Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, TU Dresden
Die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden lehrt im Regelstudiengang mit problemorientiertem Lernen. Zusätzlich betreibt sie mit MEDiC am Medizincampus Chemnitz einen eigenen Modellstudiengang mit Auswahlgespräch.
Dresden verbindet einen klassisch strukturierten Studiengang mit einem stark ausgebauten Klinikum und einem zweiten Ausbildungsstandort in Chemnitz. Wer Wert auf einen zusätzlichen Zugangsweg legt, sollte MEDiC prüfen: Dort gehört ein persönliches Auswahlgespräch zum Verfahren, was den Fokus von der reinen Note wegnimmt.
Das Klinikum deckt als Supramaximalversorger nahezu alle Fachrichtungen ab und ist in Rankings der deutschen Krankenhäuser regelmäßig weit vorn.
Zulassung und Finanzen
Die Vergabe läuft über hochschulstart.de. Dresden arbeitet mit zwei Unterquoten im Auswahlverfahren der Hochschule, in denen geleistete Dienste beziehungsweise eine anerkannte Berufsausbildung sehr stark gewichtet werden. In der Eignungsquote zählen TMS und Berufsausbildung. Studiengebühren fallen nicht an.
Studium und Anerkennung
Regelstudiengang in Dresden, Modellstudiengang in Chemnitz
Die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus bietet zwei getrennte Wege zum Staatsexamen an: den Regelstudiengang Medizin in Dresden und den Modellstudiengang MEDiC am Medizincampus Chemnitz, der gemeinsam mit dem dortigen Klinikum betrieben wird. Beide haben eigene Studienplätze und eigene Bewerbungen. In Dresden dauert das Studium sechs Jahre und drei Monate: vier vorklinische Semester, die mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung enden, sechs klinische Semester einschließlich viermonatiger Famulaturen und anschließend das Praktische Jahr.
Lehre und Praxis
Dresden setzt seit Jahren auf integrierte, problemorientierte Lehre in kleinen Gruppen, in der Grundlagenfächer und klinische Fälle früh zusammengeführt werden. Praktische und kommunikative Fertigkeiten trainierst du im Medizinisch-Interprofessionellen Trainingszentrum, ein eigenes Institut für Didaktik entwickelt die Lehre weiter. Über fakultative Vertiefungskomplexe kannst du dich schon im Studium in eine Richtung spezialisieren.
Praktisches Jahr und Abschluss
Das PJ gliedert sich in Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach beziehungsweise Allgemeinmedizin. Ausbildungsorte sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und die akademischen Lehrkrankenhäuser der Fakultät; die Tertiale werden über Logbücher dokumentiert und von eigenen Ansprechpartnern je Fachbereich betreut. Auslandsaufenthalte sind über ERASMUS und Partnerschaften bis nach Australien und Japan möglich. Nach dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung folgt die Approbation.
Campus und Leben
Johannstadt, Elbe und Innenstadt
Der medizinische Campus liegt in der Johannstadt rund um das Universitätsklinikum, nur wenige Minuten von der Altstadt und den Elbwiesen entfernt. Der Hauptcampus der TU Dresden mit Mensen, Bibliothek und Sportangebot liegt einige Kilometer südlich, dazwischen fährst du am besten mit Straßenbahn oder Rad. Über 3.300 Studierende sind an der Fakultät eingeschrieben, das Umfeld ist forschungsstark und international.
Wohnen und Alltag
Dresden ist im Vergleich zu München, Düsseldorf oder Berlin noch bezahlbar, auch wenn die Mieten spürbar angezogen haben. Beliebt sind die Neustadt mit ihrer Kneipen- und Kulturszene, Striesen und Blasewitz für ruhigeres Wohnen sowie die Wohnheime des Studentenwerks. Wer einen Wohnheimplatz will, sollte sich direkt nach der Zulassung bewerben, gute Zimmer sind zum Semesterstart schnell weg. Der Nahverkehr ist dicht getaktet und im Semesterticket enthalten, vieles lässt sich mit dem Rad erledigen. Für Wochenenden liegen die Sächsische Schweiz vor der Haustür, Berlin und Prag sind mit dem Zug in etwa zwei Stunden erreichbar.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Dresden und MEDiC in Chemnitz?
Beide Studiengänge gehören zur Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, sind aber eigenständig. In Dresden studierst du im Regelstudiengang mit klassischer Vorklinik und Physikum, in Chemnitz im Modellstudiengang MEDiC, der nach Kompetenzfeldern statt nach Fächern aufgebaut ist und mit Äquivalenzprüfungen arbeitet. Du bewirbst dich gezielt für einen der beiden Wege.
Gibt es in Dresden ein Physikum?
Ja. Der Dresdner Studiengang ist ein Regelstudiengang, der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung steht nach dem vierten Semester an. Voraussetzung dafür sind ein Erste-Hilfe-Kurs und der dreimonatige Krankenpflegedienst. Danach folgen der klinische Abschnitt und der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.
Wie komme ich an einen Studienplatz?
Über hochschulstart, mit der Abiturbestenquote, der Zusatzeignungsquote und dem Auswahlverfahren der Hochschulen. Der Studieneignungstest zählt dabei erheblich; für das Wintersemester 2026/27 ist der TMS noch gültig, ab 2027/28 tritt der neue TMSnat an seine Stelle, in der Übergangszeit werden beide anerkannt. Die Medizinerschmiede berät zum NC-freien Studium im Ausland und vermittelt nicht an deutsche staatliche Fakultäten.
Wie forschungsstark ist die Fakultät?
Sehr. Die Schwerpunkte liegen in der Onkologie, bei Stoffwechselerkrankungen sowie bei neurologischen und psychiatrischen Krankheiten, dazu kommen Degeneration und Regeneration, Bildgebung und Technologieentwicklung, Immunologie sowie Prävention und Versorgungsforschung. Für eine Doktorarbeit findest du entsprechend viele Anknüpfungspunkte, teils in Kooperation mit außeruniversitären Instituten am Standort.
Kann ich Teile des Studiums im Ausland machen?
Ja. Die Fakultät unterhält ERASMUS-Partnerschaften und weltweite Kooperationen, unter anderem mit der Flinders University in Australien und der Shinshu University in Japan. Famulaturen und PJ-Tertiale im Ausland sind nach Absprache und Genehmigung möglich. Kümmere dich früh, weil Bewerbungsfristen weit vor dem geplanten Aufenthalt liegen.

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