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Ratgeber

Medizin studieren in England – UCAT, A-Levels und Studienkosten

Medizin studieren in England – UCAT, A-Levels und Studienkosten

03.09.2026

9 Lesezeit

Zuletzt geprüft: September 2026

Englische Universitäten stehen weltweit für exzellente Medizinausbildung – Oxford, Cambridge, Imperial College London sind Namen, die global öffnen. Für europäische Bewerber hat sich die Lage nach dem Brexit jedoch grundlegend verändert: Seit dem Studienjahr 2021/22 zahlen EU-Bürger internationale Gebühren, die in keinem Verhältnis zu dem stehen, was britische Kommilitonen zahlen. Wer das einkalkuliert und den UCAT-Test ernst nimmt, kann trotzdem eine realistische Bewerbungsstrategie aufbauen.

Dieser Artikel erklärt, wie das englische Medizinstudium aufgebaut ist, was der UCAT-Test beinhaltet, welche Universitäten es gibt und was ein Studium für EU-Bewerber wirklich kostet.

Die Medizinerschmiede vermittelt keine Studienplätze an englischen Universitäten. Für NC-freie europäische Alternativen mit deutlich niedrigeren Kosten stehen wir dir gern kostenlos zur Seite.

Das englische Medizinstudium im Überblick

Medizin in England ist ein undergraduate programme: Man bewirbt sich direkt nach dem Abitur (bzw. A-Levels) und studiert für fünf Jahre (an manchen Universitäten sechs Jahre mit einem eingebetteten Research-Jahr oder Intercalated BSc). Am Ende steht der Abschluss „MBBS“ oder „MBChB“ (Bachelor of Medicine, Bachelor of Surgery) – das ist der primäre Abschluss, der zur Approbation führt.

Daneben gibt es Graduate-Entry-Programme (vier Jahre) für Bewerber mit einem naturwissenschaftlichen Erststudium. Diese Programme sind noch kompetitiver und benötigen zusätzlich zum UCAT teils den GAMSAT-Test.

Alle Programme werden auf Englisch durchgeführt. Das Medizinstudium in England gilt als eines der besten der Welt, ist aber auch eines der teuersten für internationale Bewerber.

Die wichtigsten Universitäten

UniversitätStandortAbschlussZulassungstestInternationale Jahresgebühr (ca.)
University of OxfordOxfordBM BChUCATca. 38.000 €
University of CambridgeCambridgeMB BChirUCATca. 40.000 €
Imperial College LondonLondonMBBSUCATca. 43.000 €
University College London (UCL)LondonMBBSUCATca. 42.000 €
King’s College London (KCL)LondonMBBSUCATca. 40.000 €
University of EdinburghEdinburghMBChBUCATca. 38.000 €
University of BristolBristolMBChBUCATca. 37.000 €
University of BirminghamBirminghamMBChBUCATca. 36.000 €
University of ManchesterManchesterMBChBUCATca. 37.000 €
University of LeedsLeedsMBChBUCATca. 35.000 €

Insgesamt gibt es in England und im übrigen Vereinigten Königreich (Schottland, Wales, Nordirland) rund 40 akkreditierte Medizinfakultäten. Für internationale Bewerber aus der EU sind Gebühren und Bewerbungskonditionen überall ähnlich.

Der UCAT – University Clinical Aptitude Test

Der UCAT ist der zentrale Zulassungstest für das Medizinstudium in England (und Schottland, Wales, Australien, Neuseeland). Er wird von Pearson VUE in autorisierten Testzentren abgenommen und besteht aus fünf Sektionen:

SektionInhaltZeit
Verbal ReasoningTextverständnis und Schlussfolgern21 Min.
Decision MakingLogische und probabilistische Entscheidungen31 Min.
Quantitative ReasoningMathematische Problemlösung24 Min.
Abstract ReasoningMustererkennung und induktives Denken12 Min.
Situational JudgementBerufsethische Szenarien im klinischen Kontext26 Min.

Der Test wird zwischen Juli und Oktober eines Jahres für den Studienbeginn im nächsten Herbst angeboten. Er kann pro Bewerbungszyklus nur einmal abgelegt werden – eine schlechte Vorbereitung kostet ein Jahr. Die Gesamtpunktzahl (2.000–3.600 für die ersten vier Sektionen, Band 1–3 für Situational Judgement) fließt je nach Universität unterschiedlich stark in die Zulassung ein. Manche Universitäten setzen Mindestscores, andere ranken ausschließlich nach UCAT.

