Zahnmedizinstudium nach der ZApprO 2021 – Aufbau, Prüfungen und Stand 2026
14.08.2026
Wie ist das Zahnmedizinstudium nach der ZApprO 2021 aufgebaut?
Das Zahnmedizinstudium in Deutschland umfasst nach der ZApprO vom 8. Juli 2019 elf Semester Regelstudienzeit und gliedert sich in drei Studienabschnitte: erstes bis viertes Semester, fünftes und sechstes Semester, siebtes bis zehntes Semester. Jeder Abschnitt endet mit einer eigenen Prüfung. Die Universität Heidelberg beziffert den Gesamtumfang der Ausbildung mit 5.000 Stunden.
| Studienabschnitt | Semester | Schwerpunkt | Prüfung am Ende |
|---|---|---|---|
| Erster Abschnitt | 1 bis 4 | Naturwissenschaften, Anatomie, Physiologie, Biochemie, zahnärztliche Propädeutik | Z1, mündlich |
| Zweiter Abschnitt | 5 und 6 | technisch-propädeutische Kurse, Phantomkurse Zahnersatzkunde und Zahnerhaltung | Z2, mündlich-praktisch am Phantom |
| Dritter Abschnitt | 7 bis 10 | klinische Semester mit Patientenbehandlung unter Aufsicht | Z3, schriftlich und mündlich-praktisch |
Die inhaltliche Verschiebung ist grösser, als diese Gliederung vermuten lässt. Zahnmedizinische Inhalte beginnen früher, die medizinischen Fächer rücken näher an die Zahnheilkunde heran, und Phantom- und Patientenausbildung greifen stärker ineinander. Die Ludwig-Maximilians-Universität München beschreibt genau diese Dreiteilung als Kern der Neuordnung. Die Universität Heidelberg nennt für ihr Curriculum den Einstieg in die Phantomarbeit im vierten Semester und ganztägige Kurse im fünften und sechsten.
Die Grössenordnung von 5.000 Stunden ist kein Zufall. Artikel 34 der Richtlinie 2005/36/EG verlangt für die zahnärztliche Grundausbildung ein mindestens fünfjähriges Vollzeitstudium an einer Universität mit mindestens 5.000 Stunden. Deutschland setzt damit europäisches Mindestrecht um, nicht mehr und nicht weniger.
Ich habe von 2015 bis 2021 in Sofia Zahnmedizin studiert und erinnere mich an den Moment, in dem der Phantomkopf vom Übungsgerät zum Ernstfall wurde. Nicht die Anatomieprüfung war die Hürde, sondern die erste Kavität, die einem Prüfer standhalten musste. Wer heute Studiengänge vergleicht, sollte deshalb weniger auf Semesterzahlen schauen und mehr darauf, ab wann die Hand arbeitet.
Was prüfen Z1, Z2 und Z3, und wann finden sie statt?
Z1, Z2 und Z3 sind die drei Abschnitte der Zahnärztlichen Prüfung nach der ZApprO. Z1 ist eine mündliche Prüfung frühestens am Ende des vierten Fachsemesters. Z2 folgt frühestens zwei Fachsemester später und wird mündlich-praktisch am Phantom abgenommen. Z3 ist das Staatsexamen aus bundeseinheitlichem schriftlichem Teil und mündlich-praktischem Teil.
- Z1 prüft die naturwissenschaftlich-medizinischen Grundlagen und wird in der vorlesungsfreien Zeit abgenommen.
- Z2 umfasst Zahnersatzkunde, Kieferorthopädie, Oralchirurgie sowie Zahnerhaltung mit Endodontologie, Kinderzahnheilkunde, Parodontologie und Zahnhartsubstanzlehre.
- Z3 deckt im schriftlichen Teil vierzehn medizinisch geprägte Fächer ab; die bundeseinheitlichen Termine liegen im Juni und im November.
