Medizinische Universität Breslau (Wroclaw Medical University)
Die Wroclaw Medical University in Breslau bildet in einem englischsprachigen Programm in sechs Jahren zum Abschluss lekarz aus; die Studiengebühr beträgt 7.700 EUR pro Semester, ein Aufnahmetest wird nicht verlangt. Der polnische Abschluss ist ein EU-Abschluss und wird in Deutschland nach Richtlinie 2005/36/EG automatisch anerkannt, das Staatsexamen LEK und das Praxisjahr Staż sind dafür nicht nötig.
Die Wroclaw Medical University ist eine staatliche medizinische Hochschule in Breslau und unterhält neben dem polnischsprachigen Regelbetrieb einen eigenen englischsprachigen Programmzweig für internationale Studierende. Humanmedizin dauert dort sechs Jahre und endet mit dem Grad lekarz auf Masterniveau, Zahnmedizin dauert fünf Jahre. Ein Aufnahmetest wird nicht geschrieben; ausgewählt wird nach den Abiturnoten, wobei die naturwissenschaftlichen Fächer stärker gewichtet werden. Der Studienbeginn liegt im Wintersemester, unterrichtet wird auf Englisch.
Was die Fakultät ausmacht
Der Standort verbindet ein grosses Universitätsklinikum mit einer Stadt, die zu den grössten Studentenstädten Polens zählt. Die ersten beiden Jahre bilden den vorklinischen Abschnitt mit Anatomie, Physiologie, Biochemie, Histologie und Embryologie. Ab dem dritten Jahr folgt der klinische Teil mit Innerer Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie, Neurologie und Psychiatrie, das letzte Studienjahr besteht vollständig aus praktischer Ausbildung und entspricht in Aufbau und Funktion dem deutschen Praktischen Jahr. Humanmedizin umfasst rund 360 ECTS-Punkte, Zahnmedizin rund 300.
Für dich als Bewerber aus Deutschland ist vor allem der Zugang interessant. Es gibt keinen Numerus clausus und keine schriftliche Aufnahmeprüfung, die allgemeine Hochschulreife und ein solides naturwissenschaftliches Profil genügen als Grundlage. Der Unterricht läuft durchgehend auf Englisch, verlangt wird ein entsprechender Nachweis. Das Bewerbungsverfahren ist in der Regel vollständig online möglich, eine Reise nach Breslau ist dafür nicht nötig. Neben Human- und Zahnmedizin bietet die Universität auch Tiermedizin auf Englisch an, sodass innerhalb eines Standorts mehrere Wege offenstehen.
Wo die Grenzen liegen
Der offensichtlichste Punkt sind die Kosten. Humanmedizin kostet 7.700 EUR pro Semester, Zahnmedizin 9.000 EUR pro Semester; über zwölf Semester summiert sich das auf rund 92.400 EUR allein an Gebühren, dazu kommen Lebenshaltung, Lehrbücher und Instrumentarium. Wer diese Summe nicht über die volle Studiendauer abgesichert hat, sollte die Finanzierung vor der Bewerbung klären und nicht erst im dritten Jahr. Auslands-BAföG ist für ein EU-Land grundsätzlich möglich, deckt die Gebühren aber nicht vollständig ab.
Der zweite Punkt ist die Sprache. Englisch trägt den Unterricht, im klinischen Abschnitt stehst du aber polnischsprachigen Patienten gegenüber. Die begleitenden Polnischkurse sind deshalb Pflicht und werden geprüft – zusätzlich zu einem ohnehin dichten Fachprogramm. Hinzu kommt, dass der Studienbeginn allein im Wintersemester liegt: Wer den Jahrgang verpasst, wartet ein volles Jahr auf den nächsten Einstieg.
Für wen der Standort passt
Breslau passt, wenn du ohne Aufnahmeprüfung starten willst, ein englischsprachiges Programm suchst und die Gebühren realistisch tragen kannst. Die Lage in Niederschlesien mit Bahn- und Flugverbindungen Richtung Berlin und Dresden hält die Wege nach Deutschland kurz, was Famulaturen und Familienbesuche erleichtert. Wer dagegen ein deutschsprachiges Studium sucht oder auf niedrige Gebühren angewiesen ist, findet hier nicht den passenden Weg. Ob dein Profil und dein Zeitplan zu diesem Standort passen, prüfen wir individuell im kostenlosen Beratungsgespräch der Medizinerschmiede.
