Assistenzarzt Gehalt 2026: Was du in der Weiterbildung verdienst
06.09.2026
Was verdient ein Assistenzarzt? Das Grundgehalt nach TV-Ärzte 2026
Der TV-Ärzte ist der maßgebliche Tarifvertrag für Krankenhausärzte in Deutschland. Er existiert in zwei relevanten Varianten: TV-Ärzte VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) gilt für kommunale Kliniken, TV-Ärzte TdL (Tarifgemeinschaft deutscher Länder) für Universitätskliniken der Länder. Assistenzärzte werden in der Entgeltgruppe Ä 1 eingruppiert. Das Gehalt steigt automatisch mit Erfahrungsstufen – alle zwei bis drei Jahre rückt man eine Stufe vor.
Laut Marburger Bund Tarifinformation (2025) liegt das monatliche Grundgehalt für Ä 1 Stufe 1 nach TV-Ärzte VKA bei rund 5.200 Euro brutto. Bis Stufe 5 – nach etwa zehn Dienstjahren in dieser Gruppe – sind es über 6.400 Euro brutto. Das entspricht einer Steigerung von gut 23 Prozent allein durch Zeitablauf, ohne Facharztabschluss.
TV-Ärzte TdL zahlt im Grundgehalt minimal weniger, bietet dafür Forschungsumgebung und an manchen Ländern zusätzliche Altersversorgung über den VBL. Eigene Schätzung, basierend auf Gesprächen mit Medizinerschmiede-Klienten: Rund 70 Prozent der Assistenzärzte in Deutschland arbeiten an tarifgebundenen Häusern – kommunal oder Universitätsklinik. Der Rest ist privat, mit sehr unterschiedlichem Ergebnis.
Zulagen, Dienste und das echte Gehalt – was wirklich auf dem Konto landet
Das Grundgehalt allein sagt wenig. Entscheidend ist, was Dienstvergütungen und Zulagen oben drauflegen.
| Gehaltsbestandteil | Typische Höhe brutto/Monat | Hinweis |
|---|---|---|
| Grundgehalt Ä 1, Stufe 1 | ~5.200 € | TV-Ärzte VKA, 2025 |
| Bereitschaftsdienstvergütung (4–6 Dienste) | 700–1.800 € | Abhängig von Dienststufe und Anzahl |
| Nacht- und Wochenendzulage | 200–600 € | Je nach Dienstplan |
| Kinderzulage (wo anwendbar) | ~100–200 € | Je nach Tarif |
| Typisches Gesamtgehalt brutto | 6.500–8.000 € | Mit regulärer Dienstbelastung |
Das Netto ergibt sich je nach Steuerklasse und Krankenversicherung. Bei 7.000 Euro brutto, Steuerklasse I, gesetzlich versichert und ohne Kirchensteuer bleiben rund 4.200–4.600 Euro netto. Wer sechs Dienste im Monat schiebt – an manchen Häusern Standard – kommt auf über 8.000 Euro brutto.
{{cta}}Kommunal, Uniklinik oder privat – wer zahlt besser?
Kommunale Kliniken und Universitätskliniken sind tarifgebunden. Das schützt vor unangenehmen Überraschungen und garantiert transparente Stufenaufstiege. Private Klinikkonzerne – Helios, Rhön, Asklepios, Sana – haben eigene Haustarife. Das Ergebnis ist uneinheitlich.
Einige private Häuser zahlen besser als kommunale Kliniken, andere schlechter – besonders bei Bereitschaftsdiensten. Der Trick ist nicht, pauschal zu urteilen, sondern den konkreten Tarifvertrag zu lesen: Wie werden Dienste vergütet? Gibt es eine Überstundenregelung? Werden Dienste reell gezählt oder verrechnet?
Bundeslandunterschiede gibt es. In Bayern und Baden-Württemberg zahlen kommunale Häuser oft in eine Zusätzliche Versorgungskasse (ZVK) ein, was die Gesamtleistung erhöht. In ostdeutschen Bundesländern ist das Grundgehalt gleich – die Unterschiede entstehen meist durch Dienstmodelle.
Internationaler Blick: Assistenzarztgehalt in anderen Ländern
Österreich: Laut Österreichischer Ärztekammer (Gehaltsinformation 2025) verdienen Turnusärzte je nach Bundesland zwischen 4.200 und 4.900 Euro brutto monatlich – zuzüglich Nacht- und Feiertagszulagen auf 5.500 bis 6.500 Euro Gesamtgehalt. Die allgemeine Turnusausbildung dauert drei Jahre: neun Monate Basisausbildung plus das jeweilige Sonderfach. Damit ist sie kürzer als die deutsche Weiterbildung – ein Faktor, den viele bei der Länderwahl unterschätzen.