Organisiert werden die Termine von den Ländern. In Sachsen lagen die Z1-Termine 2026 vom 2. bis 27. März und vom 31. August bis 25. September, mit Antragsfristen zum 10. Januar und zum 10. Juni beim Landesprüfungsamt. Wie stark die Prüfungen die Fakultäten binden, zeigt eine Zahl aus der Stellungnahme des Medizinischen Fakultätentages vom 17. August 2017: Die Dauer der mündlich-praktischen Prüfung stieg von zuvor 30 bis 45 Minuten auf mindestens 45 und höchstens 60 Minuten je Prüfling.
Welche Praktika verlangt die ZApprO neben den Kursen?
Die ZApprO verlangt drei praktische Nachweise, die im Studienalltag leicht untergehen. Vor der Zulassung zu Z1 sind eine Ausbildung in Erster Hilfe und ein einmonatiger Pflegedienst nachzuweisen. Nach Z1 und vor Z3 kommt eine vierwöchige Famulatur in einer Zahnarztpraxis hinzu. Dazu tritt die Wahlfachsystematik.
Ein freiwilliges Wahlfach kann bis zur ersten Prüfung belegt werden, ein Wahlpflichtfach ist bis zum dritten Abschnitt nachzuweisen. Klingt nebensächlich. Ist es nicht: Wer Pflegedienst und Famulatur zu spät einplant, verliert im dicht getakteten Curriculum schnell ein ganzes Semester, weil die Zulassung zur nächsten Prüfung an diesen Nachweisen hängt.
Gibt es die Naturwissenschaftliche Vorprüfung im Zahnmedizinstudium noch?
Für Studierende nach der ZApprO 2021 nicht mehr. Naturwissenschaftliche Vorprüfung und Zahnärztliche Vorprüfung gehören zur alten Systematik vor dem 1. Oktober 2021; an ihre Stelle sind Z1 und Z2 getreten. Viele Ratgeberseiten und einzelne Fakultätsseiten geben bis heute den alten Stand wieder.
Praktisch relevant bleibt die alte Ordnung nur für Alt-Studierende, und die Übergangsfristen sind eng. Das Sächsische Landesprüfungsamt weist darauf hin, dass Studierende ohne Zulassung zum Zweiten Abschnitt bis zum 30. März 2028 im neuen Curriculum weiterstudieren und die Z2 nicht mehr ablegen. Wer recherchiert, sollte deshalb immer auf das Datum der Quelle achten.
Was hat die Änderungsverordnung vom 25. November 2024 gebracht?
Die Änderungsverordnung zur ZApprO erschien am 25. November 2024 im Bundesgesetzblatt und wirkt seit 2025 auf die Prüfungen. Sie erlaubt die elektronische Antragstellung, präzisiert Umfang und Dauer der Prüfungen Z1 bis Z3, ordnet die Fächergruppen klarer und erleichtert Übergangsfälle. Vorbereitet wurde sie durch die Bundesratsdrucksache 438/24 vom 5. September 2024.
Diese Drucksache ist die aufschlussreichste Quelle zum Thema, und sie wird sonst kaum zitiert. Sie beziffert den Erfüllungsaufwand konkret: bei den Bürgerinnen und Bürgern, konkret bei den Studierenden der Zahnmedizin, ein Minderaufwand von 10.917 Stunden; für die Wirtschaft kein Aufwand; für die Länder eine jährliche Minderbelastung von 19.280 Tausend Euro bei einer einmaligen Mehrbelastung von 529 Tausend Euro. In § 19 Absatz 3 steht seither, dass der Antrag auf Zulassung schriftlich oder elektronisch gestellt werden kann.
