Ein Facharzt für Thoraxchirurgie operiert an Lunge, Brustwand, Zwerchfell, Trachea und Mediastinum, das Herz ausgenommen. Der größte Teil der Eingriffe ist onkologisch: Lungenkrebs, Lungenmetastasen und Tumoren des Mediastinums. Hinzu kommen Pneumothorax, Empyem, Trichterbrust und Lungenvolumenreduktion bei schwerem Emphysem. Viele Operationen laufen minimalinvasiv als VATS oder roboterassistiert, sodass Patienten weniger Schmerzen haben und schneller mobil sind. Auch die Lungentransplantation gehört an wenigen Zentren zum Spektrum.
Thoraxchirurgen arbeiten ausschließlich in Kliniken, meist in Lungenzentren oder an Universitätskliniken. Der Tag ist von OP-Programm, Visiten und der Tumorkonferenz mit Pneumologen, Onkologen und Strahlentherapeuten geprägt. Bereitschaftsdienste sind seltener notfallgetrieben als in der Herzchirurgie, Thoraxtraumata und Blutungen kommen aber vor. Das Fach ist klein, die Teams sind überschaubar und die Ausbildung ist persönlich.
Das Lungenkrebs-Screening per Niedrigdosis-CT wird in Deutschland eingeführt und dürfte die Zahl früh entdeckter, operabler Tumoren deutlich steigern. Damit wächst der Bedarf an Thoraxchirurgen, obwohl das Fach mit wenigen hundert Fachärzten klein bleibt. Roboterassistierte Eingriffe und lungenschonende Segmentresektionen setzen sich durch, KI unterstützt die Bildanalyse. Karrierechancen liegen in zertifizierten Lungenkrebszentren, an Universitätskliniken und in der internationalen Chirurgie; Oberarztstellen sind für gut ausgebildete Fachärzte in Reichweite.
Mindestens sechs Jahre: zwei Jahre chirurgische Basis und vier Jahre Thoraxchirurgie. Manche Ärzte kommen aus der Allgemein- oder Herzchirurgie und wechseln später.
Das Fach ist klein, entsprechend wenige Stellen gibt es. Wer sich früh in einem Lungenzentrum engagiert, hat jedoch realistische Chancen, weil der Nachwuchs gesucht wird.
Nein, die Eingriffe erfordern OP und Intensivstation. Karrieren verlaufen in Kliniken, mit Chefarztposition als Spitze.
Nach Medizinstudium und Approbation folgt die chirurgische Weiterbildung mit Spezialisierung. Wer in Deutschland keinen Studienplatz erhält, kann NC-frei im EU-Ausland studieren; der Abschluss wird anerkannt und führt zur Approbation.
Thoraxchirurgen verdienen auf dem Niveau operativer Klinikfächer, die Werte enthalten Dienstzuschläge. Ohne Niederlassungsoption bilden Chefarzt- und Zentrumsleitungen die Gehaltsspitze.
Die Facharztprüfung erfolgt als mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer über Indikationen, OP-Technik und Komplikationen.