Universitätsmedizin Göttingen
Die Universitätsmedizin Göttingen vergibt 338 Studienplätze für Humanmedizin pro Jahrgang und ist mit 1.563 Betten der einzige Maximalversorger Südniedersachsens. In ihrem Auswahlverfahren der Hochschule wiegt die Abiturnote vergleichsweise stark.
Die Universitätsmedizin Göttingen geht auf eine der Gründungsfakultäten der Georg-August-Universität von 1737 zurück und ist als Integrationsmodell organisiert: Fakultät und Klinikum bilden eine Einheit unter einem gemeinsamen Vorstand. Mit 1.563 Betten ist sie der einzige Maximalversorger Südniedersachsens. Das hat einen praktischen Effekt auf die Ausbildung: Was in der Region an schweren und seltenen Fällen anfällt, landet hier und nicht in einem Nachbarhaus. Neben der Fakultät prägen mehrere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen den Campus, was den Zugang zu Promotions- und Forschungsprojekten erleichtert.
Der Standort passt zu dir, wenn du ein klassisch aufgestelltes, forschungsnahes Studium in einer überschaubaren Universitätsstadt suchst, in der das Leben stark vom Campus ausgeht. Weil die Abiturnote im Auswahlverfahren der Hochschule vergleichsweise stark wiegt, ist Göttingen für Bewerber mit sehr gutem Schnitt rechnerisch günstiger als für solche, die vor allem über ein starkes TMS-Ergebnis punkten wollen.
Zulassung und Finanzen
Die Studienplätze werden bundesweit über hochschulstart.de vergeben: 30 Prozent über die Abiturbestenquote, 10 Prozent über die Zusätzliche Eignungsquote ohne Abiturnote und 60 Prozent über das Auswahlverfahren der Hochschule. Göttingen gewichtet in diesem Auswahlverfahren die Abiturnote vergleichsweise stark; daneben fließen fachspezifische Studierfähigkeitstests und Vorerfahrung aus einer Berufsausbildung ein. Die konkreten Gewichte legt die Universität in ihrer Zulassungsordnung fest und passt sie von Zyklus zu Zyklus an.
Studiengebühren fallen nicht an. Zu zahlen ist allein der Semesterbeitrag der Georg-August-Universität, der jedes Semester neu festgesetzt wird.
Studium und Anerkennung
Regelstudiengang mit modularem klinischem Abschnitt
Die Universitätsmedizin Göttingen bildet in zehn Semestern plus Praktischem Jahr aus. Die ersten vier Semester sind fachorientiert aufgebaut, mit Anatomie, Physiologie, Biochemie sowie medizinischer Psychologie und Soziologie, und enden mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Die sechs klinischen Semester sind nicht nach Einzelfächern, sondern in thematischen, fächerübergreifenden Modulen organisiert, sodass ein Krankheitsbild aus mehreren Blickwinkeln gleichzeitig behandelt wird.
Praktisch trainierst du im studentischen Trainingszentrum ärztlicher Praxis und Simulation und im Lehrhospital der UMG, in denen Untersuchungstechniken und Notfallabläufe unter ärztlicher Anleitung geübt werden. Dazu kommen problemorientierte Seminare, Vorlesungspodcasts und digitale Simulationen komplexer Fälle. Ein Teil der klinischen Lehre findet inzwischen am zweiten Studienstandort Medizincampus Wolfsburg statt, an dem einzelne Semester ganz oder teilweise absolviert werden.
Universitätsmedizin, Max-Planck-Nachbarschaft und Abschluss
Die UMG ist eine Stiftung öffentlichen Rechts, in der Fakultät und Klinikum eine Einheit bilden; Lehre, Forschung und Krankenversorgung stehen unter einem Dach. Forschungsschwerpunkte sind molekulare Zellbiologie, Neurowissenschaften, Herz-Kreislauf-Medizin und Onkologie. Besonders ist die Nachbarschaft zum Göttingen Campus: Zusammen mit Max-Planck-Instituten, den Deutschen Zentren für Herz-Kreislauf- und für neurodegenerative Erkrankungen und dem Exzellenzcluster zur Multiskalen-Bildgebung von Herz und Gehirn entsteht ein dichtes Forschungsumfeld auf kurzen Wegen. Ein Promotionskolleg begleitet forschungsnahe Doktorarbeiten.