Eigene Rechnung dazu, damit die Stundenzahl greifbar wird: Setzt man die 10.917 Stunden ins Verhältnis zu den 2.246 Neuimmatrikulierten des Jahres 2024 aus dem KZBV-Jahrbuch 2025, entfallen rechnerisch rund 4,9 Stunden auf jede Studierende und jeden Studierenden eines Jahrgangs. Der Vergleich hinkt bewusst, weil der Verordnungsgeber alle betroffenen Jahrgänge zusammenrechnet und nicht einen einzelnen. Er zeigt trotzdem die Grössenordnung: Es geht um einen Nachmittag Papierkram pro Kopf, nicht um eine strukturelle Entlastung.
Die Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, der Medizinische Fakultätentag und die Bundeszahnärztekammer hatten sich seit 2022 für praktikable Prüfungsbedingungen eingesetzt. Die vorgeschlagene sprachliche Umstellung von „Praktikum“ auf „Kurs“ übernahm der Bundesrat nicht.
Wie viele Studienplätze gibt es in der Zahnmedizin, und warum widersprechen sich die Zahlen?
Zwei Zahlen kursieren nebeneinander. Das KZBV-Jahrbuch 2025 weist für 2024 bundesweit 2.246 Neuimmatrikulierte in der Zahnmedizin aus. Die Stiftung für Hochschulzulassung nennt für das Wintersemester 2024/25 dagegen 1.526 Studienanfängerinnen und Studienanfänger bei 10.954 Bewerbungen. Beide Angaben stimmen, weil sie Verschiedenes zählen.
Die Auflösung: Die Stiftung für Hochschulzulassung erfasst nur die Plätze, die sie selbst in einem einzelnen Wintersemester im zentralen Verfahren vergibt. Das KZBV-Jahrbuch zählt Neuimmatrikulationen über ein ganzes Jahr und über alle Zugangswege hinweg. Wer die Differenz nicht kennt, liest aus denselben Statistiken einmal einen dramatischen und einmal einen entspannten Befund. Das ist meine Einordnung der beiden Quellen, keine amtliche Aussage.
Fest steht die Enge des zentralen Verfahrens: Rund sieben Bewerbungen kamen dort zum Wintersemester 2024/25 auf einen vergebenen Platz. Die Zahl der Approbationen lag 2024 bei 2.448, und das Statistische Bundesamt zählte nach Angaben der Bundeszahnärztekammer 1.801 bestandene Staatsexamen, davon 1.210 von Frauen und 591 von Männern, bei einem Durchschnittsalter von 26,97 Jahren.
Die Kapazitätsfrage begleitet die Reform von Anfang an. Der Medizinische Fakultätentag hielt am 17. August 2017 fest, dass die angenommene Kostenneutralität der Verordnung rechnerisch auf einer Reduktion der zahnmedizinischen Studienplätze um sechs Prozent beruhte, und bezeichnete diese Annahme als nicht nachvollziehbar. In seinem Positionspapier „Das Zahnmedizinstudium der Zukunft“ vom Mai 2021 verwies er darauf, dass der Curricularnormwert von geplanten 9,67 auf 8,86 abgesenkt wurde. Ein Einbruch der Anfängerzahlen ist in den bundesweiten Daten bis 2024 nicht sichtbar. Offen bleibt, ob das an ausreichender Finanzierung liegt oder an Umschichtungen innerhalb der Fakultäten; belastbare Daten dazu fehlen.
Wie sieht ein Zahnmedizinstudium in Ungarn, Bulgarien, Kroatien und Rumänien aus?
