Medizin studieren in Deutschland ohne NC
Drei Auslandscampus europäischer Universitäten in Frankfurt am Main, Halberstadt und Hamburg: in Deutschland studieren, EU-Abschluss erhalten, ohne Numerus Clausus.
Auf einen Blick
Die wichtigsten Eckdaten zum Medizinstudium in diesem Land.
Standorte
3 Standorte
Studiengebühren
16.000 bis 29.800 EUR pro Jahr
Lebenshaltungskosten
700 bis 1.200 EUR im Monat
Unterrichtssprache
Deutsch oder Englisch
Studiendauer
6 Jahre
Aufnahmeverfahren
Auswahlverfahren, kein NC
Anerkennung
EU-weit automatisch
EU-Status
EU-Gründungsmitglied, 1958
Warum deutsche Bewerber hier studieren
Deutschland ist im Portfolio der Medizinerschmiede der Sonderfall: Die drei vermittelten Standorte in Frankfurt am Main, Halberstadt und Hamburg sind keine deutschen Fakultäten, sondern Auslandscampus europäischer Universitäten. Studiert wird in Deutschland, der Abschluss kommt aus Zypern, Kroatien oder Rumänien. Über den Studienplatz entscheidet kein Numerus Clausus.
Frankfurt am Main, Halberstadt und Hamburg
Der Campus Frankfurt gehört zur European University Cyprus und unterrichtet Humanmedizin auf Englisch, die Gebühren liegen bei 12.500 EUR pro Semester. In Halberstadt führt die Universität Osijek gemeinsam mit dem AMEOS Klinikum Halberstadt einen deutschsprachigen Studiengang Humanmedizin für 8.000 EUR pro Semester. Hamburg ist der deutsche Campus der Universitätsmedizin Neumarkt am Mieresch, kurz UMCH; dort wird auf Englisch unterrichtet, im klinischen Abschnitt zusätzlich auf Deutsch, für 14.900 EUR pro Semester und einmalig 4.500 EUR Zulassungsgebühr. Drei Städte, drei Zuschnitte.
Warum der Weg funktioniert
Der entscheidende Punkt ist der Abschluss. Weil die Universitäten in Zypern, Kroatien und Rumänien sitzen und alle drei Länder Mitglied der Europäischen Union sind, fällt der Abschluss unter die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG. Studiert wird trotzdem in Deutschland, mit Praktika in deutschen Kliniken, in deutscher Sprache am Krankenbett und in der Nähe von Familie und Freunden. Wer eine Approbation in Deutschland anstrebt, aber nicht sechs Jahre im Ausland leben möchte, findet hier den kürzesten Weg dorthin.
Was das kostet und für wen es passt
Die Einschränkung ist der Preis. Kein Standort in Deutschland ist staatlich finanziert, die Studiengebühren liegen zwischen 16.000 EUR und 29.800 EUR pro Studienjahr, dazu kommen die deutschen Lebenshaltungskosten. Günstiger studiert man in Bulgarien oder in Bosnien und Herzegowina, mit dem Unterschied, dass dann tatsächlich ein Umzug ins Ausland ansteht. Deutschland passt zu Bewerbern, die zu Hause bleiben wollen oder müssen und die Finanzierung dafür stemmen können.
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Was kostet das Medizinstudium hier?
Die Studiengebühren an den drei Standorten in Deutschland unterscheiden sich deutlich. Der Campus Frankfurt der European University Cyprus verlangt 12.500 EUR pro Semester, gerechnet auf ein Studienjahr also 25.000 EUR. Halberstadt ist mit 8.000 EUR pro Semester der günstigste Standort in Deutschland, das sind 16.000 EUR pro Studienjahr. Die Universitätsmedizin Neumarkt a. M. Campus Hamburg liegt bei 14.900 EUR pro Semester, also 29.800 EUR pro Studienjahr, dazu kommt einmalig eine Zulassungsgebühr von 4.500 EUR. Der Abstand ist gross.
Die Lebenshaltungskosten hängen an der Stadt. In Halberstadt kommen Studenten mit rund 700 EUR im Monat aus, in Frankfurt am Main und Hamburg sind eher 1.000 bis 1.200 EUR realistisch, weil die Miete den Unterschied macht. Semesterbeitrag, Fachbücher und Krankenversicherung fallen zusätzlich an.