Zulassung und Finanzen
Zulassung
Voraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife. Einen Numerus clausus gibt es nicht, und eine schriftliche Aufnahmeprüfung findet an diesem Standort nicht statt. Ausgewählt wird nach deinen Abiturnoten, wobei Biologie, Chemie und Physik stärker ins Gewicht fallen als andere Fächer. Weil das Programm englischsprachig läuft, verlangt die Universität zusätzlich einen Nachweis über deine Englischkenntnisse. Eine Eins vor dem Komma ist keine Bedingung, ein sauberes naturwissenschaftliches Profil hilft dir aber sichtbar. Weil kein Test ansteht, entscheidet vor allem eine sauber aufgebaute Bewerbung über deinen Platz auf der Liste.
Fristen
Das Studium beginnt in Breslau ausschliesslich zum Wintersemester, einen Einstieg zum Sommersemester gibt es im englischsprachigen Programm nicht. Die Plätze sind begrenzt, und ausgewählt wird laufend, deshalb ist ein früher Bewerbungsstart der wichtigste Hebel. Vieles lässt sich bereits anstossen, bevor dein Abschlusszeugnis endgültig vorliegt. Der Ablauf ist in der Regel vollständig online möglich, du musst für die Bewerbung also nicht nach Polen reisen. Welche Termine für deinen Jahrgang gelten und wann du konkret starten solltest, prüfen wir individuell im kostenlosen Beratungsgespräch.
Studiengebühren und Lebenshaltung
Humanmedizin kostet 7.700 EUR pro Semester, Zahnmedizin 9.000 EUR pro Semester; gezahlt wird semesterweise, nicht auf einen Schlag. Über zwölf Semester Humanmedizin ergeben sich daraus rund 92.400 EUR, über zehn Semester Zahnmedizin rund 90.000 EUR. Dazu kommen einmalige Nebenkosten rund um die Bewerbung sowie laufende Ausgaben für Lehrbücher, Kittel und einfaches Instrumentarium, in der Zahnmedizin etwas mehr davon. Der grösste Teil dieser Einmalposten fällt im ersten Studienjahr an. Für Miete, Verpflegung, Versicherung und Nahverkehr planst du ein zusätzliches Monatsbudget ein; das Preisniveau in Breslau liegt unter dem deutscher Universitätsstädte, belastbare Richtwerte nennen wir dir lieber persönlich als mit ungeprüften Zahlen.
Studium und Anerkennung
Aufbau und Unterrichtssprache
Humanmedizin dauert sechs Jahre und umfasst rund 360 ECTS-Punkte, Zahnmedizin fünf Jahre und rund 300. Die ersten beiden Jahre bilden den vorklinischen Abschnitt mit Anatomie, Physiologie, Biochemie, Histologie und Embryologie. Unterricht und Prüfungen laufen auf Englisch. Parallel dazu belegst du verpflichtend Polnischkurse, weil du im klinischen Abschnitt mit polnischsprachigen Patienten sprichst. Diese Kurse werden geprüft und laufen zusätzlich zum Fachprogramm. Die medizinische Fachsprache im Englischen lernen ohnehin alle erst im Studium, auch Muttersprachler.
Klinik und Praxis
Ab dem dritten Jahr folgt der klinische Abschnitt mit Innerer Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie, Neurologie und Psychiatrie, begleitet von Praktika am Universitätsklinikum. Das letzte Studienjahr besteht vollständig aus praktischer Ausbildung. Famulaturen kannst du in den Semesterferien auch in Deutschland absolvieren; ob sie angerechnet werden, entscheidet die Universität nach ihrer Prüfungsordnung, und das klärst du besser vorher als hinterher. Das Transcript of Records mit deinen Fächern, Noten und Punkten hebst du semesterweise auf, weil du es später für das Approbationsverfahren brauchst.
Anerkennung in Deutschland
Polen gehört zur Europäischen Union. Der Abschluss als lekarz nach sechs Jahren Humanmedizin und als lekarz dentysta nach fünf Jahren Zahnmedizin fällt damit unter die automatische Anerkennung nach Richtlinie 2005/36/EG, Anhang V, in der Fassung des Delegierten Beschlusses (EU) 2023/2383. Eine Gleichwertigkeitsprüfung oder Kenntnisprüfung ist nicht vorgesehen; den Antrag stellst du bei der Approbationsbehörde des Bundeslandes, in dem du arbeiten willst. Das polnische Staatsexamen LEK und das Praxisjahr Staż betreffen allein die Berufszulassung in Polen und werden für die deutsche Approbation nicht verlangt.