Die zahnärztliche Grundausbildung ist innerhalb der EU durch Artikel 34 der Richtlinie 2005/36/EG harmonisiert: mindestens fünf Jahre Vollzeitstudium an einer Universität. Artikel 35 regelt die Fachzahnarztausbildung. Wer einen in Anhang V unter Nummer 5.3.2 gelisteten Ausbildungsnachweis besitzt, hat Anspruch auf automatische Anerkennung in allen Mitgliedstaaten, auch in Deutschland.
| Land und Universität | Dauer | Unterrichtssprache | Gebühren laut Hochschule |
|---|---|---|---|
| Deutschland, staatliche Universitäten | 11 Semester, 5.000 Stunden | Deutsch | Semesterbeitrag, in Heidelberg 189,80 Euro je Semester |
| Ungarn, Semmelweis-Universität Budapest | 5 Jahre | Ungarisch, Englisch, Deutsch | auf der Programmseite nicht ausgewiesen |
| Ungarn, Universität Pécs | 5 Jahre, 10 Semester | Englisch | 17.350 US-Dollar je Studienjahr, Angabe der Fakultät für 2022/23 |
| Bulgarien, Medizinische Universität Sofia | 5 Jahre plus 6 Monate Praktikum | Bulgarisch, Englisch | auf der Zulassungsseite nicht ausgewiesen |
| Bulgarien, Medizinische Universität Plowdiw | 5 Jahre | Englisch | 10.000 Euro je Studienjahr, Studienjahr 2026/27 |
| Kroatien, Universität Zagreb | 6 Jahre, 360 ECTS | Englisch | auf der Programmseite nicht ausgewiesen |
| Rumänien, UMF Cluj-Napoca | 6 Jahre | Englisch, Französisch | 10.000 Euro je Studienjahr, EU und Nicht-EU gleich |
Zwei Dinge fallen an dieser Zusammenstellung auf. Die Studiendauer ist nicht überall gleich: Ungarn führt die Zahnmedizin in fünf Jahren, Kroatien und Rumänien in sechs, Bulgarien in fünf Jahren mit anschliessendem halbjährigem Praktikum. Und die Programme sind international ausgerichtet: Die Semmelweis-Universität unterrichtet Zahnmedizin auf Ungarisch, Englisch und Deutsch, die Universität Cluj-Napoca hat für 2026/27 100 Plätze im englischsprachigen und 75 im französischsprachigen Programm ausgeschrieben.
Ehrlich dazugesagt: Mehrere Hochschulen weisen ihre Gebühren öffentlich gar nicht aus, und die Angabe aus Pécs stammt aus dem Studienjahr 2022/23. Ein sauberer Preisvergleich über alle Standorte hinweg ist mit öffentlichen Quellen derzeit nicht möglich. Welcher Standort zu welchem Profil passt, schauen wir uns deshalb lieber gemeinsam an: kostenloses Beratungsgespräch.
Was bedeuten die Zahlen für den Berufseinstieg als Zahnärztin oder Zahnarzt?
Nach der Statistik der Bundeszahnärztekammer gehörten 2024 in Deutschland 103.998 Zahnärztinnen und Zahnärzte den Kammern an, davon waren 73.511 zahnärztlich tätig: 43.663 in eigener Praxis, 29.848 angestellt. Die Zahl der Vertragszahnärzte ging von 45.676 im Jahr 1992 auf 43.166 Ende 2024 zurück, im ersten Halbjahr 2025 auf 42.548.
Die Versorgungsdichte blieb hoch. Das KZBV-Jahrbuch 2025 weist für 2024 1.137 Einwohner je behandelnd tätigem Zahnarzt aus, gegenüber 1.496 im Jahr 1991 in den alten Bundesländern. Verschoben hat sich vor allem der Zeitpunkt der Selbstständigkeit. Eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Zahnärzte, über die zm 2026 berichtete, nennt ein mittleres Niederlassungsalter von 36,3 Jahren, im Mittel 8,7 Jahre zwischen Approbation und Niederlassung und 12,6 Monate zwischen Entschluss und Umsetzung. Rund 90 Prozent der Befragten entschieden sich aus Überzeugung für die Selbstständigkeit.
