Medizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
Die Medizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München nimmt 876 Studierende der Humanmedizin pro Jahrgang auf und ist damit der größte Ausbildungsstandort für Medizin in Deutschland. Der erste Studienabschnitt wird gemeinsam mit der Technischen Universität München organisiert; nach dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung werden die Studierenden im Verhältnis 60 zu 40 auf LMU und TUM verteilt.
Die LMU München wurde 1472 gegründet und gehört zu den forschungsstärksten Standorten der Universitätsmedizin in Europa. Mit 876 Studienplätzen pro Jahrgang in der Humanmedizin und rund 5.900 eingeschriebenen Studierenden der Human- und Zahnmedizin ist die Fakultät die größte in Deutschland. Der Unterricht folgt dem Medizinischen Curriculum München, MeCuM. Eine Münchner Besonderheit: Der erste Studienabschnitt wird gemeinsam mit der Technischen Universität München organisiert, die Studierenden sind in dieser Zeit an beiden Hochschulen immatrikuliert. Nach dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung werden sie im Verhältnis 60 zu 40 auf LMU und TUM verteilt; bei Überhängen entscheidet das Prüfungsergebnis, im übrigen das Los.
Das LMU Klinikum bringt rund 2.058 Betten an den Standorten Großhadern und Innenstadt in die Ausbildung ein und deckt das volle Spektrum der Maximalversorgung ab. Die Fakultät ist an allen acht Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung beteiligt, die LMU wird in der Exzellenzstrategie als Exzellenzuniversität gefördert. Der Standort passt zu dir, wenn du ein sehr breites Fächer- und Forschungsangebot willst und dich in einem großen Jahrgang gut selbst organisieren kannst. Wer kleine Kohorten und persönliche Betreuung in fester Gruppe sucht, findet an kleineren Fakultäten bessere Bedingungen.
Zulassung und Finanzen
Die Plätze werden bundesweit über hochschulstart.de vergeben. Verteilt wird über die Abiturbestenquote, die zusätzliche Eignungsquote und das Auswahlverfahren der Hochschulen. In beiden Auswahlquoten zählen an der LMU neben der Abiturnote fachspezifische Eignungskriterien; das Ergebnis im Test für Medizinische Studiengänge geht dabei ein und kann die Abiturnote rechnerisch aufwerten. Da die Vorklinik gemeinsam mit der TUM organisiert ist, bewerben sich Interessierte für München als Studienort und werden erst nach dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung fest einer der beiden Universitäten zugeordnet.
Studiengebühren erhebt die staatliche Fakultät nicht. Zu zahlen ist der Semesterbeitrag; die Lebenshaltungskosten liegen in München deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt, vor allem bei der Miete.
Wie die Studienplätze vergeben werden
Bundesweit gilt seit der Reform 2020 derselbe Vergabeschlüssel in allen Ländern: 30 Prozent der Plätze gehen an die Abiturbestenquote (reine Abiturnote, landesintern gestaffelt), 10 Prozent an die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) und 60 Prozent an das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) – dort legt die LMU die Kriterien selbst fest.
Im AdH der LMU zählen von 100 möglichen Punkten die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung mit bis zu 51 Punkten und das Ergebnis im Test für Medizinische Studiengänge (TMS) mit bis zu 24 Punkten. Hinzu kommen Bonuspunkte für eine einschlägige, abgeschlossene Berufsausbildung (10 Punkte), anerkannte Dienste wie Wehr-, Zivil- oder Freiwilligendienst (8 Punkte) und Auszeichnungen wie Preise bei Jugend forscht oder vergleichbaren Wettbewerben (7 Punkte). In der ZEQ zählt dagegen allein der TMS mit bis zu 60 Punkten sowie die Berufsausbildung mit bis zu 40 Punkten – die Abiturnote spielt hier keine Rolle. Ein guter TMS lohnt sich an der LMU praktisch immer, unabhängig vom Abischnitt.
Verbindliche Auswahlgrenzen (umgangssprachlich "NC") gibt es erst rückblickend nach jedem Vergabeverfahren und schwanken je nach Bewerberzahl und Jahrgang. Die Fakultät legt nur Kriterien und Gewichtung fest, nicht die Bewerberzahl – Prognosen aus Vorjahreswerten sind deshalb immer nur Näherungswerte.
Prüfungsordnung und Wiederholungsprüfungen
Physikum, M2, M3: drei Versuche, bundesweit einheitlich
Die Ärztliche Prüfung gliedert sich bundesweit in drei Abschnitte: den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (das "Physikum", nach der Vorklinik), den Zweiten Abschnitt (nach dem klinischen Studium) und den Dritten Abschnitt (nach dem Praktischen Jahr). Die Wiederholungsregeln stehen bundeseinheitlich in § 20 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) und gelten unabhängig vom Studienort – also auch an der LMU. Wer einen Abschnitt nicht besteht, darf ihn zweimal wiederholen und hat damit insgesamt drei Versuche. Beim Physikum werden der schriftliche und der mündlich-praktische Teil getrennt bewertet; nur der nicht bestandene Teil muss erneut abgelegt werden, nicht die gesamte Prüfung.