Schweiz: Schweizer Assistenzärzte verdienen je nach Kanton und Spital zwischen 8.000 und 12.000 Schweizer Franken brutto – umgerechnet grob 8.500 bis 13.000 Euro. Zürich und Bern zahlen in der oberen Hälfte, ländliche Spitäler teilweise weniger. Sozialabgaben sind moderat, Kirchensteuer fakultätiv, Einkommensteuer kantonal besteuert. Netto bleibt trotz der deutlich höheren Lebenshaltungskosten ein attraktiver Betrag. Für Ärztinnen und Ärzte, die nach einem Auslandsstudium in die Schweizer Berufslaufbahn einmünden wollen, ist die Schweiz eine ernsthafte Option.
Vereinigtes Königreich: NHS-Assistenzärzte (Foundation Year 1) verdienen laut NHS England Pay Review 2025/26 rund 36.600 Pfund jährlich – etwa 3.050 Pfund monatlich. Mit Überstunden- und Nachtdienstzulagen kommt man auf 42.000 bis 50.000 Pfund jährlich. Die britischen Ärztestreiks von 2023 und 2024 haben gezeigt, wie stark die Unzufriedenheit mit diesem Vergabesniveau war. Real terms liegen UK-Junior Doctors deutlich unter dem deutschen Niveau.
Niederlande: AIOS (Artsen In Opleiding tot Specialist) verdienen nach CAO Ziekenhuizen 2025 im ersten Jahr rund 4.500 bis 5.200 Euro brutto, nach zwei Jahren etwa 5.700 Euro. Dienstvergütungen kommen dazu. Die niederländische Weiterbildung ist strukturiert und in vielen Fächern kürzer als in Deutschland. Deutschland liegt im europäischen Mittelfeld. Wer rein nach Gehalt optimiert, schaut in die Schweiz. Wer früher Facharzt sein will, denkt über Österreich oder die Niederlande nach.
Mehr verdienen als Assistenzarzt: Was du selbst beeinflussen kannst
Klinikwahl: Wer ein Haus mit attraktivem Dienstmodell wählt, kann das Grundgehalt durch Dienstvergütungen um 10.000 bis 20.000 Euro jährlich aufstocken. Das lohnt Recherche vor Vertragsunterzeichnung.
Dienste strategisch planen: Vier Dienste im Monat oder acht – das ist selten komplett vorgeschrieben. Wer im Rahmen der gesetzlich zulässigen Grenzen mehr Dienste übernimmt, verdient deutlich mehr. Eine persönliche Abwägung.
Auslandsoptionen prüfen: Viele Klienten bei der Medizinerschmiede haben ihr Medizinstudium in Ungarn, Tschechien oder Bulgarien abgeschlossen und arbeiten heute als Assistenzärzte in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – mit denselben TV-Ärzte-Tarifen wie Absolventinnen deutscher Universitäten. Das Studium im Ausland ist kein Nachteil für die Gehaltsverhandlung. Es ist ein Weg, der zum gleichen Ziel führt.
Meine Meinung als Zahnarzt und Gründer
Das Assistenzarztgehalt ist fair für den Einstieg in einen anspruchsvollen Beruf. Klar: Neun bis zehn Jahre Ausbildung und dann 5.200 Euro brutto – das klingt nach wenig. Zum Vergleich: Ein Ingenieur mit Bachelorstudium und zwei Jahren Berufserfahrung kann ähnliche Summen verdienen, ohne Nachtdienste zu schieben.
Ich sage das nicht, um zu demotivieren. Sondern weil ich in der Beratung regelmäßig sehe, dass Erwartungsmanagement entscheidend ist. Wer mit realistischen Zahlen in die Weiterbildung geht, trifft bessere Klinikentscheidungen.
Was mich bei meinen Klienten aus der Medizinerschmiede am meisten überrascht: Viele unterschätzen, wie stark Dienste das Gehalt verschieben. Ich spreche mit Assistenzärzten, die im dritten Weiterbildungsjahr durch konsequente Dienstnahme auf über 8.000 Euro brutto kommen – und solchen, die im selben Tarif durch bewussten Dienstverzicht bei unter 6.000 Euro bleiben. Beide Entscheidungen sind legitim. Aber man sollte sie bewusst treffen.
Mein Rat für jeden, der gerade einen Klinikvertrag unterschreibt: Schau nicht nur auf das Grundgehalt. Frag nach dem Dienstmodell, dem Dienstgeld und der Überstundenregelung. Das sind die Zahlen, die dein Konto tatsächlich bestimmen.
Zusammenfassung
- Assistenzärzte verdienen nach TV-Ärzte VKA ab rund 5.200 Euro brutto im Monat (Ä 1, Stufe 1); mit Bereitschaftsdiensten sind 6.500–8.000 Euro brutto realistisch.
- Bereitschaftsdienste, Nacht- und Wochenendzulagen können das Monatsgehalt um 1.500–2.500 Euro erhöhen – dieser Faktor überwiegt in der Praxis das Grundgehalt allein.
- Netto bleiben bei 7.000 Euro brutto (Steuerklasse I, gesetzlich versichert) rund 4.200–4.600 Euro – je nach Steuerklasse und Kirchensteuerstatus.
