Charité – Universitätsmedizin Berlin
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist die gemeinsame medizinische Fakultät der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin und unterrichtet seit 2010 durchgehend im Modellstudiengang Medizin. In ihrem Auswahlverfahren der Hochschule wiegt das Ergebnis des TMS schwerer als die Abiturnote.
Die Charité ist die gemeinsame medizinische Fakultät der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin und gehört mit 3.293 Betten an vier Standorten zu den größten Universitätsklinika Europas. Seit 2010 läuft der Unterricht durchgehend im Modellstudiengang Medizin: Vorklinik und Klinik sind verzahnt, der Stoff ist in Themenblöcke gegliedert, Patientenkontakt beginnt früh. Die Größe des Hauses bringt eine Bandbreite an Fächern und seltenen Krankheitsbildern mit, die kleinere Fakultäten so nicht abbilden können; im Fachranking QS by Subject Medicine 2026 steht die Charité auf Platz 18 und damit vor allen anderen deutschen Standorten.
Der Standort passt zu dir, wenn du ein großes, forschungsstarkes Umfeld suchst und mit einem Jahrgang von über 600 Leuten zurechtkommst. Da das Ergebnis des TMS im Auswahlverfahren der Hochschule schwerer wiegt als die Abiturnote, ist die Charité auch für Bewerber interessant, deren Abiturschnitt allein nicht reicht. Wer enge Betreuung in kleinen Gruppen und kurze Wege erwartet, findet die an überschaubareren Fakultäten eher.
Zulassung und Finanzen
Die Vergabe läuft bundesweit über hochschulstart.de: 30 Prozent der Plätze über die Abiturbestenquote, 10 Prozent über die Zusätzliche Eignungsquote, in der die Abiturnote nicht gewertet wird, und 60 Prozent über das Auswahlverfahren der Hochschule. Die Charité gewichtet dort das Ergebnis des TMS stärker als die Abiturnote – ein hoher Standardwert kann einen schwächeren Schnitt also spürbar ausgleichen. Der Einstieg ist zum Winter- und zum Sommersemester möglich, 2026 entfielen 318 Plätze auf das Winter- und 317 auf das Sommersemester.
Studiengebühren fallen nicht an. Zu zahlen ist nur der Semesterbeitrag, der über die Freie Universität oder die Humboldt-Universität eingezogen wird und zum Wintersemester 2026/27 bei 376,80 Euro liegt.
Studium und Anerkennung
Modellstudiengang statt klassischer Vorklinik
Die Charité bildet ihre Medizinstudierenden ausschließlich im Modellstudiengang Medizin aus. Statt einer getrennten Vorklinik und Klinik durchläufst du über zehn Semester eine Reihe aufeinander aufbauender Module, die nach Organsystemen und Krankheitsbildern geordnet sind. Grundlagenfächer wie Anatomie, Biochemie und Physiologie laufen bis ins zehnte Semester mit und werden immer wieder an klinische Fragestellungen gekoppelt. Ein Physikum im klassischen Sinn gibt es nicht: Der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung entfällt, dafür schließt du jedes Semester mit fakultätsinternen Prüfungen ab, darunter Multiple-Choice-Klausuren, Stationenprüfungen im OSCE-Format und Hausarbeiten. Die Prüfungsdichte ist hoch und verlangt kontinuierliches Arbeiten.
Längsschnitte durch das ganze Studium
Mehrere Stränge ziehen sich durch alle Semester: Der Unterricht mit Patienten beginnt mit dem Untersuchungskurs in den ersten vier Semestern und geht ab dem fünften in den Unterricht am Krankenbett über. Dazu kommen problemorientiertes Lernen in Kleingruppen, ein eigenes Curriculum zu Kommunikation, Interaktion und Teamarbeit, Module zum wissenschaftlichen Arbeiten und Wahlpflichtmodule in der Studienmitte.
Praktisches Jahr und Abschluss
Das sechste Jahr ist das Praktische Jahr mit drei Tertialen in Innerer Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach. Ausbildungsorte sind die vier Charité-Standorte sowie zahlreiche akademische Lehrkrankenhäuser in Berlin und Brandenburg, nach Genehmigung auch Kliniken im Ausland. Der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung folgt nach dem fünften Studienjahr, der Dritte nach dem PJ. Danach kannst du die Approbation beantragen.
Campus und Leben
Vier Standorte, eine Stadt
Die Charité ist die größte Universitätsklinik Europas und verteilt sich auf vier Campus: Campus Charité Mitte am Charitéplatz, Campus Virchow-Klinikum im Wedding, Campus Benjamin Franklin in Steglitz und den forschungsgeprägten Campus Berlin Buch im Norden. Je nach Modul und Blockpraktikum wechselst du den Standort, Pendeln quer durch Berlin gehört deshalb zum Alltag. Plane die Wege ein, wenn du dir eine Wohnung suchst.
Wohnen und Alltag
Der Berliner Wohnungsmarkt ist der schwierigste Punkt am Studienort. Die Mieten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, WG-Zimmer sind umkämpft, und die Wohnheimplätze des Studierendenwerks reichen bei weitem nicht für alle. Wer nicht schon in Berlin lebt, sollte sehr früh suchen und bei der Lage flexibel bleiben.
Erreichbarkeit
Dafür bekommst du eine Stadt mit dichtem Nahverkehr rund um die Uhr, ein Semesterticket für den gesamten Verbund und ein großes Fachschafts-, Wahlfach- und Forschungsangebot. Zwei Fernbahnhöfe und der Flughafen BER machen Fahrten nach Hause unkompliziert.
Häufige Fragen
Gibt es an der Charité ein Physikum?
Nein. Im Modellstudiengang entfällt der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. An seiner Stelle stehen fakultätsinterne Prüfungen am Ende jedes Semesters, die schriftlich, mündlich und praktisch abgenommen werden. Bundesweit einheitlich sind erst der Zweite und der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.
Wie schwer ist es, einen Studienplatz zu bekommen?
Die Charité gehört zu den gefragtesten Fakultäten Deutschlands, die Hürde in der Abiturbestenquote ist entsprechend hoch, und der Studieneignungstest spielt im Auswahlverfahren eine große Rolle. Die Bewerbung läuft ausschließlich über hochschulstart. Die Medizinerschmiede berät zum NC-freien Medizinstudium im Ausland und vermittelt nicht an deutsche staatliche Fakultäten.
Muss ich ständig zwischen den Campus pendeln?
Nicht täglich, aber regelmäßig. Module und Blockpraktika sind auf die Standorte verteilt, im klinischen Teil kommen Einsätze an wechselnden Kliniken dazu. Mit Semesterticket und gutem Nahverkehr ist das machbar, kostet aber Zeit.
Wie läuft das Praktische Jahr ab?
Das PJ umfasst drei Tertiale in Innerer Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach. Du kannst es an den Charité-Standorten, an akademischen Lehrkrankenhäusern in Berlin und Brandenburg oder nach Genehmigung im Ausland absolvieren. Die Plätze werden über ein zentrales Anmeldeverfahren vergeben, beliebte Fächer und Häuser sind früh belegt.
Was unterscheidet die Charité von anderen Fakultäten?
Die Größe und die Forschungsdichte. Die Charité geht auf das Jahr 1710 zurück, zu ihren Namen gehören Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich, und sie deckt praktisch jedes Fachgebiet in eigenen Kliniken und Instituten ab. Für dich heißt das viele Wahlmöglichkeiten und Anschluss an Forschung, aber auch ein großer Apparat, in dem du dich selbst organisieren musst.

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