Facharzt Gehalt 2026: Was du nach der Weiterbildung verdienst – und wie du mehr rausholst
06.09.2026
Das Facharztgehalt nach TV-Ärzte 2026 – Entgeltgruppe Ä 2 und Ä 3
Mit dem Facharzttitel wechselt man in die Entgeltgruppe Ä 2 des TV-Ärzte. Das Grundgehalt steigt spürbar – in der Regel um 500 bis 900 Euro brutto monatlich gegenüber dem letzten Stufengehalt in Ä 1.
Laut Marburger Bund Tarifinformation (2025) beginnt Ä 2 Stufe 1 nach TV-Ärzte VKA bei rund 5.800 Euro brutto monatlich. Bis Stufe 5 – nach etwa zehn Dienstjahren als Facharzt – sind es über 7.300 Euro Grundgehalt. Funktionszulagen für besondere Aufgaben kommen oben drauf.
Wer zur leitenden Ärztin oder zum leitenden Arzt aufsteigt, wechselt in Ä 3 (Stufenbeginn: ca. 6.700 Euro brutto) oder darüber. Oberärzte und leitende Oberärzte können je nach Tarifgruppe und Zulagen auf 9.000–12.000 Euro brutto kommen – ohne Privatpatienteneinnahmen gerechnet.
Was verschiedene Fachrichtungen verdienen – Überblick 2026
Das Grundgehalt nach TV-Ärzte ist für alle Fachärzte gleich. Was die Fachrichtung beeinflusst, ist die Nachfrage auf dem Stellenmarkt und damit das tatsächlich erzielbare Gesamtgehalt. Eigene Schätzung basierend auf Stellenausschreibungen und Gehaltsdaten 2024/2025:
| Fachrichtung | Gesamtgehalt brutto/Monat (Klinik) | Marktlage |
|---|---|---|
| Anästhesiologie | 7.500–10.000 € | sehr hoher Mangel |
| Radiologie | 7.500–10.500 € | hoher Mangel |
| Chirurgie (allg./viszeral) | 7.000–9.500 € | hoher Bedarf |
| Innere Medizin | 6.500–9.000 € | sehr hoher Bedarf |
| Psychiatrie/Psychotherapie | 6.000–8.000 € | sehr hoher Mangel |
| Allgemeinmedizin | 6.000–7.500 € | sehr hoher Mangel |
| Gynäkologie | 6.500–9.000 € | hoher Bedarf |
| Neurologie | 6.500–8.500 € | hoher Bedarf |
Die Spanne innerhalb jeder Fachrichtung ist enorm. Klinikgröße, Region und Dienstbelastung machen mehr aus als die Fachrichtung selbst. Kliniken in unterversorgten Regionen zahlen oft Zulagen, die das Gehalt um 500–1.000 Euro monatlich erhöhen.
{{cta}}Klinik, Praxis oder MVZ – wo verdient der Facharzt am meisten?
Die Klinik bietet Sicherheit und Tarif. Die eigene Praxis bietet Einkommenspotenzial ohne festes Limit. Das MVZ liegt irgendwo dazwischen.
Niedergelassene Fachärzte in eigener Praxis verdienen sehr unterschiedlich. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV, Ärztemonitor 2024) lag der mittlere Jahresüberschuss niedergelassener Fachärzte bei rund 180.000 bis 220.000 Euro brutto – vor Steuern und Praxiskosten. Das klingt viel. Aber Praxisinhaber tragen das unternehmerische Risiko, zahlen in keine gesetzliche Rentenversicherung ein (außer Versorgungswerk) und müssen Investitionen selbst stemmen.
Im MVZ als angestellter Arzt gibt es meist ein Festgehalt auf Facharzt- oder Oberarztniveau plus variable Komponente. Das Modell gewinnt an Beliebtheit: kein unternehmerisches Risiko, mehr Flexibilität als in der Klinik, trotzdem geregelte Arbeitszeit.
Eigene Einschätzung: Wer frühzeitig plant, sollte alle drei Wege prüfen. Die Entscheidung hängt nicht nur vom Geld ab – Lebensmodell, Risikobereitschaft und Fachrichtung spielen mindestens genauso viel Rolle.
Internationaler Blick: Facharztgehalt in anderen Ländern
Österreich: Fachärzte in österreichischen Krankenanstalten verdienen laut Österreichischer Ärztekammer (2025) je nach Bundesland und Laufbahnstufung zwischen 5.500 und 8.000 Euro brutto monatlich – zuzüglich Dienste. In der Niederlassung sind die Einkommensspannen ähnlich wie in Deutschland: Die Honorarstruktur über die Krankenkassen bestimmt das Ergebnis maßgeblich.
