Medizin und Zahnmedizin studieren in Irland: HPAT, Unis und Kosten
03.09.2026
Das Medizinstudium in Irland im Überblick
Irland hat sechs Universitäten, die Human- oder Zahnmedizin anbieten. Das Studium dauert im Regelfall fünf Jahre (Undergraduate Entry) oder vier Jahre (Graduate Entry Medicine). Unterrichtssprache ist durchgehend Englisch. Das klingt einladend – aber der Zugang ist alles andere als leicht. Medizin gehört in Irland seit Jahren zu den Studienfächern mit den höchsten CAO-Punkteanforderungen überhaupt.
Das irische Hochschulsystem arbeitet über das CAO (Central Applications Office). Alle Bewerber reichen ihre Präferenzen zentral ein; die Universitäten vergeben Plätze nach einem kombinierten Ranking aus Leaving-Certificate-Punkten und HPAT-Score.
Staatliche Medizinfakultäten in Irland
| Universität | Studiengang | Dauer | Plätze/Jahr (ca.) | Gebühren EU/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Trinity College Dublin (TCD) | Medizin (UG) | 5 Jahre | ~80 | ca. 3.500 € |
| University College Dublin (UCD) | Medizin (UG + GEM) | 5/4 Jahre | ~75 / ~60 | ca. 3.500 € |
| Royal College of Surgeons Ireland (RCSI) | Medizin | 5 Jahre | ~450 (int.) | ca. 3.500 € (EU) |
| University College Cork (UCC) | Medizin + Zahnmedizin | 5 Jahre | ~75 | ca. 3.500 € |
| University of Galway | Medizin (GEM) | 4 Jahre | ~60 | ca. 3.500 € |
| University of Limerick (UL) | Medizin (GEM) | 4 Jahre | ~65 | ca. 3.500 € |
GEM = Graduate Entry Medicine. Das RCSI in Dublin ist ein Sonderfall: Es nimmt jährlich rund 450 Studierende auf, der Großteil davon international. Die EU-Gebühren gelten nur für EU/EEA-Staatsangehörige.
Zahnmedizin in Irland
Zahnmedizin (Dentistry) wird an drei Standorten angeboten: Trinity College Dublin, University College Dublin und University College Cork. Die Anforderungen sind vergleichbar mit der Humanmedizin: sehr hohe CAO-Punkte, teils auch HPAT-Score. Die Plätze sind noch knapper als in der Humanmedizin.
Das Zulassungsverfahren: HPAT und Leaving Certificate
Für den direkten Einstieg aus der Schule (Undergraduate Entry) sind zwei Voraussetzungen gleichzeitig erforderlich:
1. Leaving Certificate: Das irische Abitur-Äquivalent. Die Punkte werden in eine CAO-Punktezahl umgerechnet (maximal 625 Punkte). Für Medizin werden typischerweise 615–625 Punkte verlangt – also das höchste erreichbare Niveau im irischen System. Ausländische Abitura werden akzeptiert, müssen aber in das CAO-Punktesystem übertragen werden. Das Verfahren ist komplex und nicht automatisch.
2. HPAT-Ireland (Health Professions Admission Test): Ein standardisierter Test mit drei Abschnitten – logisches Denken, zwischenmenschliches Verständnis und abstraktes Denken. Er findet einmal jährlich im Februar statt und kostet rund 116 Euro Anmeldegebühr. Der HPAT-Score und die Leaving-Certificate-Punkte werden im Verhältnis 1:2 zu einem kombinierten Score zusammengeführt.
Für Graduate Entry Medicine (GEM) gelten andere Bedingungen: Hier braucht man einen abgeschlossenen Bachelor mit mindestens einem 2:1 Honours Degree (entspricht etwa einem deutschen Notenschnitt von 2,0) sowie den GAMSAT (Graduate Medical School Admissions Test). Manche Universitäten führen zusätzlich Interviews durch.
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Bewerbung Schritt für Schritt
1. HPAT anmelden: Die Anmeldung öffnet typischerweise im November, der Test findet im Februar statt. Frühzeitig planen – der Platz ist begrenzt.
2. CAO-Bewerbung einreichen: Frist in der Regel 1. Februar (Normal), 1. März (mit Aufpreis). Alle gewünschten Studienplätze in Präferenzreihenfolge angeben.
3. Leaving Cert oder äquivalente Hochschulreife ablegen. Ausländische Abschlüsse müssen über CAO in Punkte umgerechnet werden.
