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Ratgeber

Medizin studieren in Tschechien und der Slowakei: alle Standorte im Überblick

Medizin studieren in Tschechien und der Slowakei: alle Standorte im Überblick

14.08.2026

11 Min. Lesezeit

Tschechien und die Slowakei sind die stillen Klassiker unter den NC-freien Standorten: sehr alte Universitäten, moderne Simulationszentren und Studiengebühren, die deutlich unter denen vieler Nachbarländer liegen. Bratislava hat dazu ein Argument, das kein anderer Standort bietet.

Warum diese beiden Länder

Tschechien und die Slowakei bilden seit Jahrzehnten internationale Medizinstudierende in englischsprachigen Programmen aus. Die Fakultäten gehören zu den ältesten Europas, gleichzeitig ist die Ausstattung an mehreren Standorten auf modernstem Stand. Beide Länder sind EU-Mitglieder, die Abschlüsse werden nach der Richtlinie 2005/36/EG in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt. Und: Die Anreise ist kurz, mehrere Standorte liegen in Bahn- oder Autoreichweite.

Karlsuniversität Pilsen

Die Medizinische Fakultät Pilsen ist eine von fünf medizinischen Fakultäten der Karlsuniversität und besteht seit 1945. Heute studieren dort rund 2.000 Menschen, darunter etwa 500 international. Der medizinische Campus liegt direkt neben der Universitätsklinik und wurde umfassend modernisiert, unter anderem mit einem biomedizinischen Forschungszentrum. Human- und Zahnmedizin kosten jeweils rund 8.000 Euro pro Semester. Die Nähe zu Prag und zur deutschen Grenze macht den Standort zusätzlich attraktiv.

Karlsuniversität Prag

Die Karlsuniversität wurde 1348 gegründet und gehört zu den ältesten Universitäten Europas. Die 2. Medizinische Fakultät liegt direkt auf dem Gelände des Universitätsklinikums Motol, einem der größten Krankenhäuser Europas mit rund 2.410 Betten. Humanmedizin kostet dort rund 8.660 Euro pro Semester, an der 3. Medizinischen Fakultät rund 8.650 Euro. Prag bietet gute Infrastruktur und kurze Wege zwischen Universität, Kliniken und Wohnvierteln, bei moderaten Kosten im Vergleich zu westeuropäischen Metropolen.

Masaryk Universität Brünn

Gegründet 1919, gehört die medizinische Fakultät heute zu den modernsten Ausbildungsstätten des Landes. Herausragend ist das Simulationszentrum, eines der größten medizinischen Trainingszentren Europas, in dem klinische Szenarien realitätsnah geübt werden. Über 800 internationale Studierende belegen Human- oder Zahnmedizin auf Englisch. Die Gebühren liegen bei rund 7.840 Euro pro Semester in der Humanmedizin und rund 8.250 Euro in der Zahnmedizin.

Welcher dieser Standorte zu deinem Profil passt, klären wir im kostenlosen Beratungsgespräch.

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Palacky Universität Olmütz

Der preislich attraktivste tschechische Standort mit rund 6.250 Euro pro Semester in der Humanmedizin und rund 7.000 Euro in der Zahnmedizin. Olmütz ist eine kompakte Universitätsstadt mit entsprechend niedrigen Lebenshaltungskosten.

Comenius Universität Bratislava

Die Medizinische Fakultät der Comenius Universität ist Teil der ältesten und größten Universität der Slowakei, gegründet 1919. Im englischsprachigen Programm studieren mehrere hundert internationale Studierende Human- und Zahnmedizin. Die Gebühren liegen bei rund 6.500 Euro pro Semester in der Humanmedizin und rund 7.250 Euro in der Zahnmedizin.

Das Alleinstellungsmerkmal ist die Lage: Der Flughafen Wien liegt rund 45 Autominuten entfernt, die Stadt selbst ist kompakt und gut organisiert. Wer bereits einen medizinischen Ausbildungsberuf hat, kann diese Nähe nutzen und Studium und Nebentätigkeit im Wiener Raum kombinieren.

UPJS Universität Kaschau und Jessenius Universität Martin

Kaschau bietet Human- und Zahnmedizin auf Englisch zu rund 6.500 beziehungsweise 6.750 Euro pro Semester. Martin ist mit rund 5.750 Euro pro Semester in der Humanmedizin der günstigste Standort in beiden Ländern und ein kleiner, ruhiger Universitätsort.

Die Standorte im Überblick

UniversitätLandHumanmedizinZahnmedizin
Karlsuniversität PilsenTschechien8.000 Euro8.000 Euro
Karlsuniversität Prag, 2. FakultätTschechien8.660 Euro
Karlsuniversität Prag, 3. FakultätTschechien8.650 Euro
Masaryk Universität BrünnTschechien7.840 Euro8.250 Euro
Palacky Universität OlmützTschechien6.250 Euro7.000 Euro
Comenius BratislavaSlowakei6.500 Euro7.250 Euro
UPJS KaschauSlowakei6.500 Euro6.750 Euro
Jessenius MartinSlowakei5.750 Euro

Alle Angaben verstehen sich pro Semester und werden von den Universitäten regelmäßig angepasst. Die jeweils aktuellen Konditionen klären wir im persönlichen Gespräch.