Schweiz: Fachärzte an Schweizer Spitälern (Kaderärzte) verdienen je nach Funktion und Kanton zwischen 12.000 und 18.000 Schweizer Franken brutto monatlich – umgerechnet rund 13.000 bis 19.000 Euro. Niedergelassene Fachärzte in der Schweiz können deutlich mehr verdienen, weil das Tarmed-System nach erbrachter Leistung abrechnet. Mehrere Klienten der Medizinerschmiede aus dem Auslandsstudium arbeiten heute als Fachärzte in Zürich oder Basel – die Schritte beim Einstieg sind real, aber machbar.
Vereinigtes Königreich: NHS Consultants (fertig ausgebildete Fachärzte) verdienen laut NHS Pay Review 2025/26 zwischen 99.000 und 132.000 Pfund jährlich. Das klingt nach viel – NHS-Pensionen sind aber ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtpakets, und die gestiegenen Lebenshaltungskosten im Großraum London relativieren einen Teil des Unterschieds.
Frankreich: Fachärzte im öffentlichen Krankenhaus (Praticien Hospitalier) verdienen nach Einstufung zwischen 5.500 und 8.000 Euro brutto monatlich. Frankreich hat in den letzten Jahren erhebliche Ärzteabwanderung in die Schweiz und nach Deutschland erlebt – die Gehälter im öffentlichen Sektor gelten als eines der zentralen Probleme des französischen Gesundheitssystems. Deutschland bietet als Zielland für französische Fachärzte klare Vorteile beim Grundgehalt und bei der tariflichen Absicherung.
Deutschland liegt als Facharztstandort solide im oberen europäischen Mittelfeld – weit hinter der Schweiz, aber vor Frankreich und dem UK in der operativen Gehaltsrealität.
Wie du als Facharzt mehr verdienst – Verhandlung, Spezialisierung, Auslandsoptionen
Gehaltsverhandlung aktiv führen: Fachärzte haben deutlich mehr Verhandlungsspielraum als Assistenzärzte. Wer in einem Mangelbereich tätig ist (Anästhesie, Radiologie, Psychiatrie), kann 500–1.000 Euro über Tarif verhandeln. Das geschieht – der Marburger Bund rät ausdrücklich, den Tarifvertrag als Mindestrahmen zu verstehen, nicht als Deckel.
Subspezialisierung ausbauen: Wer nach dem Facharzt einen Schwerpunkt (z. B. Intensivmedizin, Kardiologie, interventionelle Radiologie) erwirbt, erhöht sein Marktpotenzial erheblich. Subspezialisierte Fachärzte bekommen häufig bessere Einstiegskonditionen oder konkrete Zulagen.
Ausland ernsthaft prüfen: Für Ärztinnen und Ärzte, die ihr Medizinstudium im Ausland absolviert haben, gilt dasselbe wie für Inländer: Als Facharzt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gelten dieselben Tarife und dieselben Verhandlungsregeln. Das Auslandsstudium ist kein Handicap – der Facharzttitel ist der Gleichmacher.
Meine Meinung als Zahnarzt und Gründer
Der Facharztabschluss ist finanziell ein echter Wendepunkt. Das sehe ich nicht nur in den Tarifzahlen – das sehe ich in den Beratungsgesprächen, die ich führe. Wer kurz vor dem Facharzt steht, denkt oft intensiver über Praxis, Ausland oder Klinikwechsel nach als in den Jahren davor. Das macht Sinn. Der Markt nimmt einen auf Augenhöhe wahr.
Was mich in der Praxis überrascht: Viele Fachärzte verhandeln ihr Einstiegsgehalt nicht. Sie nehmen das erste Angebot. Besonders in Fächern mit echtem Mangel – Anästhesiologie, Psychiatrie, Allgemeinmedizin – ist das verschenktes Potenzial. Ich habe selbst erlebt, wie Klienten nach einem kurzen Gespräch über Verhandlungsstrategie 500–800 Euro mehr monatlich ausgehandelt haben. Das sind 6.000–10.000 Euro im Jahr.
Für Ärztinnen und Ärzte, die über ein Auslandsstudium in den Beruf eingestiegen sind: Die Facharztfrage ist der Punkt, an dem die Startbedingungen wirklich egalisiert sind. Mit Facharzt in der Tasche zählt einzig und allein die Qualität – und der Markt vergütet Qualität, wenn man sie richtig kommuniziert. Das Studium in Sofia, Prag oder Budapest war nicht der schlechtere Weg. Es war ein anderer Weg zum selben Ziel.
Zusammenfassung
- Fachärzte wechseln mit dem Facharzttitel in Entgeltgruppe Ä 2 (TV-Ärzte VKA); das Grundgehalt startet bei rund 5.800 Euro brutto (Stufe 1) und steigt bis über 7.300 Euro in Stufe 5.
- Mit Dienstvergütungen und Zulagen kommen Fachärzte in der Klinik je nach Fach auf 7.000–10.500 Euro brutto monatlich – Anästhesie und Radiologie liegen an der Spitze.
- Niedergelassene Fachärzte verdienen im Mittel mehr; der KBV-Ärztemonitor 2024 weist mittlere Jahresüberschüsse von 180.000–220.000 Euro aus – bei vollem unternehmerischen Risiko.