Zwischen Examen und eigener Praxis liegt heute also eine lange Anstellungsphase. Ich kenne diesen Übergang aus eigener Erfahrung, und er fühlt sich anders an, als man es im Studium erwartet. In der Prüfung wird bewertet, was man kann. In der Praxis in Bern zählt, wie schnell man entscheidet, wenn eine Patientin mit Schmerzen im Stuhl sitzt und der Befund nicht dem Lehrbuch entspricht. Diese Umstellung dauert Monate, nicht Tage. Genau darauf zielt die ZApprO mit ihrem früheren Praxisbezug ab, und deshalb halte ich die Richtung der Reform für richtig.
Dieser Beitrag gibt den Stand der öffentlich zugänglichen Quellen im August 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Massgeblich sind der Verordnungstext und die Auskünfte der zuständigen Landesprüfungsämter.
Meinung des Autors
Ich habe von 2015 bis 2021 in Sofia Zahnmedizin studiert und arbeite heute als zugelassener Zahnarzt in Bern. Die ZApprO lese ich deshalb nicht als Verwaltungstext, sondern als Beschreibung eines Handwerks, das ich jeden Tag ausübe. Mein Eindruck: Die Reform geht in die richtige Richtung. Zahnmedizin ist ein Fach, in dem die Hand mitdenken muss. Dass die zahnmedizinischen Inhalte früher beginnen und die klinischen Semester stärker mit den medizinischen Fächern verzahnt sind, entspricht dem, was der Beruf verlangt.
Zugleich fällt mir auf, wie viel Aufmerksamkeit in Deutschland auf dem Zugang liegt und wie wenig auf den Wegen dorthin. Rund sieben Bewerbungen je Platz im zentralen Verfahren bedeuten, dass viele geeignete Menschen zunächst kein Angebot erhalten. Das ist kein Werturteil über diese Menschen und keines über die Universitäten, die mit den ihnen zugewiesenen Kapazitäten arbeiten. Es ist eine Zahl. Wer sie kennt, denkt früher in Alternativen.
An dieser Stelle wird meine eigene Biografie zur Sache. In Bulgarien habe ich ein Studium gefunden, das mich fachlich getragen hat, und mein Abschluss ist in der EU anerkannt. Artikel 34 und 35 der Richtlinie 2005/36/EG sind kein Schlupfloch, sondern der gewollte Kern des europäischen Binnenmarkts für Gesundheitsberufe. In meinem Team in der Schweiz stehen Ausbildungswege aus mehreren Ländern selbstverständlich nebeneinander.
Was ich Studieninteressierten mitgebe: Vergleicht nicht nur Studiengebühren, sondern Struktur. Fragt, ab wann ihr am Phantom arbeitet, wie viele Behandlungsplätze auf eine Studierende kommen und wie früh ihr Patienten seht. Diese drei Fragen sagen mehr über die Qualität eines Zahnmedizinstudiums als jedes Ranking, und sie funktionieren in Deutschland genauso wie im Ausland.
Ehrlich bleibt eine Einschränkung: Auf viele dieser Fragen gibt es öffentlich keine belastbare Antwort. Betreuungsverhältnisse werden selten veröffentlicht, Gebühren teilweise gar nicht. Als wir mit der Medizinerschmiede angefangen haben, war das der Grund, warum wir als erste Agentur begonnen haben, auf YouTube in nahezu täglichen Videos und Interviews mit echten Studierenden im Ausland kostenlos Einblick zu geben. Bis heute ersetzt kein Datensatz das Gespräch mit jemandem, der gerade dort sitzt.
Der Weg in die eigene Praxis dauert nach der IDZ-Untersuchung im Mittel 8,7 Jahre nach der Approbation. Wer ihn gehen will, sollte früh und informiert beginnen, unabhängig davon, in welchem Land der erste Bohrer in der Hand liegt. Ein kostenloses Beratungsgespräch ist dafür ein guter erster Schritt.
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Zusammenfassung
- Die ZApprO vom 8. Juli 2019, Bundesgesetzblatt Teil I Seite 933, gilt für alle, die ihr Zahnmedizinstudium ab dem 1. Oktober 2021 aufgenommen haben.