- Private Kliniken zahlen nach Haustarif; Grundgehalt und Dienstvergütung können besser oder schlechter als bei kommunalen Häusern sein – immer den konkreten Vertrag prüfen.
- Im Auslandsvergleich liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld: Die Schweiz zahlt bis zu doppelt so viel brutto, Österreich und die Niederlande ähnlich wie Deutschland.
- Absolventen eines Medizinstudiums im Ausland erhalten als Assistenzärzte in Deutschland dieselben TV-Ärzte-Tarife – der Studienort ist für die Gehaltsverhandlung irrelevant.
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Häufige Fragen zum Assistenzarzt Gehalt
Was verdient ein Assistenzarzt 2026 brutto?
Das Grundgehalt nach TV-Ärzte VKA beginnt bei rund 5.200 Euro brutto im Monat (Ä 1, Stufe 1, Stand 2025). Mit Bereitschaftsdiensten, Nacht- und Wochenendzulagen kommen die meisten auf 6.500 bis 8.000 Euro brutto. Die genaue Summe hängt stark von Kliniktyp, Bundesland und Dienstbelastung ab.
Was bleibt netto vom Assistenzarztgehalt?
Bei 7.000 Euro brutto, Steuerklasse I, gesetzlicher Krankenversicherung und ohne Kirchensteuer bleiben ca. 4.200–4.600 Euro netto. Kirchensteuerpflichtige zahlen rund 8 Prozent mehr Steuern. Verheiratete profitieren von Steuerklasse III – das kann deutlich mehr Netto bedeuten.
Was ist TV-Ärzte VKA und wer zahlt danach?
TV-Ärzte VKA ist der Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern, ausgehandelt zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. TV-Ärzte TdL gilt für Universitätskliniken der Länder. Rund 70 Prozent aller Krankenhausärzte in Deutschland arbeiten an tarifgebundenen Häusern.
Verdienen Assistenzärzte in Privatkliniken mehr?
Nicht zwingend. Private Kliniken zahlen nach eigenem Haustarif – das kann besser oder schlechter als TV-Ärzte sein. Besonders bei Dienstvergütungen und Überstundenregelungen gibt es große Unterschiede. Vor Vertragsunterschrift lohnt ein konkreter Vergleich des Dienstmodells.
Wie steigt das Assistenzarztgehalt im Laufe der Weiterbildung?
Automatisch durch Stufenaufstiege: Alle zwei bis drei Jahre rückt man in der Tabelle vor. Von Stufe 1 auf Stufe 5 (Ä 1) steigt das Grundgehalt um rund 23 Prozent – ohne Facharztabschluss. Mit dem Facharzttitel folgt der Sprung in Ä 2.
Was verdient ein Assistenzarzt in der Schweiz?
Deutlich mehr. Schweizer Assistenzärzte verdienen je nach Spital und Kanton zwischen 8.000 und 12.000 Schweizer Franken brutto (rund 8.500–13.000 Euro). Die Lebenshaltungskosten sind höher, netto bleibt trotzdem mehr als in Deutschland. Die Schweiz ist für viele Ärztinnen und Ärzte – auch mit Auslandsstudium – ein attraktives Zielland.
Kann ich als Absolvent eines Auslandsstudiums denselben Tarif bekommen?
Ja. Der TV-Ärzte gilt für den Job, nicht für den Studienort. Wer in Ungarn, Tschechien oder einem anderen europäischen Land Medizin studiert hat und danach als Assistenzarzt in Deutschland arbeitet, erhält dieselben Tarifgehälter wie Absolventinnen und Absolventen deutscher Universitäten.
Lohnen sich viele Bereitschaftsdienste finanziell?
Kurzfristig ja, deutlich. Ein einzelner Bereitschaftsdienst bringt je nach Dienststufe 200–400 Euro zusätzlich. Vier bis sechs Dienste im Monat bedeuten 1.000–2.000 Euro mehr – bei gleichzeitig weniger Freizeit. Die Entscheidung ist eine persönliche Abwägung, keine rein finanzielle.
Was ist der Unterschied zwischen Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft?
Bereitschaftsdienst bedeutet Anwesenheit im Haus – auch wenn gerade nichts los ist. Rufbereitschaft bedeutet, zuhause zu bleiben und im Bedarfsfall gerufen zu werden. Bereitschaftsdienst wird deutlich besser vergütet. Die meisten Stellen in Innerer Medizin, Chirurgie und Pädiatrie haben regulären Bereitschaftsdienst.
Wann wird man aus der Ä 1-Gruppe hochgestuft?
Nach Abschluss der Facharztweiterbildung und Erhalt der Facharztbezeichnung wechselt man in die Entgeltgruppe Ä 2. Das Grundgehalt steigt dann spürbar – in der Regel um 400–800 Euro brutto im Monat. Die Facharztweiterbildung dauert je nach Fach fünf bis sechs Jahre.
Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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