Ein Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie behandelt entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparats und des Immunsystems: rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritiden, Psoriasis-Arthritis, Gicht, Kollagenosen wie Lupus, Vaskulitiden und seltene Autoinflammationssyndrome. Er erkennt diese Krankheiten oft früh anhand von Anamnese, Gelenkuntersuchung, Labor und Gelenksonographie und steuert moderne Immuntherapien mit Basistherapeutika, Biologika und JAK-Inhibitoren, um Gelenkzerstörung und Organschäden zu verhindern.

Der Alltag ist stark ambulant geprägt: In der Praxis oder Rheumaambulanz siehst du viele Patienten in langfristiger Betreuung, führst Gelenkultraschall und Punktionen durch, kontrollierst Laborwerte und Therapienebenwirkungen. In der Klinik kommen komplexe Fälle mit Organbeteiligung, Infusionstherapien und die internistischen Dienste hinzu. Rheumatologen arbeiten eng mit Orthopäden, Dermatologen, Nephrologen und Physiotherapeuten zusammen; Nachtdienste sind vergleichsweise selten.

  • Entzündliche Gelenkerkrankungen früh erkennen und einordnen
  • Biologika und Basistherapien einstellen und überwachen
  • Gelenksonographie und Gelenkpunktionen durchführen
  • Kollagenosen und Vaskulitiden mit Organbeteiligung behandeln
  • Autoimmun-Labor und Antikörperbefunde interpretieren
  • Osteoporose und Gicht langfristig betreuen
  • Du magst Immunologie und komplexe Krankheitsbilder mit vielen Facetten.
  • Du baust gern langjährige Beziehungen zu chronisch kranken Patienten auf.
  • Du untersuchst sorgfältig mit den Händen und findest Hinweise, die andere übersehen.
  • Du bleibst geduldig, wenn Diagnosen Monate dauern und Therapien schrittweise wirken.
  • Du arbeitest lieber in der Sprechstunde als im OP oder Nachtdienst.

Vorteile

  • Mangelfach mit hervorragenden Niederlassungs- und Anstellungschancen.
  • Planbare Arbeitszeiten, wenige Nachtdienste, viel ambulante Tätigkeit.
  • Moderne Therapien mit sichtbaren Erfolgen bei ehemals schwer kranken Patienten.

Herausforderungen

  • Sechs Jahre Weiterbildung, davon der volle internistische Common Trunk.
  • Hohe Patientenzahlen und lange Wartelisten erzeugen Zeitdruck in der Praxis.
  • Teure Therapien erfordern Budgetbewusstsein und viel Dokumentation.
  • Zusatz-Weiterbildung Physikalische Therapie
  • Zusatz-Weiterbildung Spezielle Schmerztherapie
  • Zusatz-Weiterbildung Geriatrie
  • Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin

Rheumatologen sind bundesweit knapp: Auf rund 1,5 Millionen Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen kommen nur wenige hundert niedergelassene Fachärzte, viele davon kurz vor dem Ruhestand. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Nachfolgern für Praxen, MVZ-Stellen und Klinikambulanzen. Telemedizinische Verlaufskontrollen, digitale Symptomtagebücher und KI-gestützte Ultraschallauswertung helfen, die Versorgung zu skalieren. Die stetig wachsende Zahl zielgerichteter Therapien macht das Fach zudem wissenschaftlich attraktiv.

Wie lange dauert es, Rheumatologe zu werden?

Nach dem Medizinstudium folgen 72 Monate Weiterbildung: drei Jahre Innere Medizin und drei Jahre Rheumatologie. Inklusive Studium sind das mindestens zwölf Jahre, viele brauchen etwas länger durch Teilzeit oder Forschung.

Lohnt sich die Niederlassung als Rheumatologe?

Ja, das Fach gilt als Mangelfach mit langen Wartezeiten für Patienten. Praxisübernahmen und MVZ-Anstellungen sind in fast allen Regionen verfügbar, und die Arbeitszeiten sind gut planbar.

Wie ist die Work-Life-Balance?

Vergleichsweise gut: Der Großteil der Arbeit ist ambulant, Nachtdienste entfallen in der Praxis ganz und sind in der Klinik meist internistisch übergreifend. Teilzeitmodelle sind verbreitet.

Wie werde ich Rheumatologe ohne Einser-Abitur?

Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland ist ein möglicher Weg. Der Abschluss wird EU-weit anerkannt, du bekommst die deutsche Approbation und durchläufst dann die reguläre Weiterbildung Innere Medizin und Rheumatologie.

In der Klinik verdienen Rheumatologen nach Tarif wie andere Internisten; in der Niederlassung sorgt die hohe Nachfrage für gut ausgelastete Praxen.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA bzw. TdL): ca. 65.000 € brutto/Jahr
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 104.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt / leitender Arzt: ca. 150.000 € brutto/Jahr
  • Niederlassung in rheumatologischer Schwerpunktpraxis: Reinertrag je Inhaber ca. 180.000 bis 230.000 € brutto/Jahr
  • 72 Monate insgesamt, davon 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin mit mindestens 6 Monaten Intensivmedizin und 6 Monaten Notaufnahme
  • 36 Monate Rheumatologie, davon bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich anrechenbar
  • Inhalte: entzündliche Gelenkerkrankungen, Kollagenosen, Vaskulitiden, Immuntherapie, Osteologie, Rehabilitation
  • Richtzahlen z. B. für Gelenksonographien, Gelenkpunktionen und Injektionen sowie betreute Patienten unter immunsuppressiver Therapie
  • Nachweis aller Inhalte im eLogbuch der Landesärztekammer

Die Facharztprüfung ist ein Fachgespräch vor der Landesärztekammer, das internistische Grundlagen und rheumatologische Fallbeispiele umfasst.