- Das Zahnmedizinstudium in Deutschland umfasst elf Semester Regelstudienzeit und nach Angaben der Universität Heidelberg 5.000 Ausbildungsstunden in drei Studienabschnitten.
- Die Prüfungen Z1, Z2 und Z3 sind an die Stelle der früheren Naturwissenschaftlichen und Zahnärztlichen Vorprüfung getreten; Z3 ist das Staatsexamen.
- Die Änderungsverordnung vom 25. November 2024 erlaubt seit 2025 die elektronische Antragstellung; die Bundesratsdrucksache 438/24 vom 5. September 2024 beziffert den Minderaufwand für Studierende der Zahnmedizin auf 10.917 Stunden.
- Zum Wintersemester 2024/25 nahmen laut Stiftung für Hochschulzulassung 1.526 Personen ein Zahnmedizinstudium auf, bei 10.954 Bewerbungen im zentralen Verfahren; das KZBV-Jahrbuch 2025 zählt für 2024 insgesamt 2.246 Neuimmatrikulierte über alle Zugangswege.
- Innerhalb der EU ist die zahnärztliche Grundausbildung durch Artikel 34 der Richtlinie 2005/36/EG harmonisiert; Abschlüsse nach Anhang V Nummer 5.3.2 werden automatisch anerkannt.
Die ZApprO hat das Zahnmedizinstudium für alle Studienanfänger ab dem 1. Oktober 2021 neu geordnet und mit der Änderungsverordnung vom 25. November 2024 einen stabilen Rahmen bekommen. Offen bleibt die Kapazitätsfrage, die der Medizinische Fakultätentag seit 2017 aufwirft. In den bundesweiten Zahlen ist bislang kein Rückgang sichtbar: 2.246 Neuimmatrikulierte und 2.448 Approbationen im Jahr 2024.
Eng bleibt der Zugang trotzdem. Rund sieben Bewerbungen kamen im zentralen Verfahren auf einen Platz. Wer diesen Weg nicht sofort geht, findet in Ungarn, Bulgarien, Kroatien und Rumänien vollwertige, EU-weit anerkannte Studiengänge mit sehr unterschiedlichen Profilen und Studiendauern von fünf bis sechs Jahren. Wenn du wissen willst, welcher Standort zu dir passt, kannst du dich kostenlos beraten lassen.
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Häufige Fragen zum Zahnmedizinstudium nach der ZApprO
Seit wann gilt die ZApprO 2021?
Die Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen wurde am 8. Juli 2019 ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt Teil I Seite 933 verkündet. Sie gilt für Studierende, die ihr Zahnmedizinstudium ab dem 1. Oktober 2021 aufgenommen haben, also ab dem Wintersemester 2021/22.
Wie lange dauert das Zahnmedizinstudium in Deutschland?
Die Universität Heidelberg gibt die Regelstudienzeit mit elf Semestern und einem Ausbildungsumfang von 5.000 Stunden an. Rechnerisch sind das zehn Studiensemester plus rund sechs Monate für den Prüfungszeitraum des Dritten Abschnitts der Zahnärztlichen Prüfung.
Was sind Z1, Z2 und Z3?
Es sind die drei Abschnitte der Zahnärztlichen Prüfung. Z1 ist eine mündliche Prüfung frühestens nach dem vierten Fachsemester, Z2 eine mündlich-praktische Prüfung am Phantom, Z3 das Staatsexamen aus bundeseinheitlichem schriftlichem Teil und mündlich-praktischem Teil.
Gibt es die Naturwissenschaftliche Vorprüfung noch?
Für Studierende nach der ZApprO 2021 nicht mehr. Naturwissenschaftliche und Zahnärztliche Vorprüfung gehören zur alten Systematik; an ihre Stelle sind Z1 und Z2 getreten. Viele Internetseiten geben weiterhin den alten Stand wieder, weshalb das Datum einer Quelle wichtig ist.
