Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen bildet rund 226 Studierende pro Jahr aus. Ihr klarstes Profil liegt in der Onkologie mit dem Westdeutschen Tumorzentrum und dem Westdeutschen Protonentherapiezentrum.
Essen ist die Adresse für alle, die sich früh für Onkologie interessieren. Das Westdeutsche Tumorzentrum und das seit 2013 betriebene Protonentherapiezentrum machen den Standort in der Krebsmedizin bundesweit sichtbar.
Der Studiengang selbst ist klassisch aufgebaut. Im Auswahlverfahren wiegt der TMS genauso schwer wie die Abiturnote, dazu kommen Punkte für Berufsausbildung und Dienste — ein vergleichsweise ausgewogenes Verfahren.
Zulassung und Finanzen
Die Vergabe läuft über hochschulstart.de. Im Auswahlverfahren der Hochschule zählen Abiturnote und TMS gleich stark, Berufsausbildung und anerkannte Dienste bringen jeweils Zusatzpunkte. In der Eignungsquote wiegt eine abgeschlossene Berufsausbildung besonders schwer. Studiengebühren fallen nicht an.
Studium und Anerkennung
Regelstudiengang mit früher Klinikanbindung
Essen bildet im klassischen Regelstudiengang aus. Auf vier vorklinische Semester folgt der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, danach schließen sich sechs klinische Semester und das Praktische Jahr an. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Jahre und drei Monate, immatrikuliert wird ausschließlich zum Wintersemester. Die Fakultät legt Wert darauf, klinische Bezüge schon in die vorklinischen Fächer einzubauen, damit du früh siehst, wofür du Anatomie und Biochemie lernst.
Praktisch wird es im SkillsLab und im Simulationspatientenprogramm, das auch die OSCE-Prüfungen trägt. In den großen klinischen Fächern arbeitest du in Blockpraktika in kleinen Gruppen direkt am Patienten, alle Lehrveranstaltungen werden systematisch evaluiert. Das Profil des Hauses ist ungewöhnlich scharf: Onkologie, Transplantation und Herz-Kreislauf sind die erklärten Forschungsschwerpunkte, das Westdeutsche Tumorzentrum bündelt die Krebsmedizin am Standort. Wer sich für Hämatoonkologie oder Transplantationsmedizin interessiert, sieht hier eine Fallbreite, die nicht jede Fakultät bietet.
Praktisches Jahr, Prüfungen und Approbation
Das Praktische Jahr umfasst 48 Wochen in drei Tertialen und beginnt Mitte Mai oder Mitte November. Die Plätze vergibt ausschließlich das Dekanat, eine Direktbewerbung bei den Häusern ist nicht vorgesehen; Studierende der eigenen Fakultät haben Vorrang. Neben dem Universitätsklinikum steht ein großes Netz akademischer Lehrkrankenhäuser im Ruhrgebiet und am Niederrhein bereit, unter anderem in Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Gelsenkirchen, Mülheim und Wesel. Vor dem PJ gibt es eine Einführungswoche, begleitend Seminare und ein Simulationstraining zu Notfällen, praktischen Handgriffen und Gesprächsführung. Mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung endet das Studium. Das Staatsexamen ist die Grundlage für die Approbation, die dich uneingeschränkt zur ärztlichen Tätigkeit in Deutschland berechtigt.
Campus und Leben
Klinikum in Holsterhausen, Alltag in Rüttenscheid
Die Medizin sitzt nicht auf dem Hauptcampus an der Universitätsstraße, sondern auf dem Gelände des Universitätsklinikums in Essen-Holsterhausen. Das ist ein eigener, kompakter Campus: Hörsäle, Institute, SkillsLab und Stationen liegen fußläufig beieinander, die Wege zwischen Vorlesung und Praktikum sind kurz. Die Fakultät ist überschaubar, viele beschreiben die Atmosphäre als familiär.
Gleich südlich beginnt Rüttenscheid, das Ausgehviertel der Stadt. Die Rü mit Cafés, Kneipen und Wochenmarkt ist der De-facto-Wohnort vieler Medizinstudenten. Wohnen ist im Vergleich zu Düsseldorf, Köln oder Frankfurt deutlich günstiger, WG-Zimmer lassen sich auch kurzfristig finden. Essen ist dabei besser als sein Ruf: Grugapark, Baldeneysee, die Zeche Zollverein als Weltkulturerbe und eine dichte Theater- und Konzertlandschaft liegen direkt vor der Tür.
Straßenbahn und U-Bahn halten am Klinikum, der Hauptbahnhof ist ICE-Halt. Bochum, Duisburg und Düsseldorf erreichst du in Minuten, der Flughafen Düsseldorf liegt eine knappe halbe Stunde entfernt. Wer schon im Ruhrgebiet wohnt, kann das Studium gut pendelnd bestreiten und sich den Umzug sparen.
Häufige Fragen
Ist Essen ein Modellstudiengang?
Nein, Essen bildet im Regelstudiengang aus, also mit klassischer Trennung von Vorklinik und Klinik und dem Physikum nach vier Semestern. Die Fakultät zieht klinische Inhalte aber bewusst in die vorklinischen Fächer vor. Wer ein durchgehend integriertes Curriculum sucht, ist an einem echten Modellstudiengang besser aufgehoben.
Wie stark ist das onkologische Profil wirklich?
Onkologie ist in Essen kein Marketingbegriff, sondern ein erklärter Forschungsschwerpunkt neben Transplantation und Herz-Kreislauf. Das Westdeutsche Tumorzentrum bündelt die Krebsmedizin des Standorts. Für dich heißt das mehr onkologische und transplantationsmedizinische Fälle in Blockpraktika, Famulaturen und PJ als an vielen anderen Fakultäten.
Wie läuft das Praktische Jahr ab?
Das PJ dauert 48 Wochen in drei Tertialen und startet Mitte Mai oder Mitte November. Die Vergabe der Plätze läuft zentral über das Dekanat, nicht über Bewerbungen bei den Kliniken. Neben dem Universitätsklinikum stehen zahlreiche akademische Lehrkrankenhäuser im Ruhrgebiet und am Niederrhein zur Wahl.
Wie komme ich an einen Studienplatz?
Die Vergabe läuft vollständig über hochschulstart mit den drei bundesweiten Quoten: Abiturbestenquote, Zusätzliche Eignungsquote und Auswahlverfahren der Hochschulen. Essen gewichtet den TMS in beiden Auswahlquoten deutlich, dazu kommen Punkte für abgeschlossene Berufsausbildung und Dienste. Die Medizinerschmiede berät zum NC-freien Medizinstudium im In- und Ausland und übernimmt keine Bewerbungen an deutsche staatliche Fakultäten.
Wie teuer ist das Leben in Essen?
Essen gehört zu den günstigeren deutschen Universitätsstädten, vor allem im Vergleich zu Frankfurt, München oder Freiburg. Der Wohnungsmarkt ist entspannt genug, dass du auch ohne monatelange Suche ein WG-Zimmer findest. Dazu kommt der Semesterbeitrag mit Nahverkehrsticket, der Fahrten im gesamten Ruhrgebiet abdeckt.

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