Beispielrechnung für ein Studienjahr in Halberstadt, als Schätzung zu verstehen: 16.000 EUR Studiengebühren pro Jahr plus rund 700 EUR im Monat für Wohnen und Alltag, also etwa 8.400 EUR im Jahr. Zusammen liegt man bei ungefähr 24.400 EUR. In Hamburg sieht dieselbe Rechnung anders aus: 29.800 EUR Gebühren pro Jahr, im ersten Jahr zusätzlich 4.500 EUR Zulassungsgebühr, plus rund 1.100 EUR im Monat, also etwa 13.200 EUR im Jahr. Das ergibt im ersten Studienjahr ungefähr 47.500 EUR. Beide Zahlen sind Schätzungen und verschieben sich mit Wohnform und Lebensstil. Wer bei den Eltern wohnen bleiben kann, spart in Frankfurt am Main oder Hamburg den grössten Einzelposten. Über sechs Studienjahre gerechnet liegt der Unterschied zwischen Halberstadt und Hamburg allein bei den Studiengebühren im deutlich fünfstelligen Bereich, weshalb sich der Vergleich der drei Standorte vor der Bewerbung lohnt.
Wie läuft die Bewerbung ab?
Die Bewerbung läuft an allen drei Standorten in Deutschland direkt bei der jeweiligen Universität, nicht über Hochschulstart. Einen Numerus Clausus gibt es nicht, und Wartesemester werden nicht angerechnet, weil sie keine Rolle spielen. Bewertet werden das Abiturzeugnis als Ganzes, die naturwissenschaftlichen Fächer und in aller Regel ein Auswahlgespräch oder ein Eingangstest der Universität.
Die Sprachanforderung folgt dem Standort. In Halberstadt läuft der Studiengang der Universität Osijek auf Deutsch, der Campus Frankfurt der European University Cyprus unterrichtet auf Englisch, und am Campus Hamburg der Universitätsmedizin Neumarkt am Mieresch kommt im klinischen Abschnitt Deutsch zum Englischen dazu. Ein Englischnachweis gehört an den englischsprachigen Standorten zur Bewerbung.
Studienstart ist an den Standorten in Deutschland üblicherweise im Herbst, einzelne Campus bieten zusätzlich einen Frühjahrsbeginn an. Die Plätze sind begrenzt und werden laufend vergeben. Wer erst nach dem Abiturzeugnis anfängt zu suchen, findet oft noch etwas, hat aber weniger Auswahl beim Standort.
Ein Punkt gehört in die Planung: Die Finanzierung muss vor der Zusage stehen. Studiengebühren dieser Höhe laufen über sechs Jahre, und ein Bildungskredit oder eine familiäre Zusage will vorher geklärt sein, nicht im dritten Semester. Welcher Campus zum eigenen Zeugnis, Sprachniveau und Zeitplan passt, welche Unterlagen anstehen und wie die Fristen für den gewünschten Starttermin liegen, geht die Medizinerschmiede im Beratungsgespräch mit jedem Bewerber persönlich durch.
Wird der Abschluss in Deutschland anerkannt?
Wer in Deutschland an einem der drei Auslandscampus studiert, erwirbt keinen deutschen, sondern einen europäischen Abschluss. Das ist der Kern. Der Campus Frankfurt gehört zur European University Cyprus, der Abschluss ist zyprisch, und Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. In Halberstadt vergibt die Universität Osijek den Abschluss, Kroatien ist seit 2013 EU-Mitglied. Der Campus Hamburg gehört zur Universitätsmedizin Neumarkt am Mieresch, der Abschluss ist rumänisch, Rumänien ist seit 2007 dabei.
Damit gilt für alle drei Standorte in Deutschland die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG. Der Abschluss einer staatlich anerkannten Universität aus Anhang V wird in Deutschland automatisch anerkannt. Eine Gleichwertigkeitsprüfung findet nicht statt, eine Kenntnisprüfung ebenfalls nicht. Was bleibt, ist der Approbationsantrag bei der zuständigen Landesbehörde, der Nachweis von Deutschkenntnissen auf in der Regel C1-Niveau und die Fachsprachenprüfung der jeweiligen Ärztekammer. Für Bewerber mit deutscher Muttersprache sind die beiden Sprachpunkte in der Praxis kein Hindernis, formal Teil des Verfahrens sind sie trotzdem.
Für die Schweiz läuft die Anerkennung über die MEBEKO, für Österreich über die Österreichische Ärztekammer; auch dort greift die automatische Anerkennung von EU-Abschlüssen. Ein Punkt gehört dazu: Der Weg ist zwar automatisch, aber nicht formlos. Der Antrag muss gestellt werden, und die Bearbeitung bei der Landesbehörde braucht Zeit, die man nach dem Studienabschluss einplanen sollte. Zuständig ist dabei das Bundesland, in dem die Approbation beantragt wird, und die Bearbeitungsdauer unterscheidet sich von Land zu Land. Das ändert nichts am Ergebnis, aber am Zeitplan zwischen letzter Prüfung und erster Stelle in der Klinik.
Studium und Alltag vor Ort
Der Unterricht an den drei Standorten in Deutschland folgt dem Curriculum der jeweiligen europäischen Universität, findet aber vor Ort statt. Die Jahrgänge sind klein, oft mit unter hundert Studenten, entsprechend eng ist der Kontakt zu den Dozenten. Kleingruppenunterricht, Simulationslabore und frühe Patientenkontakte gehören zum Konzept. Geprüft wird regelmässig. Anwesenheit wird erwartet.
