Ein Facharzt für Urologie behandelt Erkrankungen von Nieren, Harnleitern, Blase, Harnröhre sowie der männlichen Geschlechtsorgane. Typische Patienten haben Nierensteine, Prostatavergrößerung, Harnwegsinfekte, Inkontinenz, Erektionsstörungen oder Tumoren von Prostata, Blase, Niere und Hoden. Das Fach ist zugleich operativ und konservativ: Vom Ultraschall und der Sprechstunde über endoskopische Steinentfernung bis zur robotergestützten Prostatektomie deckt der Urologe das gesamte Spektrum ab.

In der Klinik bestimmen OP-Programm, Endoskopie, Visite, Tumorkonferenz und Notfälle wie Harnverhalt oder Nierenkolik den Tag; Dienste sind Teil des Alltags. In der Praxis stehen Sonographie, Zystoskopie, Krebsvorsorge, Andrologie und kleine ambulante Eingriffe im Vordergrund, oft ergänzt durch belegärztliches Operieren. Urologen arbeiten eng mit Nephrologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und Gynäkologen zusammen. Viele kombinieren später Praxis und Klinik, etwa als Belegarzt.

  • Prostata-, Blasen- und Nierentumoren diagnostizieren und operieren
  • Nierensteine endoskopisch und mit Stoßwellen behandeln
  • Transurethrale Eingriffe an Prostata und Blase
  • Robotergestützte Prostatektomien und Nierenteilresektionen
  • Sonographie, Zystoskopie und Krebsvorsorge in der Sprechstunde
  • Inkontinenz, Andrologie und Kinderurologie versorgen
  • Du arbeitest gern mit den Händen und magst Endoskopie und Robotik.
  • Du sprichst unbefangen über Intimthemen wie Potenz und Inkontinenz.
  • Du hast Freude an Onkologie und langfristiger Tumornachsorge.
  • Du triffst schnelle Entscheidungen bei Koliken und Harnverhalt im Dienst.
  • Du willst später zwischen Praxis und Klinik frei wählen können.

Vorteile

  • Breites Fach mit Operation, Sprechstunde, Onkologie und Technik.
  • Etablierte Praxisstrukturen und gute Abrechnung ambulanter Leistungen.
  • Fünf Jahre Weiterbildung, dazu hohe Nachfrage durch älter werdende Männer.

Herausforderungen

  • Nacht- und Wochenenddienste in der Klinik mit Notfällen wie Hodentorsion.
  • Große Tumoroperationen bedeuten Verantwortung und lange OP-Tage.
  • Weiterbildungsstellen an Zentren mit Robotik sind gefragt und umkämpft.
  • Zusatz-Weiterbildung Andrologie
  • Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie
  • Zusatz-Weiterbildung Röntgendiagnostik – fachgebunden –
  • Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Spezielle Schmerztherapie

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes, und mit der Alterung steigen Blasen-, Prostata- und Nierenleiden weiter; Urologen werden in Klinik und Praxis mehr gebraucht als nachrücken. Viele niedergelassene Urologen stehen kurz vor dem Ruhestand, Praxisübernahmen sind in vielen Regionen möglich. Robotik, Fusionsbiopsien, PSMA-PET und neue medikamentöse Tumortherapien machen das Fach technisch dynamisch. Die Ambulantisierung verlagert Eingriffe in Praxen und OP-Zentren und stärkt die Niederlassung.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Urologen?

60 Monate nach dem Medizinstudium, also mindestens elf Jahre inklusive Studium. Wer die Operationszahlen zügig erreicht, kann in fünf Jahren zur Prüfung; realistisch sind oft fünf bis sechs Jahre.

Lohnt sich die Niederlassung als Urologe?

Ja, urologische Praxen sind etabliert und ertragsstark. Sonographie, Zystoskopie, Vorsorge und ambulante Eingriffe lassen sich gut abrechnen, viele Urologen operieren zusätzlich belegärztlich.

Wie hoch ist die Konkurrenz um Weiterbildungsstellen?

Urologie ist ein kleines, beliebtes Fach; Stellen an Zentren mit Robotik sind begehrt. Kleinere Häuser bieten dagegen oft gute Einstiegschancen und viel OP-Zeit für Assistenzärzte.

Wie werde ich Urologe ohne Top-Abitur?

Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland ist ein möglicher Weg. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt, du erhältst die deutsche Approbation und bewirbst dich anschließend wie jeder andere Absolvent auf urologische Weiterbildungsstellen.

Urologen gehören sowohl in der Klinik als auch in der Niederlassung zu den gut verdienenden Fachärzten; ambulante Eingriffe und Sonographie tragen in der Praxis wesentlich zum Ertrag bei.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA bzw. TdL): ca. 68.000 € brutto/Jahr
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 111.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt / leitender Arzt: ca. 170.000 € brutto/Jahr
  • Niederlassung in urologischer Praxis: Reinertrag je Inhaber ca. 220.000 bis 280.000 € brutto/Jahr
  • 60 Monate Urologie an einer befugten Weiterbildungsstätte, davon bis zu 12 Monate in anderen Gebieten wie Viszeralchirurgie, Gynäkologie oder Nephrologie anrechenbar
  • Bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich möglich, davon 6 Monate Intensivmedizin oder Notaufnahme empfohlen bzw. je nach Kammer gefordert
  • Inhalte: Sonographie, Endoskopie, Urodynamik, Steintherapie, Uroonkologie, Andrologie, Kinderurologie, Laparoskopie und Robotik
  • Richtzahlen z. B. für transurethrale Eingriffe an Prostata und Blase, Ureterorenoskopien, Zirkumzisionen sowie offene und laparoskopische Operationen als Operateur
  • Nachweis im eLogbuch mit bestätigten Operationskatalogen

Die Facharztprüfung ist ein Fachgespräch vor der Landesärztekammer zu konservativen, endoskopischen und operativen urologischen Fällen.