Wer auch den dritten Versuch nicht besteht, hat die Prüfung endgültig nicht bestanden. Das zuständige Landesprüfungsamt meldet dies bundesweit an ein zentrales Register, sodass auch ein Wechsel der Universität oder des Bundeslands daran nichts ändert – eine Rückkehr in ein deutsches Medizinstudium ist dann ausgeschlossen. Realistische Alternativen sind in diesem Fall meist ein artverwandtes Fach wie Zahnmedizin, bei dem Teile der Vorklinik oft angerechnet werden, oder ein Medizinstudium im außereuropäischen Ausland.
Studienbegleitende Prüfungen im MeCuM
Zusätzlich zu den drei Staatsexamensabschnitten gliedert die LMU den klinischen Abschnitt nach dem Medizinischen Curriculum München (MeCuM) in mehrere Module, die jeweils mit eigenen Klausuren und praktischen Prüfungen enden. Für diese studienbegleitenden Modulprüfungen gilt an der LMU wie an den meisten deutschen Fakultäten üblicherweise ebenfalls: in der Regel zwei Wiederholungsversuche pro Prüfung; bei anhaltendem Nichtbestehen droht die Exmatrikulation aus dem Studiengang. Maßgeblich ist stets die aktuell gültige Studien- und Prüfungsordnung für Humanmedizin der LMU – die genaue Zahl der Wiederholungsversuche und die Fristen dafür sollten Studieninteressierte vor Studienbeginn direkt beim Studiendekanat der Medizinischen Fakultät erfragen, da einzelne Fächer abweichende Regelungen haben können.
Studium und Anerkennung
MeCuM: das Medizinische Curriculum München
Humanmedizin wird an der LMU nach dem MeCuM unterrichtet, dem Medizinischen Curriculum München. Der erste Studienabschnitt umfasst die vorklinischen Fächer von Anatomie über Biochemie und Physiologie bis zu medizinischer Psychologie und Soziologie und endet mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Eine Münchner Eigenheit: Die Vorklinik ist universitätsübergreifend organisiert, LMU und TUM tragen sie gemeinsam, unterrichtet wird sie überwiegend an der LMU. Du sitzt also von Beginn an mit den Studierenden der TU im selben Hörsaal.
Klinischer Abschnitt und Längsschnitte
Der zweite Studienabschnitt ist in sechs Module gegliedert, die symptom- und organsystemorientiert aufgebaut sind; nach dem ersten Modul ist die Reihenfolge in Grenzen wählbar. Quer dazu laufen drei Längsschnittcurricula durch das ganze Studium: MeCuM Skills mit aufeinander aufbauenden Untersuchungskursen, KomMeCuM für Gesprächsführung mit geschulten Schauspielpatienten und MeCuM Science für wissenschaftliches Arbeiten und evidenzbasierte Medizin. Patientenkontakt ist ab dem dritten Semester vorgesehen, geprüft wird regelmäßig und standardisiert statt nur am Semesterende.
Praktisches Jahr, Staatsexamen, Approbation
Vor dem Praktischen Jahr steht der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Das PJ beginnt im Mai oder November und besteht aus den Tertialen Innere Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach. Ausbildungsorte sind das LMU Klinikum mit den Campus Großhadern und Innenstadt sowie ein sehr großes Netz akademischer Lehrkrankenhäuser und Lehrpraxen in ganz Bayern. Nach dem Dritten Abschnitt beantragst du die Approbation beim zuständigen Landesprüfungsamt. Die Fakultät gehört zu den größten des Landes, entsprechend groß sind Jahrgänge und Auswahl an Wahlfächern.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Größte medizinische Fakultät Deutschlands: Mit 876 Studienplätzen pro Jahrgang und rund 2.058 Betten am LMU Klinikum bietet kaum ein anderer Standort ein so breites Spektrum an Fachrichtungen, Wahlfächern und Forschungsmöglichkeiten.
- Exzellenzuniversität mit Spitzenforschung: Die LMU ist an allen acht Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung beteiligt und wird im Rahmen der Exzellenzstrategie gefördert – ideal für alle, die früh in die Wissenschaft einsteigen wollen (MeCuM Science).
- Strukturiertes Curriculum mit früher Praxis: Das MeCuM bringt Patientenkontakt schon ab dem dritten Semester und begleitet Untersuchungstechnik (MeCuM Skills) und Gesprächsführung (KomMeCuM) longitudinal durch das ganze Studium.
- Keine Studiengebühren: Es fällt nur der Semesterbeitrag an, keine gesonderten Studiengebühren für Humanmedizin.
- Lebensqualität der Stadt: Kultur, Isar, Englischer Garten und die Alpen in Zugreichweite – München gehört zu den lebenswertesten Studienstädten Deutschlands.