4. Ergebnisse und Angebot: CAO verschickt Angebote Anfang August. Die Annahme muss innerhalb weniger Tage erfolgen.
5. Nicht-EU-Studierende: Zusätzlich Visum beantragen. Die Universität stellt das Acceptance Letter aus.
Studiengebühren und Kosten
Für EU/EEA-Studierende liegt der staatliche Studienbeitrag (Student Contribution) bei rund 3.500 Euro pro Jahr. Das klingt günstig – aber die Lebenshaltungskosten in Dublin sind erheblich. Für Miete, Lebensmittel und Verkehr sollte man in Dublin mindestens 1.400–1.800 Euro pro Monat einplanen. Cork und Galway sind etwas günstiger, aber ebenfalls teuer im europäischen Vergleich.
Nicht-EU-Studierende zahlen deutlich mehr: Je nach Universität und Studiengang zwischen 35.000 und 65.000 Euro pro Jahr. Das RCSI liegt für internationale Studierende bei rund 55.000 Euro jährlich. Öffentliche Stipendien für internationale Medizinstudierende gibt es kaum.
Meine persönliche Einschätzung
Ich spreche regelmäßig mit Studierenden, die sich intensiv auf den irischen Weg vorbereitet haben und ihn trotzdem nicht geschafft haben – nicht wegen mangelnder Leistung, sondern weil das System schlicht keine Fehlertoleranz kennt. Ein schlechter HPAT-Tag kann ein Jahr kosten. Das ist eine reale Gefahr, die in den Broschüren der Universitäten selten erwähnt wird.
Irland hat großartige Medizinfakultäten – besonders das RCSI mit seiner internationalen Ausrichtung ist bemerkenswert. Aber für die meisten Bewerber aus dem deutschsprachigen Raum ist der Weg so schmal, dass er selten realistisch ist. Wer Medizin wirklich studieren möchte, sollte nicht alles auf einen einzigen Test setzen.
Das Medizinstudium in Irland ist qualitativ hochwertig, vollständig auf Englisch und EU-anerkannt. Es ist gleichzeitig eines der kompetitivsten Zulassungssysteme Europas: HPAT, Leaving Certificate und CAO-Punkte müssen gleichzeitig stimmen. Für internationale Bewerber ohne irische Schulbildung ist der Einstieg besonders schwierig.
Der Unterricht findet auf Englisch statt. Die Zulassung erfolgt über Leaving Certificate und HPAT (Undergraduate) oder über einen Bachelor mit GAMSAT (Graduate Entry Medicine). CAO-Punkte für Medizin liegen typischerweise bei 615 bis 625 von 625 möglichen Punkten. Studiengebühren für EU-Bürger betragen rund 3.500 € pro Jahr; Non-EU-Studierende zahlen bis zu 65.000 € jährlich. Die Regelstudienzeit beträgt fünf Jahre im Undergraduate- und vier Jahre im Graduate-Entry-Programm.
Weiterführende Artikel: Medizin studieren in England: UCAT, Unis & Kosten | Medizin studieren in Schottland | NC in der Schweiz: EMS und Alternativen
Häufige Fragen zum Medizinstudium in Irland
Kann ich als Deutscher ohne Leaving Certificate in Irland Medizin studieren?
Ja, aber der Weg ist aufwendig. Das deutsche Abitur wird von irischen Universitäten grundsätzlich anerkannt, muss aber in die CAO-Punkteskala umgerechnet werden. Der HPAT-Test ist zusätzlich Pflicht und kann nicht durch das Abitur ersetzt werden. Für Graduate Entry Medicine ist ein abgeschlossener Bachelor plus GAMSAT der realistischere Weg für internationale Bewerber.
Wie hoch sind die CAO-Punkte für Medizin in Irland?
Medizin erfordert typischerweise 615–625 Punkte von maximal 625 möglichen CAO-Punkten. Das ist das allerhöchste Niveau im irischen System. Selbst ein sehr gutes Abitur ist keine Garantie für eine Zulassung – weil der HPAT-Score zusätzlich stimmen muss.
Ist der HPAT für internationale Bewerber Pflicht?
Ja. Für alle Undergraduate-Bewerber über das CAO ist der HPAT unabhängig von der Nationalität Pflicht. Für Graduate Entry Medicine gilt stattdessen der GAMSAT.
Werden irische Medizinabschlüsse in Deutschland anerkannt?
Ja. Irland ist EU-Mitglied. Medizinabschlüsse staatlich anerkannter irischer Universitäten werden in Deutschland im Rahmen der automatischen EU-Berufsanerkennung anerkannt. Die zuständige Ärztekammer prüft die Unterlagen.
Gibt es ein Medizinstudium in Irland auf Deutsch?
Nein. Das Medizinstudium in Irland findet ausschließlich auf Englisch statt. Solide Englischkenntnisse (C1 oder höher) sind Voraussetzung.
Wie lange dauert das Medizinstudium in Irland?
Fünf Jahre für Undergraduate-Programme, vier Jahre für Graduate Entry Medicine (GEM).
Welche Alternative gibt es, wenn ich nicht über das CAO-Verfahren zugelassen werde?
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Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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