- Die Schweiz zahlt Fachärzte (Kaderärzte) mit 13.000–19.000 Euro deutlich mehr als Deutschland – bei höheren Lebenshaltungskosten, aber attraktivem Netto.
- Fachärzte mit Subspezialisierung erzielen auf dem Stellenmarkt bessere Konditionen als Generalisten – Intensivmedizin, interventionelle Radiologie und Kardiologie sind besonders gefragt.
- Fachärzte in Mangelberufen sollten Gehaltsgespräche aktiv führen – der Tarifvertrag ist ein Mindestrahmen, der Verhandlungsspielraum liegt oft bei 500–1.000 Euro über Tarif.
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Häufige Fragen zum Facharzt Gehalt
Was verdient ein Facharzt 2026 brutto?
Das Grundgehalt nach TV-Ärzte VKA beginnt in Ä 2 Stufe 1 bei rund 5.800 Euro brutto. Mit Bereitschaftsdiensten und Zulagen sind 7.000–10.000 Euro brutto realistisch. In Fächern mit hohem Mangel wie Anästhesiologie oder Radiologie kann es deutlich mehr sein.
Wie viel mehr verdient man als Facharzt gegenüber dem Assistenzarzt?
Das Grundgehalt steigt mit dem Wechsel von Ä 1 auf Ä 2 in der Regel um 500–900 Euro brutto monatlich. Durch den Neustart der Stufenzählung in Ä 2 kann der Unterschied kurzfristig noch größer sein. Über die gesamte Karriere macht das einen erheblichen Unterschied.
Was bringt die Niederlassung als Facharzt finanziell?
Die Niederlassung bietet höheres Einkommenspotenzial – der KBV-Ärztemonitor 2024 weist mittlere Jahresüberschüsse von 180.000–220.000 Euro aus. Dafür trägt man als Praxisinhaberin das volle unternehmerische Risiko, zahlt Praxismiete und Personalkosten selbst.
Welche Fachrichtung verdient am meisten in der Klinik?
Anästhesiologie und Radiologie gelten als Spitzenverdiener unter den Klinikfachärzten – nicht wegen des Tarifs, sondern wegen des Mangels an qualifizierten Fachkräften und dadurch höherer Verhandlungsposition. In der Niederlassung sind operative Fächer und stark nachgefragte Spezialisten oft besser gestellt.
Was verdient ein Facharzt in der Schweiz?
Schweizer Kaderärzte verdienen je nach Position und Kanton 12.000–18.000 Schweizer Franken brutto monatlich (rund 13.000–19.000 Euro). Die Lebenshaltungskosten in Zürich oder Bern sind hoch, netto bleibt im Vergleich zu Deutschland trotzdem deutlich mehr.
Kann man als Facharzt das Gehalt über Tarif verhandeln?
Ja, und das sollte man. Der Tarifvertrag ist ein Mindestrahmen, kein Deckel. Besonders in Mangelfächern wie Anästhesiologie, Psychiatrie und Allgemeinmedizin gibt es Spielraum für Zulagen oder übertarifliche Vergütungen von 500–1.000 Euro monatlich.
Was ist ein Schwerpunkttitel und warum erhöht er das Gehalt?
Schwerpunkttitel wie Intensivmedizin oder Kardiologie sind zusätzliche Qualifikationen nach dem Facharzt. Sie signalisieren seltene Kompetenz und erhöhen auf dem Stellenmarkt die Verhandlungsposition spürbar. Manche Kliniken zahlen konkrete Zulagen für bestimmte Schwerpunkte.
Was verdient ein Facharzt im MVZ?
Im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) als angestellter Arzt gibt es oft ein Festgehalt auf Facharzt- oder Oberarztniveau zuzüglich variabler Komponente. Das Modell bietet mehr Planbarkeit als die eigene Praxis und häufig mehr Flexibilität als die klassische Klinikstelle.
Kann ich als Absolvent eines Auslandsstudiums dieselben Facharzttarife bekommen?
Ja. Der TV-Ärzte gilt für den Job, nicht für den Studienort. Wer in Ungarn, Tschechien oder Bulgarien Medizin studiert hat und nach Deutschland zurückkommt, erhält als Facharzt denselben Tarif wie Absolventinnen deutscher Universitäten. Der Facharzttitel ist der Gleichmacher.
Wie lange bis zum Facharztabschluss?
Je nach Fachrichtung dauert die Weiterbildung nach dem Staatsexamen fünf bis sechs Jahre. Chirurgische Fächer oft sechs Jahre, psychiatrische Fächer fünf Jahre. Allgemeinmedizin hat zuletzt auf fünf Jahre verlängert.
Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
Über 500 vermittelte Studienplätze an mehr als 25 Partneruniversitäten in über 10 Ländern. Die Erfahrungen unserer Studierenden kannst du unabhängig auf Trustpilot nachlesen.
Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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