Schulische Voraussetzungen (A-Levels)

Für internationale Bewerber ohne britische Schulausbildung gilt: Das Abitur wird von den meisten englischen Universitäten anerkannt, aber unterschiedlich bewertet. Erwartet wird üblicherweise ein sehr guter Abiturschnitt (1,0–1,5) mit Schwerpunkt in Chemie und einer weiteren Naturwissenschaft (Biologie oder Physik). Wer das Internationale Abitur (IB) hat, benötigt in der Regel 38–41 von 45 Punkten, darunter Chemie und Biologie auf Höherem Niveau (HL) mit 6–7.

Ohne A-Levels oder IB müssen Bewerber nachweisen, dass ihre Schul-/Studienleistungen gleichwertig sind. Bei deutschem Abitur ist das üblicherweise möglich, benötigt aber sorgfältige Prüfung je Universität.

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Das UCAS-Bewerbungssystem

Bewerbungen laufen über UCAS (Universities and Colleges Admissions Service), das zentrale Zulassungsportal des Vereinigten Königreichs. Für Medizin gilt eine besondere Regelung: Bewerber dürfen maximal vier medizinische Programme in ihrer UCAS-Liste angeben (statt der üblichen fünf) und haben noch einen weiteren Slot für einen nicht-medizinischen Studiengang.

Die Bewerbung umfasst: UCAS-Online-Formular, Persönliches Statement (Personal Statement, 4.000 Zeichen), Schulreferenz und UCAT-Ergebnis. Der Bewerbungsschluss für Medizin liegt bei den meisten Universitäten am 15. Oktober – deutlich früher als bei anderen Studiengängen.

Nach der Sichtung der Unterlagen laden viele Universitäten zum Interview ein. Das häufigste Format ist das Multiple Mini Interview (MMI): mehrere kurze Stationen mit Szenarien zu Ethik, Kommunikation und klinischem Verständnis. Oxford und Cambridge haben zusätzliche Abläufe (Tutorinterviews).

Studienkosten für EU-Bewerber

Seit dem Brexit zahlen EU-Staatsangehörige die gleichen internationalen Gebühren wie alle anderen Ausländer:

KostenpostenBetrag (ca.)
Studiengebühren/Jahr (Mittelwert international)35.000–45.000 €
Lebenshaltung London (Miete, Essen, Transport)18.000–24.000 €/Jahr
Lebenshaltung außerhalb Londons12.000–18.000 €/Jahr
Gesamtkosten 5 Jahre (außerhalb Londons)ca. 235.000–315.000 €

Stipendien für internationale Medizinstudierende sind selten und decken meist nur Teilbeträge ab. Wer in London studiert, sollte mit über 300.000 Euro Gesamtkosten für das Studium rechnen.

Anerkennung in Deutschland und Österreich

Das britische MBBS/MBChB ist in Deutschland und Österreich anerkennungsfähig, aber nicht automatisch anerkannt. Die Anerkennung läuft über die zuständigen Landesbehörden (in Deutschland die Approbationsbehörden der Länder). Da das Vereinigte Königreich seit dem Brexit kein EU-Mitglied mehr ist, gilt die EU-Anerkennungsrichtlinie nicht mehr automatisch – die Behörden prüfen individuell. In der Praxis werden britische Abschlüsse von anerkannten Universitäten in aller Regel anerkannt, der Prozess ist jedoch aufwändiger als bei EU-Abschlüssen.

Die Medizinerschmiede vermittelt keine Studienplätze in England. Wenn du eine kosteneffizientere europäische Alternative mit EU-Anerkennung suchst, sprich uns gern an – buche jetzt eine kostenlose Erstberatung.

Meine Einschätzung zu England

England ist das Land, das bei deutschen Medizinbewerbern den größten Gap zwischen Traum und Realität produziert. Oxford, Cambridge, Imperial – das klingt nach Weltklasse, und das ist es auch. Aber der Brexit hat die Kostensituation fundamental verändert. Wer als EU-Bürger nach England geht, zahlt heute dasselbe wie ein Student aus den USA oder Südkorea. Über fünf Jahre kommt man leicht auf eine Viertelmillion Euro.

Was mich am englischen System beeindruckt: der UCAT ist ein wirklich gutes Instrument. Er misst nicht nur Schulwissen, sondern klinisches Denkvermögen und ethische Urteilsfähigkeit – deutlich näher an dem, was Ärzte später brauchen. Wer sich intensiv vorbereitet, kann mit einem schwächeren Abitur punkten.

