Ein Facharzt für Radioonkologie und Strahlentherapie behandelt Krebspatienten mit ionisierender Strahlung, allein oder kombiniert mit Chemo- und Immuntherapie. Typische Erkrankungen sind Brust-, Prostata-, Lungen-, Kopf-Hals- und Rektumkarzinome, Hirntumoren, Lymphome sowie Metastasen, außerdem gutartige Leiden wie Fersensporn oder Arthrosen in Niedrigdosis. Er legt Zielvolumen und Dosis fest, plant die Bestrahlung mit Physikern am Computer und betreut die Patienten über Wochen während der Therapie.
Der Alltag ist strukturiert und meist ohne Nachtdienste: Morgens Tumorkonferenz, dann Planungs-CTs, Konturierung, Plankontrollen, Aufklärungen und Verlaufssprechstunden, dazu Brachytherapie im OP-Bereich und Palliativvisiten. Du arbeitest eng mit Medizinphysikern, MTR, Onkologen, Chirurgen und Radiologen zusammen. In Praxen und MVZ mit Linearbeschleuniger läuft das Programm ähnlich, mit hoher Planbarkeit und vielen ambulanten Patienten.
Etwa jeder zweite Krebspatient wird im Krankheitsverlauf bestrahlt, und die Zahl der Krebsdiagnosen steigt mit dem Alter der Bevölkerung; Strahlentherapeuten sind entsprechend gefragt, viele Abteilungen und MVZ suchen Fachärzte. KI übernimmt zunehmend die Konturierung und Planoptimierung, was Planungszeit spart und dem Arzt mehr Raum für Patienten lässt. Adaptive Bestrahlung, Protonentherapie und die Kombination mit Immuntherapie erweitern das Spektrum. Karrierewege führen in Klinik, MVZ, Forschung und Industrie.
60 Monate nach dem Medizinstudium. Ein Jahr davon kann in anderen Fächern wie Innerer Medizin oder Radiologie absolviert werden, parallel erwirbst du die Fachkunde im Strahlenschutz.
Nur selten. Bestrahlungen laufen tagsüber, Notfallbestrahlungen etwa bei Rückenmarkskompression werden meist über Rufbereitschaft geregelt. Das Fach gilt als eines der planbarsten in der Onkologie.
Ja, aber ein Linearbeschleuniger kostet Millionen. Typisch ist der Einstieg als Partner in eine bestehende Praxis oder als angestellter Arzt im MVZ, mit späterer Beteiligung. Die Erträge sind dann überdurchschnittlich.
Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland ist ein möglicher Weg. Der Abschluss wird EU-weit anerkannt, du erhältst die Approbation in Deutschland und beginnst dann die Weiterbildung Radioonkologie und Strahlentherapie.
Strahlentherapeuten liegen in der Klinik am oberen Ende der Tarifspanne; ambulante Zentren mit Linearbeschleuniger zählen zu den ertragsstärksten Einrichtungen der ambulanten Medizin.
Die Facharztprüfung ist ein Fachgespräch vor der Landesärztekammer zu Indikationen, Planung, Dosiskonzepten und Nebenwirkungsmanagement.