Südosteuropa

Medizin studieren in Rumänien

Vier staatliche Medizinuniversitäten, Unterricht auf Englisch und Gebühren ab 4.500 EUR pro Semester: Rumänien ist seit 2007 EU-Mitglied.

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Überblick

Auf einen Blick

Die wichtigsten Eckdaten zum Medizinstudium in diesem Land.

Standorte

4 Standorte

Studiengebühren

9.000 bis 10.000 EUR pro Jahr

Lebenshaltungskosten

400 bis 650 EUR im Monat

Unterrichtssprache

Englisch

Studiendauer

6 Jahre

Aufnahmeverfahren

Aufnahmeprüfung oder Dossier

Anerkennung

EU-weit automatisch

EU-Status

EU-Mitglied seit 2007

Einführung

Warum deutsche Bewerber hier studieren

Rumänien ist seit 2007 EU-Mitglied, und die vier Medizinuniversitäten, die deutsche Bewerber hier ansteuern, sind allesamt staatliche Häuser mit langer Tradition und eigenen Universitätskliniken. Ein Numerus clausus existiert in Rumänien nicht. Unterrichtet wird in den internationalen Studiengängen auf Englisch, sowohl in der Humanmedizin als auch in der Zahnmedizin. Beide Fächer dauern sechs Jahre.

Die vier Universitäten in Rumänien

Die Iuliu Hațieganu University of Medicine and Pharmacy in Cluj-Napoca liegt in der grössten Studentenstadt Siebenbürgens und hat den grössten internationalen Jahrgang des Landes. Die Grigore T. Popa University of Medicine and Pharmacy in Iași liegt im Osten Rumäniens nahe der Grenze zur Republik Moldau und ist der günstigste der vier Standorte. Die George Emil Palade University of Medicine, Pharmacy, Science and Technology in Târgu Mureș ist die kleinste der vier und für ihre enge Betreuung in kleinen Gruppen bekannt. Die Victor Babeș University of Medicine and Pharmacy in Timișoara liegt im Westen des Landes nahe der Grenze zu Ungarn und Serbien und ist von Mitteleuropa aus am schnellsten erreichbar. Alle vier bieten Humanmedizin und Zahnmedizin an.

Für wen Rumänien passt

Rumänien passt zu Bewerbern, die auf staatliche Universitäten mit angeschlossener Klinik Wert legen und trotzdem unter 10.000 EUR Studiengebühren im Jahr bleiben wollen. Das Preisniveau im Alltag ist niedrig, die Wege zwischen Wohnung, Fakultät und Klinik sind in Iași und Târgu Mureș kurz. In Timișoara und Cluj-Napoca leben viele deutschsprachige Studenten, in Siebenbürgen und im Banat gibt es zudem eine gewachsene deutsche Minderheit mit eigenen Schulen und Zeitungen.

Wo es hakt

Rumänisch ist an den Medizinuniversitäten in Rumänien Pflichtfach über mehrere Semester, weil ab dem klinischen Abschnitt Anamnese und Visite mit rumänischsprachigen Patienten stattfinden. Das lässt sich nicht umgehen. Dazu kommt der Wohnungsmarkt in Cluj-Napoca, wo die Mieten in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen sind als im Rest Rumäniens und ein WG-Zimmer schnell so viel kostet wie in einer mittelgrossen deutschen Stadt.

Standorte

Alle Universitäten in diesem Land

Jede Universität mit Studiengängen, Gebühren und Unterrichtssprache – ein Klick führt zur ausführlichen Standortseite.