Welche Praktika verlangt die ZApprO?
Vor der Zulassung zu Z1 sind eine Ausbildung in Erster Hilfe und ein einmonatiger Pflegedienst nachzuweisen. Nach Z1 und vor Z3 kommt eine vierwöchige Famulatur in einer Zahnarztpraxis hinzu. Dazu kommen ein freiwilliges Wahlfach und ein Wahlpflichtfach.
Was hat die Änderungsverordnung von 2024 gebracht?
Sie erschien am 25. November 2024 im Bundesgesetzblatt und gilt seit 2025 für die Prüfungen. Sie erlaubt die elektronische Antragstellung nach § 19 Absatz 3, präzisiert Umfang und Dauer der Prüfungen Z1 bis Z3, ordnet Fächergruppen klarer und erleichtert Übergangsfälle.
Wie stark entlastet die Änderungsverordnung die Studierenden?
Die Bundesratsdrucksache 438/24 vom 5. September 2024 beziffert den Minderaufwand bei den Studierenden der Zahnmedizin auf 10.917 Stunden. Für die Länder nennt sie eine jährliche Minderbelastung von 19.280 Tausend Euro bei einer einmaligen Mehrbelastung von 529 Tausend Euro.
Wie viele Studienplätze gibt es in der Zahnmedizin?
Das KZBV-Jahrbuch 2025 weist für 2024 bundesweit 2.246 Neuimmatrikulierte in der Zahnmedizin aus. Die Stiftung für Hochschulzulassung nennt für das Wintersemester 2024/25 dagegen 1.526 Studienanfänger bei 10.954 Bewerbungen, weil sie nur das zentrale Verfahren eines einzelnen Semesters erfasst.
Wurden wegen der Reform Studienplätze abgebaut?
Der Medizinische Fakultätentag wies am 17. August 2017 darauf hin, dass die unterstellte Kostenneutralität der Verordnung rechnerisch auf einer Reduktion der zahnmedizinischen Studienplätze um sechs Prozent beruhte. In den bundesweiten Zahlen der KZBV ist bis 2024 kein Rückgang der Neuimmatrikulierten erkennbar.
Wie viele Zahnärztinnen und Zahnärzte gibt es in Deutschland?
Nach der Statistik der Bundeszahnärztekammer waren 2024 insgesamt 103.998 Personen Kammermitglied, davon 73.511 zahnärztlich tätig. 43.663 arbeiteten in eigener Praxis, 29.848 waren angestellt.
Wann lassen sich Zahnärztinnen und Zahnärzte heute nieder?
Eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Zahnärzte, über die zm 2026 berichtete, nennt ein mittleres Niederlassungsalter von 36,3 Jahren und im Mittel 8,7 Jahre zwischen Approbation und Niederlassung. Zwischen Entschluss und Umsetzung liegen im Mittel 12,6 Monate.
Wird ein Zahnmedizinabschluss aus Ungarn oder Bulgarien in Deutschland anerkannt?
Ja. Artikel 34 der Richtlinie 2005/36/EG legt die Mindestanforderungen an das mindestens fünfjährige Vollzeitstudium fest, Artikel 35 die Fachzahnarztausbildung. Ausbildungsnachweise, die in Anhang V unter Nummer 5.3.2 gelistet sind, werden in allen Mitgliedstaaten automatisch anerkannt, auch in Deutschland.
Wie lange dauert das Zahnmedizinstudium im europäischen Ausland?
Das ist unterschiedlich. Die Semmelweis-Universität Budapest und die Universität Pécs führen die Zahnmedizin in fünf Jahren, die Medizinische Universität Sofia in fünf Jahren plus sechsmonatigem Praktikum, die Universität Zagreb in sechs Jahren mit 360 ECTS und die UMF Cluj-Napoca ebenfalls in sechs Jahren.
Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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