Als Facharzt für Radiologie erstellst und befundest du Bilder aus Röntgen, CT, MRT, Ultraschall und Mammographie, für Patienten aller Fachrichtungen: den Unfallverletzten in der Notaufnahme, die Frau in der Brustkrebsvorsorge, den Schlaganfallpatienten mit Zeitdruck. Als interventioneller Radiologe behandelst du auch: Du eröffnest Gefäße, verödest Tumoren, stoppst Blutungen und legst Drainagen unter Bildkontrolle.

In der Klinik sitzt du an Befundstationen, betreust Geräte und MTR, fährst Kontrastmittel und Interventionen und bist als Berater für alle Abteilungen erreichbar. Nachtdienste laufen zunehmend per Teleradiologie von zu Hause. Du nimmst an Tumorboards und Fallkonferenzen teil. In der Praxis oder im MVZ dominieren geplante MRT- und CT-Untersuchungen, Mammographie-Screening und Ultraschall, mit festen Zeiten und ohne Nachtdienste.

  • CT- und MRT-Untersuchungen befunden
  • Röntgenbilder in der Notaufnahme beurteilen
  • Mammographie-Screening und Brustbiopsien
  • Gefäßverschlüsse per Katheter wiedereröffnen
  • Tumoren mit Radiofrequenz oder Embolisation behandeln
  • Kliniker im Tumorboard und Konsil beraten
  • Du hast ein starkes räumliches Vorstellungsvermögen und erkennst Muster schnell.
  • Du arbeitest gern konzentriert am Bildschirm, auch über Stunden.
  • Du magst Technik und Physik und willst mit modernsten Geräten arbeiten.
  • Du triffst gern präzise Aussagen, die anderen Ärzten die Entscheidung erleichtern.
  • Du kannst mit weniger direktem Patientenkontakt gut leben.

Vorteile

  • Hohes Einkommen in Klinik und Praxis
  • Planbare Arbeit, Nachtdienste oft per Teleradiologie
  • Breites Spektrum von Diagnostik bis Katheterintervention

Herausforderungen

  • Hoher Befunddruck und ständig steigende Untersuchungszahlen
  • Niederlassung erfordert Investitionen im Millionenbereich
  • Weniger Patientenkontakt, Arbeit teils sehr isoliert
  • Schwerpunkt Neuroradiologie
  • Schwerpunkt Kinder- und Jugendradiologie
  • Medizinische Informatik
  • Ärztliches Qualitätsmanagement
  • Notfallmedizin

Die Zahl der CT- und MRT-Untersuchungen steigt seit Jahren, und Radiologen fehlen in vielen Regionen. KI wird das Fach stärker verändern als jedes andere: Algorithmen erkennen bereits Lungenrundherde, Frakturen oder Schlaganfälle und priorisieren Befunde. Erwartet wird jedoch keine Verdrängung, sondern eine Verlagerung hin zu komplexer Befundung, Intervention und Qualitätskontrolle. Praxen und MVZ-Ketten wachsen, Teleradiologie ermöglicht flexible Arbeitsmodelle bis hin zur Befundung aus dem Homeoffice.

Wie lange dauert die Weiterbildung Radiologie?

Fünf Jahre nach dem Studium, Schwerpunkte wie Neuroradiologie kommen mit weiteren Jahren dazu. In Vollzeit ist die Weiterbildung meist ohne Verzögerung zu schaffen. Rund elf Jahre nach dem Abitur bist du Facharzt.

Ersetzt KI bald die Radiologen?

Nein, aber sie verändert die Arbeit. KI übernimmt Vorbefundung, Messungen und Priorisierung, während der Radiologe die Verantwortung für Befund und Therapieempfehlung behält. Die Nachfrage nach Radiologen steigt derzeit trotz KI, weil mehr Untersuchungen gemacht werden.

Wie schwer ist es, eine Weiterbildungsstelle zu bekommen?

Universitätskliniken sind gefragt, kleinere Häuser und große Praxisverbünde bilden ebenfalls aus und haben freie Stellen. Ein Interesse an Technik und ein Doktorarbeit im Fach helfen. Mit einem NC-freien Medizinstudium im EU-Ausland und deutscher Approbation stehen dir dieselben Stellen offen.

Wie viel verdient ein Radiologe?

Als Oberarzt rund 192.000 € brutto/Jahr, als Facharzt in der Klinik etwa 122.000 €. Praxisinhaber liegen in der Regel deutlich darüber, tragen aber hohe Investitionen für Geräte. Auch angestellte Radiologen in MVZ verdienen oft mehr als in der Klinik.

Radiologie gehört in Klinik und Niederlassung zu den bestbezahlten Fächern der Medizin.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA, TdL): ca. 72.000 € brutto/Jahr mit Diensten
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 122.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt oder leitender Arzt: ca. 192.000 € brutto/Jahr
  • Radiologische Praxis oder MVZ-Partner: Reinertrag je Inhaber realistisch ca. 350.000 bis 500.000 € vor Steuern, abzüglich hoher Gerätefinanzierung
  • 60 Monate nach MWBO 2018, davon können bis zu 12 Monate in anderen Gebieten abgeleistet werden
  • Fachkunde im Strahlenschutz nach Strahlenschutzverordnung als Pflichtbestandteil
  • Richtzahlen für konventionelles Röntgen, CT und MRT, jeweils im Bereich von mehreren tausend Untersuchungen
  • Sonographie, Mammographie und Durchleuchtung mit eigenen Richtzahlen
  • Angiographien und Interventionen unter Anleitung, Dokumentation im eLogbuch

Die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer ist ein Fachgespräch mit Bildbefunden aus allen Modalitäten. Gefragt wird nach Differenzialdiagnosen, Kontrastmittelrisiken und der Wahl der richtigen Untersuchung für eine klinische Frage.