Ein Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie behandelt entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparats und des Immunsystems: rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritiden, Psoriasis-Arthritis, Gicht, Kollagenosen wie Lupus, Vaskulitiden und seltene Autoinflammationssyndrome. Er erkennt diese Krankheiten oft früh anhand von Anamnese, Gelenkuntersuchung, Labor und Gelenksonographie und steuert moderne Immuntherapien mit Basistherapeutika, Biologika und JAK-Inhibitoren, um Gelenkzerstörung und Organschäden zu verhindern.
Der Alltag ist stark ambulant geprägt: In der Praxis oder Rheumaambulanz siehst du viele Patienten in langfristiger Betreuung, führst Gelenkultraschall und Punktionen durch, kontrollierst Laborwerte und Therapienebenwirkungen. In der Klinik kommen komplexe Fälle mit Organbeteiligung, Infusionstherapien und die internistischen Dienste hinzu. Rheumatologen arbeiten eng mit Orthopäden, Dermatologen, Nephrologen und Physiotherapeuten zusammen; Nachtdienste sind vergleichsweise selten.
Rheumatologen sind bundesweit knapp: Auf rund 1,5 Millionen Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen kommen nur wenige hundert niedergelassene Fachärzte, viele davon kurz vor dem Ruhestand. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Nachfolgern für Praxen, MVZ-Stellen und Klinikambulanzen. Telemedizinische Verlaufskontrollen, digitale Symptomtagebücher und KI-gestützte Ultraschallauswertung helfen, die Versorgung zu skalieren. Die stetig wachsende Zahl zielgerichteter Therapien macht das Fach zudem wissenschaftlich attraktiv.
Nach dem Medizinstudium folgen 72 Monate Weiterbildung: drei Jahre Innere Medizin und drei Jahre Rheumatologie. Inklusive Studium sind das mindestens zwölf Jahre, viele brauchen etwas länger durch Teilzeit oder Forschung.
Ja, das Fach gilt als Mangelfach mit langen Wartezeiten für Patienten. Praxisübernahmen und MVZ-Anstellungen sind in fast allen Regionen verfügbar, und die Arbeitszeiten sind gut planbar.
Vergleichsweise gut: Der Großteil der Arbeit ist ambulant, Nachtdienste entfallen in der Praxis ganz und sind in der Klinik meist internistisch übergreifend. Teilzeitmodelle sind verbreitet.
Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland ist ein möglicher Weg. Der Abschluss wird EU-weit anerkannt, du bekommst die deutsche Approbation und durchläufst dann die reguläre Weiterbildung Innere Medizin und Rheumatologie.
In der Klinik verdienen Rheumatologen nach Tarif wie andere Internisten; in der Niederlassung sorgt die hohe Nachfrage für gut ausgelastete Praxen.
Die Facharztprüfung ist ein Fachgespräch vor der Landesärztekammer, das internistische Grundlagen und rheumatologische Fallbeispiele umfasst.