Anrechnung bei einem späteren Wechsel

Nach Erfahrungswerten werden nach vier abgeschlossenen Semestern in Brünn vier Fachsemester anerkannt, in Bratislava drei bis vier und in Kaschau bis zu vier. An der Karlsuniversität Prag greift die vollständige Vorklinik-Anrechnung erst nach fünf bis sechs Semestern. Verbindlich entscheidet immer das zuständige Landesprüfungsamt.

Wenn du einen späteren Wechsel nach Deutschland mitplanen willst, lass dich kostenlos beraten.

Meinung des Autors

Brünn ist für mich der am meisten unterschätzte Standort in ganz Mitteleuropa. Ein Simulationszentrum dieser Größenordnung findet man an sehr wenigen Universitäten, und wer in geschuetzter Umgebung hunderte Male eine Reanimation oder ein Notfallszenario durchspielen konnte, steht später anders am Bett. Dazu kommt ein gutes Anrechnungsprofil, falls doch ein Wechsel gewuenscht ist.

Bratislava ist ein Sonderfall, den ich einigen Klienten gezielt empfohlen habe. Wer einen medizinischen Ausbildungsberuf mitbringt, kann in Wien wohnen und arbeiten und trotzdem studieren. Das ist eine Konstellation, die nirgendwo sonst so gut aufgeht.

Und ein allgemeiner Punkt: Diese beiden Länder werden seltener genannt als Ungarn oder Bulgarien, obwohl die Ausbildung mindestens gleichwertig ist und die Gebühren teilweise niedriger liegen. Wer den Markt kennt, findet hier oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Zusammenfassung

Tschechien und die Slowakei bieten das, was viele suchen, ohne es zu wissen: sehr solide Ausbildung an traditionsreichen Fakultäten, moderne Ausstattung und Gebühren im unteren Mittelfeld. Brünn ist die Empfehlung für alle, die Wert auf modernste Lehre und ein gutes Anrechnungsprofil legen, Bratislava für alle mit Bezug zu Wien, Martin und Olmütz für alle mit engem Budget.

Erfahrungen anderer Studierender findest du auf Trustpilot. Deine Standortempfehlung erstellen wir kostenlos, Termin über die Anmeldeseite.

  • Tschechien und die Slowakei sind EU-Mitglieder, die Abschlüsse werden nach der Richtlinie 2005/36/EG in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt.
  • Die Karlsuniversität Prag wurde 1348 gegründet, ihre 2. Medizinische Fakultät liegt auf dem Gelände des Universitätsklinikums Motol mit rund 2.410 Betten.
  • Die Masaryk Universität Brünn betreibt eines der größten medizinischen Simulationszentren Europas und bildet über 800 internationale Studierende aus.
  • Die Comenius Universität Bratislava liegt rund 45 Autominuten vom Flughafen Wien entfernt, was Studium und Nebentätigkeit im Wiener Raum kombinierbar macht.
  • Nach vier abgeschlossenen Semestern werden nach Erfahrungswerten in Brünn vier Fachsemester anerkannt, in Bratislava drei bis vier und in Kaschau bis zu vier; verbindlich entscheidet das zuständige Landesprüfungsamt.
  • Der Unterricht in den internationalen Programmen findet auf Englisch statt, Tschechisch- beziehungsweise Slowakischkurse gehören zum Curriculum.

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Häufige Fragen zu Tschechien und der Slowakei

Werden die Abschlüsse in Deutschland anerkannt?

Ja. Beide Länder sind EU-Mitglieder, die staatlichen medizinischen Fakultäten sind im Anhang V der Richtlinie 2005/36/EG gelistet. Die Anerkennung erfolgt ohne Kenntnisprüfung.

Auf welcher Sprache wird unterrichtet?

Auf Englisch. Tschechisch- beziehungsweise Slowakischkurse gehören zum Curriculum und sind für den klinischen Abschnitt notwendig.

Welcher Standort ist am günstigsten?

Jessenius Martin in der Slowakei mit rund 5.750 Euro pro Semester, gefolgt von Olmütz mit rund 6.250 Euro und Bratislava sowie Kaschau mit rund 6.500 Euro.

Was macht Bratislava besonders?

Die Nähe zu Wien. Der Flughafen Wien liegt etwa 45 Autominuten entfernt, was ein Studium in Bratislava bei Wohnsitz in Wien praktisch macht.

Wie gut ist die Anrechnung bei einem Rückwechsel?

Nach Erfahrungswerten werden in Brünn nach vier Semestern vier Fachsemester anerkannt, in Bratislava drei bis vier, in Kaschau bis zu vier. An der Karlsuniversität Prag greift die volle Vorklinik-Anrechnung erst nach fünf bis sechs Semestern.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?

In Prag und Bratislava etwa 700 bis 900 Euro monatlich, in Brünn, Pilsen, Olmütz, Kaschau und Martin eher 500 bis 700 Euro.

Welcher Standort passt zu mir?

Das hängt von Budget, Stadtwunsch, Wohnort und einer möglichen Rückwechselplanung ab. Diese Abwägung nehmen wir im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam vor.

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Über den Autor

Marcel Kloos

Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede

Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.

Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.

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