Ein Facharzt für Radioonkologie und Strahlentherapie behandelt Krebspatienten mit ionisierender Strahlung, allein oder kombiniert mit Chemo- und Immuntherapie. Typische Erkrankungen sind Brust-, Prostata-, Lungen-, Kopf-Hals- und Rektumkarzinome, Hirntumoren, Lymphome sowie Metastasen, außerdem gutartige Leiden wie Fersensporn oder Arthrosen in Niedrigdosis. Er legt Zielvolumen und Dosis fest, plant die Bestrahlung mit Physikern am Computer und betreut die Patienten über Wochen während der Therapie.

Der Alltag ist strukturiert und meist ohne Nachtdienste: Morgens Tumorkonferenz, dann Planungs-CTs, Konturierung, Plankontrollen, Aufklärungen und Verlaufssprechstunden, dazu Brachytherapie im OP-Bereich und Palliativvisiten. Du arbeitest eng mit Medizinphysikern, MTR, Onkologen, Chirurgen und Radiologen zusammen. In Praxen und MVZ mit Linearbeschleuniger läuft das Programm ähnlich, mit hoher Planbarkeit und vielen ambulanten Patienten.

  • Bestrahlungsindikationen in Tumorkonferenzen festlegen
  • Zielvolumen konturieren und Bestrahlungspläne freigeben
  • IMRT, stereotaktische und bildgeführte Bestrahlung durchführen
  • Brachytherapie bei Prostata- und Gebärmutterhalskrebs
  • Radiochemotherapie steuern und Nebenwirkungen behandeln
  • Palliative Bestrahlung und Nachsorge betreuen
  • Du magst Physik, Bildgebung und präzise Planung am Computer.
  • Du begleitest Krebspatienten empathisch über Wochen und Jahre.
  • Du arbeitest gern im Team mit Physikern und Onkologen.
  • Du schätzt planbare Arbeitszeiten ohne Nachtdienste.
  • Du hältst schwere Diagnosen und palliative Situationen aus.

Vorteile

  • Kaum Nacht- und Wochenenddienste, sehr gute Planbarkeit.
  • Hightech-Onkologie mit sichtbaren Heilungserfolgen bei vielen Tumoren.
  • Überdurchschnittliche Erträge in Praxen und MVZ mit eigenem Beschleuniger.

Herausforderungen

  • Täglich schwer kranke und sterbende Patienten, emotional fordernd.
  • Niederlassung ist extrem kapitalintensiv, meist nur als Übernahme oder im MVZ.
  • Wenige Weiterbildungsstätten, teils lange Wege zu befugten Zentren.
  • Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie
  • Zusatz-Weiterbildung Spezielle Schmerztherapie
  • Zusatz-Weiterbildung Ärztliches Qualitätsmanagement
  • Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin

Etwa jeder zweite Krebspatient wird im Krankheitsverlauf bestrahlt, und die Zahl der Krebsdiagnosen steigt mit dem Alter der Bevölkerung; Strahlentherapeuten sind entsprechend gefragt, viele Abteilungen und MVZ suchen Fachärzte. KI übernimmt zunehmend die Konturierung und Planoptimierung, was Planungszeit spart und dem Arzt mehr Raum für Patienten lässt. Adaptive Bestrahlung, Protonentherapie und die Kombination mit Immuntherapie erweitern das Spektrum. Karrierewege führen in Klinik, MVZ, Forschung und Industrie.

Wie lange dauert die Weiterbildung in der Strahlentherapie?

60 Monate nach dem Medizinstudium. Ein Jahr davon kann in anderen Fächern wie Innerer Medizin oder Radiologie absolviert werden, parallel erwirbst du die Fachkunde im Strahlenschutz.

Hat man als Strahlentherapeut Nachtdienste?

Nur selten. Bestrahlungen laufen tagsüber, Notfallbestrahlungen etwa bei Rückenmarkskompression werden meist über Rufbereitschaft geregelt. Das Fach gilt als eines der planbarsten in der Onkologie.

Kann ich mich als Strahlentherapeut niederlassen?

Ja, aber ein Linearbeschleuniger kostet Millionen. Typisch ist der Einstieg als Partner in eine bestehende Praxis oder als angestellter Arzt im MVZ, mit späterer Beteiligung. Die Erträge sind dann überdurchschnittlich.

Wie werde ich Strahlentherapeut ohne Einser-Abitur?

Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland ist ein möglicher Weg. Der Abschluss wird EU-weit anerkannt, du erhältst die Approbation in Deutschland und beginnst dann die Weiterbildung Radioonkologie und Strahlentherapie.

Strahlentherapeuten liegen in der Klinik am oberen Ende der Tarifspanne; ambulante Zentren mit Linearbeschleuniger zählen zu den ertragsstärksten Einrichtungen der ambulanten Medizin.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA bzw. TdL): ca. 70.000 € brutto/Jahr
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 115.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt / leitender Arzt: ca. 178.000 € brutto/Jahr
  • Niederlassung in Strahlentherapie-Praxis oder MVZ: Reinertrag je Inhaber ca. 300.000 bis 500.000 € brutto/Jahr, abhängig von Gerätezahl und Auslastung
  • 60 Monate Radioonkologie und Strahlentherapie an einer befugten Weiterbildungsstätte, davon bis zu 12 Monate in Innerer Medizin, Onkologie, Radiologie oder anderen klinischen Fächern anrechenbar
  • Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz nach Strahlenschutzverordnung mit Kursen und Sachkundezeiten
  • Inhalte: Strahlenbiologie und -physik, Bestrahlungsplanung, IMRT, Stereotaxie, Brachytherapie, Radiochemotherapie, Supportiv- und Palliativmedizin
  • Richtzahlen z. B. für selbst geplante und betreute Bestrahlungsserien verschiedener Tumorentitäten sowie Brachytherapien
  • Dokumentation im eLogbuch und Nachweis der Strahlenschutzkurse

Die Facharztprüfung ist ein Fachgespräch vor der Landesärztekammer zu Indikationen, Planung, Dosiskonzepten und Nebenwirkungsmanagement.