Die klinische Ausbildung läuft an deutschen Kliniken. In Halberstadt ist das AMEOS Klinikum Halberstadt direkter Kooperationspartner der Universität Osijek, in Frankfurt am Main und Hamburg bestehen Lehrkrankenhäuser im jeweiligen Umland. Ein Vorteil, den ausländische Standorte nicht bieten: Die Stationssprache ist Deutsch, das Gesundheitssystem, in dem man später arbeitet, ist dasselbe, in dem man lernt.
Der Alltag unterscheidet sich stark nach Stadt. Halberstadt ist eine Kleinstadt im Harzvorland mit kurzen Wegen und niedrigen Mieten, dafür ohne Grossstadtangebot. Frankfurt am Main und Hamburg bieten das Gegenteil: viel Kultur, gute Verbindungen, ein angespannter Wohnungsmarkt und hohe Mieten. Wer in Hamburg oder Frankfurt am Main studiert, sollte früh mit der Wohnungssuche beginnen. Eine deutschsprachige Community muss man nicht suchen, sie ist der Normalfall, und Familie sowie Freunde bleiben in Reichweite. Genau das ist für viele der Grund, sich für einen der Standorte in Deutschland zu entscheiden: kein Umzug ins Ausland, keine Wohnungssuche in einer fremden Sprache, kein Semester, in dem man erst einmal ankommen muss. Der Preis dafür steht in der Gebührenordnung.
Häufige Fragen zum Medizinstudium in diesem Land
Kann ich in Deutschland ohne NC Medizin studieren?
Ja, an den drei Auslandscampus europäischer Universitäten in Frankfurt am Main, Halberstadt und Hamburg. Diese Standorte vergeben ihre Plätze nicht über Hochschulstart und nicht über die Abiturdurchschnittsnote, sondern über ein eigenes Auswahlverfahren mit Gespräch oder Eingangstest. Wartesemester spielen dabei keine Rolle.
Welchen Abschluss bekomme ich in Deutschland an diesen Standorten?
Der Abschluss ist europäisch, nicht deutsch. In Frankfurt am Main vergibt ihn die European University Cyprus, in Halberstadt die Universität Osijek, in Hamburg die Universitätsmedizin Neumarkt am Mieresch. Zypern, Kroatien und Rumänien sind EU-Mitglieder, deshalb gilt die Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG und der Abschluss wird in Deutschland automatisch anerkannt.
Was kostet ein Medizinstudium an den Standorten in Deutschland?
Halberstadt kostet 8.000 EUR pro Semester, der Campus Frankfurt 12.500 EUR pro Semester und der Campus Hamburg 14.900 EUR pro Semester zuzüglich einmalig 4.500 EUR Zulassungsgebühr. Pro Studienjahr sind das 16.000 EUR bis 29.800 EUR. Dazu kommen deutsche Lebenshaltungskosten von 700 bis 1.200 EUR im Monat.
Kann ich in Deutschland auf Deutsch Medizin studieren?
In Halberstadt ja: Der Studiengang der Universität Osijek in Kooperation mit dem AMEOS Klinikum Halberstadt läuft auf Deutsch. Der Campus Frankfurt der European University Cyprus unterrichtet auf Englisch, der Campus Hamburg auf Englisch und im klinischen Abschnitt zusätzlich auf Deutsch. Die Stationssprache in den Kliniken ist an allen drei Standorten Deutsch.
Brauche ich später eine Kenntnisprüfung für die Approbation?
Nein. Weil der Abschluss aus Zypern, Kroatien oder Rumänien stammt und damit unter die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG fällt, entfallen Gleichwertigkeits- und Kenntnisprüfung. Nötig sind der Approbationsantrag bei der zuständigen Landesbehörde, ein Deutschnachweis auf in der Regel C1-Niveau und die Fachsprachenprüfung der jeweiligen Ärztekammer.
Wird der Abschluss auch in Österreich und der Schweiz anerkannt?
Ja. Da der Abschluss aus Zypern, Kroatien oder Rumänien stammt, greift die automatische Anerkennung von EU-Abschlüssen auch dort. In der Schweiz führt das Verfahren die MEBEKO, in Österreich die Österreichische Ärztekammer. Studiert wird trotzdem durchgehend in Deutschland, an den Campus in Frankfurt am Main, Halberstadt oder Hamburg.
Wie sicher ist der Studienplatz an den Standorten in Deutschland?
Die Jahrgänge in Frankfurt am Main, Halberstadt und Hamburg sind klein, die Plätze entsprechend begrenzt und laufend vergeben. Wer sich früh bewirbt, hat die grössere Auswahl beim Standort und beim Starttermin. Welche Fristen aktuell gelten und welcher Campus zum eigenen Profil passt, klärt die Medizinerschmiede im Beratungsgespräch.

Ahmad

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