Campus und Leben
Leben in Breslau
Breslau ist die grösste Stadt Niederschlesiens, hat rund 670.000 Einwohner und mit etwa 130.000 Studierenden einen sehr jungen Zuschnitt. Die Altstadt verteilt sich auf mehrere Inseln der Oder, die Wege zwischen Campus, Klinik und Innenstadt sind kurz. Das Preisniveau bei Miete, Lebensmitteln und Nahverkehr liegt unter dem deutscher Universitätsstädte, was den hohen Studiengebühren zumindest etwas entgegensteht. Die Stadt liegt im Südwesten Polens und ist als Universitätsstadt über Jahrzehnte gewachsen.
Wohnen und Alltag
Üblich sind Wohnheimplätze der Universität und private WG-Zimmer in Altstadtnähe. Viele Erstsemester nehmen zunächst ein Wohnheimzimmer und ziehen nach dem ersten Jahr um. Im September zieht der Markt spürbar an, weil sehr viele Studierende gleichzeitig suchen – wer früh sucht, hat die bessere Auswahl. Breslau hat einen eigenen Flughafen sowie direkte Bahn- und Fernbusverbindungen Richtung Berlin und Dresden, ein Wochenende bei der Familie ist also ohne grossen Aufwand machbar. Die Gruppe deutschsprachiger Medizinstudierender ist hier vergleichsweise gross, was den Einstieg in den ersten Monaten erleichtert. Der Alltag spielt sich weitgehend zwischen Campus, Klinikum und Altstadt ab.
Häufige Fragen
Muss ich in Breslau einen Aufnahmetest schreiben?
Nein. Die Wroclaw Medical University verzichtet auf eine schriftliche Aufnahmeprüfung und wählt nach deinen Abiturnoten aus, wobei die naturwissenschaftlichen Fächer besonders zählen. Einen Numerus clausus wie in Deutschland gibt es nicht. Vorausgesetzt werden die allgemeine Hochschulreife und ein Nachweis über deine Englischkenntnisse, weil der Studiengang vollständig auf Englisch läuft. Das Verfahren läuft in der Regel online.
Was kostet das Studium insgesamt?
Humanmedizin kostet 7.700 EUR pro Semester, Zahnmedizin 9.000 EUR pro Semester. Über zwölf Semester Humanmedizin sind das rund 92.400 EUR, über zehn Semester Zahnmedizin rund 90.000 EUR, jeweils ohne Lebenshaltung. Gezahlt wird semesterweise. Diese Summe solltest du vor der Entscheidung ehrlich durchrechnen, weil sie über sechs Jahre trägt. Auslands-BAföG ist möglich, deckt die Gebühren aber nicht vollständig.
Muss ich Polnisch lernen?
Ja. Ab dem ersten Studienjahr belegst du begleitend Polnischkurse, weil du im klinischen Abschnitt mit polnischsprachigen Patienten sprichst. Diese Kurse sind Pflicht und werden geprüft. Sie laufen zusätzlich zum ohnehin dichten Fachprogramm, deshalb unterschätzt man sie leicht. Wer sich früh darauf einlässt, hat es später auf Station deutlich leichter und kommt in der Anamnese ohne Übersetzung aus.
Wird der Abschluss in Deutschland anerkannt?
Ja. Polen ist EU-Mitglied, der Abschluss fällt unter die automatische Anerkennung nach Richtlinie 2005/36/EG, Anhang V. Eine Gleichwertigkeits- oder Kenntnisprüfung ist nicht vorgesehen. Das polnische Staatsexamen LEK und das Praxisjahr Staż brauchst du nur, wenn du in Polen arbeiten willst, nicht für die deutsche Approbation. Den Antrag stellst du bei der Approbationsbehörde deines Bundeslandes.
Wann beginnt das Studium?
Der Studienbeginn liegt im Wintersemester; einen zweiten Einstieg zum Sommersemester gibt es im englischsprachigen Programm nicht. Wer im Frühsommer sein Abitur macht, kann also im selben Jahr anfangen. Verpasst du den Jahrgang, wartest du bis zum nächsten Winter. Ein früher Bewerbungsstart ist deshalb der wichtigste Hebel, weil die Plätze im englischsprachigen Programm begrenzt sind.

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