Nachteile
- Sehr hohe Lebenshaltungskosten: München ist die teuerste Stadt Deutschlands; WG-Zimmer in Uninähe kosten oft 900 € und mehr, Wohnheimplätze sind knapp und stark nachgefragt.
- Große Jahrgänge, weniger persönliche Betreuung: Wer kleine Kohorten und enge Betreuung sucht, ist an kleineren Fakultäten oft besser aufgehoben als in einem der größten Jahrgänge Deutschlands.
- Geteilte Vorklinik mit der TUM: Die ersten vier Semester sind universitätsübergreifend organisiert; erst nach dem Physikum erfolgt die feste Zuordnung zu LMU oder TUM im Verhältnis 60 zu 40 – ein Wechselwunsch zwischen den Universitäten lässt sich nicht garantieren.
- Sehr hoher Zugangsdruck: Die Nachfrage ist so hoch, dass praktisch immer ein starker TMS und/oder Abiturschnitt nötig sind; ohne Testvorbereitung sind die Chancen im AdH gering.
- Mehrere Campus-Standorte: Vorlesungen, Kurse und Klinik verteilen sich auf Innenstadt, Großhadern und Martinsried – das bedeutet längere Wege als an kompakteren Universitäten.
Campus und Leben
Zwischen Innenstadt und Großhadern
Dein Alltag verteilt sich auf mehrere Standorte. Die Kliniken und Institute rund um Ziemssen-, Pettenkofer- und Nußbaumstraße liegen zentral zwischen Goetheplatz und Sendlinger Tor, der Campus Großhadern im Südwesten hängt am Ende der U6, dazu kommen vorklinische Einrichtungen am Campus Martinsried. Zwischen Vorlesung, Kurs und Blockpraktikum kommen dadurch schnell längere Wege zusammen, das Ticket für den Nahverkehr ist Grundausstattung.
Wohnen
München hat den teuersten Wohnungsmarkt Deutschlands. WG-Zimmer sind knapp und teuer, die Wohnheimplätze des Studierendenwerks reichen bei weitem nicht für alle, und viele Studierende pendeln aus dem Umland oder ziehen erst spät näher an die Klinik. Plane die Wohnungssuche deshalb früh und rechne die Miete realistisch in dein Budget ein, nicht mit Durchschnittswerten aus bundesweiten Statistiken.
Was du dafür bekommst
Dafür studierst du in einer sehr lebendigen Stadt: aktive Fachschaft, viele Nebenjobs im Klinikumfeld, Isar und Englischer Garten vor der Tür, der Alpenrand ist mit dem Zug in etwa einer Stunde erreichbar. Wer die Kosten stemmen kann, findet in München eine der abwechslungsreichsten Studienstädte Deutschlands.
Häufige Fragen
Was ist das MeCuM genau?
MeCuM steht für Medizinisches Curriculum München, also für das Studienkonzept der Medizinischen Fakultät der LMU. Es kombiniert modulare, symptomorientierte Lehre im klinischen Abschnitt mit drei Längsschnittcurricula zu praktischen Fertigkeiten, Kommunikation und wissenschaftlichem Arbeiten. Praktische Übungen und Patientenkontakt sind früh eingeplant.
Stimmt es, dass LMU und TUM die Vorklinik gemeinsam anbieten?
Ja. Der vorklinische Abschnitt ist in München universitätsübergreifend organisiert und findet überwiegend an der LMU statt, unabhängig davon, an welcher der beiden Universitäten du eingeschrieben bist. Nach dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung trennen sich die Wege: Der klinische Abschnitt läuft an der jeweils eigenen Fakultät.
Wo findet das Praktische Jahr statt?
Das PJ startet im Mai oder November und besteht aus drei Tertialen: Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach. Als Ausbildungsstätten stehen das LMU Klinikum mit den Campus Großhadern und Innenstadt sowie zahlreiche akademische Lehrkrankenhäuser und Lehrpraxen in ganz Bayern zur Verfügung. Die Platzvergabe läuft über das bundesweite PJ-Portal.
Wie kommt man an einen Studienplatz?
Die Vergabe läuft zentral über hochschulstart, mit Abiturbestenquote, Zusatzeignungsquote und dem Auswahlverfahren der Hochschulen; in die hochschuleigenen Verfahren fließen neben der Abiturnote fachspezifische Studieneignungstests ein. Verbindliche Grenzwerte gibt es immer erst im Nachhinein, sie schwanken von Verfahren zu Verfahren. Die Medizinerschmiede berät zum NC-freien Medizinstudium im In- und Ausland und übernimmt keine Bewerbungen über hochschulstart.
Was kostet das Studium in München?
Studiengebühren fallen an der LMU für Humanmedizin nicht an, es bleibt der Semesterbeitrag. Der große Posten ist das Leben in der Stadt, vor allem die Miete. Wer nicht auf finanzielle Unterstützung zurückgreifen kann, sollte BAföG, Stipendien und einen Nebenjob früh durchrechnen, weil das Studium selbst wenig Zeitpuffer lässt.

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