Arad

„Vasile Goldiș“ Western University of Arad

Humanmedizin

ca. 5.000 EUR pro Studienjahr

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Bukarest

Carol Davila University of Medicine and Pharmacy Bucharest

Humanmedizin, Zahnmedizin

ca. 5.000–6.000 EUR pro Semester

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Bukarest

Titu Maiorescu University

Humanmedizin, Zahnmedizin

auf Anfrage

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Cluj-Napoca

Iuliu Hațieganu University of Medicine and Pharmacy

Humanmedizin, Zahnmedizin

5.000 EUR pro Semester (Human- und Zahnmedizin)

cluj

Cluj-Napoca

Iuliu Hațieganu University of Medicine and Pharmacy

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Constanța

Ovidius University Constanța, Medizinische Fakultät

Humanmedizin, Zahnmedizin

auf Anfrage

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Craiova

University of Medicine and Pharmacy of Craiova

Humanmedizin, Zahnmedizin

ca. 4.000–5.000 EUR pro Semester

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Galați

„Dunărea de Jos“ University of Galați, Medizinische Fakultät

Humanmedizin

auf Anfrage

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Iași

Grigore T. Popa University of Medicine and Pharmacy

Humanmedizin, Zahnmedizin

4.500 EUR pro Semester (Human- und Zahnmedizin)

iasi

Iași

Grigore T. Popa University of Medicine and Pharmacy Iași

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Oradea

University of Oradea – Faculty of Medicine and Pharmacy

Humanmedizin

ca. 4.000–4.500 EUR pro Semester

oradea-umf

Târgu Mureș

George Emil Palade University of Medicine, Pharmacy, Science and Technology

Humanmedizin, Zahnmedizin

5.000 EUR pro Semester (Human- und Zahnmedizin)

targu-mures

Timișoara

Victor Babeș University of Medicine and Pharmacy

Humanmedizin, Zahnmedizin

4.500 EUR pro Semester (Human- und Zahnmedizin)

timisoara

Timișoara

University of Life Sciences „King Mihai I“ Timișoara, Veterinärmedizin

Tiermedizin

auf Anfrage

timisoara-veterinaermedizin
Kosten

Was kostet das Medizinstudium hier?

Die Studiengebühren in Rumänien liegen bei 4.500 bis 5.000 EUR pro Semester. Die Grigore T. Popa University of Medicine and Pharmacy in Iași und die Victor Babeș University of Medicine and Pharmacy in Timișoara verlangen 4.500 EUR pro Semester, jeweils für Humanmedizin und für Zahnmedizin. Die Iuliu Hațieganu University of Medicine and Pharmacy in Cluj-Napoca und die George Emil Palade University of Medicine, Pharmacy, Science and Technology in Târgu Mureș liegen bei 5.000 EUR pro Semester, ebenfalls für beide Studiengänge. Aufs Studienjahr gerechnet sind das 9.000 bis 10.000 EUR.

Auffällig ist, dass die Gebühr in Rumänien nicht zwischen Humanmedizin und Zahnmedizin unterscheidet. Wer Zahnmedizin studieren will, zahlt am selben Standort denselben Betrag wie in der Humanmedizin, obwohl die Zahnmedizin materialintensiver ist. Instrumente und Verbrauchsmaterial kommen allerdings obendrauf und sollten mit eingeplant werden.

Für die Lebenshaltung sind in Rumänien 400 bis 650 EUR im Monat realistisch. Cluj-Napoca liegt am oberen Rand dieser Spanne, Iași und Târgu Mureș am unteren, Timișoara dazwischen. Enthalten sind darin ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, Nahverkehr, Lebensmittel und Versicherung.

Als Schätzung für ein volles Studienjahr in Rumänien: 9.000 bis 10.000 EUR Studiengebühren plus rund 6.000 EUR Lebenshaltung bei 500 EUR im Monat, zusammen also etwa 15.000 bis 16.000 EUR. Im ersten Jahr kommen Bücher, Kittel und die Einrichtung der Wohnung dazu. Diese Rechnung ist ein Richtwert und ersetzt keine verbindliche Auskunft der Universität.

Bewerbung

Wie läuft die Bewerbung ab?

Das Bewerbungsfenster für ein Medizinstudium in Rumänien liegt im Frühjahr und Sommer, der Studienbeginn ist einheitlich im Herbst. Ein Start im Frühjahrssemester ist an den vier Universitäten nicht vorgesehen. Wer den Termin verpasst, wartet ein Jahr.