Mein ehrlicher Rat: Wer diesen Weg ernsthaft geht, sollte ihn als eigenständiges Projekt betrachten – frühzeitig UCAT-Kurse buchen, eine britische Schule oder ein Gap-Year für Hospitationsnachweise planen und die Finanzierung bis ins Detail durchrechnen. Spontan klappt das hier nicht.

Das englische Medizinstudium gehört zu den besten der Welt, ist aber für EU-Bewerber nach dem Brexit auch eines der teuersten. UCAT, UCAS, MMI-Interview und internationale Gebühren von bis zu 45.000 Euro pro Jahr machen den Weg anspruchsvoll und kostenintensiv.

Der UCAT ist der zentrale Zulassungstest; er wird einmal pro Zyklus zwischen Juli und Oktober abgelegt. Die Bewerbung läuft über UCAS, Deadline ist der 15. Oktober, mit maximal vier medizinischen Choices. EU-Bürger zahlen internationale Gebühren von rund 35.000 bis 45.000 € pro Jahr. Unterrichtssprache ist Englisch, Deutschkenntnisse sind nicht erforderlich. MBBS und MBChB sind in Deutschland anerkennungsfähig, aber nicht automatisch anerkannt.

Weiterführende Artikel: Medizin studieren in Irland – HPAT und RCSI | Medizin studieren in den Niederlanden – Numerus Fixus | Medizin studieren in der Schweiz – EMS und NC | Kostenlose Erstberatung zur NC-freien Studienplatzvermittlung

Häufige Fragen zum Medizinstudium in England

Brauche ich A-Levels für das Medizinstudium in England?

Nein, du brauchst keine britischen A-Levels. Das deutsche Abitur wird von den meisten englischen Fakultäten als gleichwertig anerkannt. Ein sehr guter Schnitt mit Schwerpunkt in Chemie und Biologie ist entscheidend. Wer das IB hat, braucht in der Regel 38–41 Punkte mit Chemie und Biologie auf Höherem Niveau.

Wie viele medizinische Universitäten kann ich bei UCAS angeben?

Maximal vier medizinische Programme plus einen nicht-medizinischen Studiengang. Diese Einschränkung auf vier Choices ist bei Medizin einzigartig und erfordert eine sehr gezielte Auswahl der Universitäten.

Wann muss ich den UCAT ablegen?

Der UCAT wird im Sommer vor dem Bewerbungszyklus angeboten, typischerweise zwischen Juli und Oktober. Für einen Studienstart im Herbst 2027 musst du den Test im Sommer/Herbst 2026 ablegen und dich über UCAS bis zum 15. Oktober bewerben.

Zahlen EU-Bürger seit dem Brexit internationale Gebühren?

Ja, seit dem Studienjahr 2021/22 zahlen EU-Staatsangehörige die gleichen internationalen Gebühren wie alle anderen Ausländer – in der Regel 35.000–45.000 Euro pro Jahr. Das ist eine der bedeutendsten Änderungen des Brexit für deutsche Medizinbewerber.

Wird das englische MBBS in Deutschland anerkannt?

Ja, in der Praxis werden britische Abschlüsse anerkannter Universitäten in Deutschland anerkannt – aber seit dem Brexit nicht mehr automatisch über die EU-Anerkennungsrichtlinie. Die Approbationsbehörden prüfen individuell, was in der Regel zur Anerkennung führt, aber zeitintensiver ist als bei EU-Abschlüssen.

Wie schwer ist es, als Deutscher in England Medizin zu studieren?

Sehr herausfordernd. Die Kombination aus UCAT, Schulnoten, Personal Statement und MMI-Interview macht es selbst für starke Bewerber schwer. Dazu kommen sehr hohe Kosten und limitierte Plätze für internationale Studierende – viele Fakultäten reservieren den Großteil ihrer Plätze für britische Bewerber.

Gibt es Graduate-Entry-Medizin in England?

Ja. Viele Universitäten bieten vier- bis fünfjährige Graduate-Entry-Programme für Bewerber mit einem naturwissenschaftlichen Erststudium an. Diese Programme sind in der Regel noch kompetitiver als die Undergraduate-Zugänge.

Vermittelt die Medizinerschmiede Studienplätze in England?

Nein. Die Medizinerschmiede vermittelt keine Studienplätze in England. Wir beraten dich aber gern kostenlos zu NC-freien europäischen Alternativen mit EU-anerkanntem Abschluss.

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Über den Autor

Marcel Kloos

Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede

Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.

Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.

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