Ein Facharzt für Viszeralchirurgie operiert die Organe des Bauchraums: Magen, Dünn- und Dickdarm, Leber, Gallenwege, Bauchspeicheldrüse, Milz sowie Schilddrüse und Nebennieren. Typische Patienten haben Darm-, Magen- oder Pankreaskrebs, Gallensteine, Hernien, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Adipositas oder akute Notfälle wie Darmverschluss und Blinddarmentzündung. Ein Großteil der Eingriffe erfolgt heute laparoskopisch oder robotergestützt, große Tumoroperationen bleiben aber offene, mehrstündige Operationen.
Der Alltag ist reine Klinikmedizin: OP-Programm ab dem frühen Morgen, danach Visite, Notaufnahme, Tumorkonferenz und Aufklärungsgespräche. Bereitschaftsdienste mit Notfalloperationen sind häufig, gerade in der Weiterbildung. Du arbeitest im Team mit Anästhesie, Gastroenterologie, Onkologie und OP-Pflege. Die Arbeitstage sind lang, dafür sind die operativen Erfolge unmittelbar sichtbar. In der Weiterbildung assistierst du zunächst, später operierst du zunehmend eigenständig unter Anleitung.
Bauchoperationen bleiben unverzichtbar, doch die Krankenhausreform konzentriert komplexe Tumor- und Pankreaschirurgie mit Mindestmengen auf zertifizierte Zentren; dort entstehen Stellen, kleinere Häuser bauen ab. Der Nachwuchsmangel in der Chirurgie ist deutlich: Viele Kliniken suchen Assistenz- und Fachärzte, weil junge Ärzte die Dienstbelastung scheuen. Robotik, KI-gestützte Bildanalyse im OP und ambulante Hernienzentren verändern das Fach. Wer die Weiterbildung durchzieht, hat sehr gute Karriereaussichten bis zur Chefarztposition.
72 Monate nach dem Studium: zwei Jahre chirurgischer Common Trunk und vier Jahre Viszeralchirurgie. Weil Operationen nur unter Anleitung gezählt werden, dauert es in der Praxis oft sieben bis acht Jahre bis zur Prüfung.
Anspruchsvoll. Nacht- und Wochenenddienste sind gerade in der Weiterbildung häufig, Arbeitstage lang. Viele Kliniken reagieren mit Dienstmodellen und Teilzeit, planbare Zeiten bieten am ehesten ambulante Hernienzentren.
Kaum. Viszeralchirurgie ist Klinikmedizin; Nischen sind ambulante Hernien- und Proktologiezentren sowie Belegarzttätigkeit. Die klassische Karriere führt zu Oberarzt- und Chefarztstellen.
Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland ist eine Möglichkeit. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt, du erhältst die Approbation in Deutschland und bewirbst dich anschließend regulär auf chirurgische Weiterbildungsstellen.
Viszeralchirurgen gehören zu den besser bezahlten Klinikärzten; Dienste, Rufbereitschaft und Leitungsfunktionen erhöhen das Tarifgehalt deutlich.
Die Facharztprüfung ist ein Fachgespräch vor der Landesärztekammer über Indikationen, Operationstechniken und Komplikationsmanagement.