Beim Auswahlverfahren unterscheiden sich die Standorte in Rumänien. An einem Teil der Universitäten entscheidet eine Aufnahmeprüfung in Biologie und Chemie, an anderen wird die Bewerbungsmappe bewertet, wobei die Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern der Oberstufe im Vordergrund stehen. In beiden Fällen gilt: Ein bestimmter Abiturschnitt ist keine formale Hürde, ein Numerus clausus wie in Deutschland existiert in Rumänien nicht. Dazu kommt ein Nachweis über ausreichende Englischkenntnisse für die englischsprachigen Studiengänge. Die Plätze in den internationalen Jahrgängen sind zahlenmässig begrenzt, weshalb frühe Bewerbungen die grössere Auswahl an Standorten haben. Zwischen Bewerbung und Zusage vergehen an den Universitäten in Rumänien meist einige Wochen, danach folgen Einschreibung und Anmeldung des Aufenthalts vor Ort.

Welches der beiden Verfahren an welcher Universität in Rumänien greift, welche Fristen gelten und welcher Standort zum eigenen Zeugnis passt, klärt die Medizinerschmiede im persönlichen Beratungsgespräch. Dort wird der Ablauf Schritt für Schritt durchgegangen, inklusive Zeitplan bis zum Studienbeginn und der Frage, welche Vorbereitung auf eine mögliche Aufnahmeprüfung sinnvoll ist. Das Gespräch ist kostenlos.

Anerkennung

Wird der Abschluss in Deutschland anerkannt?

Rumänien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union. Human- und Zahnmedizin sind Berufe, deren Ausbildung die Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen europaweit auf einen gemeinsamen Mindeststandard bringt. Die staatlichen Medizinuniversitäten Rumäniens sind in Anhang V dieser Richtlinie aufgeführt, ihr Abschluss wird in Deutschland automatisch anerkannt. Eine Gleichwertigkeitsprüfung oder eine Kenntnisprüfung, wie sie für Abschlüsse ausserhalb der EU anfällt, entfällt damit.

Übrig bleibt der reguläre Weg zur Approbation. Der Antrag geht an die zuständige Landesbehörde des Bundeslandes, in dem gearbeitet werden soll. Das ist Verwaltung, keine Prüfung. Nachzuweisen sind Deutschkenntnisse, in der Regel auf Niveau C1, und die bestandene Fachsprachenprüfung bei der jeweiligen Ärztekammer oder Zahnärztekammer. Die fachliche Ausbildung selbst wird in diesem Verfahren nicht mehr inhaltlich geprüft, sie gilt kraft der Richtlinie als gleichwertig. Beides sollte trotzdem früh eingeplant werden, weil zwischen Studienabschluss in Rumänien und erteilter Approbation je nach Bundesland einige Monate liegen können.

In der Schweiz führt der Weg über die MEBEKO, in Österreich über die Österreichische Ärztekammer. Beide stützen sich auf dieselbe europäische Grundlage, verlangen aber eigene Unterlagen und haben eigene Bearbeitungszeiten. Für die Schweiz ist die eidgenössische Anerkennung durch die MEBEKO die Voraussetzung für den Eintrag ins Medizinalberuferegister. Wer während des Studiums in Rumänien an eine deutsche Fakultät wechseln möchte, bewegt sich in einem anderen Verfahren: Dann entscheidet die aufnehmende Fakultät über die Anrechnung der bisherigen Studienleistungen.

Vor Ort

Studium und Alltag vor Ort

Das Studium in Rumänien ist auf sechs Jahre angelegt, Humanmedizin wie Zahnmedizin. Die ersten beiden Jahre gehören der Vorklinik mit Anatomie, Physiologie, Biochemie und Histologie, danach verlagert sich der Unterricht in die Universitätskliniken. In der Zahnmedizin beginnt die praktische Arbeit am Phantomkopf früh, die Behandlung von Patienten folgt in den mittleren Studienjahren.

Die Prüfungskultur ist streng getaktet. Anwesenheitspflicht in Seminaren und Praktika, Testate während des Semesters, am Ende schriftliche und mündliche Prüfungen. Anatomie gilt an allen vier Universitäten als der schwierigste Block der ersten Jahre. Wer durchfällt, kann in der Regel innerhalb derselben Prüfungsperiode nachschreiben. Zwischen den Studienjahren stehen Pflichtpraktika an, die sich auf Antrag häufig auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ableisten lassen.