Das Praktische Jahr absolvierst du an der UMG oder an einem der rund zwei Dutzend akademischen Lehrkrankenhäuser zwischen Bremen, Hildesheim, Kassel, Paderborn und dem Harz. Nach dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung folgt die Approbation.
Campus und Leben
Klinik und Grundlagenforschung Tür an Tür
Die Universitätsmedizin liegt an der Robert-Koch-Straße im Nordosten der Stadt, direkt neben dem Nordcampus mit den naturwissenschaftlichen Instituten und den Max-Planck-Instituten. Diese Nachbarschaft ist der eigentliche Charakter des Standorts: Von der Station zum Labor sind es wenige Minuten zu Fuß, und Doktorarbeiten in der Grundlagenforschung sind organisatorisch leicht zu machen.
Göttingen ist eine klassische Universitätsstadt mit Fachwerkinnenstadt, Gänseliesel und einer sehr langen wissenschaftlichen Tradition. Die Stadt ist kompakt genug, dass Rad und Bus reichen. Der Wohnungsmarkt ist im Vergleich zu Freiburg oder Frankfurt entspannt, das Studentenwerk hält viele Wohnheimplätze vor, und die Mieten liegen im moderaten Bereich für eine Unistadt.
Das studentische Leben ist entsprechend präsent: Uni-Kino, Kneipen, Fachschaftsleben, viele Sportgruppen. Verkehrlich sitzt Göttingen auf der ICE-Nord-Süd-Achse, Kassel und Hannover sind in unter einer Stunde erreichbar, Frankfurt und Berlin in rund zwei Stunden. Für Wochenenden liegen Harz und Weserbergland direkt vor der Tür.
Häufige Fragen
Ist Göttingen ein Modellstudiengang?
Formal nein, es bleibt bei der Trennung von vorklinischem und klinischem Abschnitt mit dem Physikum nach vier Semestern. Der klinische Teil ist aber nicht nach Einzelfächern, sondern in thematischen, fächerübergreifenden Modulen organisiert. In der Praxis fühlt sich das deutlich integrierter an als ein klassischer Regelstudiengang.
Was bringt die Nähe zu den Max-Planck-Instituten?
Vor allem Zugang zu Grundlagenforschung auf hohem Niveau in Gehweite. Die UMG kooperiert eng mit den Max-Planck-Instituten am Göttingen Campus, mit den Deutschen Zentren für Herz-Kreislauf- und für neurodegenerative Erkrankungen und mit dem Exzellenzcluster zur Bildgebung von Herz und Gehirn. Für eine experimentelle Doktorarbeit oder einen späteren Clinician-Scientist-Weg sind das sehr gute Voraussetzungen.
Was ist der Medizincampus Wolfsburg?
Ein zweiter Studienstandort der UMG, der in Kooperation mit der Stadt Wolfsburg entstanden ist und seit dem Wintersemester 2021/22 Lehre anbietet. Inzwischen findet dort ein Teil der klinischen Ausbildung statt, für einen Teil der Studierenden ganze Semester. Damit wurde die Ausbildungskapazität der UMG erweitert.
Wo kann ich das Praktische Jahr machen?
An der UMG selbst oder an einem der rund zwei Dutzend akademischen Lehrkrankenhäuser. Das Netz ist geografisch weit gespannt und reicht von Bremen und Bremerhaven über Hildesheim, Wolfenbüttel und Paderborn bis nach Kassel, Nordhessen und in den Harz. Du kannst also zwischen Maximalversorgern und kleineren Häusern wählen.
Wie ist die Wohnsituation in Göttingen?
Vergleichsweise gut. Das Studentenwerk stellt eine große Zahl an Wohnheimplätzen, und der freie Markt ist weniger angespannt als in süddeutschen Universitätsstädten. Zu Semesterbeginn wird es trotzdem eng, weshalb eine frühe Suche sinnvoll ist. Insgesamt gehört Göttingen zu den bezahlbareren Studienorten.

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