.000 Betten das größte Krankenhaus Sachsen-Anhalts.
Halle ist ein mittelgroßer Standort mit langer akademischer Geschichte und vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten. Der Studiengang wurde 2003 reformiert und läuft seither als reformierter Regelstudiengang: Die Trennung zwischen Vorklinik und Klinik bleibt bestehen, klinische Bezüge und Praxisanteile werden aber früher eingebaut. Bei rund 223 Plätzen pro Jahrgang bleiben die Kursgruppen überschaubar.
Das Universitätsklinikum ist mit rund 1.000 Betten das größte Krankenhaus Sachsen-Anhalts und in vielen Fachrichtungen der letzte Anlaufpunkt für die Region. Das bedeutet ein breites Patientenspektrum, ohne dass mehrere große Häuser am selben Ort um die gleichen Fälle konkurrieren. Halle passt zu dir, wenn du einen überschaubaren Jahrgang, kurze Wege und günstige Mieten höher gewichtest als die Größe des Standorts.
Zulassung und Finanzen
Die Vergabe läuft bundesweit über hochschulstart.de: 30 Prozent über die Abiturbestenquote, 10 Prozent über die zusätzliche Eignungsquote und 60 Prozent über das Auswahlverfahren der Hochschule. Halle teilt das Auswahlverfahren in zwei Unterquoten auf, in denen Abiturnote und Studierfähigkeitstest unterschiedlich stark zählen; eine anerkannte Berufsausbildung bringt Zusatzpunkte. In der Eignungsquote bleibt die Abiturnote außen vor.
Studiengebühren fallen nicht an, zu zahlen ist allein der Semesterbeitrag. Die Gewichtungen stehen in der jeweils geltenden Auswahlsatzung der Universität.
Studium und Anerkennung
Regelstudiengang an zwei Standorten
Halle bildet im Regelstudiengang aus. Das Studium umfasst zwölf Semester zuzüglich Prüfungszeit und gliedert sich in vier vorklinische Semester, sechs klinische Semester und das Praktische Jahr. Studienbeginn ist das Wintersemester. Räumlich verteilt sich die Lehre auf zwei Standorte: die Institute und die Zahnmedizin am Medizin-Campus Steintor an der Magdeburger Straße, die klinische Ausbildung überwiegend am Klinikum in Kröllwitz.
Lehre und Praxis
Die Fakultät legt Wert auf frühen Patientenkontakt und auf interprofessionelles Lernen gemeinsam mit den Gesundheitsberufen, ein Feld, in dem Halle seit Jahren forscht. Für praktische Fertigkeiten steht das Dorothea-Erxleben-Lernzentrum bereit, mit Simulationsräumen, Skillstraining und digitalen Formaten. Das Universitätsklinikum ist das größte Krankenhaus Sachsen-Anhalts: Du siehst Maximalversorgung, ohne in einem anonymen Riesenjahrgang unterzugehen.
Praktisches Jahr und Abschluss
Das Praktische Jahr läuft am Universitätsklinikum oder an einem der akademischen Lehrkrankenhäuser in Mitteldeutschland, etwa am BG Klinikum Bergmannstrost in Halle, am AMEOS Klinikum Bernburg, an der Asklepios Klinik Weißenfels oder an Häusern in Wittenberg. Geprüft wird nach der bundeseinheitlichen Approbationsordnung in drei Abschnitten: Erster Abschnitt nach der Vorklinik, Zweiter Abschnitt vor dem Praktischen Jahr, Dritter Abschnitt als mündlich-praktische Prüfung danach. Mit bestandenem Staatsexamen beantragst du die Approbation; weil du in Deutschland studierst, ist kein zusätzliches Anerkennungsverfahren nötig.
Campus und Leben
Große Stadt, moderate Mieten
Halle hat rund 228.000 Einwohner und mit der Martin-Luther-Universität eine der ältesten Hochschulen Deutschlands. Anders als in Greifswald oder Homburg studierst du hier in einer echten Großstadt, aber zu Mieten, die deutlich unter dem Niveau von Hamburg oder München liegen. Beliebt bei Studierenden ist das gründerzeitliche Paulusviertel, bezahlbare Altbauwohnungen gibt es aber in mehreren Vierteln.
Zwei Standorte, ein Straßenbahnnetz
Dein Alltag pendelt zwischen dem Medizin-Campus Steintor nahe der Innenstadt und dem Klinikum in Kröllwitz oberhalb der Saale. Halle hat ein dichtes Straßenbahnnetz, historisch das erste elektrische Europas, und damit sind beide Standorte gut verbunden. Direkt nebenan liegen die Saaleauen mit der Peißnitzinsel, der Naherholungsraum der Stadt.
Umgebung und Anbindung
Leipzig ist mit der Bahn schnell erreichbar und erweitert das Ausgeh- und Kulturangebot erheblich; der Flughafen Leipzig/Halle liegt zwischen beiden Städten. Halle selbst hat mit den Händel-Festspielen und dem Kunstmuseum Moritzburg ein eigenes Profil. Als Bahnknoten in Mitteldeutschland ist die Stadt aus fast jeder Richtung ordentlich angebunden.
Häufige Fragen
Ist das Medizinstudium in Halle ein Modellstudiengang?
Nein, Halle bildet im Regelstudiengang aus. Nach vier vorklinischen Semestern steht der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, danach folgen die klinischen Semester. Praktische Formate und interprofessionelle Lehre sind trotzdem fest im Curriculum verankert.
Wo findet der Unterricht statt?
An zwei Standorten. Die Institute und die Zahnmedizin sitzen am Medizin-Campus Steintor an der Magdeburger Straße, nahe der Innenstadt. Die klinische Ausbildung findet überwiegend am Universitätsklinikum in Kröllwitz statt. Beide Standorte sind mit der Straßenbahn verbunden.
Wie hoch ist der NC in Halle?
Eine feste Zahl gibt es nicht: Die Grenzwerte ergeben sich jedes Jahr neu aus Bewerberzahl und Verfahren. Die Vergabe läuft über hochschulstart mit Abiturbestenquote, Zusätzlicher Eignungsquote und dem hochschuleigenen Auswahlverfahren, in das seit dem Wintersemester 2025/2026 auch Ergebnisse des Medizinertests einfließen. Aktuelle Werte veröffentlicht die Universität, wir vermitteln keine Plätze an deutsche staatliche Fakultäten.
Was ist das Dorothea-Erxleben-Lernzentrum?
Das ist das Trainingszentrum der Fakultät für praktische ärztliche Fertigkeiten. Dort übst du Untersuchungstechniken und Notfallabläufe an Simulatoren, dazu kommen Skillstraining und digitale Lehrformate. Benannt ist es nach der ersten promovierten Ärztin Deutschlands, die in Halle ihren Doktorgrad erwarb.
Wie teuer ist das Leben in Halle?
Halle gehört zu den günstigeren Großstädten Deutschlands, gerade beim Wohnen. Wohnheimplätze des Studierendenwerks und WG-Zimmer in Altbauvierteln sind vergleichsweise erschwinglich. Konkrete Beträge schwanken je nach Lage und Zeitpunkt, prüfe sie deshalb aktuell beim Studierendenwerk.

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