Beim Wohnen ist der private Markt in Rumänien die Regel, Wohnheimplätze sind vor allem für internationale Studenten knapp. In Cluj-Napoca ist die Suche am aufwendigsten und teuersten, in Iași und Târgu Mureș am entspanntesten. Timișoara liegt dazwischen und punktet mit der Nähe zu Ungarn und Serbien und mit guten Verbindungen nach Wien und München. Deutschsprachige Gruppen gibt es an allen vier Standorten. In Siebenbürgen und im Banat trifft man ausserdem auf eine deutschsprachige Minderheit, was den Einstieg in Cluj-Napoca, Târgu Mureș und Timișoara spürbar erleichtert.

FAQ

Häufige Fragen zum Medizinstudium in diesem Land

Braucht man für ein Medizinstudium in Rumänien einen NC?

Nein. Einen Numerus clausus wie in Deutschland gibt es in Rumänien nicht. Je nach Universität entscheidet eine Aufnahmeprüfung in Biologie und Chemie oder die Bewertung der Bewerbungsmappe, bei der die naturwissenschaftlichen Fächer der Oberstufe im Vordergrund stehen. Die Abiturnote allein ist kein Ausschlusskriterium.

Kann man in Rumänien auf Deutsch Medizin studieren?

Die vier Medizinuniversitäten in Cluj-Napoca, Iași, Târgu Mureș und Timișoara unterrichten ihre internationalen Studiengänge auf Englisch. Rumänisch kommt über mehrere Semester als Pflichtfach dazu, weil die Arbeit mit Patienten im klinischen Abschnitt auf Rumänisch stattfindet. Ein deutschsprachiges Medizinstudium gibt es in Rumänien nicht, wohl aber in Ungarn und Kroatien.

Was kostet ein Studienjahr in Rumänien?

Die Studiengebühren liegen bei 4.500 EUR pro Semester in Iași und Timișoara sowie 5.000 EUR pro Semester in Cluj-Napoca und Târgu Mureș, für Humanmedizin und Zahnmedizin gleichermassen. Das ergibt 9.000 bis 10.000 EUR pro Studienjahr. Für die Lebenshaltung in Rumänien kommen geschätzt 400 bis 650 EUR im Monat dazu.

Wird ein Medizinabschluss aus Rumänien in Deutschland anerkannt?

Ja. Rumänien ist seit 2007 EU-Mitglied, Human- und Zahnmedizin fallen unter die Richtlinie 2005/36/EG. Der Abschluss einer staatlichen rumänischen Medizinuniversität wird in Deutschland automatisch anerkannt. Für die Approbation bleiben der Antrag bei der Landesbehörde, ein Deutschnachweis auf Niveau C1 und die Fachsprachenprüfung der zuständigen Kammer.

Kann man in Rumänien Zahnmedizin studieren?

Ja, an allen vier Standorten. Cluj-Napoca, Iași, Târgu Mureș und Timișoara führen Zahnmedizin neben der Humanmedizin, jeweils sechs Jahre und auf Englisch. Die Studiengebühren sind in Rumänien für beide Fächer identisch, also 4.500 oder 5.000 EUR pro Semester. Instrumente und Verbrauchsmaterial kommen zusätzlich dazu.

Ist ein Wechsel von Rumänien an eine deutsche Universität möglich?

Möglich ja, sicher nein. Über die Anrechnung der in Rumänien erbrachten Studienleistungen entscheidet ausschliesslich die aufnehmende deutsche Fakultät, und Plätze in höheren Fachsemestern sind selten. Da der rumänische Abschluss ohnehin automatisch anerkannt wird, bleiben die meisten Studenten bis zum Staatsexamen in Rumänien.

Wie sicher ist der Studienplatz in Rumänien?

Die internationalen Jahrgänge an den vier Universitäten in Rumänien haben feste Platzzahlen und füllen sich über Frühjahr und Sommer. Eine frühe Bewerbung erhöht die Auswahl an Standorten deutlich. Eine Zusage vor abgeschlossenem Auswahlverfahren gibt es nicht, unabhängig davon, wer den Kontakt zur Universität herstellt.

Ahmad

Sabrina

Rami

Noah

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